Land’s End to Cape Wrath

LECW – Das ist Land’s End to Cape Wrath, über 2200 Kilometer zu Fuß vom äußersten Süden Englands bis in den wilden Norden Schottlands.

Wir wandern die Strecke in neun Abschnitten jeweils im Frühling und im Herbst. Schon acht Etappen von neun sind wir gelaufen. Vom Finale am Cape Wrath trennen uns nur noch zwei Wochen, die wir vermutlich aber erst 2020 laufen werden. Bis dahin sind wir viel in Deutschland unterwegs!

Begleitet uns auf unserer Tour über die wilden Klippen an Cornwalls Küste, durch die lieblichen Wiesen Somersets, über die Hochmoore der Pennines und die einsamen Wälder und Berge Nordenglands und Schottlands.

Auch Deutschland hat einiges zu bieten – schaut doch mal rein! (und schaut auf das Verzeichnis oben auf der Seite … )

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Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA), Screenshot from GPXSee-App

Nach langer Planung und mehrmaligem Hin-und Hergeschiebe: We proudly present: „Steffi’s and Friedel’s LECW in neun Abenteuern!“

Übersicht: Der LECW-Plan

Die Abschnitte, die wir schon gelaufen sind:
Abschnitt 1: South West Coast Path: Land’s End to Tintagel
Abschnitt 2: SWCP Tintagel-Washford
Abschnitt 3: Somerset und Wales
Abschnitt 4: Die Midlands und White Peak
Abschnitt 5: The Pennine Way
Abschnitt 6: Pennine Way und Scottish Borders
Abschnitt 7: Glasgow Area und der Rob Roy Way
Abschnitt 8: Cairngroms, Corrieyairak und Cape Wrath Trail Süd

(auch oben im Menü „Land’s End to Cape Wrath“ auswählbar)

Harzer Wandernadel Tour 2: Hahnenklee und der Obere Schalker Graben

Hahnenklee-Liebesbank-Schalker Turm-Oberer Schalker Graben-Hahnenklee:
13 Kilometer und 3 Stempel
Gelaufen am 1. Januar 2022

Zwischen den Feiertagen waren wir schon einmal hier in Hahneklee und wollten eine zünftige Winterwanderung unternehmen. Aber da war es noch so glatt auf den Wegen, dass wir die Wanderung nach einem Kilometer abbrechen mussten. Da freuen wir uns doch heute so richtig über das Schmuddelwetter, da ist es wenigstens nur matschig und nicht glatt!

Schon beim letzten Mal haben wir festgestellt, dass Hahnenklee wohl der touristische Hotspot der Region ist. Alle Welt weiß, dass in Hahnenklee sogar mal die Rennrodel-Weltmeisterschaften ausgetragen wurden – nur wir Sportmuffel nicht!
Ich allerdings wusste von der beeindruckenden Stabkirche, die sich gleich neben dem Parkplatz befindet.

Es ist erstaunlich, wie viele Wohnmobile auf dem Parkplatz stehen. Glücklicherweise sind wir aber heute schon sehr früh unterwegs und die Camper liegen noch alle in den Federn. Deshalb haben wir den bekannten „Liebesbankweg“ ganz für uns allein!

Wie es der Name schon verrät, sind über den Weg 25 Bänke mit Liebes- und Hochzeitsmotiven verteilt. Uns persönlich erscheint das Ganze ein wenig zu dick aufgetragen, aber wir müssen hier lang – der erste Stempelkasten wartet auf uns!

Wir sind froh, dass wir am „Auerhahn“ den amourösen Premium-Wanderweg verlassen dürfen und kämpfen uns auf einer Teerstraße steil nach oben zum Schalker Aussichtsturm.

Der ehemalige Gasthof Auerhahn – heute leider in Privatbesitz

Unterwegs gibt es an mehreren Stellen weite Ausblicke in die umgebenden Täler. Ich rate Friedel jedoch, mit dem Fotografieren zu warten – Oben gibt es bestimmt den tolleren Ausblick!

Die Aussicht vom Turm aus enttäuscht leider. Wir blicken auf eine matschige Wiese und die Fernsicht verschwindet im Nebel. Jedoch können wir in der feuchten und leicht schmuddeligen Schutzhütte unseren zweiten Stempel für heute abstauben.

Der Abstieg vom Schalker Gipfel zum nächsten Ziel, dem oberen Schalker Graben, erweist sich als echtes Abenteuer. Unsere Outdooractive-App hat uns einen zickzackartigen Abschnitt über waldige Pfade vorgeschlagen, aber in der Realität ist der Weg kaum noch vorhanden. Zunächst kämpfen wir uns über einen überaus matschigen Forstweg …

… dann durch dorniges Gestrüpp …

… um am Ende weglos mitten an einem steilen Hang zu landen.

Unsere Wanderapp aber versichert uns unermüdlich, dass wir uns komplett auf dem richtigen Weg befinden. Und vollends skurril ist, dass hier überall Flaschen im Moos herumliegen. Sieben Stück haben wir gezählt!

Am Ende halten wir uns an Blaubeerbüschen und jungen Kiefern fest und hangeln uns zu Tal. Als wir bei Festenburg wieder festen Boden in Form eines geschotterten Weges unter den Füßen haben, sind wir glücklich und dankbar. Hallelujah!

Den schmalen Weg entlang des Schalker Grabens beeindruckt uns sehr. Hier bei Festenburg verlaufen gleich mehrere Wassergräben parallel entlang des Steilhangs. In früherer Zeit wurde damit Wasser in die Bergwerke der Umgebung geleitet. Nicht alle diese Gräben und Teiche der montanen Wasserwirtschaft sind noch erhalten, aber die noch bestehenden sind mittlerweile von der UNESCO geschützt.

Hinten ist am Weg der nächste Stempelkasten zu erkennen!

Am Wegesrand befinden sich mehrere Tafeln mit Erklärungen, wie das ausgeklügelte System der Gräben und Teiche aus dem 17. bis 19. Jahrhundert den Bergbau in der Region überhaupt erst ermöglicht hat. Wir überfliegen die Tafeln jedoch nur und nehmen uns vor, uns zu einem späteren Zeitpunkt näher damit zu beschäftigen. Heute genießen wir den hübschen Pfad, das Wasser, das neben uns fließt und die weiten, wenn auch etwas diesigen Aussichten in Richtung des Brocken.

Die Kamera erkennt es nicht, wir aber – durch den Nebel winkt der Brocken!

Der Stempelkasten, wegen dem wir in erster Linie hier sind, steht direkt am Wegesrand. Eigentlich befand er sich mal direkt neben dem Lochstein, einem alten Begrenzungsstein aus dem Bergbau. Der Weg dorthin ist mehr als nass, aber das kann uns schottlanderprobten Profimatscher nicht erschüttern!

Im letzen Drittel des Weges passieren wir noch ein paar hübsche Stauteiche, auch diese UNESCO-geschützt. Teilweise wurden gleich vier bis sechs der künstlichen Teiche in einer Reihe angelegt, weil es den Bergarbeitern im 17. Jahrhundert noch an Wissen fehlte, gleich größere Stauseen anzulegen. Heute sind die Teiche ein tolles Ausflugsziel und in einigen davon darf man sogar baden.

Die Tour heute war wieder sehr lohnenswert, nicht nur wegen der drei Stempel. Wir sind gespannt, welche landschaftlichen und kulturellen Schätze noch auf uns warten!

Harzer Wandernadel: Unsere Hausrunde im Schnee

Rundweg vom Sternplatz über den Luchsstein und die Tränkebachhütte:
Sieben Kilometer und zwei Stempel

Unten bei uns im Ort ist der Schnee nicht liegen geblieben. Aber direkt an der Ortsgrenze von Seesen beginnt schon der Harz. Nur sechs Kilometer Autofahrt zum Sternplatz, zwischen Seesen und Lautenthal gelegen, katapultieren uns flugs von 200 auf 500 Meter. Und hier oben ist es richtig winterlich!

Eigentlich kennen wir die Tränkebachhütte am Seeserberg schon, denn die Stempelstelle ist von unserem Haus aus fußläufig erreichbar. Aber gestempelt haben wir auf unseren bisherigen Spaziergängen hier noch nicht und das werden wir heute nachholen!
Außerdem lässt sich die kleine Rundtour mit der Stempelstelle „Luchsstein“ verbinden, die wir heute zuerst erreichen.

Die Website der „Harzer Wandernadel“ verrät uns, dass an dieser Stelle nach elftägiger Treibjagd 1818 der letzte Luchs im Harz erlegt wurde. So stolz war man auf diese Ruhmestat, dass man den Luchs ausstopfen und am Tatort einen Gedenkstein errichten ließ. Fast 200 Jahre später wird nun versucht, die Tiere mühevoll im Harz wieder anzusiedeln.

Das Stapfen im Schnee ist nicht wenig anstrengend und kurz vor der Tränkebachhütte, als wir Fahrspuren im Schnee entdecken, phantasieren wir von einem Überraschungs-Catering mit Punschausschank in der Hütte.

Im Hintergrund kaum erkennbar die Hütte

Die Hütte der Seesener Ortsgruppe des Harzklubs ist jedoch auch heute leider unbewirtschaftet. Doch freuen wir uns schon jetzt darauf, in dieser gepflegten Hütte eines Tages mal eine ordentliche Brotzeit mit zukünftigen Wanderkameraden einzulegen, wenn wir hier erst mal Leute kennengelernt haben! 🙂

Der Rückweg führt über den „Schnapsplatz“ und den „Schnepfenplatz“ zurück zum Parkplatz. Mittlerweile sind erstaunlich viele Leute unterwegs, die gleich wie wir einen Ausflug in den Schnee unternehmen. So viele Menschen haben wir hier im Harz noch nie gesehen!

Kurz vor Ende werden wir noch mit einer besonderen Aussicht auf die Innerste-Talsperre belohnt. Und pünktlich zum Mittagessen sind wir wieder im Warmen.

In der ersten Januarwoche haben wir noch zwei andere kleinere Wanderungen in der Gegend unternommen, sodass wir heute schon unseren neunten Stempel gesammelt haben. Theoretisch könnten wir schon unsere Bronzenadel abholen – aber wir warten auf Gold! 🙂

Harzer Wandernadel Tour 1: Lautenthal

Lautenthal-Bielstein-Altarklippen-Lautenthal: 13 Kilometer und zwei Stempel
Gelaufen am 31. Dezember 2021

Gestern habe ich mir in unserem Buchladen frisch die Stempelhefte der Harzer Wandernadel geholt – eins für mich, eins für Friedel und eins für unsere Gäste!

Nun können wir es kaum erwarten, auf unsere erste Stempeltour zu gehen. Die Stempelstellen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft sparen wir uns für später auf, denn da waren wir schon, auch wenn wir bisher nicht gestempelt haben. Heute aber wollen wir Neues entdecken!

Lautenthal ist unser Nachbarort, gehört aber zur Nachbargemeinde Langelsheim. Die „Anreise“ mit dem Bus wäre alle zwei Stunden möglich und würde etwa zwei Stunden dauern. Mit dem Auto brauchen wir 12 Minuten. So sieht es also aus mit den öffentlichen Nahverkehr im ländlichen Raum!

Lautenthal blickt auf eine alte, ruhmreiche Geschichte als Bergbaustadt zurück. Früher wurden hier Silber und Erze abgebaut und es gibt sogar ein Bergwerkmuseum, wo man in Nicht-Coronazeiten mit der Lorenbahn einfahren kann. Das würden wir ja gar zu gerne auch mal machen, aber die Grubenfahrt muss vorerst warten. Heute schlendern wir ein wenig durch den hübschen, aber etwas trostlosen Ort. Bis auf einen Supermarkt haben alle Geschäfte um den kleinen Marktplatz geschlossen, das Gasthaus ist verrammelt und der Tourismus haucht dem Ort auch kein Leben mehr ein. Schade um das hübsche Städtchen, aber wir mögen’s ja einsam!

Durch ein Wohngebiet mit typischen Harzer Bergmannshäuschen steigen wir rasch nach oben in Richtung unserer ersten Stempelstelle, der „Schönen Aussicht Bielstein“ Unsere Route zur Stempelhütte ist ein breiter Schotterweg, das mögen wir ja eigentlich nicht so. Aber die Szenerie um uns herum ist superb – zahlreiche Bächlein fließen durch Moos und Farn zu Tal und die Aussichten zurück nach Lautenthal sind grandios.

Schon nach zwei Kilometern erreichen wir die erste Stempelstelle, die Hütte auf dem Berg Bielstein. Die Schutzhütte ist ganz hübsch gelegen, aber ziemlich vermüllt und wahrlich kein Prachtstück. Aber hier kassieren wir unseren ersten Stempel!

Auf breiten Schotterwegen geht es weiter in Richtung unseres nächsten Ziels, den Altarklippen.

Einen Vorteil haben die Schotterwege – Bei schlechten Wetter saut man sich beim Laufen nicht ganz so ein wie auf naturbelassenen Wegen. Im Vergleich zur wasserarmen Alb sind die Wege hier im Harz oft sehr matschig. Da das Wetter heute nur suboptimal ist, sind wir heute ganz dankbar für den Schotter. Und der eigentliche Star heute ist nicht der Weg unter unseren Füßen, sondern der Blick auf wild anmutende Mischwälder und tolle Aussichten über unendliche waldige Berghänge.

Sieben Kilometer laufen wir bis zu den Altarklippen und uns begegnet kein Mensch. Herrlich einsam ist es hier, fernab der großen Touristenattraktionen. Erst an der Stempelstelle „Altarklippe“ treffen wir ein sympathisches junges Wanderpärchen, die gerade vor uns die Stempel in ihre Hefte drücken. Die Frau hat erst im letzten Jahr mit dem Stempeln angefangen, aber schon über dreißig Abdrücke gesammelt. Der Mann ist schon länger dabei und präsentiert uns stolz seine silberne, goldene und königliche Wandernadel (die Königsnadel erhält man bei fünfzig Stempeln).
Wir offenbaren, dass wir an Neu-Harzer erst heute mit dem Sammeln angefangen haben und die beiden wünschen uns viel Spaß und Glück auf unseren weiteren Touren. Nett!

Phänomenal ist der Blick von der Altarklippe auf den Granestausee. Allerdings besteht unserer Meinung nach eine Klippe aus Fels, wovon hier aber gar nichts zu sehen ist. Angeblich sollen hier schon im neunten Jahrhundert christliche Gottesdienste abgehalten worden sein. Den Blick auf den Granestausee mussten die Frühchristen wohl aber entbehren …

Zwei Dinge gefallen uns im Vergleich zur Alb spontan hier sehr gut. Zuerst sind es die weiten Wälder, die es im dichtbesiedelten Stuttgarter Raum so nicht gibt. Will man seinen Blick über solch große Wandgebiete schweifen lassen, muss man schon in den Schwarzwald fahren.

Auch beeindrucken uns die vielen Teiche, Bäche und Seen. Auf der karstigen Alb sind Wasserflächen rar, aber hier gibt es Teiche und Seen im Überfluss. Wir freuen uns schon auf den Sommer am Badesee!

Dafür sind die Wege hier oft breit, zerfurcht oder von Harvestern zerstört. Die Alb ist lieblicher, der Harz ist wilder. Und beides hat seinen Reiz!

Zurück nach Lautenthal geht es über verschwurbelte Waldwege, größtenteils durch Kiefernwälder. Mittlerweile ist es sehr windig geworden und es ist erstaunlich, wie laut es plötzlich in den Baumkronen rauscht.

Wir sorgen uns ein wenig vor herabfallenden Ästen und beeilen uns auf dem Rückweg. Trotzdem muss ich mir die romantische Hütte am Wegesrand natürlich genauer ansehen. Innen ist sie blitzsauber und hat zwei breite Seitenbänke, auf denen man wunderbar übernachten könnte!

Silvester wollen wir dann aber doch lieber zuhause verbringen. Wir haben uns vorgenommen, in guter Tradition des Jahres 2021 heute noch mal im Garten zu grillen.

Euch allen ein gesundes und glückliches 2022. Bis zur nächsten Stempeltour!

Auf dem Weg zum Kaiserpaar – die Neu-Harzer gehen stempeln!

Ende November haben wir unser neues Haus im Harz bezogen. Zwar ist das Harzhaus noch lange nicht fertig renoviert, aber endlich haben Friedel und ich ein wenig Zeit, Schleifmaschine und Pinsel auch mal zur Seite zu legen und die eine oder andere kleine Wanderung zu unternehmen.

Und wir sind begeistert! Hier in Seesen haben wir alles was wir brauchen – Geschäfte, Ärzte, Cafés und Restaurants. Aber nur zwei Kilometer von uns entfernt beginnt der Harz – und der mutet uns im Vergleich zur Alb so richtig schön wild an!

Schon bei einer früheren Wanderung im Sommer hatten wir an der Tränkebachhütte so einen komischen grünen Stempelkästen entdeckt. Sieht aus wir ein altmodischer Briefkasten, hat eine Klappe mit einer Nummer vorne und drinnen ein Stempelkissen und einen runden Stempel, gegen Diebstahl gesichert mit einem langen Draht. Wir dachten uns gleich, dass der Stempel wohl einer ähnlichen Funktion dient wie die Pilgerstempel auf den Jakobswegen – Hier wollen welche beweisen, dass sie etwas erreicht haben und sich damit eine Urkunde oder ähnliches verdienen. So etwas brauchen wir nicht, dachten wir … 😆

Aber mittlerweile sind wir mit dem Stempelvirus infiziert. Letzten Freitag haben wir uns zwei dieser Stempelhefte der „Harzer Wandernadel“ geholt. Die Stempelei erscheint uns mittlerweile gar nicht mehr so blöd: Über den ganzen Harz verteilt gibt es nämlich sage und schreibe 222 Stempelstellen, die sich an besonders schönen Plätzen befinden. Mittlerweile beteiligen sich drei Bundesländer am System der „Harzer Wandernadel“: Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Natürlich gibt es einen Stempelkasten auf den Brocken, am Hexentanzplatz und an den Teichen des Oberharzer Wasserregals. Aber auch an weniger bekannten Plätzen kann man staunen und dann stempeln: An urigen Hütten, romantischen Wasserfällen, weiten Aussichten oder markanten Felswänden.

Stempelstelle 104 – Tränkebachhütte bei uns in Seesen

Allein in einem Radius von zwanzig Kilometern von uns gibt es an die zwanzig Stempelstellen, die wir demnächst erwandern können. Gerade weil wir uns hier in der neuen Umgebung noch nicht so gut auskennen, haben wir somit jede Menge interessante Ziele im Blick.

Von nun an sammeln wir also Stempel. Einige interessante Rundwanderwege haben wir schon in unserer Wanderapp gespeichert. Dabei gilt es, durch geschickte Wegführung gleich zwei oder drei Stempelstellen miteinander zu verbinden. Schon mit acht Stempeln könnten wir die erste Leistungsstufe erreichen und uns die bronzene Wandernadel an das Revers heften. Mit fünfzig Stempeln darf man sich „Harzer Wanderkönig“ nennen und mit allen 222 Stempeln im Heft wird man zum Kaiser gekrönt – für die meisten bedeutet dies jedoch ein mehrjähriges Wanderprogramm!

Wenn ihr mögt, könnt ihr uns auf unseren Entdeckertouren begleiten und mit uns den Harz kennenlernen. Von nun an wird gestempelt!

Auf dem E11 von Goslar nach Seesen – wer braucht denn da noch Schottland?

Gelaufen am 23. September 2021: 23 Kilometer

Seit fast drei Monaten verbringen wir unsere Freizeit fast ausschließlich mit Abreißen, Verputzen, Streichen und Kistenpacken. Das Harzhaus soll fertig werden, bevor der große Umzug vom Schwabenländle in den Norden startet. Da sind wir Neubürger in einer wunderschönen Landschaft und wir haben einfach keine Zeit, die Gegend kennenzulernen!

Zwei Wochen hatte der Friedel Urlaub und die sind nun fast um. Heute habe ich seine Hände Finger für Finger von der Mörtelkelle gelöst und ihm seine Kamera umgehängt, ihm seine Wanderschuhe angezogen und ihn aus der Tür geschoben. Ein wundervoller Spätsommertag ist angesagt und der muss genutzt werden. Nur EIN Tag mal ohne Kalkputz und Leimfarbe!

Direkt über die Einkaufsmeile von Seesen läuft ein Europäischer Fernwanderweg, der E11. Solche internationalen Wanderwege beflügeln immer meine Phantasie – Wie wäre es, direkt vor unserer Haustür loszulaufen und zu wandern und zu wandern und zu wandern, bis man fast in Russland landet? Der E11 startet nämlich in Den Haag an der Nordsee und führt bis Tallinn in Estland.

So weit werden wir heute nicht kommen, aber die 23 Kilometer von Goslar nach Seesen versprechen eine abwechslungsreiche Tour an zwei Stauseen entlang und führen uns dazwischen über waldige Hügel, so verspricht es die Karte.

Die Fahrt mit dem Mini-RB von Seesen nach Goslar dauert nur 20 Minuten. In Goslar haben wir 2020 die letzte Etappe unseres Deutschlandwegs von Schaffhausen nach Lübeck beendet. Nie hätten wir damals gedacht, dass wir hier wohnen würden!

Friedel kann sich an den Bahnhof in Goslar kaum noch erinnern. Ich aber weiß noch ganz genau, wo wir vor einem Jahr einen Kaffee und Rosinenbrötchen gekauft haben – und genau das machen wir heute auch!

Der E11 beginnt direkt am Bahnhof und führt uns heute nicht in die pittoreske Altstadt von Goslar, sondern direkt durch ein Villenviertel hoch in den Wald. Sehr bald entdecken wir die typische Wegmarkierung der Europäischen Fernwanderwege, das weiße Kreuz auf schwarzem Grund.

In den Medien sieht und hört man ja immer, dass der Harz ganz arg vom Borkenkäfer geschädigt sei und den Wanderer kilometerweite Wüsteneien von toten Bäumen erwarten. Wir sind also glücklich, dass hier „bei uns“ der Wald scheinbar noch nicht ganz so betroffen ist. Zwar gibt es auch hier im Oberharz kahle Stellen im Wald, aber mittlerweile sind die Stumpen wieder mit Grün überzogen. Wir freuen uns über Farne am Wegesrand, goldene Gräser, Blaubeerbüsche und Heidekraut. Jetzt im Herbst sprießen überall Pilze und der Wald macht einen fast wilden Eindruck. Wir sind begeistert!

Noch mehr freuen wir uns, als wir den ersten großen Stausee, den Granesee, erblicken. Der Stausee ist eingeschlossen von waldigen Hügeln und selbst die Uferlinie sieht ziemlich natürlich aus. Hier sieht es fast so aus wie in Schottland!

Hier unten am See windet es wie verrückt. Wir haben Schwierigkeiten, auf der Staumauer das Gleichgewicht zu halten. Obwohl der See nicht besonders groß ist, schwappen Wellen an das Ufer und es bilden sich Schaumkronen auf der Wasserfläche. Huuiiii!!!

Nach dem Grane-Stausee geht es wieder ein wenig bergauf, was zu erwarten war. Ein Anstieg von 300 auf 400 Meter ist dabei aber recht angenehm und schon bald steigen wir nach Wolfshagen ab, dem einzigen Ort auf der heutigen Strecke. Hier freuen wir uns über eine Bäckerei, die uns einen weiteren Kaffee und Laugengebäck beschert. Zwar liegt der Ort recht hübsch in waldige Hügel eingebettet, weist aber sonst keine weitere Besonderheiten auf.

Außer … hier wurde der Klavierbauer Heinrich Steinweg geboren, der sich nach seiner Auswanderung nach Amerika in „Steinway“ unbenannte. Da er seine erste Werkstatt in Seesen errichtete, gibt es heute einen Wanderweg von hier zu unserem neuen Wohnort, cool in Neusprech „Steinway Trail“ genannt. Aber diesen Weg zeigen wir euch ein anderes Mal!

Der E11 führt uns hinter Wolfshagen in großem Bogen erneut um den Ort herum. Wir blicken auf grüne Bergwiesen, eingerahmt von dunklem Wald. Hübsch!

Die Wolfshagener haben scheinbar trotzdem Bedenken, dass der Wanderer bzw. die Wanderin sich bei ihnen langweilen könnte. Deshalb wollen sie uns am Wegesrand mit unzähligen Infotafeln unterhalten, über den Wald, die Schmetterlinge, das Diabasgestein und was-weiß-ich-noch-alles …

Phantastisches Wanderwetter haben wir heute. Nicht umsonst ist Ende September unsere bevorzugte Wanderzeit. Letztes Jahr waren wir zu dieser Zeit auf dem Rennsteig in Thüringen unterwegs. Das Wetter war am 23. September 2020 sehr ähnlich!

Zwischen Wolfshagen und dem Innerste-Stausee müssen wir einmal kurz einen kleinen Buckel überwinden und schon laufen wir über die nächste Staumauer. Im Vergleich zum Granesee ist hier auffällig, dass der See touristisch intensiver erschlossen ist – Es gibt einen Campingplatz, eine Badestelle und Surfer auf dem Wasser. Auch hier weht eine ordentliche Brise, sodass die Surfer binnen einer Minute am anderen Ufer sind! 🙂

Zwei Drittel der Strecke haben wir nun schon geschafft. Der größte Anstieg kommt aber noch – auf vier Kilometern geht es fast 400 Meter hoch! Hier kommen wir gut ins Schwitzen, werden aber mit tollen Ausblicken auf den Innerste-Stausee belohnt.

Hier oben fällt nun doch auf, dass der Wald großflächig geschädigt ist. Doch so haben wir immerhin eine gute Weitsicht! . In der Ferne erkennen wir sogar den Brocken!

Wir nähern uns nun Seesen. Es ist erstaunlich, dass auch hier der Europäische Fernwanderweg die Wanderer durchweg über breite Schotterwege zum nächsten Tagesziel führt. Das hat uns schon auf dem E6 letztes Jahr im Harz von Herzberg nach Goslar genervt. Dabei wissen wir mittlerweile, dass es hier jede Menge schöne naturbelassene Pfade gibt – aber nicht als Europawege!

Drei Kilometer vor Seesen geht es bergab und bergab und bergab. Letzter Posten vor der Zivilisation ist das verlassene Gasthaus auf der Wilhelmshöhe, dass ich schon von einer meiner Homeoffice-Touren kenne. Hier könnte man mal ein Event für „Lost Places“-Fotografen anbieten, es ist ein Jammer, dass das Gasthaus leer steht!

Um 15:45 Uhr betreten wir mit dem Parkplatz am REWE wieder vertrautes Gebiet. Ich husche noch schnell zum Bäcker im Markt, um Kuchen für unsere wohlverdiente Kaffeepause zu besorgen. Morgen widmen wir uns dann wieder den Wänden und Böden im neuen Haus – aber heute war mal Pause!

2. Kandidat für die neue Hausrunde in der neuen Heimat: Über den Horpke

Seesen-Dröges Teiche-Horpke-Kirschgrund-Seesen: 5 ,5 Kilometer

In den letzten zwei Wochen litt ich unter argen Rückenschmerzen.
Natürlich habe ich mich gefragt, woher ich die habe. Zum einen bewege ich mich im Seesener Homeoffice viel weniger als im Stuttgarter Büro: Ich besuche keine Kollegen in den Nachbarbüros, steige nicht zu den Lehrkräften in den dritten und vierten Stock runter und laufe nicht zum Bahnhof.

Zum anderen sind meine momentanen Freizeitbeschäftigungen der Rückengesundheit nicht gerade zuträglich: Ich schleppe Kalksäcke, lege Balkenwerk frei und schmirgle über Kopf Holzdecken ab. Und meinen unverzichtbaren Physiotherapeuten Ivanor habe ich schon seit Wochen nicht gesehen – Das habe ich nun davon!

Aber in den letzten Tagen habe ich entdeckt, was mir hilft – kein Körnerkissen, kein Stretching, keine Salbe. Ich muss laufen!

So habe ich mir also selbst verordnet, jeden Tag mindestens fünf Kilometer zu wandern – vor oder nach der Arbeit!

Wenn man von neun bis 16 Uhr Uhr im „Büro“ sein muss, kann man keine langen Harztouren planen. Stattdessen erkunde ich die Umgebung und küre neue Kandidaten für die neuen Hausrunden. Heute Morgen: Über den Horpke!

Der Horpe ist eigentlich nichts anderes als ein kahler Hügel inmitten von Mais- und Weizenfeldern. Vom 273 Meter hohen Gipfel südlich von Seesen hat man an klaren Tagen bestimmt einen schönen Blick auf Seesen, das Harzvorland und den Harz selbst. Heute aber wabern die Nebel!

Oben am Gipfel steht eine einsame Bank, die aber nass vom Morgentau ist und heute keine besondere Aussicht bietet – macht nix, ich komme wieder!

Ich stelle mir vor, wie wir hier bei stürmischen Herbstwinden sitzen oder im Winter im hohen Schnee vorbei stapfen. Der Horpke ist nicht spektakulär, aber als Ziel für eine schnelle Morgentour gut genug!

Unten im Tal – der Kirschgrund

Sonntagsspaziergang -Steffi und Friedel suchen ihre neue Hausrunde!

Seesen-Harzrand-Winkelsmühle-Seesen: 8,5 Kilometer

Nachdem wir heute Nachmittag von einem Familienbesuch wiedergekommen sind, lohnt es sich eh nicht, nochmal in die Arbeitsklamotten zu steigen und weiter zu schuften. Zeit ist’s, mal eine kleine Naherholungstour einzuschieben!

Für den frühen Abend ist ein Gewitter angekündigt. Also packen wir gar nicht erst die Rucksäcke mit Mamas Proviant aus, sondern steigen sofort in die Wanderschuhe und stiefeln los. Zuerst geht es am „Rewe“ vorbei durch ein Wohngebiet und hoch zum Haushügel „Bulk“, sagenhafte 270 Meter hoch. Nach einem Kilometer sind wir raus aus dem Städtchen und auf freiem Feld.

Obwohl wir uns in unmittelbarer Nähe des Örtchens bewegen, treffen wir erstaunlich wenige andere Spaziergänger. Liegt es am angekündigten Gewitter oder daran, dass Schulferien sind? Oder ist es hier immer so leer? 🙂

An einem Sonntagnachmittag auf derAlb gäbe es kaum ein freies Bänkchen. Hier jedoch finden wir sofort einen Top-Aussichtspunkt auf 300 Höhenmetern mit freier Sitzgelegenheit. Nach dem Aussichtsfoto und dem Selfie springen wir jedoch sofort wieder auf – Stechmücken-Alarm!

Der Weg oben am Harzrand ist zwar auf der Karte von Outdoor-Active wunderbar verzeichnet, aber in der Realität kaum bis gar nicht existent. Aber das kennen wir ja schon. Dieses Mal müssen wir nur durch holpriges Gelände und wadenhohes Gras nach unten steigen, ein Kinderspiel. Noch kurz über einen Elektrozaun gehechtet und einen mistgedüngten Acker überquert, schon sind wir wieder auf einem festen Schotterweg!

Nach der Überquerung der Bahnstrecke Braunschweig-Herzberg betreten wir das Naturschutzgebiet rund um die Winkelsmühle. Hier wollten wir schon länger mal hin, denn hier gibt es viele Teiche. So schön die Alb auch ist – in der alten „Heimat“ haben wir die Wasserziele etwas vermisst!

Das Reetdachhaus auf dem Eingangsfoto steht inmitten einer Gruppe von etwa fünfzehn Forellenteichen, alle scheinbar an einen Angelverein vermietet. Aber uns gefällt, dass die Teiche nicht abgesperrt sind, sondern auch für Spaziergänger zugänglich sind.

Zurück nach Seesen geht es immer am Bach Schildau entlang über geschotterte Wege, teilweise recht hübsch von den Seiten eingewachsen.

Kurz vor Seesen wird es merklich dunkler und der Donner grollt. Wir beeilen uns, schnell nach Hause zu kommen und nehmen eine Abkürzung entlang der vielbefahrenen Braunschweiger Straße. Hier ist es nicht hübsch, aber ich kann Friedel zeigen, wo „Aldi“ und „dm“ sind. 🙂

Als wir die Haustür aufschließen, beginnt es zu regen und kurz darauf schüttet es. Das nennen wir ein gutes Timing!

Fazit: Ein Harz-Feeling kam bei der kleinen Tour nicht wirklich auf, aber für eine nicht mal zweistündige Tour war der Weg allemal gut geeignet. Freut euch auf mehr neue Hausrunde-Kandidaten!

Bergfest im Harzhaus – von nun an geht’s bergauf!

Schon seit zwei Monaten lebt Friedel im neuen Haus am Harz und haust quasi auf der Baustelle. Ich bin nur von Freitag bis Sonntag dort – Nach fast zwanzig Jahren führen wir wieder eine Fernbeziehung! 🙂

Von Montag bis Donnerstag wickle ich im Ländle meinen Job ab, packe Umzugskisten und räume auf – Unglaublich, was sich im alten Haus in Geislingen so angesammelt hat!

Friedel im Harzhaus spuckt jeden Abend nach dem Homeoffice in die Hände und renoviert. Am Wochenende kann ich’s kaum erwarten, ebenfalls in die Drecksklamotten zu steigen und zu reißen, zu hämmern und Schutt wegzuschaffen. Unser „Omahaus“ in Seesen ist ein echtes Kleinod, finden wir. Reißt man die Styroporwände, Wandpaneele und Teppichlagen raus, kommen urtümliche Lehmwände und Dielenböden zum Vorschein. Für viele ein Graus, für uns ein Entzücken – natürlicher geht es kaum!

Ich bin in erster Linie für die Demontage zuständig. Ich reiße alte Tapeten herunter (im Wohnzimmer achtlagig!), klopfe lehmverputzte Balken frei und räume Teppichböden und altes PVC ab.

Friedel hingegen baut die Zimmer dann wieder auf: Er verkleidet die Wände mit Schilf, verputzt mit Kalk und verlegt die neuen Böden. Aber Selbermachen dauert unendlich lange!

Ich bin schon stolz auf mich – Ich hätte nicht gedacht, dass ich körperlich so schwer arbeiten kann. Eimerweise haue ich den Lehm von den Balken, trage den Schutt die steile Treppe hinunter und türme ihn im Hof zu einem Berg auf. Mit dem Cutter zerteile ich lagenweise alte, staubige Bodenbeläge und Tapeten und schleppe sie Stück für Stück nach unten.

Am Wochenende wandern, Kaffeetrinken und Lesen – das war einmal! Am frühen Abend sinke ich müde und mit Rückenschmerzen auf meine Matratze.

Und was Friedel sich handwerklich so angeeignet hat, ist schon beindruckend – nicht schlecht für einen Akademiker mit zwei linken Händen! Die Außenwände werden mit Schilfrohr-Matten isoliert und dann mit Kalk verputzt. Die Innenwände dann“patschokiert“, also mit einer dünnen Schicht aus Kalkmörtel befestigt und dann verputzt.

Sieben Zimmer haben wir so zu bearbeiten, zwei sind schon fast fertig. Bis wir alle Zimmer renoviert haben, brauchen wir bestimmt noch ein halbes Jahr!

Aber immerhin gibt es schon zwei Zimmer, die fertig renoviert sind. Wir haben ein großes Arbeitszimmer unter dem Dach und ein „Schlafzimmer“ im Erdgeschoss, das eigentlich mal das Esszimmer wird. Außerdem ein luxuriöses Badezimmer, das schon in Betrieb war, als wir hier eingezogen sind. Und wir haben unsere „Sommerküche“, ein steinernes Gartenhaus, das wir im Moment als provisorische Küche nutzen.

Unser Esszimmer ist der Gartenpavillon, in dem wir essen, chillen, Pläne schmieden. Gold wert ist dabei der neue Elektrogrill, der arbeiterfreundliches Abendessen ermöglicht – nur Gemüse schneiden, Bratwurst und grillbare Beilagen auf den Rost werfen – schon fertig ist die kalorienreiche Malocher-Mahlzeit. Wir nennen es – „Glamping-Baustelle“!

Allerdings ist es in den letzten Tagen empfindlich kalt geworden. Dabei haben wir erst Mitte August. Aber zum Glück sind die warmen Schlafsäcke schon hier. Bis Ende Oktober müssen wir es so noch aushalten. Dann ist der Umzug geplant und das Schlafzimmer wird zum neuen Esszimmer. Drückt uns die Daumen, dass wir den Zeitplan einhalten können.

Falls nicht … wird weiter improvisiert! 🙂

Steffi und Friedel 2021 – Werkeln statt Wandern!

Viele bemängeln ja, dass während der Corona-Pandemie nichts passiere und ihr Leben irgendwie still stehe … nun, das können wir nicht behaupten! 🙂

Mitten in der Pandemie, Ende April, sind wir nach Süd-Niedersachsen gefahren, um uns ein Häuschen anzusehen. Verrückt, aber wir haben es sofort gekauft! Friedel ist sogar schon umgezogen, ich aber muss noch bis Ende August im Stuttgarter Raum „aushalten“ – ab September jedoch heißt es auch für mich nur noch „Moin Moin!“ statt „Grüß Gott“! 🙂

Natürlich müssen wir euch die ganze Geschichte erzählen. Und da dies ja ein Wanderblog ist, werde ich euch auch erklären, was die ganze Aktion mit „Wandern“ zu tun hat!

Friedel und ich nähren schon seit Längerem den Gedanken, auf keinen Fall bis 67 weiterarbeiten zu wollen. Zwei Wochen Wandern im Frühling, zwei Wochen im Herbst, das ist uns viel zu wenig!

Ich weiß noch genau, wann und wo wir das erste Mal konkret darüber gesprochen haben, dass wir aus dem klassischen Berufsleben „aussteigen“ wollen – Es war 2017 auf einem Sitzstein auf dem „Kinder Scout“ im Peak District, als wir darüber sinnierten, wie es wohl wäre, jetzt einfach weiterzulaufen. Und weiterzulaufen. Und weiterzulaufen …

Seitdem haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie sich eine längere Auszeit wohl realisieren ließe – ein Sabbatical einschieben, sich selbstständig machen, das Haus verkaufen … jaaaa, das Haus verkaufen!!!!!

Eigentlich hängen wir ja an unserem großen Fachwerkhaus im schönen Schwabenländle. Aber auch andere Regionen haben schöne Wandergebiete und noch dazu kommt, dass die Haus- und Grundstückspreise z.B. in Nordhessen und Süd-Niedersachsen viel niedriger sind als im Stuttgarter Speckgürtel. Vielleicht könnten wir ja ein günstiges Haus im Norden erstehen, unser Haus in Geislingen gewinnbringend verkaufen und von der Differenz ein paar Jahre früher im Rente gehen, so unsere Überlegungen. Und noch dazu näher bei der Familie wohnen!

Okay, bis zur Rente sind es es noch einige Jahre, ein bisschen im Ländle arbeiten müssen wir wohl noch, dachten wir. Und dann schlug der Corona-Effekt zu – wo vorher bei mir NIE UND NIMMER Homeoffice möglich gewesen wäre, da ging das plötzlich doch! Friedel hat schon vor Corona viel zuhause gearbeitet, aber ich bin bisher regelmäßig vier Tage pro Woche täglich 120 Kilometer nach Stuttgart gependelt. Aber bevor ich ganz kündige, hat auch mein Arbeitgeber sich entschieden, mich „remote“ weiterarbeiten zu lassen – Glückes Geschick!

Unsere Kriterien bei der Vorauswahl waren diese: Der Ort muss ordentliches Internet haben, einen Bahnhof, Einkaufsmöglichkeiten und er sollte in einer schönen Landschaft liegen. Neubauten mögen wir nicht (und wollen wir uns auch gar nicht leisten) und so haben wir gezielt nach einem günsigen Fachwerkhaus gesucht, gern auch unrenoviert.

Unser Haus in Seesen am Harz haben wir dann über Ebay gefunden: 145 Quadratmeter, mit Innenhof und Garten, altes Lehm-Fachwerk und gepflegte, wenn auch etwas altmodische Innenausstattung. Baulich nicht versaut (abgesehen von Styropor in den Wänden), mit solidem Dach, ordentlichen Fenstern, nicht zu üblem Isolierzustand und funktionierender Gasheizung. Zum schönen Harz sind es nur zwei Kilometer nach Osten und nach Westen liegt das hügelige Leinebergland. Wir haben gleich zugegriffen, bei der ersten Hausbesichtigung überhaupt!

Im Moment leben wir in Seesen wie auf einem Campingplatz: Gekocht wird in der „Sommerküche“, unser Wohnzimmer ist die Gartenlaube und geschlafen wird in den jeweiligen Zimmern, in denen wir noch nicht die Wände eingerissen haben!

Und ein Wandervormittag im Harz war dann in unserer Urlaubswoche trotz der Renovierung noch drin … 🙂

Im Lautental
An der Tränkebachhütte

Danke für den Wandertipp mit der Tränkebachhütte, Chrissi! Die Tour liegt nahezu direkt vor unserer Haustür! Und: Unser nächster DDLN-Abschnitt startet in Goslar, 20km nordöstlich von hier… 🙂

Auf dem Albtraufgänger – Etappe 6

Von Bad Ditzenbach nach Wiesensteig: 16 Kilometer
gelaufen am 28. April 2021

Wer denkt sich nur so eine blöde Wegführung aus?
Friedel und ich sind ja bekanntlich Verfechter der logischen und effektiven Wanderung von A nach B.
Liefe man vernünftig am südlichen Albtrauf entlang über Drackenstein nach Wiesensteig, wäre man bereits nach zwölf Kilometern da. Die offizielle Wegführung des Albtraufgängers macht jedoch einen kaum nachvollziehbaren v-förmigen Schlenker auf die andere Seite des „Goißatäle“, hoch auf den Lemberg, führt dort zweieinhalb Kilometer ohne Ziel in den Wald hinein, nur um dann mit einer scharfen Linksbiegung fast den gleichen Weg wieder zurückzuführen. Sowas geht uns ja gehörig gegen den Strich! Ich habe extra ganz groß in in die Outdooractive-Karte hineingezoomt, um da irgendein Ziel zu erkennen, das diesen idiotischen Schlenker rechtfertigt. Nun denn … ich habe mir vorgenommen, jeden Meter dieses Premiumweges zu laufen – Also müssen wir rauf auf den Lemberg!

Wieso heißt das „Goißatäle“ eigentlich so?
In dem knapp zwanzig Kilometer langen Tal der oberen Fils, von der Quelle bei Wiesensteig bis nach Geislingen, sollen früher viele Ziegen, in schwäbischer Mundart „Goißa“, gehalten worden sein. Einige Sprachwissenschaftler gehen heute jedoch davon aus, dass der eigentliche Ursprung des Namens eigentlich von „Tal nach Geislingen“ (Geyslotal) stammt. Wie auch immer – Vor dem Rathaus in Bad Ditzenbach, dem Startpunkt unserer heutigen Wanderung, wurde jedenfalls den Geißen ein Denkmal gesetzt.

Wir wandern zunächst auf dem gleichen Weg wie gestern in Richtung der Hiltenburg, müssen heute jedoch nicht den ganzen Berg hoch. In bequemer Halbhöhenlage geht es auf weichen Waldwegen und grünen Wiesen weiter nach Gosbach.

Ein schöner Morgen – die Sonne scheint, es herrschen angenehme Wandertemperaturen und außer uns ist kein Mensch hier oben unterwegs. Nicht so schön ist jedoch, dass ich mitten im Wald von meinen Kollegen angerufen werde. Wir. Haben. Urlaub!!!!

In Gosbach hoffen wir auf einen Kaffee, aber auf unserem Weg liegt keine Bäckerei. Also überqueren wir zügig die Bundesstraße 466. Uns fällt auf, wie laut es hier ist, im Vergleich zu der Stille des Waldes, aus der wir kommen. Durch eine der für das Täle typischen Wachholderwiesen steigen wir japsend auf einem seeeehr steilen Weg hoch zur Kreuzkapelle, die hoch über Gosbach thront. Der Weg geht ordentlich in die Waden. Uns beruhigt, dass auch die zwei stylischen Jogger, die uns auf dem steinigen Weg überholen, vom Laufschritt in einen gemesseneres Gehtempo überwechseln. So unfit fühlen wir uns dann doch nicht!

Oben an der Kreuzkapelle angekommen, bezieht sich der Himmel und ein fieser Wind kommt auf. Wir legen eine kleine Teepause ein, etwas geschützt an der Rückseite der Kapelle. Zwar haben wir von hier aus keine so weite Aussicht, aber wir meinen, dass sich der Weitblick an dieser Stelle sowieso nicht besonders lohnt: Zwar liegt Mühlhausen hübsch eingebettet in das Tal der oberen Fils, aber rundherum tost die A8 und im Hintergrund staken die Träger der neuen Bahnbrücke des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm in den Himmel. Das arme Mühlhausen, bereits zerschnitten von B466, der A8 und einer fetten Autobahnauffahrt, bekommt jetzt auch noch eine monströse Brücke dazu!

Hier an der Kapelle befinden wir uns bereits auf dem Lemberg und nun folgt der merkwürdige, vier Kilometer lange Schlenker durch den Wald. Während am Albtrauf bei der Kreuzkapelle das Getöse von der Autobahn deutlich zu hören ist, nimmt der Lärm mit jedem Schritt in den Wald hinein weiter ab. Wohltuende Stille umgibt uns – Und das ist es wohl, was sich die „Macher“ des Albtraufwegs bei dem Schlenker gedacht haben: Gönnen wir dem Wanderer doch einfach mal wieder ein Stück echte Waldesruhe!

Tatsächlich ist das hier das ruhigste und abgelegenste Stück Weg, das wir bisher auf dem „Albtraufgänger“ gelaufen sind. So schön es auch ist, oben an der Traufkante zu spazieren und die weiten Ausblicke ins Tal zu genießen – Das Goißstäle ist dicht besiedelt und von fast überall dringt Bau- und Verkehrslärm bis hinauf zum Albtrauf. Hier auf dem Lemberg aber ist es vollkommen still!

An der Kehre des langen Schlenkers gibt es tatsächlich nichts zu sehen, was den Umweg rechtfertigen würde. Egal – die Vögel zwitschern und der Waldboden um uns herum ist sattgrün und übersäht mit Buschwindröschen. Von nun an geht es wieder bergab und schon bald befinden wir uns in einem lieblichen Tal voller Butterblumen und den typischen Heuhütten in dieser Gegend – hübsch!

Leider wird das schöne Tal am Ende durch die Autobahn begrenzt, unter der wir hier hindurch müssen. Zum Glück lassen wir die Trasse schnell hinter uns und beim Aufstieg auf den nächsten Berg nehmen wir uns vor, oben endlich unsere Mittagspause einzunehmen. Tatsächlich finden wir dort eine Bank mit breiter Aussicht auf die Autobahn. Aber gerade als wir unsere Pausenbrote auspacken, beginnt es zu regnen … zu schütten … zu hageln!

Wir ziehen unsere Kapuzen tief ins Gesicht, beugen uns vor und mampfen fluchend unsere Brote. Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass es gerade jetzt so hageln muss!

Für die Kekse und den Tee haben wir nicht mehr die Muße. Friedel schlägt vor, dass wir schnell weiterlaufen und uns im Wald unterstellen. Nur – unter was? Die Bäume sind noch gänzlich unbelaubt!

Regenhosen haben wir keine dabei und nach kurzer Zeit kleben unsere Jeans pitschnass an den Beinen. Mit solch einem Guss haben wir nicht gerechnet. Zum Glück ist der Spuk nach zwanzig Minuten wieder vorbei und die Sonne lässt sich sogar wieder blicken. So müssen wir wenigstens nicht frieren.

Heute ist der Tag der „Kreuzkapellen“. Oberhalb von Wiesensteig befindet sich eine weitere Kapelle, die den gleichen Namen trägt wie die Kapelle über Gosbach. Hier breiten wir unsere nassen Jacken und Rucksäcke zum Trocken aus und genießen einen besonderen Ausblick auf die Autobahnbrücke nach vorn und die Baustelle der neuen Bahnbrücke nach links.

Wiesensteig hat im Vergleich zu Mühlhausen echtes Glück. Auch hier führt dicht am Ort eine Spur der A8 vorbei, aber so hoch am Berg, dass man im Talort kaum etwas davon hört. Hier oben am Hang ist das Tosen jedoch deutlich zu hören.

Es ist schon schlimm, wie sehr in Deutschland der Autoverkehr die Landschaft dominiert und wir bekräftigen hier und jetzt erneut unseren Entschluss, uns auch in der Zukunft kein Auto anzuschaffen. Allerdings müssen wir einräumen, dass auch wir saisonunabhängig Obst und Gemüse kaufen und auch sonst dem Konsum nicht abgeneigt sind. Irgendwie muss der ganze Kram ja transportiert werden und wir sehen, wie sich auf der Autobahn vor uns LKW an LKW reiht. So ganz unschuldig an dem Straßenverkehr sind wir leider auch nicht … 😦

Extrem steil ist der Abstieg nach Wiesensteig, wieder an zahlreichen Bildstöcken entlang. Auch in Wiesensteig halten wir uns brav an die Wegführung des Albtraufgängers und ziehen am Schloss vorbei, durch die Gassen der Altstadt und schnurstracks in eine Bäckerei. Mit Kaffee und einem „süßen Stückle“ auf der Hand machen wir es uns auf einer Bank am Schloss gemütlich – soweit mit nassen Hosen möglich – und überbrücken so die Wartezeit, bis unser Bus kommt.

Morgen geht’s an die nächste Etappe von Wiesensteig nach Bad Boll. Schön ist das Wandern auch vor der eigenen Haustür. Coronakonform spielen wir Touristen im eigenen Ländle!

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/schwaebische-alb/albtraufgaenger-etappe-6-trauf-idylle/12002635/#dm=1

Auf dem Albtraufgänger: Etappe 5, Teil 2

Von Bad Ditzenbach nach Bad Überkingen: 17,5 Kilometer
Gelaufen am 27. April 2021

… und weiter geht es auf dem Premium-Weg „Albtraufgänger“!

Eigentlich wollten wir ja in unserer Urlaubswoche fleißig wandern. Aber leider kommen wir erst heute – am Dienstag – endlich los. Wichtiges hat uns am Wochenende vom Wandern abgehalten und dafür sind wir trotz Corona sogar 500 Kilometer hoch in den Norden gereist – Aber warum, das verraten wir euch erst im Juni! 🙂

Wenn ihr euch erinnert: Der „Albtraufgänger“ ist ein neuer Premium-Wanderweg hier auf der Alb, der einmal über den Albtrauf des oberen Filstals – des „Goisatäles“ – führt und als Rundwanderweg in Wiesensteig startet und endet. Er ist in sechs Etappen angelegt, die alle bequem mit Bus und Bahn von unserem Wohnort aus zu erreichen sind. Wir finden: Das ist das ideale Wanderprojekt in Corona-Zeiten!

Für heute haben wir uns den zweiten Teil der eigentlich fünften Etappe ausgesucht. Diese Etappe läuft von Ost nach West, von unserem Wohnort Geislingen aus in knapp 24 Kilometern bis nach Bad Ditzenbach. Weil dabei aber wackere 750 Höhenmeter Anstieg zu bewältigen sind und wir nach der langen Winterpause noch etwas steif in den Gliedern sind, haben wir die Etappe zweigeteilt. So können wir etwas läger schlafen und sind zum Kaffee wieder zurück in Geislingen!

Das letzte Mal sind wir von Bad Überkingen nach Geislingen gelaufen, heute geht es von Bad Ditzenbach nach Bad Überkingen. Durch unsere Zweiteilung der Etappe laufen wir rund fünf Kilometer mehr – zweimal geht es dabei durch das Autal zur Bushaltestelle nach Bad Überkingen. Aber der Weg durch die Steuobstwiesen ist so schön, das macht uns gar nichts aus!

So hoch sind die Berge im Goisatäle gar nicht. Aber wie kommen dann die vielen Anstiegsmeter zusammen? Nun, der Albtraufgänger nimmt alle Sehenswürdigkeiten auf dem Weg mit. Die erste Attraktion heute ist die Hiltenburg oberhalb von Bad Ditzenbach. Sie liegt auf einem sogenannten „Zeugenberg“, etwas abgesetzt vom Albtrauf. So steigen wir also zuerst in eine Kuhle, dann hoch zur Burg und gleich wieder zurück in die Kuhle, um dann endlich zum eigentlichen Altrauf aufzusteigen. In den letzten Jahren waren wir schon zweimal auf der Burg. Aber da wir ja den kompletten Abtraufgänger laufen wollen, müssen wir auch dieses Mal wieder hinauf!

Auch wenn nicht mehr viel vom Gemäuer erhalten ist – Der Blick von hier oben ins Täle ist phänomenal! Und wir sind fast alleine hier oben. Unter der Woche verirren sich lediglich ein paar Jogger und Spaziergänger auf die Alb.

Weiter geht es auf schwurbeligen Albwegen weiter in Richtung Deggingen. Im Winter sind einige Bäume umgefallen und Äste abgebrochen, sodass wir an manchen Stellen sogar etwas klettern müssen.

Was uns an den Albtraufwegen so gefällt: Fast immer sind sie schmal, steinig und wurzelig. Da dauern die Etappen immer etwas länger, als wenn man auf breiten Waldwegen unterwegs ist. Dafür gibt es viel Abwechslung für’s Auge und für die Füße!

Der Weg führt direkt an der Albkante entlang und von den zahlreichen Felsen hat man einen schönen Blick ins Obere Filstal hinunter. Es gibt so viele Aussichten, dass wir irgendwann einfach weiterlaufen müssen, sonst kommen wir nie in Überkingen an!

Eigentlich sind wir die ganze Strecke schon früher mal gelaufen, sind dabei aber immer oben an der Albkante geblieben. Der „Albtraufgänger“ will dem Wandertouristen aber nicht das Kloster „Ave Maria“ vorenthalten, das in Halbhöhenlage über Deggingen thront. Also führt der Weg in Serpentinen 150 Meter nach unten zum Kloster, nur um den Wanderer gleich danach wieder 200 Meter steil nach oben zurück zum Albtrauf zu schicken – wandertechnisch eigentlich eine Zumutung!

Versüßt wird einem der steile Aufstieg durch allerlei Wasserspiele und Grotten und durch einen schönen Pausenplatz an der Kapelle „Alt-Ave“.

Heute fällt uns immer wieder mal auf, wie trocken es hier ist. Die sonst oft matschigen Wege sind rissig und die Veilchen am Wegesrand ganz blass – Schon lange hat es nicht mehr richtig geregnet!

In einem weiten Bogen führt uns der Weg um das Autal herum. Der Abstieg geht natürlich am Wasserfall entlang. Lächerlich wenig Wasser läuft heute über die Sinterstufen – Das haben wir auch schon anders erlebt!

Unten angekommen nehmen wir den gleichen Weg zur Bushaltestelle, den wir schon vor zwei Wochen gelaufen sind – aber nun blühen die Apfelbäume!

Morgen soll das Wetter wieder so bombig sein, da nehmen wir uns doch gleich die nächste Etappe vor. Welche, das entscheiden wir dann spontan morgen früh. Es gefällt uns, das wir die Etappen auch mal „verkehrt herum“ oder in der „falschen Reihenfolge“ laufen können. Dem Rundweg sei’s gedankt!

Für Nachläufer oder die Kartenfüchse unter euch: Hier findet ihr die komplette Etappe von Geislingen nach Bad Ditzenbach bei „Outdooractive“:

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/schwaebische-alb/albtraufgaenger-etappe-5-trauf-panorama/12002584/

Auf dem Albtraufgänger – Etappe 5, Teil 1

Von Bad Überkingen nach Geislingen: 13 Kilometer

Klein ist unsere Welt durch Corona geworden – seit Monaten laufen wir die ewig gleichen Schleifen rund um unser Städchen Geislingen. Wir haben jedoch das Glück, dass wir in einer der schönsten Landschaften Deutschlands leben und, kaum aus der Haustür getreten, gleich im Wald sind.

Direkt bei uns am Haus verläuft ein Zertifikatsweg, der „Albtraufgänger“. In 114 Kilometern führt er zickezacke rundum unser „Goisatäle“, dem oberen Filstal. Eigentlich sind wir da fast überall schon gewesen, aber noch nie haben wir uns streng an die Wegweiser gehalten und sind den Weg im Ganzen gelaufen. Eigentlich sind wir ja eher Anhänger der möglichst geraden Linie und haben’s nicht so mit eingebauten Schlenkern zu touristischen Sehenswürdigkeiten. Doch haben wir die ewig gleichen Wege ein wenig satt und brauchen ein neues Wanderprojekt ohne weite Anfahrt. So haben wir uns vorgenommen, in der nächsten Zeit den kompletten Albtraufgänger noch mal abzuschreiten – und zwar genauso, wie er auf der Karte steht.

Der Rundweg ist auf sechs Etapppen ausgelegt, die fast alle bequem mit den Öffis zu erreichen sind. Für heute haben wir uns eine Hälfte der offizielle fünften Etappe vorgenommen – die andere Hälfte laufen wir demnächst. Die volle Etappe wäre knapp 23 Kilometer lang.

Mit dem Bus erreichen wir schon gegen neun Uhr Bad Überkingen, dem Beginn der heutigen Wanderung. Im Bus waren wir – ganz corona-konform – die einzige Fahrgäste. Offiziell beginnt die erste Etappe des Zertifikatswegs in Wiesensteig, aber da es sich um einen Rundweg handelt, können wir gut mit der offiziell fünften Etappe anfangen – und die endet vor unserer Haustür!

Bad Überkingen liegt in einem weiten, von Felsen umrahmten Senke, dem Autal. Als wir im Sonnenschein langsam zum Wald aufsteigen, blicken wir zurück auf die imposanten Felsen der Hausener Wand. Wir laufen durch frische, grüne Wiesen voller Schlüsselblumen, Veilchen und Scharbockskraut. Endlich wieder Farben auf der Wiese!

Die Hausener Wand

Typisch für das Autal sind die vielen Heuhütten und Apfelbäume, die wohl jeden Wanderer entzücken. Obwohl wir hier schon viele Male unterwegs waren und die braunen Häuschen schon hundertmal fotografiert haben, sind wir wie jedes Mal begeistert.

Noch immer befinden wir uns auf dem Zuweg zum Albtraufweg, den wir erst nach zwei Kilometern im Wald erreichen. Hier führt der Weg auf steilen Stufen hoch zum Autalwasserfall, an dem wir aber heute nicht vorbeikommen – da müsst ihr bis zum nächsten Mal warten!

Wir gehen nach links, zurück nach Geislingen

Im März ist die Stelle berühmt für die riesigen Flächen mit Märzenbechern und eine Besucherattraktion. Schon an der Bushaltestelle sind uns Wegweiser mit der Aufschrift „Zu den Märzenbechern“ aufgefallen. Leider sind diese schon verblüht, aber dafür ist der Waldboden nun übersäht mit den weißen und lila Blüten des Lärchensporn – auch hübsch!

Heute geht es unterhalb des Wasserfalls zurück nach Geislingen. Interessanterweise verläuft der Albtraufgänger auf einem Stück Weg, das wir noch nie gelaufen sind. Bisher sind wir immer zum Wasserfall hinaufgeklettert und oben an der Albkante entlang gewandert. Der Albtraufgänger führ den Wanderer jedoch auf Halbhöhenlage durch Wald und an diversen Wasserläufen vorbei. Heute plätschert jedoch nur wenig Wasser den Berg herunter und wir nehmen uns vor, mal in Zeiten der Schneeschmelze zurückzukehren.

Der Weg ist ziemlich breit und eintönig, aber zum Glück sind die Bäume noch nicht belaubt und wir haben schöne Ausblicke ins Autal. Im Sommer fänden wir den Weg oben an der Albkante vermutlich schöner, aber wir wollen mal nicht meckern – hier lässt es sich gut wandern!

Kurz vor dem Aufstieg zum Kahlenstein laufen wir durch eine typische Alblandschaft, der Wachholderwiese. Auf dieser steilen Trockenwiese haben wir vor zwei Wochen noch einige fleischige Kuhschellen entdeckt – aber heute sind sie schon verblüht.

Beim steilen Aufstieg kommen wir ganz schön ins Schwitzen. Oben angekommen ruhen wir uns auf einer Bank über dem Fels aus und genießen ein Käsebrot, Tee und den weiten Ausblick über das Tal. Eine Wandervesper – das hatten wir auch schon lange nicht mehr!

Ab hier sind wir schon auf dem „Homerun“: Der Weg zum Ostlandkreuz ist eine unserer Haustouren und wir kennen den Weg im Frühling. im Sommer, im Herbst und im Winter. Uns schockiert jedoch, wie viel Müll am Ostlandkreuz herumliegt. Scheinbar fahren die Leute am Burgerking im Tal vorbei, parken hier oben und verspeisen mit Blick auf Geislingen ihre Burger und Fritten. Den Müll wollen sie dann natürlich nicht mitnehmen, sondern werfen ihn einfach neben die schon vollkommen überquellenden Mülltonnen. Der Wind trägt die Plastikverpackungen dann den halben Berg hinunter – Schockschwerenot!

Wir laufen korrekt auf dem offiziellen Weg nach Geislingen ein und vermeiden die Abkürzung über den Parkplatz. Interessant ist, dass wir die Wegwieser am Stadtbach früher nie bemerkt haben. Heute aber sehen wir unser Städle mit den Augen von Wandertouristen. Schön ist es hier!

Nett, dass das Café in der Fußgängerzone heute leckere Erdbeerschnitten verkauft und unsere Wanderung somit mit Milchkaffee und Kuchen auf der eigenen Terrasse enden kann. Eigentlich sind wir sonst über Ostern immer bei meinen Eltern in Ostwestfalen – Merkwürdig ist das schon, über Ostern zuhause zu bleiben – aber der Kuchen ist lecker!

Wer sich für den kompletten Wegverlauf des Albtraufgängers interessiert – hier ist die Tour auf „Outdooractive:

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/schwaebische-alb/albtraufgaenger/11439272/

Schöne Ostern euch allen! 🙂

Hauswanderung Nr. 2: Am zweiten Weihnachtstag hinauf in den Schnee

Schon gestern hat es bei uns am Fuß der Alb ordentlich geschneit, aber im Verlauf des Tages wurde es zusehends regnerisch und neblig. Ausnahmsweise sind wir Weihnachten mal nicht bei meinen Eltern in Ostwestfalen und haben den ganzen ersten Weihnachtstag auf dem Sofa verlümmelt.

Heute aber hält mich nichts mehr auf dem Sofa. Die Sonne lacht und die Spitzen der Berge um unser Tal herum glitzern im Schnee!

Zwischen unserem Haus und dem Albtrauf liegen knapp 200 Meter Höhenunterschied. Bei uns im Tal sind mal gerade die Bäume ein wenig eingepudert, oben aber auf dem Albtrauf erwartet mich die volle Winterpracht. Zwei Stunden dauert meine Hausrunde Nummer 2 entlang der Westseite der Geislinger Steige – und der kleine Ausflug hat sich definitiv gelohnt!

Ein sonniger Novembertag auf der Alb

Auf dem Albsteig von Gingen an der Fils über das Längenbachtal nach Geislingen
Samstag, 14. November 2020: 11 Kilometer

Wochenlang haben wir nur kleine Touren rund um unseren Heimatort unternommen – wenn überhaupt. Zu stressig war der Arbeitsalltag und zu gemütlich das Sofa. Aber bei dem blendenden Wetter am Samstag – im wahrsten Sinne des Wortes schien uns die aggressiv Sonne direkt in die Augen – sind wir drei Stationen weiter mit der Filstalbahn in Richtung Stuttgart gefahren und sind über den Hohenstein, die Kuchalb und durch das Längenbachtal zurück nach Geislingen gelaufen.

Und wieder mal haben wir gedacht: Wie gut, dass wir uns aufgerafft haben und die Tour gelaufen sind!

Steiler Aufstieg zum Hohenstein
Blick zum Hohenstaufen
Blick zurück auf Gingen
Alte, windzerzauste Apfelbäume auf der Kuchalb

Und zuhause habe ich dann noch einen Apple-Crumble gebacken – mit aufgelesenen Herbstäpfeln von der Kuchalb!

DDLN Etappe 52: Auf dem E6 von Altenau nach Goslar

2. Oktober 2020: 22 Kilometer

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Heute ist unser letzter Wandertag in diesem Urlaub – und er versöhnt uns ein wenig mit dem E6 und dem Harz!

Der Tag beginnt mit glänzendem Wetter und der typischen Harz-Szenerie, die wir schon vom Vortag kennen – breite Schotterwege, schlammiges Ambiente. Auch hier rund um Altenau brummt der Handel mit Fichtenholz!

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Aber schon nach wenigen Kilometern erreichen wir das erste Highlight des Tages: Den Oker-Stausee! Er ist groß, er ist blau – aber leider ist nur wenig Wasser drin.

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Auch nach dem Stausee geht es breitspurig weiter. Aber durch den ausgedünnten Nadelwald gibt es einige hübsche Ausblicke auf den See und die umliegende Landschaft.

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Schön ist der Abstieg nach Römkehall – endlich wandeln wir auf schmalen Wegen!

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Ab Römkehall wollten wir eigentlich einen anderen Weg nach Goslar nehmen, fernab vom E6. Dessen Route führt nämlich durch das Okertal immer parallel zu einer Bundesstraße, was wir uns laut und stinkig vorstellen. Aber im August hat Chrisi von „Wanderblende“ einen tollen Beitrag über das Okertal veröffentlicht, der uns inspiriert hat, nun doch die Route auf dem E6 durch das Oktertal zu nehmen. Falls es euch interessiert: Hier der Link zu Chrisis tollen Beitrag: https://wordpress.com/read/blogs/153741105/posts/5240

Im Gegensatz zu Chrisi sind wir nicht frühmorgens und im Nebel, sondern an einem sonnigen Nachmittag unterwegs – trotzdem sind wir schier begeistert von dem mit großen Findlingen übersäten, engen Tal.

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Im unteren Teil des Tals wird der Weg ausgesprochen steinig und artet über Felsen zu einer moderaten Kletterpartie aus:

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Der Verkehrslärm ist im Tal kaum zu hören: Die Straße verläuft oberhalb des Tals und das laute Rauschen der Oker übertönt den Autoverkehr. Was für ein toller Abschluss unseres Wanderurlaubs!

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In Goslar machen wir noch einen Schlenker über die Kaiserpfalz, einer repräsentativen Burganlage der Salier, ursprünglich aus dem elften Jahrhundert. Bei dem Gebäude handelt es sich um den ältesten Profanbau Deutschlands, was dem Ensemble den Status einer UNESCO-Weltkulturerbestätte eingebraucht hat. Leider wurde der Bau im 19. Jahrhundert ziemlich kaputt renoviert, ist aber trotzdem sehr eindrucksvoll.

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Am Abend ist es noch so warm, dass wir unseren Urlaub in einem Biergarten ausklingen lassen können. Dieses Mal fällt es uns besonders schwer, nicht weiterzulaufen – am liebsten würden wir unsere Wanderung bis Lübeck fortsetzen!

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DDLN Etappe 51: Auf dem E6 von Scharzfeld nach Altenau

Mittwoch, 30. September 2020: 28 Kilometer

Wer die Schönheit des Harzes kennenlernen möchte, sollte sich nicht auf den E6 begeben!

Wir vermuten mal, dass die Europäischen Fernwanderwege konzipiert wurden, um den Wanderer möglichst schnell und effektiv durch Europa zu führen. Es sind quasi europäische Wander-Autobahnen, die uns auf breiten Spuren möglichst gerade und ohne Hindernisse wie Steine und Wurzeln von einer Etappe zur nächsten bringen sollen. Nur so können wir uns erklären, dass der E6 fast nur auf Asphalt und breitesten Forstwegen durch den Harz verläuft – jedenfalls auf der Etappe, die wir heute gelaufen sind!

Der Tag beginnt für uns nass. Nicht dass es regnen würde, nein nein, wir steigen halt in den dichtesten Nebel auf und begegnen dem Phänomen des Flugregens, den wir schon aus Schottland kennen. Direkt hinter Scharzfeld geht es bergauf (von 240 auf 640 Meter) auf den Großen Knollen. Woher er seinen Namen hat, wissen wir nicht, denn wir sehen nichts!

Interessanterweise hat die Baude auf dem Knollen geöffnet und auf dem steinigen Weg dorthin kommt uns im Nebel ein einsamer Poncho-Träger entgegen. Dies wird der einzige Wanderer bleiben, den wir heute treffen.

Den Kaffee bekommen wir durch eine Durchreiche in der Wand serviert und wir trinken ihn auf nassen Picknickbänken vor der Baude.

So halten wir uns dort gar nicht lange auf, denn wir haben noch ein strammes Wanderprogramm vor uns. Nach 400 Metern Aufstieg geht der Weg nun nämlich wieder 300 Meter runter nach Sieber, um uns von dort gleich wieder 500 Meter hoch zu führen. Wir laufen heute 18 Kilometer nur bergauf!

Nach der Knollen-Pause geht es auf einem schmalen und glitschigen Pfad recht steil bergab. Das ist zwar anstrengend und bedarf einer hohen Konzentration, aber dies ist der schönste Abschnitt des heutigen Tages!

Sieber ist nicht der Rede wert und besteht größtenteils aus Pensionen, die Namen wie „Haus Gisela“ oder „Haus Iris“ oder „Tannengrund“ heißen. Die Gardinen vor den Fenstern erinnern uns an unsere Kindheit in den 70ern.

Nach Sieber geht es wieder bergauf, und zwar kilometerlang auf einer asphaltierten Forststraße. Auf meiner Outdoor-Active-Karte ist der Weg jedoch als Schotterweg eingezeichnet. Wir wundern uns über den Belag, aber schnell wird uns klar, warum dieser Aufwand des Asphaltierens getroffen wurde: Auf dem Weg überholen uns mindestes sechs brausende, riesige LKW, mit Baumstämmen beladen. Überhaupt scheint der Holzschlag hier ein einträgliches Geschäft zu sein – wir passieren riesige, abgeholzte Flächen.

Aber auch ohne die Teerstraßen wird es nicht besser: Als wir endlich mal wieder Naturwege unter unseren Füßen haben, müssen wir durch Schlamm waten und über Äste steigen. Was für eine Unverschämtheit, dies ist immerhin ein internationaler Wanderweg!

Als wir die Grenze zum Nationalpark Harz passieren, wird es etwas weniger mit dem Holzschlag. Angeblich werden hier die toten Bäume stehen- und liegen gelassen. Tatsächlich sieht der Wald ein wenig besser aus, aber auch hier gibt es große Flächen mit abgestorbenen Bäumen. Schön ist was anderes!

Kurz vor Altenau freuen wir uns auf den „Wildnispfad“, der auf den Wegweisern ausgeschrieben wird. Auf unserer Karte als dünne, rote Strichel-Linie eingezeichnet, müssen wir auch hier breite Schotterwege in desolatem Zustand passieren, vorbei an großen Wüstungen. Erst kurz vor Altena erfahren wir, dass der „Wildnispfad“ ein 1,5 Kilometer langer Rundweg auf Rindenmulch ist, auf dem die Besonderheiten des Nationalparks en miniature gezeigt werden. Das. Ist. Doch. Nicht. Wild!!!

Beim Einmarsch nach Altena freuen wir uns über eine kleine, letzte Passage auf einem naturbelassen Weg. Na endlich!

Altenau sieh aus wie eine Wild-West-Stadt. Die Häuser sind fast alle aus Holz und sehen aus, als wenn sie nur provisorisch hier ständen. Auch hier buhlen zahlreiche, altmodisch anmutende Pensionen um die wenigen Gäste, die jetzt, Ende September, noch auf den Straßen flanieren.

Viele Geschäfte stehen leer, haben geschlossen oder verkaufen altmodische Harzer Souvenirs aus Holz, Porzellan, Schnaps oder Wurstwaren. Als wir um eine Ecke biegen, kriege ich fast einen Herzanfall, als mich aus einem Hauseingang zwei lebensgroße, struppige Hexen aus Pappmarché angrinsen.

Unser Hotel hat heute Ruhetag und wir laufen ein wenig herum, um einen Platz zum Essen zu finden. Wir landen im ersten Hotel am Ort, das aber merkwürdig aus der Zeit gefallen zu sein scheint: In den Fenstern stehen Barbie-Puppen mit gehäkelten Ballkleidern, die Einrichtung ist rustikal aus den 70ern und in der Ecke sitzen Loriot und seine Verlobte Hildegard.

Aber die Wirtin ist sehr freundlich und das Essen ist gut!

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