DDLN Etappen 15 und 16: Durch Hohenlohe und den Schwäbisch-Fränkischen Wald von Crailsheim nach Murrhardt

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Schloss Vellberg

Crailsheim nach Schwäbisch Hall-Hessental: 32 Kilometer
Schwäbisch Hall-Hessental nach Murrhardt: 27 Kilometer
gewandert am 30. und 31. Mai 2020

Dieses Teilstück fehlte uns noch, um die letzte Lücke auf unserem Deutschlandweg zu schließen. Nun sind wir von Schaffhausen bis zum Rennsteig alle Etappen gelaufen!

Was gibt es über diese zwei Wandertage zu berichten: Ähhh … nix Besonderes! Wir hatten bestes Wanderwetter, es war sonnig, aber nicht zu heiß. Es ging durch viel Wald und Wiesen und an viel Wasser entlang. Besonders ist aber, dass es bei uns in Baden-Württemberg überhaupt erst seit diesem Wochenende wieder erlaubt ist, zu „touristischen Zwecken“ in Hotels und Gasthöfen zu übernachten. Da haben wir die Gelegenheit doch gleich genutzt!

Aber sonst war der Weg an diesen zwei Tagen wenig spektakulär. Am ersten Tag ging es über Schotter, Schotter, Schotter. Da es keinen ausgewiesenen Wanderweg zwischen Crailsheim und Schwäbisch Hall gibt, haben wir uns eine Kombination vom „Schwäbischen Hauptwanderweg 4“ und einer von Outdooractive vorgeschlagenen Route über schöne schmale Waldwege gebastelt. Der Hauptwanderweg war durchweg geschottert, was wir ja nicht so mögen. Man kommt zwar gut voran, aber das ewige Geknirsche unter den Schuhen nervt. Bergauf rutscht man zurück und bergab muss man höllisch aufpassen, nicht mit den größeren Steinen zusammen nach unten zu kollern. Außerdem sind die Wege ziemlich breit und so ein richtiges Wald-Feeling kommt für uns dabei nicht auf. Immerhin ging es über Wiesen und Felder und an dem einen oder anderen hübschen Waldsee vorbei.

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Hochmoor bei Crailsheim

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Das Highlight des Tages war das kleine mittelalterliche Städtchen Vellberg, das mit seiner befestigten Altstadt hoch über der Bühler thront. Und es gab sogar ein Eisscafé!

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Die Bühler
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Schloss Vellberg

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Dabei fiel uns auf, dass man es mit den Hygienevorschriften in solch kleinen schwäbischen Städtchen oft nicht so ernst nimmt: Zwar mussten wir uns die Hände desinfizieren und uns in eine Liste eintragen, aber bedient und abkassiert wurden wir von einer Bedienung ohne Mundschutz …

Nach Vellberg wurde es schlimm: Die von Outdooractive vorgeschlagenen Waldwege waren schlichtweg nicht mehr existent! Wir landeten nicht nur einmal im Gestrüpp und kämpften uns tapfer durch Kletten, Brennnesseln und über umgestürzte Baumstämme. Wenn wir dann wieder einen Schotterweg erreichten, waren wir richtig froh und untersuchten uns erst mal ausgiebig nach Zecken.

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Kunst am Einkorn

Am Abend nahm man in unserem Gasthof die Corona-Maßnahmen dann umso genauer: Wir durften nur den einen Eingang ins Hotel benutzen und mussten zur anderen Seite wieder hinaus. Auch wenn die Restaurant-Terrasse am Eingang lag und wir wirklich niemanden auf den Gängen getroffen haben …

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Die Krone in Schwäbisch Hall-Hessental

Beim Frühstück wurden wir dreimal gefragt, ob wir denn auch wirklich unsere Hände desinfiziert hätten. Die arme Bedienung musste uns alles einzeln an den Tisch tragen, denn am Vorabend hatten wir ein ordentliches Hiker-Frühstück bestellt: Müsli, Obst, Joghurt, Wurst, Käse, Eier, Brötchen … Trotzdem war es schön, die arg strapazierten Knochen auf einem richtigen Bett auszustrecken und am Abend mal wieder im Biergarten eine richtige Halbe zu trinken!

Am nächsten Morgen merkten wir schon, dass uns das viele Laufen auf Schotter ein wenig auf die Waden gegangen war. Zuerst mussten wir steil zum Kocher absteigen, um dann auf der anderen Seite gleich wieder hochzusteigen, das ziepte ordentlich. Aber es kam noch schlimmer – die Etappe von Schwäbisch Hall nach Murrhardt verläuft auf einem Jakobsweg und unsere Vorurteile gegen deutsche Jakobswege bestätigten sich mal wieder: Gefühlt waren wir die Hälfte der Strecke auf Asphalt unterwegs! Ein weiteres Viertel führte über breit planierte Schotterwege durch den eigentlich sehr schönen und wilden Schwäbisch-Fränkischen Wald. Erst gegen Ende der Etappe kamen wir in den Genuss, einige Abschnitte auf weichen Waldpfaden zu laufen …

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Kurz vor Murrhardt gab es noch mal ein paar schöne Ausblicke auf das Tal der Murr.

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Insgesamt war es schön, mal wieder draußen zu sein, vor allem bei dem prächtigen Wetter. Die Wiesen und Wälder sind in dieser Jahreszeit auch wunderschön. Nur an unserer Routenwahl sollten wir noch ein wenig arbeiten – vielleicht sollten wir doch häufiger auf Premium-Wegen laufen?

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Corona-Ferien auf dem Südrandweg

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Schwäbische-Alb-Südrandweg
Schelklingen bis Lautertal: 27 Kilometer
Lautertal bis Billafingen: 33 Kilometer
Billafingen bis Sigmaringen: 15 Kilometer
7. bis 9. Mai 2020

Friedel und ich haben Urlaub!
Traditionell unternehmen wir immer Anfang Mai unsere erste 14-tägige Streckenwanderung. Dieses Jahr war eigentlich die Fortsetzung unseres Deutschland-Wegs auf dem Rennsteig und durch den Harz geplant. Aber wie bei so vielen, die ihren Urlaub für April oder Mai geplant haben, muss unsere lange Streckenwanderung leider coronabedingt ausfallen. Aber die ganze Zeit auf der Terrasse bleiben kommt nicht in Frage – das ist doch unser Homemoffice!

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Wenn wir Urlaub haben, müssen wir wandern!
Wir trauen uns allerdings nicht, das Bundesland zu verlassen und lange mit dem Zug fahren wollen wir auch nicht. So bleiben wir also in der Nähe und bewegen uns lediglich vom Nordrand zum Südrand der Alb. Wir wollen ein weiteres Stück auf dem Südrandweg angehen, 75 Kilometer von Schelklingen bei Ulm bis nach Sigmaringen im Donautal. Dieser Abschnitt des 288 Kilometer langen Fernwanderwegs ist ziemlich einsam, mit Massen an anderen Wanderern und Biosphärenpark-Rangern ist hier nicht zu rechnen.

In eineinhalb Stunden sind wir schon da und beginnen um 9:00 Uhr am Bahnhof von Schelklingen unser Biwak-Abenteuer.

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Wildes Zelten ist in Baden-Württemberg verboten, Biwakieren aber angeblich erlaubt.  So habe ich bei der Planung unserer Tour verschiedene Grill- und Waldhütten recherchiert, in denen wir unterkommen wollen. Außerdem ist bestes Wetter vorhergesagt, notfalls hauen wir uns mit unseren Schlafsäcken einfach auf die Wiese. Und so wird es auch kommen!

Gleich beim Eintritt ins Schmiechtal werden wir an die Krise erinnert, dabei wollten wir doch eigentlich von Corona abschalten!

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Der lange Weg durch das Schmiechtal verläuft durchweg auf Schotter. Überhaupt bestätigt sich mal wieder: Während der Nordrandweg größtenteils auf waldigen Pfaden verläuft, ist der Schotteranteil auf dem Südrandweg viel höher. Es gibt auch weniger spektakuläre Ausblicke als auf dem Nordrandweg, aber dafür mehr Wasser!

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Wir wandern immer an den Gleisen einer Museumsbahn entlang, die eigentlich im Moment gar nicht verkehrt. Dennoch fährt das Bähnle viermal an uns vorbei („Betriebsfahrt“) und tutet uns jedesmal lustig an!

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Das Wetter ist wirklich vortrefflich, sonnig, nicht zu heiß und mit einer kleinen Brise. Wir laufen abwechslungsreich durch Wald und frühlingshafte Wiesen und es ist toll, einfach wieder mal länger unterwegs zu sein!

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Eigentlich wollten wir nur 24 Kilometer bis zu einer Hütte bei Erbstetten laufen, aber als wir dort ankommen, haben wir keine besondere Lust, dort zu nächtigen: Die Hütte ist dunkel und staubig  und auf dem Boden liegt ein großer Haufen aus zerrissener Teerpappe.

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Wasser gibt es auch keins in der Nähe, also tritt Plan B in Kraft: Wir steigen über einen höllisch steilen und steinigen Weg noch zwei Kilometer ins liebliche Lautertal ab. Dort unten soll es eine Grillhütte direkt am Fluss geben.

Zum Glück ist die Hütte wesentlich freundlicher als die erste und es gibt sogar luxuriöse Picknicktische und -bänke. Glamping!

Am Abend ist noch viel los im Lautertal: Der Schotterweg durch das autofreie Tal ist ein beliebter Radweg, sodass jede Menge Radfahrer unterwegs sind. Wir mit unseren großen Rucksäcken und dem Kocher auf dem Tisch erregen einiges Aufsehen. So trauen wir uns erst bei Einbruch der Dunkelheit, unsere Matten und Schlafsäcke hinter der Hütte auszupacken. Wir verbringen eine ruhige Nacht, nur ein mehrmaliges Rascheln (Rehe? Füchse? Wildschweine? ) schreckt uns hin und wieder auf.

Am Morgen wachen wir mit der Dämmerung auf und setzten uns mit den Schlafsäcken an den Picknicktisch. Es sind nur vier Grad!

Schon bald aber geht die Sonne im Tal auf und wir beginnen unseren Wandertag mit einem Marsch durch das liebliche Lautertal.

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Schon um neun Uhr wird es oben auf der Albhochfläche richtig warm. Heute wird es heißer als gestern werden!

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In Hayingen versorgen wir uns mit Kaffee und Butterbretzeln. Ein Zweitfrühstück nehmen wir immer gerne!

Typisch für den südlichen Rand der Alb sind die zahlreichen Wachholder-Heiden, vielerorts wird das Gras noch traditionell von Schafen kurzgehalten.

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Auch typisch sind die vielen engen Bach-und Flusstäler, oft von Felsen eingerahmt. Durch das romantische Glastal wandern wir gleich am späten Vormittag.

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An der Wimsener Höhle wird es ein wenig voller: Erstmals begegnen uns hier andere Wanderer und Spaziergänger. Dabei ist die Schauhöhle, die mit Kähnen befahren wird, natürlich geschlossen.

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Zwiefalten mit seiner berühmtem Abtei ist dagegen ein verschlafenes Örtchen, zumindest in diesen Zeiten.

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Nach Zwiefalten wird der Weg ein wenig langweilig. Wir laufen durch Wald, Wald und nochmals Wald und über Schotter. Als wir am eigentlichen Ziel, einer Waldhütte kurz vor Friedingen ankommen, behagt uns auch diese nicht. Sie steht direkt am Weg und es wimmelt von Waldameisen. Das hat uns die App nicht gezeigt!

Wir fühlen uns aber noch fit und so laufen wir einfach weiter. Wir werden schon ein Plätzchen für unsere Schlafsäcke finden, denn regnen soll es nicht. Eine Waldlichtung, eine Wiese, wir nehmen alles!

Mhh .. das Gras ist zu hoch, man könnte uns vom Weg aus sehen, im Wald lauern die Zecken und dort steht ein Jägerstand. Einen potenziellen Platz nach dem anderen lassen wir sausen. Aber – Glückes Geschick – kurz nach Billafingen finden wir den idealen Grillplatz: Wieder mit Hütte, Tischen und Bänken und einer großen, gemähten (!) Graswiese. Hier bleiben wir, traumhaft!

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Wir danken der Gemeinde Billafingen für diesen luxuriösen Schlafplatz!
Wir schlagen unser Lager unter einem Baum an Rand der Wiese auf, nachts blinkt der Mars und ein toller Sternenhimmel und der Vollmond bescheint unser Domizil für diese Nacht. Auch an das Bellen der Hirsche im nahegelegenen Wald gewöhnen wir uns schnell. Die Wildschweine, die uns zum Glück nicht behelligt haben, treffen wir erst am Morgen.

Da wir gestern so fleißig waren, haben wir heute nur schlappe 15 Kilometer vor uns. Gestern Abend ist uns das Wasser ausgegangen, mehr als ein Morgenkaffee war nicht drin. So freuen wir uns, dass wir gleich nach sieben Kilometern auf eine Bäckerei treffen, die neben Kaffee und Brezeln auch Wasser im Angebot hat.

Auch heute wird nämlich wieder ein heißer Tag. Highlight des heutigen Wandertags ist das Laucherttal, wieder voller Felsen und Höhlen.

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Kurz vor Sigmaringen geht es noch mal ordentlich hoch, aber dafür werden wir noch einmal mit einem schönen Panorama vom Laucherttal belohnt.

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Das Schloss in Sigmaringen ist natürlich auch geschlossen, aber das besichtigen wir das nächste Mal, wenn wir die letzten drei Etappen des Südrandwegs von Sigmaringen bis Tuttlingen wandern. Hoffentlich nach Corona!

2019: 950 Kilometer durch Deutschland

Unsere Strecke 2019 auf unserem Weg durch Deutschland (DDLN)

2019 war ein eher ungewöhnliches Wanderjahr für uns: Wir waren einzig und allein in Deutschland unterwegs, davon rund 950 allein auf DDLN!
Gern wären wir auch mal wieder nach Schottland gefahren. Aber beruflich gab es bei uns einige Turbulenzen, sodass wir keinen längeren Wanderurlaub im Voraus planen konnten. Ein paar Tage in Deutschland sind wesentlich einfacher zu organisieren als ein wochenlanger Trip durch die schottische Wildnis.

Außerdem hatten wir bisher nur selten in Deutschland Urlaub gemacht und kennen England und Schottland mittlerweile besser als unser Heimatland. So reifte in uns letztes Jahr die Idee, auch mal Deutschland von Süd nach Nord zu durchwandern. Nun ist die Zeit, mal einen (zugegeben sehr subjektiven) Vergleich zwischen den Wanderländern Deutschland und Großbritannien zu ziehen:

  1. Das Wegenetz in England ist viel besser ausgebaut als in Deutschland. Zwar gibt es auch hierzulande „Top Trails“, aber neben den wenigen europäischen Fernwanderwegen gibt es nur wenige Verbindungen zwischen den großen Wanderwegen. Viele der etablierten Wanderwege verlaufen hierzulande auch auf breiten Schotterpisten, was wir nicht so toll finden. Dafür sind die deutschen Wege aber weniger matschig und man kommt schneller voran. Insgesamt gefallen uns die englischen Wege besser.
Deutschland: Ein typischer Wegabschnitt auf dem HW8 …
und einer auf dem Southern Upland Way in Südschottland 🙂
  1. In Deutschland haben wir echt viel Wald. Besonders im Sommer ist das Laufen im Wald viel angenehmer als über die baumlosen Hügel und Wiesen Englands. Auf britische Wanderer müssen diese großen Waldflächen ganz besonders wirken – so wie auf uns die kahlen Hügel Großbritanniens!
    Ein moosiger deutscher Wald …

    … und grasige schottische Hügel
  2. Die Orte in England sind eindeutig schöner. Dort ist viel mehr von der ursprünglichen Bausubstanz erhalten und es wurde nicht alles kaputt renoviert. Gleiches gilt auch für die Unterkünfte – Gemütlichkeit versus Zweckmäßigkeit. In Deutschland ist es abseits der Touristenorte zudem oft schwierig, eine Unterkunft im Wegnähe zu finden. In England haben viele Orte einen Pub, der auch Zimmer vermietet. Der Standard hier liegt unter dem in Großbritannien, aber dafür sind die meisten Pensionen und Gasthöfe in Deutschland billiger.
    Deutschland: Praktisch und zweckmäßig

    England: Krumm und urig
  3. Das Bus- und Zugnetz ist in Deutschland viel dichter. So ist es hier weitaus weniger zeitaufwändig und viel bequemer, zum Start- und Endpunkt der Etappen zu gelangen. Nur so war es auch möglich, so viele Etappen von DDLN an (verlängerten) Wochenenden zu laufen. Ein unschlagbarer Vorteil beim Wandern in Deutschland!
    Ein englischer Provinzbahnhof . Hübsch, nicht?

    Und ein deutscher. Aber hierzulande fahren viel mehr Züge!
  4. Wenn wir Urlaub haben, wollen wir auch mal etwas anderes sehen als die typischen, deutschen Landschaften. Eigentlich macht es für uns keinen großen Unterschied, ob wir durch den nahen Schwarzwald laufen oder durch den etwas weiter entfernten Thüringer Wald. Die Felsen im Frankenland sehen auch irgendwie ähnlich aus wie die bei uns auf der Alb. In England ist das Gras jedoch grüner als bei uns, die Berge sind schroffer und die Küstenlinie ist einmalig spektakulär. 3:2 für den Wanderurlaub in GB!

Auf jeden Fall haben wir uns vorgenommen, in Zukunft das Fliegen einzuschränken. Wir werden deshalb nicht ganz auf die Wanderungen in unserem Lieblingsland verzichten, aber eher versuchen, mit dem Zug anzureisen und dafür einen längeren Urlaub einzuplanen. In anderen Zeiten werden wir unser Deutschlandprojekt vorantreiben.
Ob wir es schaffen, 2020 in Schottland Cape Wrath zu erreichen – wir wissen es noch nicht. Schön wär’s! 🙂

Apropos Unterschiedlichkeit der Landschaften: Nun kommt ein Quiz!
Einige der Landschaften und Orte sind englisch, einige deutsch. Nehmt einen Stift und ratet mal. Die Auflösung findet ihr unter den Bildern! 🙂

Bild 1: GB oder D?
Bild 2: GB oder D?
Bild 3: GB oder D?
Bild 4: GB oder D?
Bild 5: GB oder D?
Bild 6: GB oder D?
Bild 7: GB oder D?
Bild 8: GB oder D?
Bild 9: GB oder D?
Bild 10: GB oder D?

Hier die Lösung:

Bild 1: Nein, das ist keine schottische Pinie – eine deutsche Fichte am Staffelberg auf dem Frankenweg!

Bild 2: Falsch, das ist kein Aufstieg auf die Alb, sondern ein steiniger Weg rauf nach Tideswell, Derbyshire.

Bild 3: Bild 3: Ja, das sind Highland-Rinder. Aber sie grasen auf einer Wiese in Hohenlohe am E8. Solche Elektrozäune gibt’s in Schottland nur sehr selten.

Bild 4: Könnte im Schwarzwald oder im Thüringer Wald sein. Ist aber im Exmoor am South West Coast Path bei Lynmouth. Der Schornstein auf dem braunen Haus ist typisch englisch auf der Seite …

Bild 5: Das sind eindeutig – Bluebells! Die gibt es nicht in Süddeutschland. Diese stehen auf Wenlock Edge, Shropshire (Nordengland, Shropshire Way.)

Bild 6: Nein, das ist nicht in Wales, es fehlen die Wildpferde. Karge Hügel gibt es aber auch in Deutschland. Hier der Hesselberg am Frankenweg.

Bild 7: Kalkstein gibt es überall – in Franken, auf der Alb oder so wie hier in Malham, North Yorkshire auf dem Pennine Way. Aber die Mauern sind seeehr englisch.

Bild 8: Ein Kanal ist ein Kanal, in Deutschland wie in GB. Dieser ist der Union Canal bei Linlithgow auf dem John Muir Way in Schottland. Typisch britisch ist der Treidelpfad neben dem Kanal.

Bild 9: Diesen Ausblick gibt vom dem Göranger Anger am Frankenweg. Wenn das Wetter grau ist, sieht alles englisch aus! 🙂

Bild 10: Der Raps sieht deutsch aus, aber das Haus ist englisch, oder? Stimmt!
(Auf dem Monarch’s Way in Shropshire)

 

 

 

 

2015: Jahreswende im Ennerdale, Lake District, Nordengland

Ennerdale Water

Normalerweise lieben Friedel und ich es, das Jahr gemütlich auf dem Sofa zuhause ausklingen zu lassen. 2015 war jedoch eine Ausnahme und wir nahmen das besondere Weihnachtsangebot des „Fox and Hounds“ in Ennerdale Bridge wahr – sieben Tage bleiben, nur vier Nächte zahlen. Ein verlockendes Angebot, den Lake District einmal im Winter zu erleben – Diesen extrem regenreichen Kurzurlaub werden wir in unserem ganzen Leben nicht vergessen!

River Liza im oberen Ennerdale

Eineinhalb Jahre zuvor waren wir auf unserem „Coast to Coast Walk“ ( Insider schreiben: „C2C“) schon einmal im „Fox and Hounds“ abgestiegen. Der freundliche und gemütliche Pub, der von der Dorfgemeinschaft in Eigenregie betrieben wird, hat uns damals sehr gut gefallen. Noch toller fanden wir die Strecke am Ennerdale Water entlang. Nun haben wir die Gelegenheit, sechs Tage lang auch die umliegenden Fells und Wälder näher zu erkunden – und das wird kein Stück langweilig!

Ennerdale Water

Schon die Anfahrt ist aufregend: Eigentlich wollten wir auf dem Hinweg noch unsere Wanderfreunde Lisa und Carl in Carlisle treffen, aber schon diese Verabredung fällt buchstäblich ins Wasser. Die Schnellstrecke von Manchester nach Carlisle ist wegen Überflutung gesperrt und so nehmen die Züge einen Riesenumweg über diverse Kleinstädte und Dörfer. Statt um 19:00 Uhr kommen wir erst um 22:00 Uhr in Carlisle an – zu spät für Lisa und Carl. Zu diesem Zeitpunkt sind viele Kleinstädte im Norden Englands bereits überflutet – unter anderem Hebden Bridge am Pennine Way. Zwei Jahre später, als wir auf dem LECW zwei Tage in Hebden Bridge übernachten, sind die Schäden immer noch deutlich zu sehen.

Auch die Anreise nach Ennerdale Bridge gestaltet sich als schwierig: Die Bahntrasse von Carlisle nach St Bees steht ebenfalls unter Wasser und nach viel Hin- und Hergerenne finden wir heraus, dass es eine komplizierte Busverbindung in die Nähe von Ennerdale gibt. Den ersten Urlaubstag verbringen wir also in diversen Bussen und mit einem nassen Neun-Kilometer-Fußmarsch von der Bushaltestelle zum Pub – das Begrüßungsbier lassen wir uns aber durch das Wetter nicht vermiesen!

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Schon am nächsten Tag finden wir zu einer Morgenroutine, die wir in den nächsten fünf Tagen stramm einhalten: Morgens um acht serviert uns Alyson das immer gleiche Englische Frühstück, stets sind wir die einzigen Gäste. Die herbe Alyson – Barfrau, Köchin und Zimmermädchen in Personalunion – wohnt im Anbau hinter dem Pub und ist wahrhaftig kein Plappermaul. Am Anfang sprechen wir wirklich nur das Nötigste miteinander. Aber mit jedem weiteren Tag taut sie ein wenig mehr auf und macht sich zunehmend gern lustig über die Deutschen, die sich tagtäglich bei Regen, Schnee und Sturm in die Regensachen schmeißen und erst bei Dämmerung pitschnass in den Pub zurück stolpern. Wir bilden uns sogar ein, dass wir mir jedem Tag ein wenig mehr in ihrer Achtung steigen – die lassen sich nicht kleinkriegen! 🙂

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Ennerdale

Jeden Abend setzt sich Alyson extra für uns die Kochmütze auf – außer ein paar einsamen Biertrinkern verirrt sich um diese Jahreszeit niemand zum Dinner in den Pub. So futtern wir uns im Verlauf der Woche durch alle Klassiker der englischen Pub-Speisekarten: Steak and Ale Pie, Gammon Steak, Burger, Lasagne mit dicken Pommes, Steak and Ale Pie, Gammon Steak, Lasagne mit dicken Pommes … 🙂

Die Wanderung am ersten Tag führt uns einmal um den See herum: Auf dem Hinweg kommen wir auf den neun nassen, glitschigen Kilometern über rutschige Steine und glitschige Wurzeln kaum voran. Der Wind peitscht uns den Regen von vorn mitten ins Gesicht und wir sehen unsere Füße kaum. Stellenweise steht das Seewasser bis über den Weg und wir müssen den Hang entlang kraxeln.

der See ohne Wind …
… und mit Wind

Obwohl es den ganzen Tag nicht aufhört zu regen, hat die Landschaft einen ganz besonderen Reiz: Wir sind ganz allein, die Wellen schlagen an das steinige Ufer und der Nebel wabert um die Berge auf der anderen Seeseite.
Auf dem Rückweg an der Nordseite des Sees entlang haben wir den Wind dann zum Glück im Rücken und wir entdecken, dass auf dieser Seeseite ein Fahrweg verläuft. Der Weg ist zwar ein wenig länger, aber man läuft viel schneller! So schaffen wir es, noch im Hellen wieder im Pub zu sein. Nasse Klamotten aufhängen, Teewasser aufsetzten, heißes Wasser in die Badewanne laufen lassen … Auch dies gehört von nun an zu unserer abendlichen Routine.

Fahrweg auf der Nordseite

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Für unseren zweiten Ausflug am nächsten Tag wählen wir dann gleich die schnelle Route auf der Nordseite und erkunden das waldige Tal hinter dem See. Hier waren wir im Jahr zuvor auf dem C2C schon einmal durchgestürmt, aber jetzt können wir viel mehr auf die Details der Landschaft achten. Im winterlichen Regen ist mitnichten alles grau – Flechten, Moose, vertrocknete Farne leuchten in verschiedenen Grün- und Brautönen und der Nadelwald im oberen Ennerdale erinnert einmal mehr an Kanada. Toll, dass wir hier sind!

Pillar
im oberen Ennerdale
River Liza im oberen Ennerdale

Am dritten Tag stürmt es so heftig, dass wir die geplante Tour zum Gipfel des Pillars frustriert abbrechen müssen. Der Weg zurück ist schlimmer als der Weg hinauf. So verbringen wir auch diesen Nachmittag im oberen Ennerdale und schlagen uns dieses Mal abseits des C2Cs auf schmalen Pfaden durch die Wälder. Die Black-Sail-Hütte im oberen Tal ist verriegelt und verrammelt – keine Erfrischung für müde Wanderer in dieser Jahreszeit!

Am nächsten Tag bekommen wir Besuch. Mein englischer Kollege aus Stuttgart ist auf Heimaturlaub und mit seiner Mutter die sechzig Kilometer von Ulverston mit dem Auto hergekommen, um mit uns im schönen Ennerdale zu wandern: Haha, die sind aber auch nass geworden!
Im strömenden – und wirklich STRÖMENDEN Regen patschen wir auf dem Fahrweg einmal zum Seeende und wieder zurück. Den Rest des Nachmittags sitzen wir im Pub und tropfen ab – unvergesslich! Der Pub macht heute Nachmittag den doppelten Umsatz: Ein Steak and Ale Pie mehr und gleich zweimal Lasagne!

Jonathan, seine Mum und ich

In unauslöschlicher Erinnerung bleibt uns auch der Silvesterabend im Pub. Alyson hat uns netterweise ein ruhiges Tischchen in einer Ecke des Pubs reserviert. An den Vorabenden waren selten mehr als zwei oder drei Biertrinker im Pub – heute ist das Lokal zum Bersten voll mit älteren Leutchen, die sich so laut unterhalten, dass der arme Livemusiker mit der Country-Gitarre vollkommen im Stimmengewirr untergeht. Alyson hat ihre Küchenschürze heute gegen ein schwarzes, enges Glitterkleid getauscht und auf ihren nackten Oberarmen und auf dem Rücken prangen jede Menge schwarzer Tattoos.
Friedel und ich beschäftigen uns mit dem Büffet und den obligatorischen Gimmicks einer englischen Silvesterparty – Papierhüte, Tröten und Knallfrösche.

Happy New Year!

Spätestens heute wird uns klar, dass wir hier echte Outsider sind: Wir verstehen die Leute kaum und uns spricht auch niemand an. Am Vormittag haben wir uns noch überlegt, was wir denn singen würden, wenn uns die Menge dazu aufforderte, deutsches Liedgut zum Besten zu geben. Wir haben sogar noch einen Kanon einstudiert. Aber zum Glück singen nur die anderen.
Die Zeit bis zum Feuerwerk überbrücken wir mit Kniffel und gelegentlichen Zigarettenpäuschen. Hier kommen wir auch tatsächlich mal mit anderen kurz ins Gespräch – einem älteren Pärchen aus Birmingham, das im Ennerdale ein Ferienhaus gemietet hat.

Das kommunale Feuerwerk fällt an diesem Silvester leider ins Wasser – die Raketen sind  zu nass geworden und zünden nicht. Grund für Friedel und mich, uns auf unser Zimmer zu verkrümeln. An Schlaf ist jedoch nicht zu denken – die Menge unter uns singt lauthals bis vier Uhr morgens englische Schlager und haut dabei rhythmisch auf die Tische, sodass die Gläser klirren. Alysons müder Kommentar am nächsten Morgen: „They’ve sung their heads off!“ (Sie haben sich ihren Kopf weggesungen!)

An unserem letzten Wandertag haben wir tatsächlich Glück – es regnet nicht, es schneit!

Das ist tatsächlich eine Seltenheit, hier, so dicht an der Küste. Wir wollen versuchen, doch noch mal einen Berg zu erklimmen. Wenn es schon nicht der 900 Meter hohe Pillar ist, dann doch wenigstens der erste Hügel in der Kette um den See, Crag Fell mit seinen sagenhaften 525 Metern Höhe. Wir nähern uns dem Berg vom Hinterland her, über den Steinkreis von Kinniside und den 488 Meter hohen Grike.

Kiniside Stone Circle

Am Kinniside Circle waren wir auch schon 2014, auf unserer ersten Etappe auf dem C2C. Das macht aber nichts, denn letztes Jahr konnten wir hier wegen eines drohenden Gewitters gar nicht lange verweilen.
Heute können wir auch nicht viel länger bleiben, denn die Tage sind kurz und wir wollen auf den Berg und auch wieder herunter. Zwar haben wir von unten gesehen, dass auf dem Crag Fell kein Schnee liegt, aber dafür ist der Weg dorthin voller Eis. Und der Wind bläst uns fast unsere Kapuzen vom Kopf. Es ist LAUT hier oben! Und KALT! Und jetzt GRAUPELT es auch noch!

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Auf dem Weg zum Crag Fell
Auf dem Gipfel des Crag Fell

Der Blick auf die verschneiten Gipfel um uns herum ist jedoch phantastisch. Für einen Augenblick hört es sogar auf zu stürmen. So trauen wir uns sogar, den steilen und steinigen Weg zum See herunter zu rutschen. Für einen kurzen Augenblick öffnet sich dann die Wolkendecke und wir sehen ein Stück blauen Himmel – das einzige Mal in unserer Winter-Wanderwoche im schönen Ennerdale!

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So nass und kalt der Urlaub auch war: Von nun an schreckt uns kein schlechtes Wetter mehr. Ob Nebel auf dem Rennsteig oder Sturmböen auf dem Kamm der Pennines – so verregnet wie in diesem Winterurlaub war es danach nie wieder!

Wanderung zum Floutern Tarn

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Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch! 🙂

 

 

 

 

 

DDLN Etappe 39: Auf dem Rennsteig von Grumbach nach Steinbach am Wald

  1. November 2019: 11 Kilometer

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Eigentlich verfasse wir unsere Artikel ja immer recht zeitnah. Aber dieses Mal haben wir es bisher nicht geschafft, die letzte Etappe unseres November-Urlaubs bis zum Bahnhof in Steinbach am Wald zu posten.

Der Grund: Schon nachts im Gasthof war mir ganz kodderig im Magen. Beim Frühstück habe ich ganz gegen meine Gewohnheit kaum etwas herunterbekommen. Und so schleppte ich mich mit Übelkeit und Magenkrämpfen die elf Kilometer durch den Nebel …_DSC0949 Kopie_DSC0936 Kopie

Wir müssen uns beim Rennsteig entschuldigen: Gestern haben wir uns über die breiten Forstwege beschwert, aber heute führt der Weg uns über wurzelige, weiche Wege durch Moos und Farn. So mögen wir es!
Das Wetter könnte besser sein, aber wenigstens regnet es nicht. Aussichten gibt es bei dem Nebel allerdings keine – aber dafür herrscht im Wald eine fast märchenhafte Stimmung.

Kurz vor Brennersgrün kommen wir durch ein Waldstück, in dem Schulklassen „Waldkunst“ gestaltet haben. Hübsch!

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Brennersgrün selbst zeigt sich wie viele Orte in der Gegend ziemlich düster. Fast alle Häuser des Ortes sind mit Schieferplatten verkleidet. Im Nebel sieht das fast gruslig aus. Hier werden wir uns keinen Alterssitz zulegen! 🙂

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Der folgende Wegabschnitt ist ziemlich ziemlich interessant für Freunde geschichtlicher Relikte. Wir kommen an zahlreichen alten Grenzsteinen vorbei, die die Grenze zwischen Franken bzw. Bayern und Thüringen markierten. Der älteste Grenzstein auf diesem Abschnitt, der Kurfürstenstein, ist aus dem Jahr 1513!

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Ich bin saufroh, dass wir heute nur elf Kilometer vor uns haben. Im Verlauf des Vormittags wird mir immer schlechter. Kraftlos schleppe ich mich durch den Wald und und ich fröstle. Der finale Einmarsch nach Steinbach am Wald zieht sich endlos über einen Radweg an einer Bundesstraße entlang. Entbehrlich!

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Zwei Stunden früher als geplant kommen wir in Steinbach am Bahnhof an. Zum Glück erwischen wir relativ schnell einen Zug nach Nürnberg. Dort müssen wir dann allerdings zwei Stunden warten, denn wir haben einen „Super-Sparpreis“ der Deutschen Bahn gebucht und haben daher Zugbindung. Schlapp hängen wir uns in die Sessel der DB-Lounge, die es in Nürnberg glücklicherweise gibt. Auch Friedel geht es mittlerweile gar nicht gut. Haben wir uns einen Magen-Darm-Virus eingefangen oder uns mit dem Fisch gestern Abend den Magen verdorben?

Tatsächlich brauchen wir beide zwei Tage, bis es uns wieder halbwegs erholt haben. Für die Zukunft merken wir uns: Fischgerichte am Ende der Welt sind unbedingt zu vermeiden!

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DDLN Etappe 38: Auf dem Frankenweg/Rennsteig von Naila nach Grumbach

25.11.2019: 27 Kilometer

Für heute war Frühnebel angesagt – Und es gab: Frühnebel!

Unser selbstgebastelter Weg am Morgen hat uns gut gefallen: Sehr schnell sind wir aus dem Ort heraus und der Weg entlang der Selbitz ist schön ruhig und romantisch – vor allem in Nebel!

Besonders gefreut haben wir uns auf das Höllental. Wir sind schon seit einigen Kilometern wieder auf dem Frankenweg, dessen letzte Kilometer wir nun beschreiten. Fast 500 Kilometer haben wir auf ihm zurückgelegt – dies ist einer der längsten Wege in Deutschland!

Das Tal ist im Herbst vermutlich viel schöner als in anderen Jahreszeiten. Niemand außer uns ist heute hier unterwegs. Links und rechts des Weges gibt es uralte Felsen aus Diabas, einem alten Lava-Gestein. Die Selbitz rauscht über moosiges Gestein durch die enge Schlucht. Allerdings ist es ziemlich schattig hier – typisches November-Wetter!

Am Blechschmidtenhammer zeugen ein alter Bahnhof und ein paar alte Waggons und Loren von der Geschichte des Tals als ehemaligem Steinbruch für Schiefer und Diabas, Silber und Erze. Bis heute sind viele Fassaden der alten Häuser hier mit Platten aus Schiefer verkleidet: Das schafft eine romantische, aber auch etwas düstere Atmosphäre in den Dörfern.

Hier am Blechschmidtenhammer verlassen wir den Frankenweg und wenden uns dem „Grünen Band“ zu. Zunächst geht es durch das Tal der Moschwitz, die geschichtlich die Grenze zwischen Bayern und Thüringen markiert. Den Rest des Tages wandern wir auf Thüringer Gebiet.

Als wir aus dem Tal aufsteigen und auf den Kolonnenweg der ehemaligen Grenze treffen, sind wir gleich von den Ausmaßen der ehemaligen Grenzlinie beeindruckt: Kilometerlang erstreckt sich die breite Schneise mit dem löchrigen Betonweg durch die Landschaft. Acht anstrengende Kilometer wandern wir auf der ehemaligen Grenzlinie. Auf der einen Seite ist der Weg echt anstrengend zu laufen – Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht in die Löcher im Beton treten und womöglich umknicken.

Auf der anderen Seite haben wir in Deutschland noch nie eine so lange Strecke ohne jedwede menschliche Ansiedlung erlebt. Kilometerlang laufen wir auf Lochplatten durch eine absolut menschenlose Landschaft – keine Straßen, keine Häuser, keine Strommasten – einfach nichts außer Gras, Bäumen, einem Wall mit Graben und dem Panzerweg, auf dem wir laufen.

Auf Dauer wird die Trotterei auf dem Löcherbeton jedoch langweilig – Wir können uns nicht vorstellen, das gesamte „Grüne Band“ zu laufen. Das reicht jetzt!

Als wir hinter Schlegel auf den berühmten Rennsteig treffen, wird es aber auch nicht viel aufregender. Der Rennsteig ist hier ein extrem breiter Schotterweg, der kilometerweit schnurgerade durch den Tannenwald führt. Im weiteren Verlauf (nach unserer Mittagspause) gibt es aber auch ein paar Wegabschnitte, die auf wurzeligen Pfaden verlaufen.

Schon um 15 Uhr erreichen wir unseren Zielort Grumbach. Wir haben heute nur zwei kurze Pausen eingelegt und uns danach „warmhiken“ müssen – Kaltes Wetter verleiht Flüüüügel!

DDLN Etappe 37: Auf dem Frankenweg von Löhmar nach Naila

24.11.2019: 18 Kilometer

Gestern Abend durften wir in Löhmar vom Balkon unseres Zimmers noch einen wahnsinnigen Sternhimmel erleben. Fast wie in Schottland, mit Andromeda-Nebel, Milchstraße und allem Drum und Dran. Heute Morgen dann gab es einen wunderschönen Sonnenaufgang – sowas sehen wir in unserem Täle in Geislingen nicht!

Der Abmarsch von Löhmar zurück zum Frankenweg gestaltet sich recht einfach – sofort hinter dem Haus geht es auf einem fast zugewachsenen Fahrweg ins Tal hinunter. Der Weg ist viel schöner als der Frankenweg selbst!

Der Frankenweg dann ist wie meistens breit und schottrig. Aber der Blick auf die murmelnde Wilde Rodach und die umliegenden, tannenbestandenen Hänge ist trotzdem wunderschön. Obwohl Sonntag ist, begegnet uns hier kein Mensch – so wie gestern schon.

Zur Bischofsmühle geht es ab in ein Nebental – sehr hübsch!

Das Wasser im Fischteich leuchtet grün – in der Bischofsmühle hätten wir auch übernachten können … vielleicht beim nächsten Mal?

Nicht so schön ist dann der Aufstieg zum Burgstall hoch – 1000 matschige Stufen!

Kurz vor Döbra verlieren wir mal wieder den Frankenweg. Die Wegführung auf unserer Outdoor-Active-Karte ist eine völlig andere. Wir trotten einen Kilometer an einer Bundesstraße entlang, die laut Karte eigentlich der Frankenweg sein sollte – Die neue Wegführung ist bestimmt viel schöner, allein, wir finden den Weg nicht mehr!

Wir suchen uns stattdessen unseren eigenen Weg über Feld- und Waldwege. Die sind auch sehr schön!

Am Bärenhaus treffen wir auf einen bequemen Bahntrack – wir lieben das Laufen auf den ehemaligen Schienenwegen: Es gibt wenig Steigung, die Füße bleiben trocken und man kommt gut voran. Nach zwei Kilometern kreuzt der Frankenweg auch wieder – aber der kann uns mal, wir bleiben auf dem Bahnweg, denn der führt uns bis nach Naila hinein!

Ein gefluteter Steinbruch am Wegrand begeistert uns noch mal – Warum sind die Gewässer hier so wunderbar grün?

Im Gasthof angekommen entdecken wir beim Vergleich mit anderen Karten im Internet, dass der Frankenweg überhaupt nicht nach Naila hineinführt – So fühlen wir uns frei, uns morgen wieder eine eigene Route zu suchen. Morgen früh geht es dann an der Selbitz entlang, bis wir die letzten Kilometer des Frankenwegs hinter uns bringen und dann das „Grüne Band“ und den Rennsteig beschreiten – auf zu neuen Ufern!

DDLN Etappe 36: Auf dem Frankenweg von Kronach nach Löhmar

23.11.2019
27 Kilometer, 1030 Höhenmeter

Die buddhistischen Mönche sind weg – und wir müssen uns erholen!

Da für die nächsten Tage schönes Wetter angesagt ist, haben wir uns spontan entschieden, die restlichen Etappen des Frankenwegs zu laufen. Und wenn das Wetter noch hält und uns nicht zu kalt ist, dann laufen wir noch zwei Tage auf dem Rennsteig weiter!

Gestern sind wir um 16 Uhr in Kronach angekommen und sind noch schnell zur Festung Rosenberg hochgelaufen. Die hatten wir beim letzten Mal verpasst – der Bänderriss war schuld!

Die Festungsanlage, ursprünglich aus dem Mittelalter, wurde im Laufe der Zeit immer wieder erweitert und ist wirklich beeindruckend!

Wir sind im gleichen Hotel wie beim letzten Mal abgestiegen und unsere Wirtin freut sich sichtlich, dass es mir wieder gut geht. Wir begrüßen uns wie alte Freunde.
Wir sind die einzigen Gäste in dem netten Hotel, hier ist Ende November echt nichts mehr los!

Kronach ist wirklich ein hübsches, mittelalterliches Städtchen. Am Morgen kaufen wir in der altmodischen Bäckerei am Marktplatz noch ein paar Hörnchen, und los geht’s!

Am Morgen sind die Autos auf den Parkplätzen alle noch überfroren. Aber schon bald kommt die Sonne raus und auf dem Weg zum Kreuzberg hoch kommen wir schon ordentlich ins Schwitzen.

Wir „schummeln“ heute auf dem Frankenweg. Vor und nach Marktrodach kürzen wir ab – wir haben heute eh schon 26 Kilometer zu schaffen. Würden wir uns heute an die Original-Wegführung halten, wären es nochmal 6 Kilometer mehr.
Wir sagen uns, dass wir ja eigentlich nicht den Frankenweg laufen, sondern auf dem Weg zur Ostsee sind. Um das Ende des Frankenwegs und den Beginn des Rennsteigs zu erreichen, nehmen wir eh einen Umweg von zweieinhalb Tagen in Kauf. Da darf man also ruhig mal abkürzen!

An der Marktgräflichen Höhe treffen wir wieder auf den Frankenweg. Der Anstieg dorthin ist mörderisch – heute haben wir insgesamt rund 1000 Höhenmeter zu erklimmen!

Auf der Radspitze legen wir unsere erste Teepause ein. Wir freuen uns über eine sonnenbeschienene Bank und die tolle Aussicht in das Losnitztal.

Hier oben weht allerdings eine recht kühle Brise, so dass wir uns bald wieder auf den Weg machen.
Der folgende Wegabschnitt über die Hochebene erinnert uns an die Höhen des Schwarzwalds – Es ist recht sumpfig hier und Binsengras und Birken zaubern eine ganz besondere Landschaft.

Zunehmend weicht der Buchenwald dem Nadelwald – und mit den Nadelbäumen ändert sich auch der Unterbau im Wald: Wie im Schwarzwald besteht der hier aus sattgrünen Mooskissen, Blaubeergestrüpp und Heide an den Wegrändern. Hübsch!

In Köstenhof verlassen wir den Frankenweg. Es war schwierig, am Ende dieser Etappe eine Unterkunft zu finden. Deshalb nehmen wir einen Umweg von fünf Kilometern in Kauf und landen bei „Mutter Alma“ in Löhmar. Extra wegen uns hat sie heute das Zimmer geheizt und die Gaststätte geöffnet. Bei Wildschweinbraten und Knödeln berichtet sie uns, wie schwierig es hier in der Region ist, als Gastwirtin zu überleben. Sie war jahrelang Herbergsmutter und Helferin für junge Flüchtlinge, weil der Hotelbetrieb einfach nicht mehr genug abwirft. Jetzt hat sie den Betrieb an asiatische Investoren verkauft. Vermutlich sind wir die letzten Frankenweg-Wanderer, die hier unterkommen können.

Schade – nach uns heißt es Durchlaufen bis Naila oder früh genug buchen, um eins der fünf Betten in Köstenberg zu ergattern. Selbst im November haben wir das nicht geschafft – vermutlich, weil die Jäger uns die Betten weggeschnappt haben. Diese haben hier großräumige Gebiete abgeriegelt. Ja sind wir hier denn in Schottland? 🙂

Bei uns zuhause: Tibetische Mönche!

Diese vier ehrwürdigen Herren sind zehn Tage in unserer örtlichen Volkshochschule zu Gast. In filigranster Feinarbeit streuen Sie ein tolles Sand-Mandala und sammeln dabei Spenden für die Kinder einer Schule in ihrer nordindischen Exilheimat.

Das Mandala am zweiten Tag
Das Mandala am vierten Tag

Sie beginnen und enden jeden Arbeitstag mit einer sogenannten „Puja“, einem Morgen- und Abendgebet. Das bringt Segen in unsere etwas verwahrloste Altstadt – und die kann es wirklich brauchen!
Nach Möglichkeit sind Friedel und ich jeden Abend live dabei.

Die Puja

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So sieht das repräsentative Leben der vier Mönche hier in Geislingen aus: Die Mönche streuen nach der Puja für zweieinhalb Stunden am Morgen. In der zweistündigen Mittagspause werden sie auf Spendenbasis von der örtlichen Gastronomie mit einem Mittagessen versorgt. Am Nachmittag streuen sie nochmals bis 17:00 Uhr und lassen den Tag dann mit dem Abschlussritual ausklingen.

Geshe (Meister) Gilek, Geshe Rinzin, Geshe Wangail und Geshe Tsondus haben aber auch ein Privatleben. Und das findet bei uns statt! 🙂

Wir stellen vor: Geshe Gilek, Geshe Wangail, Geshe Rinzin und Geshe Tsondus

Für die zehn Tage in Geislingen wohnen die vier nämlich bei uns! Sie frühstücken in unserer Küche, entspannen mittags in unserem Wohnzimmer und sitzen am Abend mit uns zusammen am Küchentisch.
Logistisch ist es gar nicht so einfach, neben der Arbeit vier erwachsene Männer mit exotischen Essgewohnheiten zu versorgen. Kalte Vesper am Abend – nicht bei uns!
Sie frühstücken ganz „normal“ mit Brot, Marmelade, Honig und Nutella. Sogar unseren grünen Darjeeling und auch Kaffee mögen sie inzwischen ganz gern.
Am Abend kochen wir zwei dann reichlich Reis, Kartoffeln, Gemüse, Tofu, Dal-Linsen und Paneer-Käse. Am Wochenende aber versorgen die Mönche uns!

„Momos“, gefüllt mit Paneer, Zwiebeln, Pilzen, Brokkoli und dazu Gemüsesuppe und ein Tomaten-Chili-Dipp – mmhhh!

Die Herren sind privat wirklich unheimlich herzlich, lustig und locker.
Nach dem Essen verbringen wir gern noch ein wenig Zeit zusammen. Die Mönche erzählen gern Witze und Rätsel und spielen auch gern. Wir haben von ihnen ein tibetisches Kartenspiel gelernt und wir haben ihnen „Kniffel“ beigebracht. Gestern Abend haben wir den ganzen Abend gepokert – aber natürlich nicht um Geld!

Die Mentorin und Organisatorin des Programms, „Amala“ Linde, die Mönche und wir

 

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Bei dem Schmuddelwetter konnten wir die vier Herren allerdings noch nicht für eine Wandertour begeistern … 🙂

Samstagswanderung zum Kahlenstein

Geislingen – Geiselstein – Kahlenstein – Ostlandkreuz – Geislingen (11 Kilometer)

Weg hoch zum Geiselstein – es hat schön geraschelt!

Jeden Wochentag fahre ich mit dem Zug zur Arbeit ins sechzig Kilometer entfernte Stuttgart. Viele Kollegen können absolut nicht verstehen, warum ich denn so weit weg an der Alb wohne. Na, um solche Wanderungen wie heute zu machen!

Aussicht vom Geiselstein
Blick über die Geislinger Steige nach Amstetten

Für uns als eingefleischte Wanderfexe ist es das Größte, bei so einem schönen Herbstwetter einfach nur aus der Haustür zu treten und mitten in den Bergen zu sein!
Heute laufen wir wieder eine unserer Standard-Runden: Durch die Schrebergärten hoch zum Geiselstein und dann über die Albhochfläche über den Kuchberg zum Kahlenstein.

Der Zeugenberg im Hintergrund: Der Hohenstaufen

Der Pfad an der Albkante zum Kahlenstein ist wurzelig und steinig, aber wie immer schön wild!

Hier oben ist es recht windig, aber – was für ein Wetter! Und was für eine Aussicht!

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Unten: Bad Überkingen

Einen kleinen Abstecher machen wir noch zur Kahlenstein-Höhle, die leider immer vergittert ist. Man kann sie jedoch im Rahmen einer Führung des Geislinger Höhlenvereins besichtigen.

An der Höhle

Zurück geht’s wieder an der Albkante entlang über das Ostlandkreuz zurück nach Hause.
Die Bilder hat Friedel übrigens heute mit einem alten Objektiv gemacht. Daher der Charme und die Farben der Achtziger. Hat aber auch was! 🙂

Abstieg zurück ins Städtle

Zurück in unserem Städtle begrüßt uns wieder der Ödenturm. Den sehen wir sogar von unserem Wohnzimmerfenster aus!

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Zuhause angekommen, wird’s zunehmend wolkiger und es beginnt sogar zu regnen. Wir sagen nur: Gutes Timing! 🙂

Runter vom Sofa!

Vier Wochen war die Steffi krank – Jetzt hüpft sie wieder, Gottseidank!

Wie erinnern uns: Vor fast genau einem Monat habe ich mir auf dem Frankenweg zwei Bänder am rechten Fuß gerissen. Die Rückfahrt mit dem Zug nach Geislingen war eine echte Tortour und der Chirurg im Krankenhaus in Geislingen hat mich erst mal für eineinhalb Wochen auf das Sofa geschickt – So viel habe ich schon lange nicht mehr gelesen! 🙂
Eine Woche konnte ich nur auf einem Bein hüpfen, eine Woche musste ich mit Krücken laufen und dann ging es schon wieder auf zwei Füßen weiter – aber nur mit Bandage. Heute endlich haben Friedel und ich wieder eine erste kleine Tour gewagt. Zwar nur aus der Haustür raus und einmal fünf Kilometer den Berg hoch und wieder runter – aber schön wild war’s!
Nächstes Wochenende gehen wir dann die 15 Kilometer an! 🙂

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Albhochfläche
Die Geislinger Burgruine Helfenstein

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DDLN Etappe 35: Auf dem Frankenweg von Kulmbach nach Kronach

24.09.2019: 25 Kilometer

Heute ist der kürzeste Anmarsch zum Frankenweg überhaupt: Er führt direkt an dem Pferdehof vorbei, wo wir heute übernachtet haben. Der Schwärzhof ist ein urgemütlicher Bauernhof mit kleiner Gastwirtschaft und wir haben mit unserem Gastwirt beim Frühstück noch nett geplaudert. Er hat uns freundlicherweise auch erlaubt, uns unterwegs als „Wegzehr“ an seinen Birnen zu bedienen,, aber sie waren uns dann doch zu knurpsig.

Der Morgen ist heute nebelverhangen – es tropft von den Bäumen, für uns hat dieses Wetter jedoch einen besonderen Reiz: Es ist kühl, aber nicht kalt, und gerade im Wald duftet es harzig und moosig. Die Farben leuchten, auf den Gräsern und Farnen glitzern die Regentropfen – und die Wege stauben heute nicht so! 🙂

Wir befinden uns mittlerweile an der Grenze zum Naturpark Frankenwald (nach dem Schwäbisch-Fränkischen Wald und der Fränkischen Schweiz), und der Wald verändert sich: Wie im Schwarzwald sind wieder mehr Nadelbäume vorherrschend, in der typischen Kombination mit Moosen und Blaubeeren – und das Ganze etwas urtümlicher und wilder. Tolle, geheimnisvolle Stimmung, und einsamer wird es auch!

Bei gutem Wetter soll die Aussicht vom Patersberg-Turm phänomenal sein, aber heute sehen wir nur eine weiße Suppe über dunklem Grün.

Eine sehr lange Strecke laufen wir dann an der Kante der Mühlbergleite entlang, rechts Felder und Windräder, links vermutlich tolle Aussichten – aber nicht heute. Eine ruhige Passage mit der typischen Weite der Alb-Hochflächen.

Kurz vor dem Abstieg nach Weißenbrunn kommen wir am Samelstein vorbei, einem Relikt aus dem frühen Mittelalter, das eine Art Grenzstein oder ein Büßerstein war.

Der steile, lange Abstieg nach Weißenbrunn entpuppt sich mal wieder als echte Überraschung – der Frankenweg auf unsere Outdoor-Active-Karte verläuft im Tal der Schlottermühle, der markierte Weg (dem wir folgen) verläuft deutlich oberhalb am Hang entlang…und ist bestimmt einen Kilometer länger, hmmpf.

Weißenbrunn ist leider ein ungastliches Dorf: Die einzige Bäckerei hat geschlossen, der Ort wird dominiert von einer großen, dampfenden Brauerei.

Nicht ausgelastet von dem Aufstieg auf den Kronacher Berg steigen wir noch die 90 Stufen des Lukas-Cranacher-Turms hinauf, dem mit nur 4000 Reichsmark errichteten billigsten Aussichtsturm Bayerns, um etwas mehr zu sehen als heute früh … naja 🙂

Kronach erreichen wir entlang der Haßlach, über einen großen Park mit allerlei Skulpturen und Plastiken – sieht toll aus, warum bekommt Geislingen sowas nicht hin? Naja, hier war 2002 eine Landesgartenschau.

Kronach ist mit seinem nahezu unversehrten mittelalterlichen Stadtbild und der Festung Rosenberg sicherlich eines der High-Lights auf dem Frankenweg. Zuerst steigen wir in die obere Stadt auf und genehmigen uns den obligatorischen Kaffee und Kuchen – dann einchecken, duschen, Stadtbesichtigung, so der Plan…

…nur leider übersieht Steffi im Hotel eine Stufe im Gang – das endet dann so:

…und beendet unseren Wanderurlaub drei Tage vor dem geplanten Ende, aber passend zum Einbruch der Schlechtwetterfront. Neues Abenteuer: Wie kommen wir morgen zum Bahnhof!? 🙁

DDLN Etappe 34: Auf dem Frankenweg von Weismain nach Kulmbach

23.09.2019: 28 Kilometer

Eigentlich wollten wir heute nur 25 Kilometer laufen – aber dann haben wir uns doch noch Kulmbach angesehen und waren deshalb drei Kilometer länger unterwegs!

Als wir am Morgen in Weismain starten, scheint noch die Sonne und es ist schon angenehm warm. Aber für heute ist Regen angesagt, und das nicht zu knapp!

Wir können das kaum glauben, so schön wie es noch ist. Der Weg ist auch gleich toll: Wir sind sofort raus aus der Stadt und laufen auf weichen Waldwegen bis Niesten. Hier gibt es wieder viele Felsen und hoch über dem schön gelegenen Dörfchen thront auf dem Felsen eine Burgruine.

Weiter geht es durch ein enges, felsiges Tal nach oben, wo uns am Talausgang die Gräfinnen-Höhle begeistert. Natürlich muss ich hinaufklettern, traue mich aber nur ein paar Meter herein. Im weiteren Verlauf sieht die Höhle unangenehm eng aus …

Langsam bezieht sich der Himmel und es wird ein wenig windig. Aber zum Glück beginnt es erst gegen 13 Uhr zu regnen.

Nach dem Dorf Görau beginnt der Görauer Anger, das nächste Highlight unserer heutigen Tour. Die karge, felsige Karsthöhe bietet weite Aussichten über den Frankenwald, das Fichtelgebirge und bis zum Thüringer Wald. Links und rechts des Weges finden sich sogenannte Dolinen, große Trichter im Fels. Diese entstehen durch Auswaschungen und Einstürze des Felsgesteins. Wir kennen sie schon vom Pennine Way, aber in Deutschland haben wir nur selten gesehen.

Überhaupt erinnert uns die karge Höhe an die Pennines, allerdings gibt es dort keine Dolomitenkiefern, soviel wir wissen … 🙂

Nach dem Anger folgt ein echter Kniekracher-Abstieg durch einen alten Hohlweg steil nach Lindenberg. Bis nach Peesten geht es durch den Wald, meistens über den obligatorischen Schotter. Keine Ahnung, woher die fränkische Vorliebe für groben, staubigen Schotter kommt …

Das Laufen auf diesem steinigen Untergrund ist nicht nur hart, sondern auch ziemlich anstrengend. Wenn die Steine groß sind, tun einem irgendwann die Füße weh. Ist der Schotter feiner, rutscht man bei jedem Schritt ein wenig zurück, ähnlich wie bei Sand. Außerdem nervt das ewige Knartsch-Knartsch-Geräusch und der Staub. Jeder Bauer, der es sich hier leisten kann, schottert seine Wege. Der Schotter ist hier scheinbar ein echtes Statussymbol!

In Peesten bewundern wir die beeindruckende Tanzlinde, die hier sogar einen zweiten Stock hat. Tatsächlich finden hier im Geäst der Linde noch immer traditionelle Volkstanz-Veranstaltungen und Theater-Abende statt.

Der Frankenweg geht über Felder und durch kleine Wäldchen recht abwechslungsreich weiter, aber leider beginnt es gegen 13 Uhr zu regnen. Wir sehen zu, dass wir schnell unter einem Baum unsere Mittagspause einlegen, bevor alles ganz nass ist. Außerdem holen wir zum ersten Mal in diesem Wanderurlaub unsere Regensachen raus. Ds wäre ja auch zu ärgerlich gewesen, wenn wir die die ganz Zeit unbenutzt herumgeschleppt hätten! 🙂

Die Regenmenge hält sich jedoch in Grenzen. Wir können noch in aller Ruhe ein wenig am Zusammenfluss des roten und weißen Mains zum „Main“ verweilen. Interessant: Das Wasser des Roten Mains ist wirklich ein wenig rot, das des Weißen Mains aber eher grün. Von der Brücke aus kann man sehen, wie sich die unterschiedlichen Wasser mischen.

Bisher war die Wanderung toll, aber nun folgt ein eher unangenehmer Abschnitt: Der Weg durch die weitläufigen Mainauen ist noch ganz nett, wenn auch ein wenig langweilig. Danach geht es länger auf dem Radweg entlang einer Bundesstraße entlang, aber immerhin gibt es den Radweg. Der Frankenweg führt eigentlich nicht ins Zentrum Kulmbachs, sondern nördlich um die Stadt herum. Wir aber sind noch ganz fit und kommen auf die glorreiche Idee, doch noch nach in die Stadt hineinzulaufen. Zum einen lockt uns die Aussicht auf ein Café, zum andern wollen wir noch Proviant besorgen.
Jetzt wird’s fies: Wir krabbeln unter einem niedrigen Torbogen unter der Bahnlinie durch und finden einen schmalen Trampelpfad, der uns in ein riesiges Industriegebiet vor den Toren der Stadt führt. Hier laufen wir zwei Kilometer auf der nassen Straße weiter, vorbei an Autohändlern, Waschstraßen und Fabriken. Die Straße hat keinen Gehsteig und vermutlich ist hier nie ein Fußgänger unterwegs, Bei jedem vorbeifahrenden LKW springen wir an die Seite, wenn dies denn möglich ist. Entbehrlich!

Wir laufen auch am riesigen Arreal der berühmten Kulmbacher Brauerei vorbei und schaffen es endlich in die Innenstadt.

Kulmbach wirkt erstaunlich großstädtisch auf uns: Eigentlich ist die Stadt kleiner als unsere Wahlheimat Geislingen, aber die Stadt ist ein Oberzentrum der Region, und das merkt man. Hoch über der Stadt thront die Plassenburg, ein mächtiger Festungsbau der Renaissance. Wir steigen aber nicht hinauf, denn mittlerweile regnet es ordentlich. Stattdessen steuern wir das nächste Café an und trocknen bei Kaffee und Streuselkuchen.

Der Weg zu unserer Unterkunft aus Kulmbach heraus ist dann ähnlich unerfreulich wie der Anmarsch. Wir passieren Media Markt, Autoteile Unger und McDonald’s. Aber immerhin kommen wir auch an einem Netto vorbei, die Mittagspause morgen ist somit gerettet.

Wir sind froh, dass wir heute außerhalb der Stadt wohnen. Unsere Unterkunft ist nebenbei ein Arabergestüt und liegt direkt am Frankenweg. Zum Abendessen habe ich vor der Tour schon einen netten Brauereigasthof gegenüber recherchiert. Hier lassen wir es uns richtig gutgehen. Morgen soll das Wetter auch wieder besser sein!

DDLN Etappe 33: Auf dem Frankenweg von Lichtenfels nach Weismain

22.09.2019: 20 Kilometer

Extremer kann der Unterschied zwischen unseren Unterkünften gestern und heute nicht sein: Gestern haben wir in einem modernen Bushotel an einer Ausfallstraße von Lichtenfels genächtigt, mit angeschlossener Diskothek und italienischem Restaurant. Heute in Weismain übernachten wir in einem verwinkelten Oma-Gasthof mit angeschlossenem Café. Ratet mal, wo es uns besser gefällt! 🙂

Der Tag heute – fast schon ein halber Pausentag! „Nur“ zwanzig Kilometer und „nur“ 570 Meter Steigung. Was können wir von heute Besonderes berichten? Eigentlich nichts! Erst gibt es viel Wald, dann eine Hochfläche mit den klassischen geschotterten Wegen, dann wieder viel Wald, dann wieder eine Hochfläche mit viel Sonntagsverkehr und geschotterten, besonders staubigen Wegen …

Auf unser typischen Skala ist heute ein „neun von zehn-Tag“. Zehn bedeutet, dass es uns top geht und wir superfit und motiviert sind. Eins“ bedeutet die totale körperliche und mentale Erschöpfung. Diese Skala fragen wir uns mehrmals täglich ab. Der bedenklichste Wert in diesem Urlaub war bisher „sieben“, das war vorgestern … 🙂

Die Tanzlinde in Isling

In den Gasthof „Kordigast Süd“ kehren wir wieder nicht ein, es gibt keinen freien Tisch mehr. Stattdessen finden wir einen netten Picknickplatz für unsere Mittagspause, an dem aber plötzlich immer mehr Autos parken. Oh, wir sitzen an einem Wanderparkplatz!

Es ergibt sich das eine oder andere kurze Gespräch mit Sonntagsausflüglern: Unsere Rucksäcke erregen scheinbar Aufsehen. „Na, heute schon eine kleine Runde gedreht? Was, bis zum Rennsteig? Schafft ihr das heuer noch?“ Ich muss Friedel erst erklären, dass „heuer“ dieses Jahr bedeutet. Er kennt nur den „Heurigen“, den ich wiederum nicht kenne … 🙂

Ansonsten: Ein schöner, entspannter Wandertag. Es muss nicht immer Burgen geben!

Eins ist blöd: Der Frankenweg führt uns nicht auf den großen Kordigast, sondern unterhalb der Hochfläche vorbei. Erst später lesen wir auf einer Infotafel, dass es sich um einen Tafelberg mit Resten einer keltischen Wallanlage handelt. Das Ding ist total zugewachsen und wir haben von Weitem gar nichts davon gesehen. Jetzt sind wir aber schon weit unterhalb der Anlage und haben keine Lust mehr, wieder aufzusteigen. Mmpf!

Der Weiße Main in Weismain

Weismain ist mal wieder so ein Straßendorf, durch das der Verkehr braust. Die Umgehungsstraße ist aber schon fast fertig und die kleine Stadt hat trotzdem Flair. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Hauptstraße fast platzartig gestaltet ist und die Fußwege am Marktplatz so breit sind, dass noch Platz für die Außengastronomie vorhanden ist. Hier kommen wir endlich zu unserem Eiskaffee und einem Apfelkuchen. Friedels Kommentar: „Endlich mal ein normaler Urlaubstag!“ Er meint: In der Sonne in einem Café sitzen, die Leute beobachten, nichts tun. Das haben wir uns auch wirklich mal verdient!

DDLN Etappe 32: Auf dem Frankenweg von Scheßlitz nach Lichtenfels

21.09.2019: 26 Kilometer

Zwar hat uns Scheßlitz nicht so gefallen, aber unser Hotel dafür umso mehr: Wir haben in einem netten Apartment unter dem Dach genächtigt und fernab vom Lärm der Straße vorzüglich geschlafen. Das Abendessen war das Beste, das wir auf dieser Tour bis jetzt hatten.

Jedoch schleppen wir heute Morgen schwer an unseren Aldi-Einkäufen. Die müssen wir schnell vertilgen!

Heute Morgen ist es wärmer als in den letzten Tagen. Schon kurz nach dem Ort geht es im Wald gut bergauf und wir wechseln sogleich in unsere T-Shirts. Tatsächlich sind heute neben uns noch andere Wanderer unterwegs – und es werden immer mehr!

Die Pfade sind heute Vormittag wieder schön waldig. Auf der Mätzenhöhe haben wir wieder einen schönen Blick über die Mainebene. Die Hochebene erinnert uns wieder sehr an die Schwäbische Alb: Viele Steine, viel Wachholder und Magerrasen.

Allerdings sind wir ein wenig schockiert, wie trocken hier alles ist. Scheinbar hat es hier schon lange nicht mehr geregnet, was ja auch in den Medien thematisiert wurde. Bei uns auf der Alb haben wir dieses Problem bisher noch nicht registriert.

Auf dem Weg zum Marienberg geht es wieder durch ein Trockental. Von der Darstellung auf der Karte haben wir eine alte Festung erwartet, aber die Anlage ist eher jüngeren Datums: Es handelt sich um einen ehemaligen Nato-Stützpunkt mit Abwehr-Raketen. Nun wird das mit einem Doppelzaun abgeriegelte Arreal als katholisches Begegnungszentrum genutzt, zwischendurch war es ein Trappisten-Kloster. Eine wirklich interessante Transformation, finden wir. 🙂

Wir verkneifen uns den Kaffee und Kuchen im Naturfreundehaus Am Dornig, wir haben ja so viel Essen dabei. Stattdessen legen wir eine nette Pause im Schatten an einem Picknicktisch vor einer Hütte ein.

Kurz vor dem Dorf Loffeld schwant uns Böses: Vom Hang aus sehen wir auf einen mächtigen Tafelberg – der Staffelberg. Autsch, da steht uns was bevor! Der Berg ist fast kahl und die Sonne knallt mittlerweile ordentlich. Nun geht es erstmal steil 200 Meter runter in den Ort Loffeld und von dort aus gleich wieder 250 Meter bergauf. Erst ist der Weg schottrig, dann wurzelig und zuletzt supersteil und steinig. Uuufff!

Oben angekommen trifft uns der Schlag. Wir haben einen totalen Kulturschock, denn auf der Hochebene ist der Teufel los! Neben der Kapelle gibt es eine kleine Restauration mit drei Biergärten, die alle proppevoll sind. Vor der Verkaufstheke steht eine Schlange mit geschätzten fünfzig Leuten. Hatten wir beim Aufstieg noch schwitzend über Johannisbeerschorle phantasiert, ergreift uns hier oben ein Fluchtreflex. Hiiilfe, ist das Oktoberfest nicht weiter südlich in Bayern?

Wir verzichten erneut auf eine Erfrischung und laufen auf der anderen Seite des Berges nach unten, folgen weiter unserem Frankenweg. Hier kommen uns Schwärme von Ausflüglern entgegen: Der Berg ist auf dieser Seite viel weniger steil und die Parkplätze sind nicht weit.

Weiter geht es über eine Hochebene, auf einem breiten, staubigen Schotterweg, bar jeden Schattens. Je weiter wir kommen, desdo weniger Volk kommt uns entgegen: Wir haben unseren Frankenweg wieder!

Um nach Lichtenfels zu kommen, müssen wir vier Kilometer vom Frankenweg abweichen. Etwas weiter hatte ich drei mögliche Gasthäuser angemailt, aber keines hat mit geantwortet, deshalb dieser Umweg. Zum Glück führt uns der Weg über einen schönen Aussichtspunkt mit Blick auf das Kloster Vierzehnheiligen.

Danach geht es steil einen wunderschönen Waldweg hinab in den Ort. Morgen müssen wir den ganzen Weg wieder zurück. Wir freuen uns schon darauf! 🙂

DDLN Etappe 31: Auf dem Frankenweg von Heiligenstadt nach Scheßlitz

20.09.2019: 22 Kilometer

Auch heute haben wir wieder bestes Wetter: Morgens ist es ziemlich kalt, aber ab 10 Uhr wird es wieder warm.

Heute verlassen wir das Felsenland. Von Heiligenstadt aus gibt es nur noch ein paar im Wald verborgene und vermooste Einzelgänger. Den vermeintlich letzten fotografieren wir kurz nach Heiligenstadt – aber später treffen wir auf noch ein paar!

Von der Hochebene aus haben wir einen schönen Blick auf die Burg Greifenstein – die haben wir gestern noch gar nicht gesehen!

Wir wandern durch eine Felder und Wiesen und immer wieder mal durch Wald. Die Gegend ist nicht spektakulär, aber schön zu laufen: Geschotterte Wege wechseln sich ab mit weichen Waldwegen oder grasigen Pfaden an Wiesen entlang. Überall summt und singt es.

Besonders schön ist es nach der Heroldsmühle. Hier führt uns der Weg an Fischteichen entlang und dann in ein enges Trockental, das uns ein wenig an die Limestone Dales im Peak District erinnert – nur gibt es hier mehr Wald.

Heute haben wir beide mit kleinen Zipperlein zu kämpfen. Friedels linke Hüfte knackt, wenn es bergauf geht. Bei mir klemmt ein Nerv am linken Fuß und ein Spannungsgefühl zieht sich bis zum Po. Den ganzen Tag versuchen wir, diese Probleme wegzudehnen, zu entspannen oder die Geharten zu variieren. Tatsächlich schaffen wir es zumindest, dass die Beschwerden nicht schlimmer werden, sondern zeitweise sogar verschwinden. Früher hätten wir nicht gewusst, wie wir mit solchen körperlichen Problemen hätten umgehen können. Ein Vorteil beim Wandern ist, dass man sich und seinen Körper besser kennen – und wahrzunehmen lernen kann. Das müssen wir auch, denn wir wollen ja noch eine Woche weiterlaufen. Aber auch bei uns hat dieser Lernprozess einige Zeit gedauert und ist noch lange nicht abgeschlossen! 🙂

Am späten Morgen wird der Weg ein wenig dröge: Im Dorf Lebarös (welch ein Name!) kämpfen wir uns durch eine Großbaustelle und auf den Feldern dahinter werden wir von Erntefahrzeugen eingepudert. Das liegt auch daran, dass die Feldwege hier aus extrem staubigem Schottermehl bestehen, was das Laufen auch schwierig macht. So sind wir erstmalig richtig froh, bald wieder Asphalt unter den Füßen zu haben und den Treckern entkommen zu sein … 🙂

Richtig schön wird es wieder kurz vor dem Gügel, einem felsigen Berg mit einer Wallfahrtskirche. Von hier oben hat man eine weiten Blick über die Mainebene und auf unser nächstes Ziel, die Giechburg. Vor allem aber gibt es hier einen Biergarten mit Kaffeeausschank und Zwetschgenkuchen!

Steile Stufen und dann ein grasiger Pfad führen uns zunächst nach unten und gleich wieder rauf zur Burg. Auch heute ist der Frankenweg nicht von Pappe!

Jetzt sind es nur noch trödelige drei Kilometer bis nach Scheßlitz. Wir laufen bis kurz vor den Ort durch Wald und es gibt auch keinen langen Ortseinmarsch. Im Zentrum dann aber trifft uns der Schock: Durch Scheßlitz braust der Schwerverkehr, bestimmt beten die Einwohner für eine Umgehungsstraße. Die Gehsteige sind extrem schmal und schon fast gefährlich vor allem für Fußgänger mit Rucksäcken.

Die Scheßlitzer fahren vermutlich eh nur Auto, denn alle Supermärkte befinden sich an einer Ausfahrstraße eineinhalb Kilometer außerhalb des Ortes. Leider müssten wir heute Proviant aufstocken und traben die drei Kilometer zusätzlich bis zum Aldi ab. Danach haben wir echt die Nase voll von dem Straßendorf und verziehen uns in unser Hotel. Das Sightseeing sparen wir uns heute. Prost!