DDLN Etappe 5: Auf dem Ostweg von Schramberg nach Alpirsbach

19,5 Kilometer

Die Sonne betrügt uns! Heute scheint sie fast den ganzen Tag, aber irgendwie nicht richtig, und warm ist sie auch nicht … 🙂

Wir kommen früh aus Schramberg los. Frühstück gibt es schon um sieben, das mögen wir!
So sind wir schon um Viertel nach acht unterwegs. Wir statten noch dem Glockenturm um die Ecke einen kleinen Besuch ab, den konnten wir von unserem Hotelzimmer aus sehen. 

Da wir dieses Mal am hinteren Ende des Ortes genächtigt haben, sind wir schnell raus und am Berg. Es geht gleich ein steile Treppe nach oben und schon sind wir im Wald. Auch das mögen wir, lange An- und Abwege durch Wohngebiete hingegen nicht!
Von oben haben wir noch mal einen schönen Blick zurück auf das Örtchen Schramberg. Wir fragen uns, wie es wohl wäre, in so einem engen Tal zu wohnen – auch unser Geislingen ist von Bergen umschlossen, aber nicht so hohen und dunklen …

Nett, dass der Weg gleich wieder schön schmal und wurzelig ist und die Sonne so schön durch die Bäume scheint – aber es sind höchstens vier Grad!

Nach drei Kilometern treffen wir leider schon wieder auf Asphalt. Der Weg durch den Ort Aichhalden ist lang, aber es gibt eine Bäckerei, die große Kaffees und leckere Brezeln verkauft. Wir haben schon wieder Hunger!
Bei Aichhalden haben wir auch unsere erste richtige Schwarzwald-Aussicht – allerdings eine ziemlich diesige.

Das Schöne an der zweiten Hälfte der heutigen Etappe sind die vielen Schwarzwaldhöfe. Aber auch hier hat die Modernität in Form von Baumarkt-Türen und Panorama-Fensterfronten Einzug gehalten. Der Preis der Energie-Wende?

Bei Zollhaus landen wir auf einem alten Weg, der früher die Grenze zwischen Baden und Württemberg markierte. Mal sind wir auf der Badener, mal auf der Württemberger Seite. Viele alte Grenzsteine mit den Wappen der beiden Länder stehen noch (so gerade) …

Die heutige Etappe besteht wieder zu einem Drittel aus Asphalt, aber gefühlt sind es mehr. Wir laufen jedoch konsequent auf dem Randstreifen, so dass es unseren Füßen recht gut ergeht. Aber weiche Pfade wären schöner!

Als wir die ersten Ausläufer von Alpirsbach erreichen, ist es gerade mal halb drei. Von oben erblicken wir im Tal eine riesige, hässliche Industrie-Anlage – das ist die berühmte Alpirsbacher Klosterbrauerei. Hmpf!
Mal wieder geht es extrem steil ins Tal runter. Wir laufen den Weg ja eigentlich ¨verkehrt herum¨, entgegen der allgemeinen Laufrichtung. Aber uns sind extrem steile Abstiege eigentlich lieber als hammermäßige Aufstiege am frühen Morgen – alles richtig gemacht!

Schon recht früh am Nachmittag erreichen wir unser Hotel Rössle. Sie lassen uns auch geich rein und wir freuen uns über das große Zimmer mit dem Charme der Siebziger. Und endlich mal wieder Teppichboden im Zimmer, statt Laminat! 🙂


Den Wasserkocher im Bild schleppen wir übrigens im Gepäck mit – wir haben uns in England einfach zu sehr an den Afternoon-Tee gewöhnt … 🙂

DDLN Etappe 4: Auf dem Ostweg von Villingen-Schwenningen nach Schramberg

11.04.2019: 29 Kilometer

Wir sind wieder unterwegs! Und jetzt können wir´s ja verraten: Wir sind auf Deutschlandtour! Irgendwann wollen wir an der Ostsee ankommen … 🙂

Als wir heute morgen in Villingen loslaufen, hat uns der Winter wieder – es ist saukalt und der Frühling ist hier, auf 700 Meter Höhe, gefühlt mindestens eine Woche zurück.
Zum Glück sind wir für alle Temperaturen gewappnet – nie wieder frieren!

Villingen ist ein hübsches Städtchen mit einer ziemlich intakten Stadtmauer und schönen Toren und Brunnen. 

Natürlich geht es erst mal wieder durch die obligatorischen Neubaugebiete, aber bald sind wir im Märchenwald. So stellt man sich den Schwarzwald vor: Dunkle Tannen, Moose, Flechten und verschlungene Pfade. Der erste Abschnitt von Villingen bis Möchweiler ist richtig toll. Sogar die Sonne lässt sich zwischen den Tannen blicken …

Leider geht es ab Mönchweiler wieder zunehmend über Asphalt – ein großer Nachteil des Ostwegs. Auf keinem Wanderweg bisher mussten wir so viel Asphalt treten wie hier!

In Königfeld trinken wir einen Kaffee und kommen am Albert-Schweizer-Haus vorbei. Wir haben aber keine Zeit hereinzugehen, wir haben noch 14 Kilometer vor uns.

Nach Königsfeld gibt es zwar schöne Ausblicke ins Tal, aber wir müssen wieder Asphalt treten wie blöde … die Ruine Waldau ist eine schöne Abwechslung und es gibt die ersten typischen Schwarzwald-Höfe zu begucken. Wir versuchen, möglichst viel auf dem Seitenstreifen zu laufen, aber unsere Knie und Füße meckern …

Nach Tischneck geht es endlich wieder in einen moosigen Wald – aber es geht steil bergab, und das ganze auf einer extrem nassen Hoppelpiste.

Als Schramberg unter uns auftaucht, haben wir das Gefühl, dass wir fliegen – der Ort liegt bestimmt zweihundert Meter unter uns!

Nach dem Kniekracher-Abstieg sind wir froh, dass wir endlich im Ort ankommen. Und siehe da: Hier unten stehen die Kirschbäume in voller Blüte. Der Frühling hat uns wieder.

Leider ist in unserem Hotel das Restaurant geschlossen. So müssen wir am Abend doch noch mal los – wir landen im ¨Brauhaus Schreivogel”. Allerdings ist das hauseigene Bier so früh im Jahr noch nicht gebraut. Egal, es gibt das gute Alpirsbacher! 
Da kommen wir dann hoffentlich morgen hin … 🙂