Wasser gibt’s genug in Schottland …

 

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(okay .. das war in Yorkshire ..:-))

… aber ist das auch trinkbar? 🙂

Eigentlich trinken wir auf unseren Touren zu wenig Wasser – meistens nur den knappen Liter Tee, den wir in unserer Thermosflasche mitschleppen. Für warme Tage hatten wir bisher auch noch eine Sigg-Flasche (1 Liter) dabei, die wir aber selten geleert haben. In der Regel sind wir ja auch im Mai bzw. im September/Oktober unterwegs, da ist es in Großbritannien nicht so heiß. Unser Feuchtigkeits-Defizit haben wir am Abend dann einfach mit Ale ausgeglichen!

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Wozu auch unnötiges Gewicht für das Wasser mitschleppen, wenn man es eh nicht braucht?

Im Notfall habe ich auch schon mal Wasser aus einem Bach getrunken, das ist (zum Glück) auch gut gegangen. Aber wie unangenehm ist es denn, wenn man das Wasser aus einem murmelnden Gebirgsbach trinkt und oberhalb des Pfades dann auf eine intensiv bewirtschaftete Schafweide trifft?

Jetzt – haha! – haben wir uns was ganz besonderes zugelegt. Auf diese Neuanschaffungen sind wir ganz besonders stolz. Steffi and Friedel proudly present: 

„Life Straw Go“ mit zugehöriger Wasserflasche!

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und ….

Wasserentkeimer „Steripen Adventurer“!

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Der Life Straw wiegt mit Flasche nur 194 Gramm und man kann sich das (unbehandelte) Wasser aus der Flasche direkt durch den Filter in den Mund ziehen. Der Aktivkohle-Filter filtert die Schwebstoffe heraus und angeblich 99,9 Prozent aller Bakterien und Protozoen (z.B. Trichinen) und Chemikalien. Besonders toll: Das Ding braucht keine Batterien!

Nicht so wirksam ist der Filter allerdings bei Viren. Deshalb kommt auch noch der Steripen mit, dessen UV-Licht auch diese eliminiert. Der Steripen wiegt zwar auch noch mal 103 Gramm (inklusive Batterien), aber mit dem Set sind wir dann auf der ganz sicheren Seite. Mit 300 Gramm Gesamtgewicht in der Seitentasche filtern wir uns dann unser „Wasser-to-Go“ und lassen die Sigg zuhause – 700 Gramm gespart!

So können wir (außer Salzwasser) nun jede Art von Wasser trinken!

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Nie wieder frieren!

„Mein Gott Steffi, wollt ihr das nicht Jüngeren überlassen?“ 

„Könnt ihr euch kein ordentliches Hotel leisten?“ 

„Warum macht ihr denn das? Wollt ihr euch nicht erholen?“

Okay okay, auch wir gehören zu den Weicheiern, die eigentlich viel lieber in einem B&B oder in einem Hotel als in einem Zelt übernachten. Auch wenn wir somit keinen magischen Sternenhimmel und Sonnenuntergänge an einsamen Seen erleben – nach mehr oder weniger 20 Wanderkilometern in Wind und Wetter schätzen wir einfach eine schöne warme Dusche, ein ordentliches Abendessen (samt lauwarmem Bier) in einem warmen, gemütlichen Pub und ein weiches Bett unter flauschigen Laken, um unsere müden Knochen zu strecken. 

Die klassischen britischen Inns sind beileibe nicht immer Flüster-Hotels – Essengerüche im Zimmer, laut giggelnde andere Hotelgäste auf dem Flur oder Karaoke-Nights in der Bar unter uns haben schon das eine oder andere Mal das Einschlafen erschwert. Aber das ist nichts zu dem, was uns dieses Mal erwartet: Rund die Hälfte der Nächte werden wir dieses Mal in unserem Zelt verbringen.

Zwar liegt das eine oder andere Bothy auf dem Weg – einfache Wanderhütten mit Holzpritschen und Feuerstelle, …

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 … aber im Herbst ist Jagdsaison und viele der Hütten sind in dieser Zeit von Jägern frequentiert. Nicht auszudenken, dass wir es uns gerade gemütlich gemacht haben, die Tür aufgeht und eine ganze Jagdgesellschaft in Harris-Tweed johlend die Hütte stürmt … Nee, dann doch lieber zelten!

Unsere bisherigen Zelt-Urlaube haben und eins gelehrt: Wir können mit vielen Widrigkeiten beim Campen umgehen – prasselnder Regen auf dem Zeltdach, grunzende Wildschweine oder huckelige Zeltböden sind dem Schlaf nicht gerade förderlich. Aber was ich wirklich, wirklich hasse, das ist die Kälte!!!

So eine Nacht wie damals am Loch Avon, das möchte ich nicht noch mal erleben. Ausgemalt hatte ich mir eine romantische, sternklare Nacht am Strand des von Bergen eingerahmten Sees. Mein Wanderführer empfahl uns sogar ein erfrischendes Bad im glasklaren Wasser!

Stattdessen patschten wir den ganzen Tag im Regen durch ein wassergetränktes Moor. Am Abend war ich so erschöpft, dass ich mit meinen vor Kälte steifen Fingern ins Zelt verkrochen habe und nicht mal etwas kochen wollte. Unser Camp auf 750 Metern Höhe war klamm und windgepeitscht. In der Nacht habe ich geschlottert vor Kälte, während die Schneeflocken aufs Zeltdach fielen. Friedel neben mir hat selig geschlafen, während ich die ganze Nacht in meinem Leichtgewichts-Schlafsack leise fluchte. Ich sage nur: Nie wieder frieren!

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Zwar sind die mittlerweile fast 15 Jahre alten leichten Daunenschlafsäcke „Blackbear Colibri“ auch dieses Mal wieder mit von der Partie – aber wir werden die Kälte austricksen!

Die folgenden innovativen Neuanschaffungen sollen garantieren, dass wir schlafen „as snug like a bug in a rug“ – oder wie mein Übersetzungsprogramm auf Deutsch vorschlägt: „Wie ein Käfer hinter der Borke“: 🙂

1. Das Schlafsack-Inlay „Thermo Reactor Compact plus“ von Sea to Summit soll die Wärmeleistung unserer Schlafsäcke um sagenhafte elf Grad erhöhen – und das mit nur 257 bzw. 274 Gramm Zusatzgewicht. Na, wenn das mal kein Versprechen ist!

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  1. Unsere neuen Luftmatratzen „Therm-a-Rest Neo Air XLite“ sind nicht nur extrem leicht (340 Gramm) und kompakt zu verpacken, sie sind auch noch sechs Zentimeter dick. Und sie haben einen Isolationswert von 3,5R! (Was immer das heißen mag …) 🙂
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  1. Doch, die warme Merino-Skiunterwäsche von Woolpower kommt mit! Und die wasserdichten Fingerhandschuhe und Socken von Sealskinz, so wärmend wie ein Neoprenanzug. Die Merino-Wollmütze. Und die Thermojacken von Arcteryx, die uns bei den anderen Touren schon fast zu warm waren. Notfalls ziehe ich das alles an. Alles zusammen!

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  1. Wenn das alles nicht hilft, gibt es noch den coolen Trick mit den Heißwasserflaschen im Schlafsack. Und wenn wir schon in Schottland sind – „a wee dram“– ein kleiner Schluck Whisky – soll Wunder wirken!

Ausrüstungsliste

Wanderausrüstung ohne Campingartikel

Steffi (g)

Friedel (g)

Rucksack Golite 45/Lightwavw Wildtreck 60

844

1470

Regenjacke Montane Minimus

253

Arcteryx Atom LT Softshell-Jacke

344

366

Windbreaker Montane Featherlight

100

102

Wechselschuhe Trailrunners

576

780

1 Wollunterhemd

74

105

1 Kurzarm-Wollshirt

120

174

1 Langarm- Wollshirt

190

252

1 langärmliges Hemd

246

1 Schlafshirt

112

157

1 Leggings 

146

2 Paar Socken

70

105

2 Unterhosen

52

88

1 BH

52

1 leichte Hose

296

330

1 Regenhose (No Name)

243

1 Regenponcho (Vaude)

470

je 2 wasserdichte Packsäcke

47

47

Gamaschen

189

216

Waschbeutel

150

Tampons/Slipeinlagen

100

Regenhülle Rucksack

100

Thermosflasche

500

Sigg-Flasche 

145

Handy u. Ersatzakku

169

174

Erste-Hilfe-Pack

160

Taschentücher (4 Packungen)

100

Opinel-Messer

47

regendichte Socken

107

107

Schaltuch

54

54

Kompass

61

Sonnenhut/Mütze

51

91

Sitzkissen

32

32

Powerbank u. Multi-Kabel

205

Pass/Geld/Flugticket/Listen

50

50

5182

5973

Nicht berücksichtigt:  

Klamotten am Körper

Proviant 

400

400

Wasser und Tee

750

1000

Fotoausrüstung Friedel

2000

 

Ausrüstung

Natürlich ist es etwas anderes, ob man mit dem Zelt unterwegs ist oder in B&Bs oder Hotels übernachtet. So oder so ist es wichtig, dass man Gewicht spart und damit seine Knochen und Bänder schont.

Früher haben wir nicht geglaubt, wie wichtig es ist, jeden Gegenstand auszuwiegen. Lehrgeld mussten wir zahlen, als wir vor Jahren in Deutschland eine Wander- und Campingtour unternahmen und plötzlich nur zwei Drittel der Kilometer schafften, die wir sonst ohne Gepäck gelaufen wären. Dabei hatten wir wirklich echte Markenartikel dabei: Hilleberg-Zelt, Trangia-Kocher, Ajungilak-Schlafsäcke ..

In den letzten Jahren hat sich in in Deutschland die „Ultralight“-Gemeinde formiert: Wanderer, die vor allem auf die Reduzierung von Gewicht achten und damit zwangsläufig auf Bequemlichkeit und auch auf Langlebigkeit des Equipments verzichten. Als Inspirationsquelle sollt man einfach mal den Begriff „Trekking Ultralight“ googeln und man kommt auf jede Menge interessante Seiten.

Wir haben uns mit dem Thema intensiv beschäftigt und im Verlauf unserer Wanderungen verschiedene Änderungen vorgenommen, sprich Produkte ausgetauscht und/oder darauf verzichtet. Dabei schleppen wir unser Gepäck stets selbst und haben es nie von Gepäck-Transportdiensten herumfahren lassen. So tragen wir mittlerweile nur noch fünf bis sechs Kilo Ausrüstung auf dem Rücken, wenn wir in B&Bs und Hotels übernachten. Dazu kommt bei Friedel noch die Fotoausrüstung, die ca. zwei Kilo wiegt, Proviant und Wasser. Echtes Ultralight-Wandern ist das nicht, aber „Light“ könnte man es nennen.

Wenn man in B&Bs oder Inns übernachtet, kann man natürlich mit weniger Kilo auskommen, als wenn man zeltet. Trotzdem kann man auch hier ordentlich Gewicht sparen, wenn man vor allem auf Kleidung verzichtet. Ein Satz Kleidung für Tagsüber als „Arbeitsklamotten“ und ein Satz Ersatzkleidung bzw. „Abendgarderobe“ ist genug! Man muss halt zwischendurch mal die Sachen mit der Hand waschen, dabei ist schnell trocknende Kleidung extrem nützlich.

Wir haben im Laufe der Zeit Merinowolle sehr zu schätzen gelernt. Sie stinkt nicht so schnell und trocknet auch schneller als Baumwolle. Bei der Sportkleidung aus Merinowolle gibt es teurere und weniger teurere Marken, aber was das Waschverhalten angeht, haben wir eine namhafte neuseeländische Marke sehr zu schätzen gelernt! 🙂 Mittlerweile haben wir kaum noch „Funktionskleidung“ dabei, weil sie unserer Meinung nach mit den Eigenschaften der Wolle nicht mithalten kann.

Die Regenkleidung ist ein weiteres wichtiges Thema: Bisher hatten wir in GB so ein Glück mit dem Wetter, dass wir unsere Regenkleidung wenig gebraucht haben. Auf dem Pennine Way sind Gamaschen wegen des Spritzwassers auf jeden Fall nützlich, auch um die Beinkleider zu schützen, die muss man dann nicht waschen. Friedel verzichtet seit Neuestem komplett auf Regenhose und Regenjacke (und Rucksackhülle) und läuft stattdessen nur mit Regenponcho und Gamaschen. Steffi hingegen bekommt bei dem Gedanken an einen Poncho das kalte Grausen: Zum einen sieht das echt lächerlich aus und THE HELM und andere starke Winde werden sie mit mit einem Poncho über den Grat wehen, so befürchtet sie und schwört weiterhin auf ihre „Montane“-Jacke und Hose.

Auch bei den Rucksäcken lässt sich einiges an Gewicht sparen. Während unsere alten Lowe-Rucksäcke über zwei Kilo wiegen, bringen unsere Golites weniger als ein Kilo auf die Waage. Die sind Friedel aber nicht stabil genug, obwohl er sie mit einer leichten Holzleiste im Rücken verstärkt hat. So läuft er mittlerweile mit einem Lightwave Wildtreck durch die Gegend, der wiegt immerhin noch knapp ein Kilo weniger als ein traditioneller Rucksack.

Ein weiteres wichtiges Thema ist der Waschbeutel: In GB stellen die meisten Unterkünfte Duschgel und Shampoo zur Verfügung, aber die Qualität ist nicht immer gut. Wir benutzen das Shampoo in den Unterkünften auf jeden Fall zum Wäschewaschen, Waschpulver nehmen wir also nicht mit. Es reichen ansonsten Kleinpackungen: Die gute Ajona-Zahncreme, eine kleine Packung des favorisierten Shampoos, Zahnbürste, etwas Salbe für trockene Haut, Zahnseide, Bürste. Mehr braucht man nicht. Man schwitzt sowieso und duscht am Abend, also wozu braucht man ein Deo? Meiner Erfahrung nach passieren viele Fehler schon beim Waschbeutel: Mein Gott, was haben Freunde auf Wandertouren nicht alles mit sich herum geschleppt! Wirklich kein Witz: Eine Wanderpartnerin hatte vor ein paar Jahren sogar einen Fön dabei!

Ein besonderes Experiment stellt seit den Pennines unser Schuhwerk dar. Während wir die ersten Abschnitte mit klassischen Wanderboots (Gore-Tex) gelaufen sind, waren wir davon zusehends enttäuscht. Nach zwei Urlauben haben die Membrane nicht mehr dichtgehalten und wir hatten nasse, schwere Füße. Den Pennine Way sind wir deshalb das erst Mal mit Trailrunners gelaufen, und waren begeistert. Die Sportschuhe wiegen deutlich weniger, angenehmer ist auch das Laufverhalten. In Kombination mit wasserdichten Socken (Sealskinz) halten sie auch längere Zeit das Wasser ab, aber irgendwann geraten auch die Socken an ihre Grenzen. Deshalb haben wir seit Neuestem noch ein zweites Paar Trailrunners mit Goretex dabei. Die sind zwar ein wenig schwerer als andere „Abendschuhe“, aber den Luxus gönnen wir uns. Definitiv sind die Trailrunners wesentlich leichter am Fuß. Es ist unglaublich, wie viel das ausmacht: Plötzlich springen wir leichtfüßig von Bult zu Bult!

Warum wir jedoch in den Augen aller Ultralight-Fans für immer durchfallen werden: Wir schleppen auf jeder Tour unsere Alfi-Thermoskanne mit. Die wiegt allein ohne Inhalt 500 Gramm, aber unserer Meinung nach gibt es nichts Schöneres, als in der Kälte einen warmen Tee zu schlürfen. Nie und nimmer werden wir darauf verzichten!

Immer wieder fragen uns Freunde und Wanderinteressierte, warum wir nicht zelten. Nun, dann müssten wir halt wesentlich mehr Equipment mit uns herumschleppen und hätten es weniger bequem. Und kein Ale am Abend. Allerdings wird sich dies auf den letzten zwei Etappen unseres Weges (Cape Wrath Trail) nicht mehr vermeiden lassen. Deshalb experimentieren wir schon jetzt mit verschiedenen Ausrüstungsgegenständen und wollen dabei Gewicht und Bequemlichkeit abwägen. Als wir 2009 in den Cairngorms unterwegs waren, haben wir gemerkt, dass Steffi eine echte Frostbeule ist, aber wir waren auch froh, dass unser Hilleberg-Zelt dem Schnee (im August!!) getrotzt hat. Ließe sich dieses auch z.B. durch ein Tarp ersetzen?

Im Moment gehen die Überlegungen in die Richtung Tarp versus Zelt, wärmerer Schlafsack versus Biwaksack und Notkocher versus Trangia. Wir werden euch auf dem Laufenden halten!