Tag 85: Milngavie to Drymen

Nach einem Tag in Glasgow sind wir ganz wild darauf, endlich wieder unebenen Boden unter den Füßen zu haben!

Der heutige Tag deckt sich mit der ersten Etappe des West Highland Ways. Die Sonne lacht. Startpunkt des Weges ist Milngavie. Als wir unter dem Eingangstor des West Highland Ways Fotos machen, stehen dort zumindest vier andere „Pärchen“, von denen mindestens drei deutsche sind. Wir haben es gewusst! 🙂

Der Weg führt uns mit hübscher arrangierter Wegführung aus Milngavie heraus. Am Craigallian Loch passieren wir unseren ersten „Loch“ – klein, aber recht hübsch.

Es geh durch Heidelandschaft heraus aus der Stadt und immer näher an den Drumgoyne heran. Der Berg ist zwar nur 422 Meter hoch, aber überragt beindruckend die Lowlands. Kein Wunder, dass die naheliegende berühmte Whisky-Destillerie den Berg zu ihrem Wahrzeichen gemacht hat.

Nein, wir machen keinen Abstecher zur Destillerie und besuchen keine Führung. Schon bei unserer ersten Schottland-Tour 2008 in der Speyside sind wir keine Whisky-Freunde geworden und auch dieses Mal werden wir es nicht. Vielleicht müssen wir dafür noch tiefer in das Herz Schottlands vorstoßen?

Kurz vor Drumgoyach sitzen einige Wanderer im Schatten. Sie schauen uns erwartungsvoll an…Friedel schmettert ein heiteres „Grüß Gott!“ in die Runde, und sechs Deutsche amüsieren sich laut lachend darüber, dass schon wieder Landsleute vorbei kommen!

Tatsächlich haben wir ein wenig das Gefühl, in einer Kolonne zu laufen. Ein bisschen stört uns auch das große Aufkommen an deutsche Wanderern. Aber warum eigentlich? Wir fragen uns, ob es uns weniger gestört hätte, wenn dort vier englische Pärchen auf uns gewartet hätten. Aber generell haben wir es genossen, in Somerset, Shropshire, Yorkshire nur so wenige Menschen zu treffen, egal ob es sich um Briten oder um Deutsche handelte. Dass von den vielen Wanderern hier so viele aus Deutschland kommen, das ist schon merkwürdig ..

Der Weg von der Destillerie bis nach Drymen verläuft weiter auf dem Bahndamm und dann auf einer „Minor Road“, also auf einer wenig befahrenen Straße. Das ist das erste Mal, das wir auf einem markierten(!) Wanderweg auf einer Straße laufen müssen. Goodbye England, hello Scotland! Auch wenn Englands Ruf als Wanderland im Ausland nicht besonders gut ist: Hut ab vor den ausgezeichneten und kreativen Wegen in den Midlands!

Wir sind froh, dass wir nicht auf dem lieblosen „Campingplatz“ vor Drymen unterkommen müssen. Von der Straße aus wirkt er nicht sehr einladend. Stattdessen laufen wir bis in den Ort und kommen im „Drymen Inn“ unter. Das Gasthaus ist okay, aber erstmalig haben wir das Gefühl, dass es in Schottland nicht genug Geld gibt, um die Gaststätten und ihre Umgebung ausreichend zu pflegen. Carla, die ursprünglich aus dem Gastgewerbe kommt, bestätigt unseren Eindruck: Der Hof des Drymen Inn, in dem wir bei einem Kaffee unser Ankommen feiern wollen, ist total „verschissen“ durch Möwenkot. Die Innenanlagen sind okay und die Küche sehr gut, aber der Service ist selten schnarchig. Schade, aber im Vergleich zu England haben wir hier das Gefühl, dass man von früherem Ruhm zehrt. Wird sich dieser Eindruck im Verlauf der Tour bestätigen?

 

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