Tag 27: Wells nach Cheddar

Heute geht es in die Mendip Hills. Da der Samaritan’s Way die Hügel nur am Rande streift, haben wir uns für den West Mendip Way entschieden, der zickezacke durch die Hills verläuft. Da er aber gut ausgeschildert ist, verlaufen wir uns nicht!

Cheddar – was fällt einem dazu ein? Richtig! Was dem Holländer sein Gouda, ist dem Engländer der Cheddar. Die Stadt des weltberühmten Käses ist aber nicht nur Käse, sondern auch Heimat der Cheddar-Schlucht. Diese ist weniger bekannt als der Käse, aber nichtsdestotrotz die größte Felsschlucht in Großbritannien – Millionen Kitschfotos zeugen davon!

Aber bis dahin müssen wir zahlreiche Höhlen passieren, Schluchten umrunden, Blumenwiesen durchschreiten …

Die Mendip Hills sind im Gegensatz zu den Quantock Hills weniger mit Farnen bestanden als mit Blumenwiesen ausgestattet. Dazu gibt es an schönen Tagen einen Weítblick bis zum Meer – und heute ist so ein Tag!

Unser Weg führt am Morgen an Wookey Hole vorbei, einer der größten Schauhöhlen Englands. Das Ganze ist aber mittlerweile als eine Art Disney-Land angelegt und als wir den riesigen Parkplatz voller Busse sehen, gehen wir schnell weiter. Und zieht es eher zur Ebbor Gorge, einer bewaldeten Schlucht circa einen Kilometer von Wookey Hole entfernt. Tatsächlich ist es hier weitaus ruhiger – Wir haben die komplette Schlucht für uns allein. Der Weg führt rechts an der Schlucht vorbei zu zwei Aussichtspunkten, aber leider ist die Aussicht ziemlich zugewachsen, man sieht nicht besonders viel.

Der Weg nach Priddy führt an alten Steinmauern und in Bäume eingewachsenen Toren über Feld- und Fußwege, teilweise sehr verkrautet. Auch nach Priddy führt der Weg größtenteils über Wiesen, und die Gegend sieht zusehends nach Limestone-Country aus, also immer mehr Kalkfelsen und Kalksteine prägen das Bild der Landschaft.

Ab Mittags wandern wir stets auf dem Kamm der Mendip-Hills, so dass wir mit einem stundenlangen Weitblick über die Somerset Levels beglückt werden. Wir legen uns eine zeitlang ins Gras und genießen die Blumenwiese und den Blick auf die Levels.

Einmal kurz vor Cheddar verlassen wir den West Mendip Way, denn dieser würde uns den Berg hinunter in den Ort Draycott führen und anschließend wieder hinauf. Stattdessen nehmen wir eine Abkürzung durch das Draycott Sleights Nature Reserve. Hier treffen wir wieder auf Farne, Heidekraut und uralte verknorrte Baumreihen. Leider ist das Naturschutzgebiet sehr klein und schnell landen wir in Cheddar, schon um 16 Uhr sind wir da.

Der Ort hat vermutlich schon bessere Tage gesehen. Der Ortskern wirkt verlassen, zahlreiche Geschäfte sind geschlossen. Nach dem Check In wandern wir noch zum Eingang der Schlucht, und hier ist der Bär los! Zahlreiche Cafés, Eisbuden, Saloons und Ramschläden erwarten die Gorge-Besucher, es gibt sogar ein Café Edelweiß. Was für ein Unterschied zur „Innenstadt“, wo jedes zweite Haus ein „zu verkaufen“.Schild trägt!

Zum Glück wohnen wir im ruhigen Teil der Stadt im Bath Arms.

Die Unterkunft ist wirklich sehr gut, hat jedoch im Vergleich zu anderen historischen Gasthöfen eher wenig Atmosphäre. Das Dinner ist aber ausnehmend gut und auch das Frühstück lässt keine Wünsche offen!

Übrigens: Es gibt in Cheddar ein Käsemuseum und historische Käse-Höhlen, jedoch wird mittlerweile der meiste Cheddar-Käse nicht mehr in Cheddar produziert.

Wir wollen aber am nächsten Morgen gleich weiter, die Schlucht begucken.

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