Tag 19: Von Hunter’s Inn nach Lynmouth

Heute Morgen wachen wir auf und es regnet.
Wenn man aber dem Wetterbericht halbwegs Glauben schenken darf, sollte es trotzdem ein trockener Tag werden – wenigstens vom Knie an aufwärts! 🙂
Heute stehen schlappe 11 Kilometer bis nach Lynmouth auf dem Stundenplan, gefolgt von einem freien Tag. Ferien! 🙂
Tatsächlich hat es zu regnen aufgehört, als wir gegen 10 Uhr aufbrechen.
Da wir ja heute nur 11 Kilometer haben, können wir auch gleich am Anfang zur Mündung des Heddon River laufen, der durch das Tal fließt. Das ist ein sehr hübscher Umweg von etwa einem Kilometer durch Wald am Flüsschen entlang. An der Mündung gibt es einen kleinen Steinstrand und einen alten Kalkofen, die wir hier schon mehrmals angetroffen haben.
Wir lachen uns tot, dass der steinige Pfad als Elektro-Rolli-Weg ausgewiesen ist. Haha, aber nur für Engländer! Genauso, wie sie hier Schlammlöcher als National Trails bezeichnen!

Der SWCP führt uns heute relativ smooth schräg und parallel zum Tal den Hang hinauf. Ach wenn doch nur alle Anstiege hier so bequem wären!


Allerdings merken wir auch, dass wir nach neun Wandertagen schon recht fit sind. Eigentlich ist es Blödsinn, immer nur zwei Wochen zu laufen, aber wir haben halt nur den klassischen Jahresurlaub zur Verfügung. Und wenn man nur einmal im Jahr einen langen Urlaub macht, dann muss man zu lange darauf warten.
Wie schon häufiger haben wir mal wieder große Lust, die Jobs zu schmeißen und nur noch zu laufen. Aber wie? 🙂
Aber nun zurück zum Weg: Er führt in der klassischen attraktiven Halbhöhenlage auf angenehm grasigen bzw. steinigen Wegen durch Farnhänge, links das blaue Meer, rechts brauner, verwelkter Farn.Wie das hier wohl im Sommer aussieht? Wir sind ja immer nur im Frühling und im Herbst unterwegs!

Ab der Woody Bay geht es fast nur noch über Teer weiter. Das wird uns auf die Dauer zu langweilig und wir biegen deshalb außerplanmäßig auf die Alternativ-Strecke über Crock Point aus. Ist ja nur ein Kilometerchen mehr, heute kein Problem!
Der Umweg entpuppt sich jedoch als weniger lohnenswert, er führt einfach nur über extrem matschige Schafswiesen um die Landmasse herum, Aussichten gibt es kaum.

Als wir wieder auf die Straße kommen, haben wir noch mal einen schönen Blick auf die hübsche Lee Bay, eine kleine, von Felsen eingeschlossene Sandbucht.
Auf der Straße geht es weiter, den Hang hinauf und an der Lee Abbey (nunmehr ein christliches Begegnungszentrum) vorbei bis zu einem Kreisverkehr, an dem Autofahrer eine Maut bezahlen müssen,
wenn sie weiterfahren wollen. Zwar haben wir noch das Valley of Rocks vor uns, aber ist das so ein Touristenmagnet?
In der Tat wundern wir uns über den großen Parkplatz und die vielen Leute, die hier in stylischen Wanderklamotten herumlaufen, heute, an einem Montag im Oktober.
Das Valley ist am Ende ein recht hübscher Küstenpfad, an dem große Felsformationen bizarre Formen bilden. Recht hübsch, aber am besten gefallen uns die vielen Bergziegen, die hier herumspringen.

Nach Lynmouth ist es nun nur noch ein Katzensprung. Zunächst laufen wir nach Lynton herein, das hoch oberhalb von Lynmouth liegt. Beide Stadtteile werden durch eine alte Seilbahn verbunden, an der wir entlang laufen. Morgen werden wir vielleicht mal mit der alten Wasserballast-Bahn von 1890 fahren. Faszinierend, solche seltenen Verkehrsmittel!

Im Ort angekommen nehmen wir erstmal einen klassischen Nachmittagstee (äh, Kaffee) mit Scones, Jam und Clotted Cream; einmal pro Urlaub muss das mindestens sein! 🙂

Danach wandern wir noch ein wenig durch den Ort. Und durch den Ortsteil hinter der Brücke. Und zum Hafen. Und zum Meer, das bei Ebbe ziemlich weit draußen ist. Und …. Wir sind ja heute nur elf Kilometer gelaufen; ne? 🙂

Zum Zeitpunkt dieser Aufzeichnung sitzen wir gerade im Village Pub. Und da wir ja morgen nicht laufen müssen, könnten wir hier jetzt so richtig versacken …

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