Tag 87: Aberfoyle nach Callander

Auch der heutige Tag wird uns nicht erschöpfen: Ein Anstieg von ca, 250 Meter ist zu erwarten, das ist nicht viel mehr als gestern.

Der Weg führt uns heute zunächst an der Straße bis fast ganz aus Aberfoyle hinaus. Am Medical Center am Ortende geht es links eine Fahrstraße bergauf. Danach geht es oben an einem Golfplatz entlang. Das Wetter ist mal wieder wunderbar und wir haben einen tollen Ausblick auf die Campsie Fells nach vorn und zurück auf den Ben Lomond.

Auf einem guten Forstweg geht es durch einen recht hübschen Wald bis zu einem Gatter. Hier endet der Wald und damit der breite Weg. Vor uns öffnet sich eine Moorlandschaft, wie wir sie lieben: Der Weg geht durch das hohe Gras, verschiedene Schattierungen von Braun und Gelb wechseln sich ab. An den Seiten des Tals stehen blühende Ginsterbüsche, sehr schön!

Auf einer Anhöhe machen wir unsere erste Pause mit Tee und Keksen.

Der folgende Weg durch das Moor ist nur ein Trampelpfad. Wir freuen uns über den endlich unebenen Boden unter den Füßen, denn die Forstwege und Asphaltstraßen erschöpfen sowohl die Füße wie auch das Auge.

Es geht weiter über die Ebene. Wir sind froh, dass es länger nicht geregnet hat: Bei Regen muss der Pfad sehr sumpfig sein! Obwohl es eigentlich schon länger trocken war, ist es unter unseren Füßen recht wabbelig und wir müssen immer wieder „von Bult zu Bult“ springen. So erreichen wir durch schöne, abwechslungsreiche Landschaft Loch Allt a Chip Dhuibh, einen hübschen See circa am höchsten Punkt auf unserer heutigen Etappe. Von nun an geht’s abwärts, leider wieder auf einem Forstweg.

Wir wandern erneut in einen Wald hinein. Durch die Bäume haben wir einen schönen Ausblick auf Loch Venachar, unseren ersten große Loch auf unserer Tour. Der See ist zwar ein Stausee, aber das sieht man ihm nicht an – er wirkt sehr natürlich.

Da auch hier wieder der schottische Baum-Kahlschlag zugeschlagen hat, haben wir auch hier wieder phantastische Ausblicke von der Halbhöhenlage auf den See hinunter. Wir machen Selfies mit dem See im Hintergrund, die wir Kollegen, Familie und anderen schicken.

Am Seeufer angekommen, treffen wir wieder auf eine asphaltierte Straße. Die letzten 4,5 Kilometer geht es über diese bis nach Callander. Bevor wir in das Ortszentrum kommen, trinken wir eine Pause in einem Café, das zum Hostel im Ort gehört.

Heute Abend kommen wir im Waverley Hotel unter. Hübsch altmodisch, aber gut geführt.

Nach dem Abendessen wandern Friedel und ich noch zu den Bracklinn Falls hoch. Das lohnt sich auf jeden Fall: Bei dem wenigen Regen der letzten Tage läuft nur ein Rinnsal über die Kaskaden. Aber die Schlucht ist auf jeden Fall gewaltig und man kann ahnen, wie viel Wasser hier zeitweilig fließt.

Insgesamt war heute ein toller Tag und der erste, an dem eine Art „Wildnis-Gefühl“ aufgekommen ist. Insgesamt scheint uns der Weg bis jetzt wesentlich zahmer als der „Pennine Way“. Oder liegt das am Wetter?

Definitiv nicht nur. Der Rob Roy Way ist weniger abgelegen, weniger sumpfig, führt häufiger über Straßen, ist dem Wind nicht so ausgesetzt …

 

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