OFF-Tag in Lynmouth

Heute haben wir einen Off-Tag – aber warum eigentlich?

Wir sind ja sowohl den ersten Abschnitt unserer LECW-Tour (Land’s End nach Tintagel) schon gelaufen, wie auch bereits den dritten, Washford nach Monmouth in Wales. Bei diesem zweiten Abschnitt hatten wir einfach einen Tag zu viel zur Verfügung, weil unser Flieger zurück nach Stuttgart nur samstags geht. Nun ja, es gibt Schlimmeres als einen Gammel-Tag, oder? 🙂

Warum wir uns gerade für Lynmouth entschieden haben: Wir wollten noch ein bisschen mehr vom Exmoor sehen und die heutige kleine Tour durch die Lyn River Schlucht zum Watersmeet House hatten wir für heute fest eingeplant . Denn das kommt ja gar nicht in Frage, dass man an einem Off-Tag gar nichts tut! 🙂

Entgegen des Wetterberichts regnet es heute bis zum Mittag. Da es aber wieder der typische Nieselregen ist, ziehen wir nicht mal die Regensachen an. Mittlerweile nennen wir den Regen auch nicht mehr so, sondern „groben Flugnebel“. 🙂

Zunächst wandern wir auf dem Two Moors Way oberhalb der Schlucht auf einem tollen Pfad mit einer gewiss tollen Aussicht, wenn man denn mal gescheit sehen könnte bei dem Nebel!

Dafür hören wir etwas. Friedel denkt sofort an ein Monster, ich an einen Bullen. In der Tat ist es ein Bulle, und zwar ein mächtiger Hirschbulle, der da auf einer Wiese unter uns steht und sich die Lunge aus dem Hals brüllt. Aus einem Nebental antwortet ein anderer mit etwas schwächerem Gebell, das uns aber trotzdem beeindruckt. Trotz des Regens stehen wir dort eine Weile, er schaut uns an, wir schauen zurück und wir alle sind froh über die Höhendistanz, die uns trennt.

Am Watersmeet überkommt uns fast ein Kulturschock ob der Menschenmengen, die da herumlaufen, dass wir glatt noch eine Extrarunde durch das obere Lyn-Tal einlegen. Es hilft aber nix, irgendwann müssen wir uns der Situation stellen, denn das Watersmeet-House ist ein TEAROOM!

Es ist unglaublich, aber an diesem Dienstag Mitte Oktober sind alle überdachten Tische besetzt. Also nehmen wir unseren Latte im Nieselregen ein, das macht uns doch gar nix! 🙂

Der Weg zurück nach Lynmouth ist sehr schön, denn der Fluss führt ordentlich Wasser und donnert gewaltig durch das steinige Flussbett.

Im Ort gehen wir noch mal beide „Einkaufsstraßen“ ab, auf der Suche nach einer Mütze für Friedel, er hat seine nämlich verloren. Die Mode hier richtet sich allerdings eher nach dem Durchschnittsalter der Gäste – mit einer Tweedmütze a la Prince Charles möchte Friedel nun doch nicht herumlaufen. Auch dem Nationalpark-Center statten wir noch einen Besuch ab. Und weil die erste Pause beim Watersmeet doch etwas ungemütlich war, nehmen wie im gleichen Tearoom wie gestern noch mal einen Cream Tea mit Scones ein. Dort erkennt man uns wieder und wir werden begrüßt wie alte Stammgäste und nach unserer heutigen Wanderung befragt. Das ist ja auch mal schön, sowas erlebt man ja nur, wenn man mal länger an einem Ort bleibt 🙂

Deswegen werden wir heute auch wieder in den gleichen Pub gehen.

Also dafür, dass wir heute nichts erlebt haben, haben wir doch recht viel geschrieben! 🙂

9 Antworten auf “OFF-Tag in Lynmouth”

  1. Lynmouth ist ha nicht der schlechteste Ort für einen Ruhetag (oder Touri-Tag)…
    Nachdem ihr kürzlich die Alb erwähntet, wollte ich ja schon gefragt haben, hab’s aber vergessen… Jetzt Stuttgart. Also seid ihr vermutlich aus’m Ländle???
    Bin mal in Esslingen aufgewachsen – damals… 😊
    Und Latte im Nieselregen ist doch sehr britisch, oder?
    Schönes Weiterwandern,
    Katrin

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  2. Ich liebe diese Wälder!! Da einige meinen Blog per Google translate lesen, habe ich spassesweise bei Euch auch mal auf den Übersetzungsknopf gedrückt… das müsst ihr euch auch mal gönnen 😁

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  3. Hallo Katrin,
    wir sind eigentlich Westfalen, aber irgendwie im Ländle gestrandet. In Esslingen haben wir auch schon gewohnt, aber zu weit bis zur Alb! 🙂
    Wir haben gestern mal deinen Blog überflogen und nicht so ganz verstanden: Bist du in Looe angekommen?
    Grüßle von Friedel und Steffi

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  4. oh ja, ich wir lieben sie auch! dieses satte grün im schummrigen drumherum, und die skurrilen, vermoosten bäume…:-) ganz anders als bei uns.
    der google-translator ist schon grenzwertig, aber selber in english verfassen ist halt sehr aufwändig-und ob wir viel besser wären? 🙂 vielleicht gehen wir’s im winter mal an…weisst du aus dem stehgreif, was die 2-sprachigkeit bei wp kostet-denn wenn schon dennschon…
    grüssle steffi u. friedel C-:

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  5. Hallo ihr beiden,
    da hattet ihr wohl zu viel Zeit 😉
    Ja, mir fehlt immernoch das Resumé auf dem Blog und nein, ich bin nicht angekommen. Leider ja schon zum 2. Mal nicht…
    Anscheinend will mich Looe nicht haben – oder ich brauche einen Vorwand um wieder und wieder in Cornwall zu landen anstatt mal Süd-Devon oder Dorset anzugehen. 😀 Den Norden habe ich ja bereits fast geschafft – allerdings ohne Blog (da ist noch eine Hurrikan-Lücke zwischen Padstow und St Ives).
    Beim letzten Mal bin ich wenigstens bis Polperro gekommen, bevor ich wegen total durchnässter Klamotten und vor allem pitschnasser Lederstiefel abgebrochen habe. Es fehlt also immer ein Tag 😊
    Esslingen zu weit zur Alb??? Naja, es ist eine Autofahrt, aber wir waren doch recht häufig dort (mein Vater war übrigens auch Westfale…).
    Schönen Abend,
    Katrin

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  6. Hallo Katrin,
    da hätten wir was für dich: Trailrunner und wasserfeste Socken von Sealskinzz. Nie wieder nasse Wanderstiefel!
    Aber wirklich: Jahrelang haben wir uns über undichte schwere, teure Wanderstiefel geärgert. Damit ist nu Schluss! 🙂
    Wir wohnen jetzt in Geislingen\Steige direkt am Fuß der Alb und sind nach zwei Minuten im Wald.
    Unsere nächste Tour ist dann Scottish Borders, aber den Südteil des SWCP werden wir auch mal irgendwann angehen. Dass das Schicksal dich nicht mehr nach Devon lässt, liegt bestimmt an deinem Namen! 🙂
    Dir auch einen schönen Abend
    Steffi

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  7. Damals waren meine Wanderstiefel nicht undicht. Es gab nur einen Sturzregen und bevor ich überhaupt die Chance hatte Regenklamotten anzuziehen, stand das Wasser bis zur Oberkante in den Stiefeln. ☔️ Und da ihr ja vermutlich gelesen habt, dass mich damals sowieso blutige wunde Fersen geplagt haben, wollte ich keinen 2. Tag in nassen Schuhen wandern.
    Trailrunner sind nichts für mich. Ich brauche Schuhe, die über den Knöchel gehen und laufe eigentlich in Lederstiefeln sehr gut. Ob sie jetzt nur aus physischen Gründen gut sind, oder auch aus psychischen (weil ich oft ziemliche Höhenangst habe und mich so am Krippenrand definitiv sicherer fühle) kann ich nicht sagen. Aber ich ziehe sie wirklich gerne an! Also werde ich mit leichteren Alternativen noch ein wenig warten (oder so).
    Das mit dem Namen und Devon verstehe ich jetzt nicht…???…
    Aber ich hätte doch glatt eine Frage: meine beste Schulfreundin und ich würden gerne zur Feier der 40jährigen Freundschaft auf der Alb wandern. Ein paar Tage entweder den Nordrandweg oder den Südrandweg. Klar kennen wir viele Orte, aber diese Wege sind wir noch nicht gewandert. Hättet ihr ggf einen Tipp, was schöner ist? Eilt aber nicht!!!
    Gute Nacht,
    Katrin

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