DDLN Etappe 39: Auf dem Rennsteig von Grumbach nach Steinbach am Wald

  1. November 2019: 11 Kilometer

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Eigentlich verfasse wir unsere Artikel ja immer recht zeitnah. Aber dieses Mal haben wir es bisher nicht geschafft, die letzte Etappe unseres November-Urlaubs bis zum Bahnhof in Steinbach am Wald zu posten.

Der Grund: Schon nachts im Gasthof war mir ganz kodderig im Magen. Beim Frühstück habe ich ganz gegen meine Gewohnheit kaum etwas herunterbekommen. Und so schleppte ich mich mit Übelkeit und Magenkrämpfen die elf Kilometer durch den Nebel …_DSC0949 Kopie_DSC0936 Kopie

Wir müssen uns beim Rennsteig entschuldigen: Gestern haben wir uns über die breiten Forstwege beschwert, aber heute führt der Weg uns über wurzelige, weiche Wege durch Moos und Farn. So mögen wir es!
Das Wetter könnte besser sein, aber wenigstens regnet es nicht. Aussichten gibt es bei dem Nebel allerdings keine – aber dafür herrscht im Wald eine fast märchenhafte Stimmung.

Kurz vor Brennersgrün kommen wir durch ein Waldstück, in dem Schulklassen „Waldkunst“ gestaltet haben. Hübsch!

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Brennersgrün selbst zeigt sich wie viele Orte in der Gegend ziemlich düster. Fast alle Häuser des Ortes sind mit Schieferplatten verkleidet. Im Nebel sieht das fast gruslig aus. Hier werden wir uns keinen Alterssitz zulegen! 🙂

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Der folgende Wegabschnitt ist ziemlich ziemlich interessant für Freunde geschichtlicher Relikte. Wir kommen an zahlreichen alten Grenzsteinen vorbei, die die Grenze zwischen Franken bzw. Bayern und Thüringen markierten. Der älteste Grenzstein auf diesem Abschnitt, der Kurfürstenstein, ist aus dem Jahr 1513!

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Ich bin saufroh, dass wir heute nur elf Kilometer vor uns haben. Im Verlauf des Vormittags wird mir immer schlechter. Kraftlos schleppe ich mich durch den Wald und und ich fröstle. Der finale Einmarsch nach Steinbach am Wald zieht sich endlos über einen Radweg an einer Bundesstraße entlang. Entbehrlich!

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Zwei Stunden früher als geplant kommen wir in Steinbach am Bahnhof an. Zum Glück erwischen wir relativ schnell einen Zug nach Nürnberg. Dort müssen wir dann allerdings zwei Stunden warten, denn wir haben einen „Super-Sparpreis“ der Deutschen Bahn gebucht und haben daher Zugbindung. Schlapp hängen wir uns in die Sessel der DB-Lounge, die es in Nürnberg glücklicherweise gibt. Auch Friedel geht es mittlerweile gar nicht gut. Haben wir uns einen Magen-Darm-Virus eingefangen oder uns mit dem Fisch gestern Abend den Magen verdorben?

Tatsächlich brauchen wir beide zwei Tage, bis es uns wieder halbwegs erholt haben. Für die Zukunft merken wir uns: Fischgerichte am Ende der Welt sind unbedingt zu vermeiden!

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DDLN Etappe 38: Auf dem Frankenweg/Rennsteig von Naila nach Grumbach

25.11.2019: 27 Kilometer

Für heute war Frühnebel angesagt – Und es gab: Frühnebel!

Unser selbstgebastelter Weg am Morgen hat uns gut gefallen: Sehr schnell sind wir aus dem Ort heraus und der Weg entlang der Selbitz ist schön ruhig und romantisch – vor allem in Nebel!

Besonders gefreut haben wir uns auf das Höllental. Wir sind schon seit einigen Kilometern wieder auf dem Frankenweg, dessen letzte Kilometer wir nun beschreiten. Fast 500 Kilometer haben wir auf ihm zurückgelegt – dies ist einer der längsten Wege in Deutschland!

Das Tal ist im Herbst vermutlich viel schöner als in anderen Jahreszeiten. Niemand außer uns ist heute hier unterwegs. Links und rechts des Weges gibt es uralte Felsen aus Diabas, einem alten Lava-Gestein. Die Selbitz rauscht über moosiges Gestein durch die enge Schlucht. Allerdings ist es ziemlich schattig hier – typisches November-Wetter!

Am Blechschmidtenhammer zeugen ein alter Bahnhof und ein paar alte Waggons und Loren von der Geschichte des Tals als ehemaligem Steinbruch für Schiefer und Diabas, Silber und Erze. Bis heute sind viele Fassaden der alten Häuser hier mit Platten aus Schiefer verkleidet: Das schafft eine romantische, aber auch etwas düstere Atmosphäre in den Dörfern.

Hier am Blechschmidtenhammer verlassen wir den Frankenweg und wenden uns dem „Grünen Band“ zu. Zunächst geht es durch das Tal der Moschwitz, die geschichtlich die Grenze zwischen Bayern und Thüringen markiert. Den Rest des Tages wandern wir auf Thüringer Gebiet.

Als wir aus dem Tal aufsteigen und auf den Kolonnenweg der ehemaligen Grenze treffen, sind wir gleich von den Ausmaßen der ehemaligen Grenzlinie beeindruckt: Kilometerlang erstreckt sich die breite Schneise mit dem löchrigen Betonweg durch die Landschaft. Acht anstrengende Kilometer wandern wir auf der ehemaligen Grenzlinie. Auf der einen Seite ist der Weg echt anstrengend zu laufen – Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht in die Löcher im Beton treten und womöglich umknicken.

Auf der anderen Seite haben wir in Deutschland noch nie eine so lange Strecke ohne jedwede menschliche Ansiedlung erlebt. Kilometerlang laufen wir auf Lochplatten durch eine absolut menschenlose Landschaft – keine Straßen, keine Häuser, keine Strommasten – einfach nichts außer Gras, Bäumen, einem Wall mit Graben und dem Panzerweg, auf dem wir laufen.

Auf Dauer wird die Trotterei auf dem Löcherbeton jedoch langweilig – Wir können uns nicht vorstellen, das gesamte „Grüne Band“ zu laufen. Das reicht jetzt!

Als wir hinter Schlegel auf den berühmten Rennsteig treffen, wird es aber auch nicht viel aufregender. Der Rennsteig ist hier ein extrem breiter Schotterweg, der kilometerweit schnurgerade durch den Tannenwald führt. Im weiteren Verlauf (nach unserer Mittagspause) gibt es aber auch ein paar Wegabschnitte, die auf wurzeligen Pfaden verlaufen.

Schon um 15 Uhr erreichen wir unseren Zielort Grumbach. Wir haben heute nur zwei kurze Pausen eingelegt und uns danach „warmhiken“ müssen – Kaltes Wetter verleiht Flüüüügel!