„Ruhetag“ in Killin

Wenn man einen Ruhetag einlegen will, um „shoppen“ zu gehen, sollte man nicht Killin wählen. Einkaufstechnisch ist Killin echt tote Hose – es gibt einen Coop-Supermarkt, aber selbst der ist gerade geschlossen, als wir da sind. Ansonsten gibt es noch eine Art Bio-Laden, einen Porzellan- und Geschenkartikelshop, eine Drogerie und einen Outdoor-Laden, das ist alles. Aber wir können ja eh nichts mit uns herumschleppen.

Landschaftlich hat Killin jedoch einiges zu bieten und wir sind froh, dass wir mehr Zeit im Ort hatten.

Wozu haben wir überhaupt einen Ruhetag eingelegt? Das ist überhaupt das erste Mal, das wir das machen. Einmal ist es für Carla – auf dem Coast-to-Coast-Walk hat sie es bedauert, dass wir in bestimmten Orten nicht mehr Zeit hatten. Zum anderen sind wir dieses Mal mit einer komischen Billig-Airline von Stuttgart nach Edinburgh geflogen. Sie fliegt nur Freitags oder Montags. Für den Freitag hätten wir uns verdammt beeilen müssen. Also haben wir schon im Vorfeld beschlossen, einen Ruhetag auf der Tour einzulegen und noch dazu am Ende einen Tag am Meer zu verbringen.

Nach einer geruhsamen Nacht und einem leckeren Frühstück (das Courie Inn ist eine gute Wahl) machen wir uns auf den Weg, die Umgebung zu erkunden. Zuerst suchen wir einen prähistorischen Steinkreis, den ich im Internet entdeckt habe. Wir finden ihn auf dem Gelände der Kinnell-Farm, was in Wirklichkeit der Stammsitz des alten McNab-Clans ist. Haha, gut versteckt! Auch euren alten Steinkreis habt ihr gut verborgen, aber wir haben ihn trotzdem entdeckt! Hmm, private property, no right of way. Mit Herzklopfen betreten wir die private Wiese, auf dem der Steinkreis steht – und werden nicht vertrieben!

Wie ich auch gelesen habe, ist es nicht sicher, ob der Steinkreis „echt“ ist – Egal! Zumindest Carla ist arg beeindruckt. Das ist ihr erster!

Auf dem Rückweg machen wir ein paar Fotos (ohne Leute) an den Falls of Dochart, dann trinken wir einen Kaffee und machen uns auf den Weg zum Loch Tay, auf dem gleichen Weg, den wir gestern Abend gewählt haben. Wir haben Tee, Decken und Knabbberzeug dabei und wollen uns am See etwas in die Sonne hauen: Welch ein Luxus!

In der Tat verbringen wir die Mittagszeit wunderbar entspannt am Seeufer unter uralten Bäumen. Aber nach zwei Stunden wird das etwas langweilig und es juckt uns in den Füßen: Wir gehen den gleichen Weg wie gestern zurück, aber bewundern noch ausgiebig den Hang mit Millionen von Bluebells (Kleinen Hasenglöckchen auf Deutsch). Folgt man der Pier Road weiter, kommt man zum Finlarig Castle. Wir sind total beeindruckt von den Ruinen und wie ungeregelt man darin herumlaufen kann – und lesen später an einer Bank am Eingang des Castle, das das Betreten der Ruine verboten ist, weil die Burg stark einsturzgefährdet ist. Mhhh .. aber schön war’s!

Da der Tag noch jung ist, beschließen wir, noch bis zum Moirlanich Langhaus zu laufen. Heute ist Sonntag und das vom National-Trust geschützte alte Bauernhaus ist heute zur Besichtigung geöffnet. Das Gehöft liegt jedoch drei Kilometer auswärts von Killin. Und zurück sind es auch wieder drei Kilometer. Auf Asphalt. Das gibt Carla wahrscheinlich den Rest.

Der Weg dorthin führt durch elysische Wiesen voller Lämmer und Umspannwerke.

Es ist unglaublich, wie beengt die Menschen in diesem Haus gelebt haben – Links die Tiere, rechts die Menschen. Die Decken sind unglaublich niedrig und die Räume sehr beengt. Die Möbel und das „Dekor“ sind so wie vor fünfzig Jahren, als die letzten Bewohner das Haus verlassen haben. Wir finden Moirlanich-Longhouse interessant, aber nicht umwerfend. „Umgeworfen“ hat es jedoch Carla, die ab dem nächsten Tag extrem lahmt und den zweiten Teil unserer Tour wegen einer Knochenhaut-Entzündung kaum noch schafft. Tapfere Carla! Sie wird noch ein paar Tage unter Drogen wenigstens Teile der täglichen Strecken laufen, aber auch das wird am Ende nicht mehr möglich sein. Das ist sehr schade, denn geplant war ja ein Wanderurlaub!

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