Coast to Coast 5: Die Yorkshire Dales

Tag 7, 8 und 9 auf dem nordenglischen Coast to Coast Walk im Mai 2014:
Kirkby Stephen – Keld: 19 Kilometer
Keld – Reeth: 18 Kilometer (davon 4 Kilometer mit dem Bus)
Reeth – Richmond: 17 Kilometer

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Foto von Carla

Als wir am Morgen in Kirkby Stephen aufbrechen, regnet es bereits in Strömen. Da wir ja gestern noch nicht viel vom Ort gesehen haben, versuchen wir das schlechte Wetter mit einer Stadtbesichtigung auszusitzen. Der Ort gibt jedoch nicht viel her, also auf in die Yorkshire Dales!

Auf die Dales freuen wir uns schon besonders. Googelt mal „Yorkshire Dales“ und ihr seht den Inbegriff englischer Postkarten-Landschaften: Sattgrüne Wiesen, romantische Mauern und Ruinen, Swaledale-Schafe.
Es gibt Landschaften, die sehen bei jedem Wetter toll aus. Andere wirken umso dramatischer, wenn es regnet oder nebelt. Und manche sehen bei schlechtem Wetter einfach nur öde aus, da nutzen keine fototechnischen Raffinessen: Letzteres gilt leider für die Hochebenen der Yorkshire Dales … 😦

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Zum Glück gibt es zwischendurch auf diesen windgepeitschten Hochebenen mal das eine oder andere Bachtal, in dem ein paar Ginster-Büsche um ihr Überleben kämpfen und die netterweise ein Rastplätzchen bieten – aber nur für den Alleinwanderer!

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Kirkby Stephen liegt auf 170 Metern Höhe. Unser heutiges Ziel bis zum Mittag sind die „Nine Standard Riggs“, neun charakteristischen Steinhaufen, die sich auf 662 Höhenmetern befinden. Uns erwarten 500 quälende Höhenmeter Aufstieg, denn der Wind bläst uns voll ins Gesicht und es wird immer kälter, je höher wir kommen.

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Foto von Carla

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Foto von Christiane

Niemand weiß genau, wann, warum und von wem die neun Steingebilde aufgeschichtet wurden. Einige Experten vermuten, dass sie marodierende schottische Banden davon überzeugen sollten, dass englische Truppen hier oben auf sie warten … eine echte Beleidigung der schottischen Intelligenz! 🙂
Wir jedenfalls freuen uns, dass die Standards ein windstilles Plätzchen für unsere Mittagspause bieten, auch wenn es mit der vielgerühmten Weitsicht bis zu den Bergen des Lake-Districts und zum Cross Fell heute nicht weit her ist.

Wenigstens bleibt es bis zu unserem Einmarsch nach Keld heute Nachmittag trocken  – jedenfalls von oben!
Heute machen wir nämlich unsere erste Bekanntschaft mit patschigen, schuhziehenden Mooren. Die finden Friedel und ich so toll, das wir uns zwei Jahre später freudig in das Abenteuer der berüchtigten Pennine Way-Moore stürzen werden. So muss es auf dem Pennine Way in der guten alten Zeit vor den Steinplatten ausgesehen haben!

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Von den Nine Standard Riggs bis zum Abstieg ins Swaledale gibt es drei verschiedene Routen: Eine wird von Dezember bis April gelaufen, eine von Mai bis Juli und die dritte von Juli bis November. Dies ist der starken Erosion geschuldet, die die vielen Wanderer auf den sensiblen Moorböden erzeugen. Der C2C ist bis heute kein offizieller National Trail, so dass es keine finanziellen Mittel gibt, den Weg zu pflegen und zu unterhalten, wie es zum Beispiel beim Pennine Way oder dem West Highland Way der Fall ist. Zwar wird schon seit Jahren vorgeschlagen, den Weg in das Programm der National Trails aufzunehmen, doch der kostspielige Aufbau des England Coast Path blockiert bis auf Weiteres alle Mittel.
Für uns als Wanderer macht sich der informelle Status darin bemerkbar, dass die Wege oft sehr matschig sind, die Stiles oft wackeln, die Hecken nicht geschnitten werden und die Wegmarkierung sparsam ist. Die Wegfindung gestaltet sich deshalb manchmal etwas schwierig, aber das alles macht der Beliebtheit des Weges keinen Abbruch!

Komischerweise sind wir heute auf den Nine Standards total allein und auch auf dem Weg nach Keld werden wir niemanden mehr treffen.

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Auf dem Weg nach unten wird es wieder ein wenig grüner, denn wir befinden uns bereits im oberen Swaledale. Hier treffen wir das erste mal auf den River Swale, der uns die nächsten zweieinhalb Tage begleiten wird.

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Ohne Sonne …
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… mit Sonne!

Außerdem ist heute der Tag der hässlichen Tiere: Was der eine zu viel hat, hat der andere zu wenig!

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Das Wetter wird kurz vor Keld auch wieder besser. Et voilà – somit auch die Fotos!

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Catrake Force – Foto von Carla
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Catrake Force

Keld ist das oberste Dörfchen im Swaledale und im Winter unter Bergen von Schnee begraben – heute bescheint uns gnädig die Nachmittags-Sonne und es wird auch gleich wieder wärmer.
Das Dorf liegt hübsch im Tal und ist mit seinen braunen Steinhäusern ein echtes Schmuckstück. Woanders gäbe es jede Menge Cafés, Souvenirläden, Woll-Manufakturen und einen großen Busparkplatz – hier nicht!

Unsere Unterkunft ist heute die wunderbare Keld Lodge, eine ehemalige Jugendherberge und unsere ewige Nummer Eins auf unserer „Beste-Unterkünfte in GB“-Liste. Hier kreuzen sich der C2C und der Pennine Way, so dass wir 2016 noch einmal in dieser supergemütlichen und hikerfreundlichen Lodge übernachten können …

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Am nächsten Morgen drücken wir uns noch lange in der Keld Lodge rum. Der Blick aus den große Panorama-Fenstern beim Frühstück verheißt nichts Gutes – es regnet wie’d Sau!!
Und es wird den ganzen Tag nicht aufhören. Von Keld nach Reeth gibt es zwei Varianten als Wegführung des C2C: Die Hauptroute führt durch das Moor und an alten Bleiminen vorbei. Sehr reizvoll, aber heute definitiv zu sumpfig. Sogar unser Reiseführer rät davon ab!
Eine Variante verläuft durch Muker und Gunnerside direkt durch das Swaledale. Hier versinken wir zwar nicht im Moor, aber der Weg verläuft fast ausschließlich über nasse Wiesen und es gibt Stiles, Stiles, Stiles. In den Yorkshire Dales sind ja alle Wiesen so pittoresk mit Steinmäuerchen eingefasst. Das bedeutet aber, dass man über jede Mauer klettern muss. Extrem anstrengend, auch wenn in die Mauern glitschige Trittsteine eingebaut sind, die das Überklettern erleichtern sollen (Stiles). Oder es gibt so Einschnitte in den Mauern, die so eng sind, dass kein Schaf sich durchzwängeln kann. Aber vor allem auch kein Wanderer mit Rucksack!

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Unsere Mittagspause verbringen wir in einem alten Schafstall – der einzige trockene Platz weit und breit!

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Foto von Carla

So schön das Swaledale auch ist – Schon mittags sind wir patschnass und die Moral sinkt. Unterwegs begegnen wir Wanderern mit riesigen Regenponchos – Friedel und Carla beschließen, sich solche Dinger zu kaufen, so lächerlich sie auch aussehen mögen. Christiane und Steffi würden sich nie, nie und nochmals nie in solche unförmigen Schwitzdecken hüllen. So vergeht der Nachmittag mit der Diskussion um angemessene Regenkleidung. Am nassesten aber sind die Füße!

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Vier Kilometer vor unserem Ziel geben wir auf. Wir sind ein Stück an einer Straße entlanggelaufen und die vorbeifahrenden Autos haben uns auch noch ordentlich nassgespritzt, da kommt ein Bus um die Ecke. Damals waren wir noch keine Puristen: Wir haben die Nase voll und steigen ein!

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Reeth mag ein hübsches Örtchen sein – Wir aber wollen nur noch in die Badewanne und in der herrlich überheizten Bar des Buck Hotels „Hornochse“ spielen! Am Abend sinken wir in unsere herrlich plüschigen Himmelbetten und träumen von besserem Wetter …

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An den nächsten Tag können wir uns gar nicht mehr richtig erinnern – das Swaledale öffnet sich und die Berge werden flacher, es geht über Wiesen, Wiesen Wiesen und Country Roads. Der Weg ist ganz nett, aber nicht atemberaubend. Noch dazu ist es kalt und schmuddelig. Wenigstens regnet es heute nur noch gemäßigt!

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Foto von Carla
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Foto von Carla – man beachte das Messer im Cairn???

Wir freuen uns, als wir die County-Grenze zu Richmond erreichen. Nun sind wir fast da und morgen haben wir einen wanderfreien Tag!

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Foto von Christiane

Richmond ist die einzige richtige „Stadt“ auf dem C2C -am Abend sind wir noch fit und motiviert genug, die Stadt und Richmond Castle zu besichtigen. So gibt es doch noch ein Highlight nach zwei eher mäßig schönen Wandertagen.

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Unser B&B in Richmond ist eher etwas steif und kühl. Die Empfehlung für das Abendessen ist ein veganes Restaurant in der City. Das trifft nun nicht unbedingt den Massengeschmack unserer Gruppe, aber wird mehrheitlich als „neue Erfahrung“ verbucht. Ich fand’s cool!

Da wir ja morgen einen Pausentag in York haben, können wir es abends im Pub mal so richtig „krachen lassen“! Wir kommen mit einem sehr interessanten Yorkshireman ins Gespräch, dem die einen in der Gruppe eher misstrauisch gegenüberstehen, aber von dem die anderen unserer Gruppe sich  gern und lange volllabern lassen. Sehr interessant, mal so einem echten Local zu lauschen – aber wir haben ihn mehr schlecht als recht verstanden. Lag das am berüchtigten Yorkshire-Dialekt oder am Ale? 🙂

 

Coast to Coast 4: Durch’s Eden Valley von Bampton nach Kirkby Stephen

Tag 6 und 7 auf dem nordenglischen Coast to Coast Walk Mai 2014:
Bampton Grange-Orton: 18 Kilometer
Orton-Kirkby Stephen: 19 Kilometer

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Oh, elysisches Eden-Valley! So grün! So fruchtbar! So weit und eben! 🙂

Die nächsten zwei Wandertage des C2C stellen eine Art Übergang von den Bergen des Lake Districts zu den Pennines dar, dem großen Hochmoor in der Mitte Englands. Zwar ist das Eden Valley landschaftlich nicht ganz so spektakulär wie der Lake District und die vor uns liegenden Yorkshire Dales, aber wir freuen uns, dass wir uns in der sanft-hügeligen Landschaft ein wenig von den Strapazen der letzten Tage erholen können!

Als wir vier am Morgen in Bampton Grange aufbrechen, verlaufen wir uns erst mal ordentlich. Bampton liegt ja etwas abseits vom C2C und unser Plan ist, uns über Wiesen zur nächsten Wegmarke durchschlagen, zur Shap Abbey. Auf der Karte gibt es einen eingezeichneten Weg über die Wiesen, allerdings existiert der in der Realität gar nicht! So ist das, wenn man sich abseits der ausgetretenen Pfade bewegt – man muss sich im wahrsten Sinne des Wortes „durchschlagen“!

Zwei freundliche Bewohner des kleinen Örtchens Rosgill lassen und über ihr Grundstück laufen und erklären uns den richtigen Weg. Die beiden sind den C2C vor zehn Jahren gelaufen und schwärmen noch heute davon. Also flugs über die Mauer und auf  zur alten Abtei!

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Foto von Christiane
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In der Senke: Die Abbey

Das Highlight des heutigen Tages ist Shap Abbey. Die alte Klosteranlage wurde Ende des 13. Jahrhunderts erbaut, jedoch ist wenig über die weitere Geschichte der Abtei bekannt. Die mönchische Gemeinschaft wurde 1540 aufgelöst, als Heinrich der Achte (Henry XIII) das Kloster schließen ließ und an einen seiner weltlichen Vasallen verschenkte, wie so viele andere katholische Einrichtungen in England. Seitdem verfällt die Abbey. Wir aber sind erstaunt, dass von dem alten Gemäuer noch so viel erhalten ist und freuen uns über eine sonnige Mittagspause in der ansonsten menschenleeren Anlage.

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Foto von Carla

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Das Dörfchen Shap selbst gibt nicht viel her. Allerdings gibt es dort einen Laden, in dem wir unsere Vorräte wieder aufstocken können.
Der nächste Abschnitt ist nicht so schön: Wir müssen an einem riesigen Steinbruch vorbei und über eine fiese Autobahn, zum Glück gibt es eine Brücke. Das Eden Valley zwischen den Gipfeln des Lake Districts und den flachen Kuppen der Pennines war früher wie heute eine wichtige Passage zwischen Nord- und Mittelengland – und irgendwo müssen die Autobahnen ja hin. Immerhin sind die Highways nicht ganz so allgegenwärtig wie im Autoland Deutschland …

So freuen wir uns schon auf eine andere, ganz besondere Straße – auf unserer Karte sind eine Römische Straße und ein Steinkreis eingezeichnet. Jedoch erkennen wir in der Landschaft weder das eine noch das andere – irgendwie haben wir nicht das Auge für solche archäologischen Besonderheiten!

Dafür gibt es satte Wiesen, alte Mauern, verfallene Gehöfte und Ställe – und weite Blicke über das Grasland und die Berge vor und hinter uns.

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Mit dem Eden Valley haben wir Kalkstein-Gebiet betreten – überall auf den ansonsten grünen Wiesen finden sich weiße Farbtupfer – Steine und Schafe!

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Am Nachmittag zieht Regen auf, aber das schreckt uns nicht – bald sind wir in Orton und der dunkle Himmel und ein Regenbogen sind der krönende Abschluss unseres heutigen Wandertages, auch wenn wir ein wenig nass werden.

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Orton ist ein wirklich hübsches Dörfchen, geschützt in einer Senke gelegen, mit hübschen Vorgärten voller Blumen und kreativer Figuren.  Das Klima hier soll sehr gesundheitsfördernd sein – das Dorf ist bekannt dafür, dass viele Bewohner über 100 Jahre alt werden!

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Das George Hotel ist eine der wandererfreundlichsten Herbergen, in denen wir je übernachtet haben: Sofort beim Einchecken werden uns unsere nassen Schuhe abgenommen und in einen Trockenraum gebracht. Wir könnten unsere Wäsche zum Waschen abgeben und auch ansonsten ist der Laden superfreundlich und gut geführt. Da freut sich das Wandererherz! 🙂

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Am nächsten Morgen auf dem Weg nach Kirkby Stephen wird es rauher, sowohl landschaftlich als auch wettertechnisch. Glücklicherweise regnet es nur wenig, aber die Wiesen sind patschnass. Auch die Landschaft wird zunehmend mooriger – die Yorkshire Dales nahen!

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Foto von Christiane

Wir alle fluchen ein wenig wegen der vielen Pfützen und nassen Passagen, die es heute zu überspringen und zu durchwaten gilt – aber noch Schlimmeres wird kommen! 🙂

Unsere Mittagspause  verbringen wir im „Paradies“: Das Smardale mit seinem alten Eisenbahnviadukt ist eine grüne Oase in der ansonsten kargen Moorlandschaft.

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Blick zurück zum Lake District

Als wir nach neunzehn Kilometern in der Kleinstadt Kirkby Stephen ankommen, sind wir trotzdem recht entspannt  – der Weg war zwar etwas nass, aber nicht besonders anstrengend. Wir freuen uns auf eine schöne Dusche und ein Ale in unserem Hotel „Black Bull“. Doch der Wirt an der Rezeption kann unsere Buchung nicht finden – oh Schreck!!!
Steffi hat den blödesten Buchungsfehler ihrer Hiking-Karriere verzapft – statt drei Zimmer für den 26. Mai hat sie die Zimmer für den 26. April gebucht! Das Hotel hatte die 190 Pfund für den Aufenthalt sogar schon von der Kreditkarte eingezogen – aber sie hatte es für eine Vorauszahlung gehalten!
Glücklicherweise ist das Hotel aber heute nicht voll ausgebucht und wir bekommen unsere Zimmer – und das alles ohne Aufpreis! Vielen Dank, Black Bull!

Den Abend verbringen wir Karten spielend im gemütlichen Pub. Die Stadtbesichtigung verschieben wir auf morgen! 🙂

 

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Coast to Coast 3: Von Grasmere über Patterdale nach Bampton Grange

Tag 4 und 5 auf dem Coast to Coast Walk Mai 2014:
Grasmere-Patterdale: 15  Kilometer
Patterdale-Bampton Grange: 23 Kilometer

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(Foto von Carla)

Im Tal in Grasmere ist es noch schön, als wir nach einem tollen Frühstück in unserem B&B aufbrechen. Beim Aufstieg (550 Höhenmeter) weht jedoch ein eisiger Wind von vorn, der uns den Weg zum Grisedale Tarn erschwert. Je höher wir steigen, desto mehr versinken wir in den Wolken – was für ein Unterschied zu den angenehmen Temperaturen der letzten Tage!  Zum Glück haben wir heute auf der Hauptroute des C2C von Gramere nach Patterdale nur 15 Kilometer vor uns. Den Gedanken, die Variante über die berühmte Striding Edge und den Berg Helvellyn zu nehmen, verwerfen wir schnell, als wir oben in die Wolken eintauchen – zu windig, zu neblig und zu kalt heute …

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So bleibt uns nichts anderes, als stramm bis zum Grisedale Tarn durchzumarschieren. Oben am See gibt es jedoch kein windgeschütztes Plätzchen für eine Pause, also laufen wir weiter bis zur Ruthwaite Lodge, in deren Windschatten wir unsere Mittagspause einlegen.

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am Grisedale Tarn (Foto von Carla)
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Ruthwaite Lodge

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Nach der Lodge sind wir froh, als wir wieder vom Berg runterkommen. Die letzten sieben Kilometer geht es durch das liebliche Grisedale und das Patterdale über Wiesen zu unserem B&B, der Greenbank Farm. Welch ein Kontrast zu dem fiesen Wetter oben auf dem Berg!

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im Grisedale

Auf diese B&B-Unterkunft auf einer echten Schafs-Farm sind wir ganz besonders gespannt. Wir haben alle drei Zimmer gebucht, die dort angeboten werden. Beim Anmarsch auf die Farm werden wir gleich von einem Rudel Border Collies begrüßt – Beverley und ihre Familie haben 19 Hüte-Hunde, die sich freudig auf uns stürzen!

Am Abend werden wir von Beverley fürstlich bekocht. Das Drei-Gänge Menü besteht aus Suppe, Hühnchen mit Kartoffeln und Gemüse und …. Sticky Toffee Pudding!!!
Das ist unsere erste Bekanntschaft mit dieser extrem süßen und tatsächlich klebrigen Nachspeise. Christiane und Carla kriegen das Zeug nicht runter und ich überlasse die Hälfte meines Desserts gern dem Friedel – der isst alles, was süß ist …

Am Abend wollen wir noch eine Runde um das Haus drehen, aber die Hunde warten schon auf uns. Besonders begeistert sind sie von Carla, sie springen gleich begeistert an ihr hoch und verdrecken ihre hellblauen Abend-Sneakers. Nee, da bleiben wir den Rest des Abends dann doch lieber im Haus … 🙂

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Am nächsten Morgen brechen wir zeitig auf, denn es wartet die anstrengende Abschluss-Etappe des Lake Districts auf uns – auf den ersten sieben Kilometern haben wir einen Anstieg von 650 Höhenmetern zum Kidsty Pike.

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die ersten Meter am Morgen …

Als wir die ersten 300 Höhenmeter Anstieg schon geschafft haben, gibt Carla für heute auf – zu anstrengend waren die letzten Tage und zu lang erscheint ihr der Weg, der heute noch vor uns liegt. Dabei hat sie die Hälfte des Aufstiegs schon geschafft! Unser gutes Zureden hilft nichts, sie steigt wieder ab und macht sich einen schönen Tag mit einer Bootsfahrt über Ullswater, einem Einkaufsbummel in Penrith und einer Taxifahrt nach Bampton, wo sie uns am Abend wieder in Empfang nehmen wird. Die gute touristische Infrastruktur im Lake District macht diese Solotour möglich und alle Beteiligten sind zufrieden.

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rechts am Berg: Der Anstieg zum Angle Tarn

Der Aufstieg zum Angle Tarn und weiter zum Kidsty Pike (780 Meter) hat es in der Tat in sich – zwar ist es nicht ganz so kalt wie gestern, aber der Wind pfeift uns dreien trotzdem ordentlich um die Ohren. Es ist nicht zu glauben: Zwar sind die Berge hier nur selten über 800 Meer hoch, aber es herrschen alpine Verhältnisse! Wir sind froh über unsere langen Hosen und tragen wegen des Windes freiwillig unsere Regenjacken. Währenddessen überholen uns verrückte Engländer in kurzen Hosen und Träger-Shirts und tragen ihre Mountain Bikes auf dem Rücken den steinigen Pfad hoch …

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Angle Tarn

Der Grat kurz vor dem Gipfel heißt „High Street“, und so kommt er uns auch vor: Heute am Samstag sind Unmengen von Radfahrern und Wanderern unterwegs. Es ist schwer, auf dem Gipfel ein windstilles Plätzchen für unsere Mittagspause zu finden – hinter allen Steinen kauern Leute.

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Kidsty Pike

Der Abstieg vom Kidsty zum Haweswater herunter ins Tal ist mörderisch steil – da hätte Carla aber geflucht!
Im Gegensatz zu den vielen anderen Seen im Lake District ist Haweswater ein Stausee. So gibt es keinen direkten Zugang zum See, das Ufer ist komplett eingemauert bzw. eingezäunt. Schade eigentlich! Zumindest finden wir ein schönes Plätzchen für unsere Kaffeepause.

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Der Weg zieht sich ewig am Westufer des Sees entlang. Nach der Staumauer und einem kleinen Wäldchen öffnet sich die Landschaft und wird plötzlich flach – der Lake District liegt hinter uns.

Unser Inn in Bampton Grange liegt zwei Kilometer vom C2C ab, aber das macht uns gar nichts – heute haben wir uns unser Ale bzw. das Cider für Christiane redlich verdient! Auf einer Bank vor dem Inn wartet Carla schon auf uns – wir sind wieder vereint! 🙂

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Bampton Grange
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Unser Inn in Bampton Grange (Foto von Carla)

Wir wünschen euch alles Gute für 2019!

 

 

 

Coast to Coast Walk 2: Ennerdale nach Grasmere durch den Lake District

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Zwischen Ennerdale Bridge und Ennerdale Water

Tag 3 und 4 auf dem Coast to Coast Walk Mai 2014:
Ennerdale Bridge nach Seatoller: 23km
Rosthwaite nach Grasmere: 15km

Hier kommt die Beschreibung des zweiten und dritten Tages unserer C2c-Tour mit Carla und Christiane. Die nächsten vier Tage werden wir den Lake District in Nordengland durchwandern – es wird ganz schön bergig!

Nach einem reichhaltigen englischen Frühstück im Fox and Hounds geht es früh am Vormittag zum Ennerdale Water. Dunkle Wolken stehen über dem Tal, aber es regnet nicht und es ist relativ warm, auch schon am Morgen. Auf dem Rasen neben unserem Pub stehen drei Zelte – Hochsaison für den Coast to Coast Walk!

Die ersten 2,5 Kilometer geht es noch bequem über Asphalt und Schotter bis zum Westende des Sees. Aber kaum haben wir das Wasser erreicht, wird es verflixt steinig und wurzelig! Uns jüngeren drei Teilnehmern der Exkursion macht das nicht so viel aus – aber Carla ächzt und schimpft. Es gibt sogar eine Kletterstelle am Anglers Crag, die überwunden werden muss. Carla schlägt sich jedoch tapfer und im Verlauf der nächsten Tage wird sie sich zum Glück immer mehr an die Steine gewöhnen und sicherer werden.

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Der See und die Sicht auf die umliegenden Berge sind schon toll. Aber noch besser gefällt es uns hinter dem See. Im Ennerdale sieht es aus wie in Kanada!

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Bluebells!!

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Unser Pausenplatz für das Mittagessen

Am Ende des Tals steht ein extrem isoliertes Youth Hostel. Wir bleiben jedoch nicht dort, sondern müssen nun den Berg hinauf zum Hornister Pass. Wir haben auf unserem Weg um den See herum viel Zeit verloren und müssen uns ein wenig sputen – oben auf dem Pass wollen wir den Bus nach Keswick noch erreichen!

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Black Sail Youth Hostel, die kleinste und abgelegenste Jugendherberge Englands

Mittlerweile ist früher Nachmittag und es richtig heiß geworden – es geht steil 400 Meter den Berg hoch. Wir kommen bei der Kraxelei ganz schön ins Schwitzen, aber werden oben mit einem tollen Blick in das Nachbartal auf Crummock und Ennerdale Water und das Dörfchen Buttermere belohnt.

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Foto von Christiane

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Foto von Christiane

Der Abstieg zur alten Schiefermine von Honister und zum Pass ist wieder arg steinig. Zwar verläuft der Pfad teilweise über einen alten Bahntrack …

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Foto von Christiane

… aber wir verlieren trotzdem viel Zeit und verpassen den Bus an der Mine um wenige Minuten – Mist!

Wir beschließen, weiter das Tal hinunter nach Seatoller zu laufen, denn dort gibt es eine Telefonzelle. Von dort wollen wir uns ein Taxi rufen, denn wir übernachten heute nicht am eigentlichen Etappenziel in Rosthwaite, sondern in der nächsten Stadt, in Keswick. Die Unterkünfte in Rosthwaite waren alle ausgebucht oder zu teuer.

Nach all dem Geröll auf dem Pass erscheint uns Seatoller wie ein grünes Paradies …

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… und das Taxi ins 12 Kilometer entfernte Keswick ist für vier Personen dann sogar billiger als der Touristen-Bus!

Keswick ist ein nettes Örtchen und unser B&B-Wirt Connors ein echter Schatz. Da es direkt nach dem Frühstück am nächsten Tag  einen Bus zurück nach Rosthwaite gibt, können wir unseren Aufenthalt in der „Stadt“ genießen und gönnen uns am Abend Pizza und Pasta statt Fish and Chips – und natürlich unser wohlverdientes Ale!

Nachdem Friedel am Morgen im B&B einen Feueralarm mit dem Toaster ausgelöst hat, geht die abenteuerliche Busfahrt nach Rosthwaite durch scharfe Kurven und schmale Trollstraßen am Derwent Water entlang zurück ins Hobbitland. Weil der Bus nicht nach Seatoller fährt, haben wir die zwei Kilometer von Seatoller nach Rosthwaite übersprungen – aber 2014 sind wir noch keine Puristen! 🙂

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Die Nacht über hat es geregnet und Rosthwaite präsentiert sich nebelverhangen und patschnass. Die Wiesen um den aus Schiefersteinen erbauten Ort sind sattgrün und die für den Lake District so typischen alten Steinmauern famos vermoost. Da uns heute nur eine „lächerliche“ Etappe von 15 Kilometern erwartet, können wir uns für den Aufstieg zur Greenup Edge heute viel Zeit nehmen – die wir auch brauchen, denn es sind knapp 500 Meter Anstieg.

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Blick zurück auf Derwent Water
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Foto von Carla

Im Vergleich zu gestern ist der Weg aber geradezu bequem und am vormittag ist es auch noch nicht so heiß. Leider beginnt es am Pass zu regnen und bis Grasmere schauert es heute den ganzen Tag.

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Foto von Carla
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Foto von Carla

Eine kleine Regenpause nutzen wir für unser Mittagessen und Carla verblüfft uns mal wieder – sie hat sogar eine Picknick-Decke dabei!

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Heute gibt es Reste-Essen! (Foto von Carla)

Grasmere ist ein wirklich hübsches Dorf mit lauter Hobbit-Häusern – aber schrecklich touristisch. Es gibt fast keine normalen Geschäfte, nur Cafés, Kunstgewerbe- und Andenkenläden. Da aber heute ein Donnerstag in der Nebensaison ist, sind nicht allzu viele Menschen unterwegs.

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Unser B&B „How Foot Lodge“ (Foto von Carla)

Unser B&B gehört dem National Trust und raubt uns seiner Schönheit wegen den Atem – aber leider ist niemand da, als wir klingeln. Zum Glück gibt es jedoch einen Briefumschlag mit unseren Schlüsseln, so dass wir Einlass in unsere luxuriösen Zimmer erhalten. Ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis, dieses B&B! Unsere Gastgeberin werden wir erst beim Frühstück kennenlernen.

Von unseren Fenstern aus können wir auf den Grasmere-See sehen und auf das Hotel schräg gegenüber, wo wir am Abend essen gehen. Der Spaziergang durch Grasmere muss heute Abend wegen des Regens leider ausfallen!

Dank an Christine und Carla für die Fotos!

 

Nordengland für Einsteiger – Wainwright’s Coast to Coast Walk (C2C)

Wenn wir nur einen Wanderweg in Großbritannien gehen dürften – wir würden uns für „A Coast to Coast Walk“ entscheiden. Kein anderer Wanderweg hat auf seiner Strecke so eine Vielfalt an tollen Landschaften zu bieten. Von der Irischen See im Westen durch drei Nationalparks (den Lake District, die Yorkshire Dales und das North York Moor) bis zur Nordsee an der Ostküste – 300 abwechslungsreiche Wanderkilometer durch die schönsten Landschaften Nordenglands.

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Start in St Bees an der Irischen See

 

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Lake District: Ennerdale Water
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Lake District: Patterdale

2014 sind wir mit zwei Freundinnen diesen unvergesslichen Weg quer durch England gelaufen und haben uns dabei mit dem England-Virus infiziert. Seitdem haben wir alle unsere nachfolgenden Wanderurlaube auf der Insel verbracht.

Wo es doch jetzt draußen so kalt und schmuddelig ist, wollen wir euch in den nächsten Wochen mit einigen Artikeln für den C2C erwärmen, auch wenn die Tour schon fast fünf Jahre zurückliegt. Aber zunächst ein paar Infos zum Weg:

Kaum zu glauben, aber der Coast to Coast Walk zählt zu den populärsten Fernwanderwegen der Welt, wenn er auch in Deutschland eher unbekannt ist. Er verläuft nicht durch Schottland, zählt nicht zu den offiziellen National Trails, ist nicht markiert und auf keiner Ordnance-Survey-Karte eingezeichnet. In den USA oder Australien gehört der Trail jedoch zu den Top-Ten-Wegen, die jeder Fernwanderer einmal gelaufen sein soll.

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Info Tafel in St Bees am Start

Der Weg wurde 1973 von Alfred Wainwright, dem Wanderguru des Lake-Districts, als eine von mehreren möglichen C2C-Alternativen beschrieben. Tatsächlich wird der Leser in seinem Buch „A Coast to Coast Walk“ aufgefordert, sich selbst seine eigene Route zu basteln. Trotzdem hat sich im Laufe der Jahre eine typische Wegführung etabliert, an die sich (mit einigen alternativen Gipfelvarianten) die meisten Wanderer halten. Richtig bekannt wurde der Trail dann durch eine BBC-Fernsehserie mit Julia Bradbury, die auch in den USA, Kanada und Australien ausgestrahlt wurde. Während man auf dem West Highland Way vor allem Deutsche oder auf dem Pennine Way Niederländer trifft, haben wir auf den C2C vor allem jede Menge sympathische Aussies (Australier) kennengelernt – und nur einen Deutschen, Wolfgang, ein Wirt in Yorkshire!

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„Buck Inn“ in North York Moor

Obwohl im Frühling und Sommer jeden Tag fünfzehn bis zwanzig Wanderer ihre Füße in die Irische See dippen und sich auf den Weg nach Osten gen Nordsee machen, ist der Weg nicht überlaufen. Für viele Wanderer ist der C2C ihr erster Fernwanderweg überhaupt, aber er sollte trotzdem nicht unterschätzt werden! 

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Aufstieg zum Honister Pass

Der Weg wird traditionell in zwölf Wandertagen gelaufen – ein reizvoller Plan, am Meer zu starten, hohe Berge und Moore zu überwinden und am Ende wieder an der See anzukommen – und das Ganze in zwei Urlaubswochen! Dies würde allerdings bedeuten, dass der Wanderer im Schnitt jeden Tag 25 Kilometer zurücklegen müsste, und das in oft schwierigem Gelände. Zwar lassen sich die meisten Wanderer ihr Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft transportieren, aber das kam für uns nicht in Frage.

Deshalb teilten wir uns 2014 den Weg in sechzehn statt in zwölf Tagesetappen ein, auch weil wir eine eher unerfahrene Wanderin in unserer Vierergruppe dabei hatten. Einen Pausentag zur Besichtigung von York gönnten wir uns auch noch. Alles in allem war die Tourenplanung eine gute Entscheidung, denn am Ende kamen alle vier von uns glücklich an der Nordsee in Robin Hood’s Bay an! 

Wir wollen euch demnächst in einer Reihe die einzelnen Landschaften auf dem C2C vorstellen:

  1. vom Meer in die Berge

  2. der Lake District

  3. das Eden Valley

  4. die Yorkshire Dales

  5. Ausflug nach York und das Vale of Mowbray

  6. das North York Moor

  7. das Eskdale und Robin Hood’s Bay

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Friedel, Steffi und Carla am Start des C2C. Nicht auf dem Bild: Christiane

Bis bald in St Bees am Start des Coast to Coast Walks!