Tag 6: Perranporth nach Mawgan Porth

Die langen 26 Kilometer heute sind auf zwei Faktoren zurückzuführen: Erstens wollte Steffi nicht in Newquay übernachten, weil sie davon nur Schlechtes gehört hat. Zweitens war es möglich, dass es keine Fähre über das Gannel Estuary geben würde: Beides bewahrheitete sich!

Wieder beginnt unser Tag damit, dass wir in nassem Sand einsinken. Zunächst gilt es, das Ende des Strandes zu erreichen, eine Klippe mit dem Namen Crotty Point. Wir hatten gehofft, bei Ebbe die Klippe zu umwandern, doch das Wasser steht hoch: So steigen wir Crotty Point hoch, wieder herunter und was erwartet uns? Drei Kilometer erneutes Stapfen durch nassen Sand! Doch das stört uns nicht wirklich: Der Tag ist jung und es regnet nur ein bisschen!

Glücklicherweise legt sich der Regen im Verlauf des Vormittags. Im Nachhinein lässt sich bei uns immer gut rekonstruieren, wann es geregnet hat – es gibt dann nur wenige Fotos!

Was ich von diesem Vormittag jedoch noch weiß: Der Weg führt uns größtenteils hoch an Klippen entlang, immer wieder gibt es tiefe Einblicke auf unzugängliche Sandstrände. Die Wellen schäumen heute ordentlich, die Gischt spritzt dramatisch gegen die Felsen – da kann sich der Friedel dann doch nicht verkneifen, die Kamera einige Male auszupacken, trotz Regen.

Als wir das Gannel Estuary erreichen (breite Flussmündung des River Gannel), hat es aufgehört zu regen. Nun wird es spannend: Gibt es in der Nachsaison noch eine Fähre, die uns auf das andere Ufer nach Newquay bringt, oder müssen wir bis zur Holzbrücke laufen?

Nun, eine Fähre gibt es keine mehr. Das finden wir jedoch nicht weiter schlimm, denn 1,5 Kilometer weiter gibt es die Brücke über den Fluss, das ist dann ja nur ein kleiner Umweg, oder?

Ähmm  .. welche Brücke? Wir haben sie ernsthaft gesucht, aber einfach nicht gefunden!

Also bleibt uns nichts anderes übrig, als das Ästuar zu Fuß zu umrunden, was einen zusätzlichen Weg von fünf Kilometer ausmacht. So kommt es zu den heutigen 26 Kilometern.

Der Weg entlang des Flusses gefällt uns auf jeden Fall: Auf der anderen Seite schaut man auf tropisch angehauchte Terrassengärten, denn die geschützte Bucht erlaubt Palmen, Ziergräsern und Agaven ein üppiges Wachstum. Später weitet sich das Tal und der Fluss mäandert durch eine breite Wattlandschaft mit vielen Seevögeln – außerdem machen wir gut Strecke, weil es kaum Höhenmeter zu überwinden gibt. Und was uns besonders antreibt, ist die Aussicht auf .. einen Kaffee!

In Newquay erwartet uns –  die Hässlichkeit! Ich hatte also ganz recht damit, diesen Ort  zu meiden und uns lieber ein ruhigeres Plätzchen zum Übernachten zu suchen.

Ich habe mich schon bei früheren Urlauben gefragt, warum es manche englische Seebäder schaffen, sich so derartig zu verunstalten. Newquay ist da ein schönes Beispiel. Das triste Wetter tut noch ein Übriges dazu, aber immerhin finden wir auf der Cliff Road zwischen allerlei Wettbüros und Ramschläden einen Wetherspoon-Pub, der ordentliche Hamburger und einen guten Kaffee im Programm hat. England-Tipp: Wenn man nicht lange fackeln will, sollte man nach eine Wetherspoon Ausschau halten!

Anschließend versuchen wir, möglichst schnell zurück zum Meer zu kommen: Durch verstopfte Straßen, über Parkplätze, an hässlichen Pizza-Express und Fish-and-Chips-Buden vorbei, durch eine dunkle Unterführung (sic!) zurück zum SWCP. Der führt uns zwar entlang einer großen Ausfallstraße aus dem Ort hinaus, aber immerhin hinaus! Endlich lassen wir die letzte hässliche Riesen-Hotelanlage hinter uns und .. die letzte Häuser .. und ein langweiliger Park … und wieder die Straße voller rasender Autos, Busse, LKW und hinunter in ein Tal, aus dem Tal heraus … und … das Meer! Die Weite! Wir fallen uns in die Arme. Der SWCP hat uns wieder! Die vier allerhässlichsten Kilometer des ganzen Urlaubs liegen hinter uns!

Auf dem Weg nach Mawgan Porth und zum Merrymoor Inn fängt es wieder zu regnen an, aber was soll’s? Wir wandern wieder durch wunderschöne Klifflandschaft, unterbrochen von sandigen und felsigen Buchten. Was soll man da meckern? Auch Friedel ist so glücklich, dass er trotz Regen zahlreiche Fotos macht. Erst eine Krise lässt einen wieder schätzen, was man am SWCP so hat!

Bei Tregurrian gibt es noch mal einen Flecken mit einer hässlichen Hotel- und Appartmentanlage und riesigem Parkplatz: Wie kann man da nur Urlaub machen, wenn es rundherum so schöne, lauschige Gasthöfe gibt, wie z.B. das Merrymoor Inn?

Sechs Kilometer nach Newquay erreichen wir es endlich. Wir sind schon etwas müde, aber haben die 26 Kilometer gut überstanden. Gut zu wissen, das so ein langer Tag auch mal geht.

Das Merrymoor Inn is ein echtes Kleinod. Es liegt geschützt in der Bucht direkt am Hafen. Der Wirt gibt uns netterweise ein kostenloses Upgrade auf ein Zimmer mit Meerblick – Nachsaison! Die große Terrasse mit Blick auf das Meer muss im Sommer sehr schön sein, jetzt jedoch sind wir froh, dass wir im Warmen sitzen können. Beim Rauchen kommen wir mit einem Camper-Pärchen aus Sunderland ins Gespräch – der Mann ist kaum zu verstehen. Ein Vorgeschmack auf die Dialekte Nordenglands – werden wir uns dort wohl verständigen können? 🙂

Es dauert jedoch nicht lange, und wir verziehen uns auf unser großes und schönes Zimmer. Alt werden wir heute nicht!

Tag 5: Portreath nach Perranporth

Am Morgen hat uns Andrea ein fürstliches Frühstück zubereitet: Außergewöhnlich gut! Gewöhnungsbedürftig ist jedoch die Frühstückskonversation, die uns erwartet: Andrea nimmt lebhaft Anteil an Deutschlands Flüchtlingsproblematik und hält mit ihrem – nun ja, nennen wir es konservativem – Gedankengut nicht hinter’m Berg. Das wird uns bei unserer Englandtour noch mehrmals begegnen: Total nette und herzliche Leute, die allerdings sehr negativ gegenüber „Fremden“ eingestellt sind und von ihrer eigenen Regierung verlangen, dass diese sich doch erst mal um die „eigenen Leute“ kümmern sollte – ein Vorgeschmack auf den Brexit. Gott sei Dank zählen wir wohl nicht zu den „Fremden“? 🙂

Nach einer lebhaften Zwei-Stunden-Diskussion machen wir uns endlich auf den (verspäteten) Weg. Gern wären wir noch länger in Andreas schönem Dachgeschoss geblieben, aber hätten wir so eine Diskussion jeden Morgen ausgehalten?

Der Vormittag heute zeigt sich bedeckt und kühl, aber immerhin regnet es nicht. Wir wandern erneut durch eine Minenlandschaft, wieder durch eine Unesco-Weltkulturerbestätte. Die Wheal Coates Minen sind besonders pittoresk: Friedel kann gar nicht aufhören zu fotografieren. Allerdings kann ich ihn mit der Aussicht auf einen Kaffee vorantreiben, denn heute haben wir endlich mal einen Zwischenstopp mit Einkehrmöglichkeit: Das kleine Hafendorf Porthowan.

Der Ort liegt hübsch in die Bucht geschmiegt, mit einem ordentlichen Sandstrand. Obwohl heute Sonntag ist, hält sich die Besucherzahl des Cafés am Strand in Grenzen: Der Charme der Nachsaison, der uns ab jetzt begleiten wird. Der Kaffee war gut!

Eigentlich laufen wir heute den ganzen Tag durch ehemaliges Minengebiet. Es gibt viel zu sehen: Steinhügel in den unterschiedlichsten Farben, scharfe Abbruchkanten, kraterähnliche Wasserlöcher, alte Schienen und Schächte, ein endloser Abenteuerspielplatz – hätten wir mehr Zeit, könnte man hier unendlich fotografieren. Hinter jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken.

Das kühle Wetter heute stört uns nicht wirklich. Ein Tag ohne groß zu schwitzen ist doch auch mal nicht schlecht, zumal es auch heute wieder ordentlich auf und ab geht. Außerdem passt das Wetter zu der rauhen Küstenlandschaft.

Schon kilometerweit vor unserem heutigen Etappenziel Parranporth sehen wir nicht nur den Ort, sondern auch den dazugehörigen riesigen Sandstrand. Aber vorher gilt es noch einige Abraumhalden zu umrunden, einige Abbruchkanten zu umtänzeln und einige eingeschnittene Schotterwege zu durcheilen.

Relativ früh kommen wir im Seiner’s Arms an. Das kühle Wetter hat dazu geführt, dass wir einen Schritt schneller gegangen sind.

Das Seiner’s Arms liegt direkt am Strand und wir haben einen direkten Blick auf den weiten Strand. Wir sehen: Windgepeitschte Palmen auf der Terrasse unseres Hotels, im Hintergrund eine verlassene Strandbar und ein paar wenige Menschen, die in Parka eingemummelt dem Wind trotzen. Unglaublich, dass es gestern noch so warm war!

Es gibt jedoch auch welche, für die beginnt sie Saison jetzt erst richtig: Die Surfer!

Tag 4: Hayle nach Portreath

Die beiden Engländer kommen aus Carlisle und heißen Carl und Lisa (natürlich heissen sie nicht so;)). Das erfahren wir beim gemeinsamen Frühstück. Da wir zwei Pärchen die beiden Zimmer im B&B belegen, sind wir die einzigen Gäste beim Frühstück – und haben scheinbar auch noch den gleiche Rhythmus, weil wir zur gleichen Zeit beim Frühstück eintreffen. Von Tisch zu Tisch sind wir plötzlich im angeregten „Gear Talk“ (Gespräche über die Vor-und Nachteile gewisser Outdoor-Gegenstände) und den SWCP: Die beiden laufen ihn jedes Jahr im Herbst, eine Woche lang, abschnittsweise. Leider ist heute ihr letzter Tag: Sie reisen heute morgen zurück nach Carlisle. So ist also unsere gemeinsame Zeit zu Ende, bevor sie angefangen hat. But this is the beginning of a beautiful friendship .. 🙂 Am Bahnhof von St Ives trennen wir uns schließlich, mit einem gewissen Bedauern auf beiden Seiten.

Friedel und ich werden im Winter nach Weihnachten noch einen Urlaub im Lake District (Ennerdale Bridge) einschieben, in dem wir uns mit den beiden verabreden. Aufgrund des Hochwassers im Dezember 2015/16 wird das Treffen jedoch vereitelt. Trotzdem werden wir vier von nun an in regem E-Mail-Verkehr stehen und uns über alle unseren weiteren Outdoor-Abenteuer austauschen.

Wie Carl schon so passend beim Frühstück erklärte: „You are no purists!“. Das war die Reaktion der beiden darauf, dass wir die langweiligen neun Kilometer von St. Ives nach Hayle skippen und erst in Hayle wieder in den SWCP einsteigen. Da wir wenig Zeit haben, wollte ich die Strecke bis Portreath (19 km) heute auf jeden Fall schaffen: Die neun langweiligen Kilometer entlang der Bahnstrecke nach Hayle dazu wären definitiv zu viel gewesen. Im Nachhinein ärgert es mich allerdings, das wir sie nicht gelaufen sind. Vielleicht holen wir sie später mal nach?

Die ersten Kilometer von Hayle geht es durch ein langweiliges Industriegebiet bis zum Meer. Aber dort werden wir dann mit einem weeeeeiten Sandstrand belohnt. Und die Sonne lacht! Und wie ist das Meer so türkisblau! Nachdem wir fertig gestaunt haben, haben wir die Wahl: Schlagen wir uns über den offiziellen und sandigen Weg durch die Dünen oder wandern wir bei Ebbe am Strand entlang? Wir probieren beides und beides ist gleich anstrengend: Knöcheltief durch trockenen oder knöcheltief durch nassen Sand – Aber wir wollen ja mal nicht meckern: Wir haben heute gemäßigte 19 Kilometer vor uns, es ist noch früh und das Wetter ist bombig.

Ab dem Godrevy Point wird es wieder felsig – und eine Auf und Ab Talfahrt beginnt. Unglaublich, denn auf der Karte sieht es nach NULL-Höhenmeter aus! Der Pfad geht immer an den Klippen entlang und nach unten gibt es atemberaubende Aussichten. In einer der Buchten unter uns entdecken wir sogar Robben!

Bis nach Portreath laufen wir durch eine bergige, aber auch wunderschöne Landschaft: Tiefe Täler, Wasserfälle, tolle Klifflandschaften – Schade aber, dass sich das Wetter im Verlauf des Nachmittags arg abkühlt. Regen gibt es noch keinen, aber wie wir in den nächsten Tagen sehen werden, nimmt der Herbst nun auch in dieser sonnenverwöhnten Gegend Einzug.

In Portreath laufen wir erst mal durch den ganzen langgestreckten Ort, um fernab der Küste an Andrea’s B&B zu klingeln – wieder ein B&B, denn in Portreath gibt es nichts anderes – aber das „Portreath B&B“ entpuppt sich als wahres Kleinod: Andrea vermietet nur ein Zimmer, aber was für eins! Wir haben ein riesiges Wohn/Schlafzimmer unter dem Dach, mit geräumigem Bad und eigenem Balkon. Die Landlady ist herb, aber herzlich und empfiehlt uns das „Basset Arms“ für das Abendessen – was dann auch eine gute Wahl ist. Erstmals sind wir die einzigen, die abends noch auf der Terrasse sitzen: Alle anderen hat es bereits nach drinnen getrieben: Wir halten aus!

Tag 30: Severn Beach nach Tintern

Am Morgen verlassen wir ohne Frühstück das Hotel in Bristol und frühstücken im Bahnhof Temple Meads. Wir haben die heutige Tour so geplant, dass wir uns den langen Weg durch Bristol sparen und mit dem Zug bis Severn Beach fahren. Zwar hätten wir auch den Severn Way am River Avon entlang laufen können, doch erschien uns der Weg nicht besonders attraktiv. 22 Kilometer entlang hässlicher Industriebauten und Schnellstraßen, eine ganze Tagestour, dafür ist uns unser kostbarer Urlaub zu schade. Sollte jemand den Weg von Bristol City nach Severn Beach komplett laufen wollen: In Severn Beach könnte man nach der Tagestour einen Zug zurück nach Bristol nehmen und am nächsten Morgen von Severn Beach aus die nächste Tagestour starten. Zum Zeitpunkt unserer Tour gab es dort keine Übernachtungsmöglichkeit.

Wir fahren in Bristol Temple Meads um Viertel nach neun los. Gern wären wir schon früher gestartet, aber der Zug fährt nur alle zwei Stunden. Obwohl es zu Fuß nur 22 Kilometer wären, dauert die Fahrt planmäßig fast 40 Minuten.

Severn Beach ist ein reizloses Schlafdorf im Einzugsbereich von Bristol. Unsere Hoffnung auf einen Kaffee zerschlägt sich, denn Shirley’s Café hat nicht geöffnet. Leider fängt es auch an zu regnen und es wird den ganzen Tag nicht mehr aufhören …

Zunächst laufen wir durch den Ort zum „Strand“, in diesem Fall zum Ufer des riesigen Severn Estuary. Unser Plan für heute ist, am Estuary entlang zu laufen, bis wir nach Aust und zum „Second Severn Crossing“ gelangen, einer großen Brücke über den Severn, die uns nach Wales bringen wird. Die Brücke in Wales liegt ganz in der Nähe von Chepstow, das der Beginn des Offa’s Dyke Path ist.

Letztes Jahr sind wir schon einen Teil des Offas’s gelaufen, allerdings sind wir erst in Monmouth gestartet. Heute und morgen wollen wir diese Lücke schließen: Heute bis Tintern und morgen von Tintern bis nach Monmouth.

Eigentlich regnet es schon stark, als wir am Strand ankommen. Wir legen eine kurze Pause unter der ersten Severn-Brücke ein, denn dies ist der einzige trockene Platz weit und breit.

Der Weg führt uns durch eine flache Marschlandschaft. Links liegt das Watt, rechts matschige Wiesen. Weil es so stark regnet, liegt die Landschaft grau in grau. Das Watt ist braungrau, die Wiesen erscheinen grüngrau. Hin und wieder treffen wir Kühe, sonst niemanden. So traben wir bis Aust circa sieben Kilometer vor uns hin, der Regen trommelt auf unsere Kapuzen. Vom Weg bleibt uns nicht viel in Erinnerung. Es mag sein, dass das Marschland bei Sonne ganz nett ist, uns jedoch erscheint es eintönig und grau.

Das ändert sich, als wir die Severn-Brücke erreichen. Auf der Brücke ist es extrem windig, noch dazu regnet es wie verrückt. Wie kämpfen uns (kichernd!) die vier Kilometer über die Brücke, die sich hoch über dem Wasser erhebt. Links ein Geländer und das graue Wasser unter uns, rechts donnern die LKW und Autos an uns vorbei und wirbeln dabei ganze Wolken von Sprühregen auf. Obwohl der Rad- und Fußweg ziemlich breit ist, werden wir des öfteren von oben bis unten vollgespritzt, wenn ein LKW kommt. Ich bitte Friedel, ein Foto von der skurrilen Situation zu machen, aber er traut sich nicht, die Kamera auszupacken.

Aber es ist trotz des Regens ein erhebendes Gefühl, von England nach Wales zu laufen, vor allem unter solch abenteuerlichen Bedingungen :-).

In Wales angekommen, legen wir eine kleine Pause unter einer Straßenbrücke ein. Wir leeren unsere Schuhe und wringen unsere Socken aus, denn trotz Goretex sind unsere Füße quappennass. F*** Goretex!

Zum Glück ist es aber jetzt im Juli relativ warm, so dass unsere Füße wenigstens nicht kalt sind. Das ist unser letzter Urlaub, in dem wir uns auf die Wasserdichtigkeit unserer Schuhe verlassen. Bei uns halten die Membrane maximal zwei Urlaube, also werden wir in Zukunft auf teure Wanderschuhe mit Goretex verzichten!

Nach der Brücke sind es noch mal etwa drei Kilometer durch die Suburbs, bis wir das Zentrum von Chepstow erreichen. Dort finden wir ein nettes marokkanisches Café („Arabesque“), wo wir zu Mittag essen und uns etwas trocknen können. Als wir wieder auf die Straße treten, ist es allerdings schon 15 Uhr. Deshalb lassen wir Chepstow Castle links liegen und schlagen uns über die Wye-Brücke auf den Offa’s Dyke Path.

Interessanterweise befinden wir uns nun wieder in England, denn der Fluß ist die Grenze. So werden wir den Nachmittag in England verbringen, aber wieder in Wales übernachten.

Nach Chepstow hört es mal für eine Stunde auf zu regnen, der Rest des Tages fällt jedoch wieder ins Wasser.

Der Weg führt am Nachmittag größtenteils durch Wald, fast sieben Kilometer, was sehr ungewöhnlich für England ist. Immer wieder treffen wir auf Teile des Offa’s Dyke, die aber im Wald nicht so gut zu erkennen sind. Da es die ganze Zeit regnet und es recht schwül ist, mutet der Wald fast tropisch an. Auf der Höhe von Tintern verlassen wir den Offa’s Dyke Path, um nach Tintern abzusteigen.

Der Pfad ist schlammig bis überflutet und Friedel rutscht am glitschigen Hang einmal lang aus und kann sich nur noch mit Mühe an einem Ast festhalten. Das kommentiert Steffi mit einem knappen „Danke für die Warnung!“ und zieht kichernd an Friedel vorbei. Er baumelt da hilflos mit einem Arm am Ast, den Abhang unter sich… dies ist einer der Momente, die uns noch lange in Erinnerung bleiben, und das „Danke für die Warnung!“ wird in der Zukunft zu einem geflügelten Wort :-).

Dementsprechend schlammig sehen wir aus, als wir am Fluss ankommen. Mittlerweile hängen die Regenwolken dicht über dem Fluss. Die verfallene Tintern Abbey liegt auf der anderen Flussseite im Nebel, ein wunderschönes Bild.

Wir haben uns für zwei Nächte im „Parwa Farmhouse“ einquartiert, einer schön altmodischen Pension mit acht Zimmern bei Peter und Angela. Peter nimmt uns in Empfang und zuckt nicht mit der Wimper, als wir durch die Tür schwimmen. Wie in jeder guten Pension gibt es Zeitungspapier für unsere Schuhe und einen Trockenraum, so dass wir schon bald unter der warmen Dusche stehen dürfen. Herrlich!

Das Parma Farmhouse ist ein Erlebnis: Angela kocht für alle Gäste und um sieben wird gegessen. Jedoch finden sich die Gäste schon vorher in der „Honesty Bar“ ein, in der sich jeder an zahlreichen Spirituosen frei bedienen kann und seinen Konsum auf freiwilliger Basis in eine Liste einträgt. Abgerechnet wird am Schluss.

So sitzen bzw. stehen also verschiedene Gäste (meist älteren Semesters) plaudernd in der Bar, bis ein Gong und der jeweilige Name der Gäste ertönt. Die genannte Partei darf dann in den Dining Room einziehen, in dem das vorher bestellte Menü kredenzt wird. Very British!

Da zurzeit eine redselige amerikanische Familie mit uns dort residiert, werden auch wir schnell in eine Gespräch gezogen und werden somit schnell Teil der Gästeschar.

Das Essen war natürlich vorzüglich!

Tag 31: Tintern nach Monmouth

Nach einer wunderbar ruhigen Nacht erwachen wir in unserem Queensize-Bockspringbett – und die Sonne scheint! Nach dem wunderbaren Frühstück, das Peter uns serviert (in der Tat haben wir in den zwei Tagen im Farmhouse Angela immer nur von Weitem gesehen), besichtigen wir zunächst Tintern Abbey. Danach machen wir uns gemütlich auf den Weg nach Monmouth. Auf den Offa’s Dyke Path treffen wir erst wieder in Brockweir, also wandern wir heute morgen auf der rechten (walisischen) Seite des Wyes auf dem Wye Valley Walk.

Der Fluss und die nassen Wiesen glitzern im Morgenlicht, es dampft überall. Jede Menge Vogelvolk ist auf dem Fluss unterwegs. Wir genießen die Sonne und schlendern gemütlich am Flussufer entlang.

In Brockweir wechseln wir auf einer alten Steinbrücke auf die englische die Flussseite. Es ist einfach, an so einem Tag das Wye-Valley zu lieben. Was für einen Unterschied macht es, ob man im Regen läuft oder ob die Sonne scheint!

Bis zur Bigsweir Bridge bleiben wir auf der englischen Seite, immer am Fluss. Dort verlassen wir das Tal und wandern etwas oberhalb des Flusses durch den Wald. Kurz vor Monmouth treffen wir auf den Naval Temple. Der Sinn dieses Monuments erschließt sich uns nicht, vielleicht sind wir da zu deutsch? (Schlacht am Nil, 1798, hä?)

Auf jeden Fall ist der Blick auf Monmouth toll, und es gibt ich ein paar Bänke, so dass wir den Rest unseres Thermoskannen-Tees austrinken können.

Nach Monmouth laufen wir über die Brücke, die wir schon vom Abend unserer Offa’s-Dyke-Start-Tour kennen. Es ist ca. 16 Uhr, eine typische Ankunftszeit für einen Tag wie diesen. Jedoch bleiben wir dieses Mal nicht im Coach House, sondern fahren mit dem Bus zurück nach Tintern. Hier erklärt uns am frühen Abend Peter, dass Angela heute nicht kochen kann, weil sie unter Rückenschmerzen leidet. So verbringen wir den letzten Abend unserer diesmaligen Tour im „Rose and Crown“, im Pub die Straße hinunter. Wir sitzen auf der provisorischen Terrasse auf der anderen Seite der Straße am Fluss, während erneut der Nebel über dem Fluss aufsteigt. Was für ein wunderbarer Ausklang!

Wir könnten noch viel weiter laufen, denn gerade sind wir gut in Form. Aber es geht zurück nach Deutschland und an die Arbeit. Wir haben einige E-Books und Blogs gelesen, in den Wanderer genervt waren, schon so lange unterwegs zu sein. Aber was ist die ideale Länge, um noch fit zu sein und den Weg noch voll genießen zu können? Leider können wir dies mit unseren sechs Wochen Jahresurlaub nicht herausfinden. Wir fragen uns wie es wäre, einfach weiterzulaufen bis nach Schottland …

Tag 28: Cheddar nach Dundry

Die Cheddar-Schlucht hat zwei Seiten. Die Südseite ist privat und wird ausgiebig touristisch genutzt: Dort gibt es die berühmten Höhlen, einen Aussichtsturm und die Jacob’s Ladder (Jakobsleiter), eine Treppe mit 275 Stufen, die aus der Schlucht hinausführt. Sogar eine Seilbahn nach oben ist geplant, aber der National Trust hat dagegen bisher erfolgreich Einspruch erhoben.

Die Süddseite hingegen gehört dem National Trust. Hier ist kein Eintrittspreis zu entrichten und wir versprechen uns weitaus weniger Menschenmassen.

Da es bereits morgens nieselt, haben wir tatsächlich unsere Seite der Schlucht fast für uns allein. Beindruckend geht es hundertdreißig Meter die enge Schlucht nach unten. Die Wände sind mit grauen Sandsteinfelsen eingefasst. Wir können uns nicht vorstellen, dass der Eindruck von der anderen Seite der Schlucht besser sein kann. Wo die Schlucht endet, geben die Felsen den Blick auf die weitläufigen Somerset-Levels frei. Ein bisschen schade ist nur, dass auf dem Boden der Schlucht eine Straße verläuft.

Am Ende der Schlucht treffen wir wieder auf unseren West Mendip Way, der unverständlicherweise die Schlucht südlich umläuft. Mittlerweile fängt es ordentlich an zu regnen, nein zu schütten!

Bereits nach einem Kilometer verlassen wir den West Mendip Way wieder und laufen auf dem „Limestone-Link“ weiter. Der Weg führt uns durch ein „Velvet Bottom“ genanntes Tal und ist trotz des Regens wunderschön. Der Weg führt in einer Rinne durch ein ehemaliges Bleiminengebiet, die ehemaligen Abraumhalden sind hübsch mit Gras und Moos überzogen. So können wir den Namen des Tals (Samtboden) gut nachvollziehen.

Um 14 Uhr kommt die Sonne wieder raus, es wird sogar richtig warm. Der Limestone Link führt uns abwechslungsreich durch Wiesen und Wald nach Compton Martin. Hier wechseln wir auf den Monarch’s Way, der zwischen zwei großen Stauseen durch das Chew Valley führt. Da unser Weg über den Breech Hill verläuft, haben wir Ausblicke zu beiden Seen, zum Chew Valley Lake und zum Blagdon Lake. Der Weg führt uns größtenteils über sanft-hügelige Wiesen nach Winford.

Der letzte Wegabschnitt für heute über die Dundry Downs bietet uns ein Hundertachtzig-Grad-Panorama über Bristol. Wie merkwürdig – Bristol ist nur einen Katzensprung entfernt, aber wir verbringen den Abend gemütlich auf der Terrasse des Dundry Inn, einem typischen Village Pub in einem hübschen, beschaulichen englischen Dorf!

Tag 29: Dundry nach Bristol City

Heute ist ein „Ruhetag“. Wir laufen 13 Kilometer nach Bristol und werden uns etwas Zeit nehmen, uns die Stadt anzusehen. Erfahrungsgemäß werden wir auch da viel laufen, also faul werden wir heute nicht sein!

Es war nicht möglich, für das Dundry Inn ein Frühstück zu buchen. Im Zimmer gibt es jedoch einen kleinen Kühlschrank mit Müsli-Zutaten, Äpfeln, Bananen und Jogurt, so dass wir uns ein Müsli machen können. Wir spekulieren außerdem heute sowieso darauf, dass wir unterwegs ein Café finden.

Zunächst schlagen wir uns durch Brombeer-Hecken den Hügel hinunter ins Tal, wo wir auf den Community Forest Path treffen. Den nehmen wir, bis wir nach Bristol kommen. Aber zunächst geht es immer am Stadtrand entlang, über Felder und Wiesen. Rechts sehen wir von Weitem die Suburbs von Bristol. Kurz hinter der Castle Farm wird unser Weg durch eine Großbaustelle unterbrochen. Natürlich hat man sich über die Führung unseres Wanderwegs keine Gedanken gemacht, so dass wir fast eine Stunde auf der Baustelle hin und her irren.

Ein schönes Wegstück gibt es noch mal über das Ashton Court Estate. Der Schlossgarten mit dem imposanten Schloss wurde zum größten Teil von der Natur zurückerobert, der Weg führt durch ungemähte Blumenwiesen. Auf einer Bank machen wir eine Rast, trinken unseren Tee und schieben ein Zweitfrühstück ein. Suspension Bridge, wir kommen!

Der Einmarsch nach Bristol gestaltet sich so spektakulär, wie wir es uns erhofft hatten: Das Stadtgebiet von Bristol beginnt mit der Überquerung der Clifton Suspension Bridge, einer historischen Hängebrücke von 1864, entworfen vom berühmten Architekten und Ingenieur Isambard Brunel. Die weiße Brücke überspannt die Schlucht des River Avon, tief geht der Blick nach unten auf den Fluss und eine Schnellstraße.

Auf der anderen Seite des Flusses wandern wir gemütlich am Ufer des River Avon in die Innenstadt. In einem Café in der Nähe der Marinas bestellen wir uns zwei große Milchcafés und zweimal englisches Frühstück. Das kommt ja gar nicht in Frage, dass wir heute auf unser English Breakfast verzichten!

Eingemietet haben wir uns im Ibis-Hotel direkt in der Innenstadt. Zwar sind wir keine Fans von großen Hotelketten, aber es gab im Zentrum keine wirklich guten Alternativen, und das Doppelte wie üblich wollten wir nicht zahlen. Schon um 14 Uhr sind wir da. Wir leisten uns heute mal ein Mittagsschläfchen und schauen uns danach die Stadt an.

Leider hat die Kathedrale geschlossen, also landen wir am Ende auf dem Brandon Hill, nachdem wir sämtliche Innenstadtstraßen rauf und runter gelaufen sind. Dort ist es schön ruhig und wir genießen dort die sanfte Abendsonne. Insgesamt haben wir in Bristol am Nachmittag noch mal sieben Kilometer zurückgelegt, verrät uns der Tracker.

Und das sieht dann so aus…;-)

Wir sind aber einfach keine großen Fans von Einkaufsstraßen und Shopping-Malls. Deswegen gefällt es uns am besten auf dem Brandon Hill und am Hafen. Wir essen in einem Pub mit Biergarten zu Abend und setzten uns am Abend noch in einen anderen Pub mit Terrasse und Blick auf den Hafen, um ein letztes Pint zu trinken.

Tag 27: Wells nach Cheddar

Heute geht es in die Mendip Hills. Da der Samaritan’s Way die Hügel nur am Rande streift, haben wir uns für den West Mendip Way entschieden, der zickezacke durch die Hills verläuft. Da er aber gut ausgeschildert ist, verlaufen wir uns nicht!

Cheddar – was fällt einem dazu ein? Richtig! Was dem Holländer sein Gouda, ist dem Engländer der Cheddar. Die Stadt des weltberühmten Käses ist aber nicht nur Käse, sondern auch Heimat der Cheddar-Schlucht. Diese ist weniger bekannt als der Käse, aber nichtsdestotrotz die größte Felsschlucht in Großbritannien – Millionen Kitschfotos zeugen davon!

Aber bis dahin müssen wir zahlreiche Höhlen passieren, Schluchten umrunden, Blumenwiesen durchschreiten …

Die Mendip Hills sind im Gegensatz zu den Quantock Hills weniger mit Farnen bestanden als mit Blumenwiesen ausgestattet. Dazu gibt es an schönen Tagen einen Weítblick bis zum Meer – und heute ist so ein Tag!

Unser Weg führt am Morgen an Wookey Hole vorbei, einer der größten Schauhöhlen Englands. Das Ganze ist aber mittlerweile als eine Art Disney-Land angelegt und als wir den riesigen Parkplatz voller Busse sehen, gehen wir schnell weiter. Und zieht es eher zur Ebbor Gorge, einer bewaldeten Schlucht circa einen Kilometer von Wookey Hole entfernt. Tatsächlich ist es hier weitaus ruhiger – Wir haben die komplette Schlucht für uns allein. Der Weg führt rechts an der Schlucht vorbei zu zwei Aussichtspunkten, aber leider ist die Aussicht ziemlich zugewachsen, man sieht nicht besonders viel.

Der Weg nach Priddy führt an alten Steinmauern und in Bäume eingewachsenen Toren über Feld- und Fußwege, teilweise sehr verkrautet. Auch nach Priddy führt der Weg größtenteils über Wiesen, und die Gegend sieht zusehends nach Limestone-Country aus, also immer mehr Kalkfelsen und Kalksteine prägen das Bild der Landschaft.

Ab Mittags wandern wir stets auf dem Kamm der Mendip-Hills, so dass wir mit einem stundenlangen Weitblick über die Somerset Levels beglückt werden. Wir legen uns eine zeitlang ins Gras und genießen die Blumenwiese und den Blick auf die Levels.

Einmal kurz vor Cheddar verlassen wir den West Mendip Way, denn dieser würde uns den Berg hinunter in den Ort Draycott führen und anschließend wieder hinauf. Stattdessen nehmen wir eine Abkürzung durch das Draycott Sleights Nature Reserve. Hier treffen wir wieder auf Farne, Heidekraut und uralte verknorrte Baumreihen. Leider ist das Naturschutzgebiet sehr klein und schnell landen wir in Cheddar, schon um 16 Uhr sind wir da.

Der Ort hat vermutlich schon bessere Tage gesehen. Der Ortskern wirkt verlassen, zahlreiche Geschäfte sind geschlossen. Nach dem Check In wandern wir noch zum Eingang der Schlucht, und hier ist der Bär los! Zahlreiche Cafés, Eisbuden, Saloons und Ramschläden erwarten die Gorge-Besucher, es gibt sogar ein Café Edelweiß. Was für ein Unterschied zur „Innenstadt“, wo jedes zweite Haus ein „zu verkaufen“.Schild trägt!

Zum Glück wohnen wir im ruhigen Teil der Stadt im Bath Arms.

Die Unterkunft ist wirklich sehr gut, hat jedoch im Vergleich zu anderen historischen Gasthöfen eher wenig Atmosphäre. Das Dinner ist aber ausnehmend gut und auch das Frühstück lässt keine Wünsche offen!

Übrigens: Es gibt in Cheddar ein Käsemuseum und historische Käse-Höhlen, jedoch wird mittlerweile der meiste Cheddar-Käse nicht mehr in Cheddar produziert.

Wir wollen aber am nächsten Morgen gleich weiter, die Schlucht begucken.

Tag 25: Bridgwater nach Glastonbury

Avalon, wir kommen! Wie schon erwähnt war es relativ schwierig, einen attraktiven Weg vom Ende des SWCP bis zu den Pennines zu finden. Da zum Zeitpunkt unserer Wanderung das Teilstück des English Coast Walks von Minehead nach Brean noch nicht fertig gestellt war, stellte sich die Frage, wie wir die eher langweilig erscheinenden Somerset Levels angenehm überqueren könnten. Bei meiner Recherche stieß ich auf den Samaritan’s Way South West, der zwar nicht in den OS-Karten eingezeichnet ist, aber eine schöne Wegführung verhieß. Der Weg führt um die Levels herum nach Glastonbury, Schauplatz des Glastonbury-Festivals und im Ruf stehend, das legendäre Avalon zu sein. Au ja!

Auf der Karte wirkte der Weg südwestlich um die Levels herum eher langweilig, also warum nicht mittendurch? Und da bei den Levels auch nun auch wirklich keine besonderen Berge zu erwarten sind, dachten wir uns, dass wir es bis Avalon auch an einem Tag schaffen.

Aber zunächst gilt es am Morgen nach dem sehr guten Frühstück erst mal aus Bridgwater herauszukommen. Der Ort streckt sich lang nach Westen und wir brauchen drei Kilometer, bis wir an der Fußgängerbrücke über die Autobahn sind. Ab jetzt beginnt unsere lange Wanderung, erst einmal durch ein Maisfeld, und dann über endlose Teersträßchen durch die Drains: Chedzoy, Sutton Mallet, Moorlinch … Es gibt wirklich wenig zu sehen, außer hin und wieder mal ein zugekrauteter Seitengraben oder ein Wasserloch voller Wasserlinsen. Ansonsten eher langweilige Wiesen und schnurgerade Straßen.

Zum Glück ist heute ein eher bedeckter Morgen, es ist also nicht zu heiß und der Tritt ist angenehm. Obwohl die Landschaft nicht atemberaubend ist, kommen wir gut voran und wir freuen uns einfach, draußen und unterwegs zu sein. In Greinton erwartet uns dann ein netter Pub, der Kaffee und Scones im Angebot hat.

Nach Shapwick geht es noch mal eine schnurgerade Straße entlang, bis wir endlich in den „richtigen“ Drains landen: Eine Moorlandschaft mit wirklich viel Wasser. Eine alte Bahntrasse führt über Shapwick Heath bis nach Glastonbury hinein, und diese letzte neun Kilometer werden richtig schön und interessant.

Die Somerset Levels sind eine Tiefebene, die hollandähnlich null bis 20 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Zwar gibt es hier auch einige Hügelchen, die aus den Levels herausragen, aber der Großteil des Gebiets ist flach und sumpfig. In der Vergangenheit ist das Gebiet natürlich immer wieder vom Meer überflutet worden, weshalb man Dämme gebaut und Gräben gezogen hat: Eine „Drainage“ also, auf Englisch „Drains“.

Trotz der unangenehm nassen Lage haben hier schon vor Ewigkeiten Menschen gesiedelt. So wurde hier vor fast 6000 Jahren der Sweet Track errichtet, ein alter Bohlenweg über das Moor. Ein Teil der alten Bretter ist mittlerweile im British Museum in London zu bewundern, ein anderer Teil im Somerset Museum in Taunton. An der Fundstelle gibt es wenig zu sehen außer einen kleinen Nachbildung und einiger Schautafeln – trotzdem ist es aufregend, an einem so alten Ort zu stehen. Beziehungsweise zu sitzen, denn an der Fundstelle gibt es eine Bank im Schatten, auf der wir eine ausgiebige Pause einlegen, denn mittlerweile ist die Sonne hinter den Wolken aufgetaucht und hat uns ordentlich eingeheizt.

Der Weg über den Bahntrack führt an zahlreichen Seen vorbei, auf denen sich Millionen von Wasservögeln tummeln. Wenn wir Vogelfans wären, hätten wir hier unsere wahre Freude. In der Tat treffen wir zahlreiche Vogelfreunde, die mit Ferngläsern, Klappstühlen und Kameras bewaffnet am Wegrand sitzen.

Je näher wir uns Glastonbury nähern, desto mehr Spaziergänger kommen uns entgegen – und desto größer wird der Glastonbury Tor vor uns. Dieser legendäre Berg mit dem Turm darauf ist wohl auch deshalb so beeindruckend, weil die Umgebung so flach ist. Der Tor ist auch der Grund, warum Glastonbury bei Esoterikern so hoch im Kurs steht: Der Hügel wurde schon von den Kelten besiedelt, die vielleicht auch die terrassenförmigen Furchen darauf angelegt haben. Außerdem sollen über den Hügel zahlreiche Ley-Linien verlaufen und – was die Beliebtheit des Ortes auch bei Fantasy-Fans erklärt – der Turm soll der Eingang zum Feenreich Avalon sein.

Aber damit nicht genug: Es gibt eine Sage, dass Jesus Glastonbury besucht und den HEILIGEN GRAL dorthin gebracht haben soll. JESUS!

Sobald Glastonbury Tor in Sicht ist, beginnt Steffi die Hymne „Jerusalem“ zu singen, die sie extra für den Einmarsch nach Glastonbury auswendig gelernt hat: „And did those feet in ancient times …“

Stilgerecht haben wir keine Kosten gescheut und uns im 1470 erbauten „George and Pilgrims Inn“ einquartiert, einem der ältesten Gebäude der Stadt. Unser Zimmer gleicht einem Museum: Es ist riesig, in der Mitte des schiefen Bodens thront ein Himmelbett mit rotsamtenen Volants, diffuses Licht scheint durch die bleiverglasten, kirchenfensterartigen Buntglasscheiben.

Den frühen Abend verbringen wir damit, aus unserem Fenster hinaus auf die High Street zu gucken und die interessanten Leute auf der Straße anzuschauen. In Glastonbury hat sich jede Menge esoterisches Volk angesiedelt – Haben die Ley-Linien sie angezogen? So ein buntes Straßenbild in einer Kleinstadt mit weniger als 10.000 Einwohnern hat uns jedenfalls überrascht.

Wir haben Mühe, im George and Pilgrims ein Abendessen zu bekommen, weil sie gerade ein Großereignis beköstigen müssen. Am Ende klappt es aber, und wir haben den Abend frei, um noch ein wenig Glastonbury zu besichtigen. Unser Ziel ist ein Sonnenuntergang auf dem Tor, aber das schaffen wir nicht mehr. So drehen wir nach der Hälfte des Weges wieder um. Auf unserem Hin-und Rückweg können wir uns hin und wieder das Kichern nicht verkneifen – skurriles Volk ist in Glastonbury unterwegs! So begegnen wir unter anderem Till Eulenspiegel und einer lächelnden buddhistischen Nonne. Dementsprechend schräg sind auch die Läden: Es gibt kaum normale Geschäfte, dafür aber unzählige Steineläden, Läden für Hippiebedarf und Headshops. So nehmen wir noch einen Absacker im Hotel und landen mit platten Füßen früh im Himmelbett.

 

Tag 26: Glastonbury nach Wells

Heute Morgen regnet es – ganz ungewöhnlich in England! Da wir es am Abend nicht geschafft haben, Glastonbury Tor zu erklimmen, müssen wir es heute morgen tun – was aber kein Problem ist, denn unser Weg geht eh über das Tor. Das Wetter ist jedoch arg schlecht, so dass wir drauf verzichten, den Berg zum Kirchturm zu erklimmen, und uns eher auf Halbhöhenlage um den Berg herum bewegen. Der Ausblick auf Glastonbury und die Drains ist sowieso wolkenverhangen – egal ob von ganz oben oder von halb oben.

Unterwegs begegnen uns zahlreiche Spaziergänger mit Hunden: Das Wetter mag lausig sein – Die Leute gehen auf jeden Fall mit ihren Hunden raus, Gummistiefel-bewaffnet, und was dem Deutschen seine Wolfskin-, ist dem Engländer seine Berghaus-Jacke.

Nach dem Tor kommen wir in West Pennard raus – was ebenso verpennt klingt, wie es ist, aber an das wir überhaupt keine Erinnerung mehr haben. Den Ort haben wir überhaupt nur angesteuert, um nach Überwindung einiger sumpfiger Wiesen auf dem Monarch’s Way zu landen, um einen offiziellen Wanderweg nach Wells zu laufen. Der Samaritan’s Way, der meine Inspirationsquelle für den Weg nach Bristol ist, lässt nämlich Wells links liegen – das wollen wir nicht!

Wären wir von Glastonbury nach Wells über eine A-Straße gelaufen, hätten wir nur neun Kilometer gebraucht. So laufen wir über den Monarch’s Way 19 Kilometer.

Der Weg führt teilweise über matschige Wiesen mit zugewachsene Stiles, teilweise über abgelegene Teerstraßen. Autos begegnen uns kaum, so dass es hier auf jeden Fall angenehmer ist, als die A-Straße entlang zu laufen. Da der ganze Tag nass ist, macht es uns heute wenig aus, viel Teer zu treten, denn matschige Wiesen sind bei so einem Wetter auch nicht angenehm. Wir kommen also sehr gut voran und dank unsere Regenkleidung bleibt die Stimmung gut.

An der A361 Nähe Ash Coombe Farm gibt es einen Pub. Wir nähern uns hoffnungsvoll, aber obwohl der Wirt die Terrasse fegt, ist er nicht geneigt, uns einen Kaffee zu machen. Also machen wir auf einigen Steinen nahe der A361 Rast, voll im Regen. Was die Strecke von dort bis nach Wells angeht, ist uns nichts Besonderes in Erinnerung geblieben. Wegen des schlechten Wetter hat Friedel auch nur wenige Fotos gemacht.

Aber Wells! Der Ort ist den Umweg auf jeden Fall wert. Wir wohnen in der Krone („The Crown“), einem Traditionsbau und topp geführt, aber für unseren Geschmack leider kaputt renoviert.

Wir schmeißen nur unsere Sachen kurz im Zimmer ab, um die Kathedrale und den Garten des Bischofs Palace ausführlich zu besichtigen.

Mittlerweile hat es sogar zu regnen aufgehört. Die Kathedrale ist wunderschön, aber erst der Garten des Bischofs! Die Schönheit desselben rührt Steffi zu Tränen. Wie schön, dass wir die Zeit haben, auch solche Highlights mitzunehmen!

Die Kathedrale ist ein echtes Prachtstück und sehr ungewöhnlich in der Größe, wenn man den Ort betrachtet, Wir haben zum Glück viel Zeit, sowohl den Bishops-Garten als auch die Kathedrale auf uns wirken zu lassen.

Sehenswert ist auch die Vicar’s Gate, eine ca. 140 Meter lange historische Straße mit Gebäuden aus dem 14./15. Jahrhundert. Aber gerade, als wir unseren ausführlichen Rundgang beendet haben, beginnt es wieder zu regnen.

Da es den ganzen Abend weiter regnet, bleiben wir im Hotel und kniffeln eine Runde. Außerdem gibt es Postkarten zu schreiben an Kollegen, Freunde und Familie – auch dazu ist so ein Regentag wichtig und gut.

Tag 2: Sennen Cove nach Pendeen

Heute haben wir es gemerkt: Der SWCP hat es in sich! Wir rechneten mit einen launigen Spaziergang am Meer, aber es geht ganz schön auf und ab!

Heute morgen ist es frisch, es ist ja auch schon Oktober. Die Sonne scheint, jedoch merkt man in der „Cove“ noch nichts davon, weil sich die Sonne noch hinter den Klippen versteckt. Es ist Ebbe, so dass wir einen schönen breiten Sandstrand haben und nicht den Pfad entlang der Klippen nehmen müssen. Der Sand ist schön fest und wir ziehen die Schuhe aus, lassen das Wasser unsere Zehen umspülen. Herrlich!

Bis zum Air Point kommen wir so gut voran, aber nun heißt es den Strand zu verlassen und sich in den Farn zu schlagen. Der Pfad windet sich den Hang auf und ab, es geht über Steine, durch teilweise mannshohen Farn, immer an der Kante entlang. Links das Meer, rechts die Klippen. Zwischendurch laden einsame Sandstrände unten zum Baden ein, denn mittlerweile ist es hübsch warm. Aber dann müssten wir ja ordentlich absteigen und danach wieder rauf, also verzichten wir heute auf das Bad.

Gegen Mittag wird es dann aber so richtig warm, und das Anfang Oktober! Da es einige steile Auf- und Abstiege gibt (immer dann, wenn ein Bach ins Meer fließt), kommen wir ganz schön ins Schwitzen – und erreichen endlich Cape Cornwall.

Auf dem Parkplatz in der Nähe einer kleinen Kirchenruine gibt es eine Kaffeebude, in der eine süße Dame selbst gebackenen Kuchen, Tee und Kaffee serviert. Wir sind begeistert, denn damit haben wir nicht gerechnet!

Als wir da so sitzen und gemütlich unseren Kaffee schlürfen, sehen wir das englische Pärchen wieder, das uns heute schon einmal begegnet ist. Die beiden sind vermutlich ein bisschen älter als wir, die Frau mit glatten, grauen Haaren, der Mann (etwas jünger?) mit einem sympathischen Dauergrinsen. Wir nicken uns kurz zu, nichtsahnend, dass wir uns von nun an noch häufiger begegnen werden …

An Cape Cornwalls höchstem Punkt gibt es einen riesigen Schornstein, ein Relikt aus der Zeit, als in diesem Gebiet intensiv Bergbau betrieben wurde. Das ganze Areal von hier bis Pendeen gehört dem National Trust und ist als Unesco-Weltkulturerbe geschützt. Ab hier durchlaufen wir ehemalige Minengebiete, in denen Kupfer und Zinn abgebaut wurde. Mehrmals passieren wir alte Industriegebäude und Schornsteine, außerdem gibt es riesige alte Abraumhalden, die das Bild der Landschaft prägen. Wir kommen uns vor, als ob wir durch eine Marslandschaft laufen!

Kurz vor Pendeen kommen wir an der Levant Mine vorbei, in der es eine alte Balancier-Dampfmaschine zu besichtigen gibt. Wir lassen das Museum jedoch links liegen, denn wir sind schon nicht mehr ganz frisch. Jedoch schauen wir uns die Info-Tafeln an, die überall angebracht sind. Wo wir heute Urlaub machen und uns den frischen Wind um die Nase wehen lassen, bauten früher bei Wind und Wetter Bergleute die Mineralien ab, teilweise in Stollen, die bis zu zweieinhalb Kilometer unter das Meer reichten. Frauen und Kinder sortierten danach über Tage Wertvolles von Unvertvollem. Das sind die riesigen Steinfelder, durch die wir laufen. Das Ganze bei Wind und Wetter. Da überkommt einen schon ein etwas ungutes Gefühl …

Ganz in der Nähe könnte man noch die Geevor Mine besichtigen, aber wir wollen noch weiter bis zum Leuchtturm Pendeen Watch. Außerdem freuen wir uns schon auf das Ale und darauf, unsere müden Knochen abzulegen.

Der Leuchtturm lässt sich nicht besichtigen, also machen wir uns auf den Weg ins Inland. Wir kommen an einigen Häusern vorbei, in deren Gärten Palmen stehen und riesige Agapantus-Stauden. Kaum zu glauben, dass wir hier in England sind.

In Pendeen haben wir uns im North Inn eingemietet, dem einzigen Pub im Dorf. Unser recht großes Zimmer liegt in einer Art Pavillon hinter dem Pub, wir haben sogar eine Terrasse! Die Gaststube ist gemütlich und das Essen gut, da haben wir auch keine Lust mehr, noch lange in Pendeen herumzulaufen, zumal es da vermutlich sowieso nicht viel zu sehen gibt.

Beim Abendessen treffen wir das englische Pärchen wieder. Wir kommen kurz ins Gespräch und sie erzählen uns, dass sie eine Woche auf dem SWCP unterwegs sind, allerdings nur bis St Ives. Sie haben das schöne Wetter heute genutzt und ausgiebig gebadet. Also nehmen wir uns das für morgen auch vor …

Tag 1: Die ersten 2 km auf dem Weg nach Cape Wrath

An unserem ersten Tag schaffen wir nur zwei Kilometer, was unser Ziel Cape Wrath betrifft, aber wir wollen unseren Urlaub ja auch genießen und den St. Michael’s Mount sehen – also laufen wir am Morgen gaaaaanz gemütlich zwischen Bahnlinie und Meer auf dem South West Coast Path (ab jetzt SWCP genannt) in Richtung Osten nach Marazion. Wir haben schon schönere Meerabschnitte gesehen, aber der Weg ist ruhig, die Sonne scheint, die Wellen klatschen an die Steine, also was will man mehr an diesem ersten Tag?

In Marazion ist am Morgen noch nichts offen, wir müssen aber warten, bis der Steinweg durch das Watt zur Insel St. Michael’s Mount von der Ebbe freigelegt wird. Also setzen wir uns ganz gemütlich auf eine Steinbank am Strand und sehen zu, wie sich das Wasser langsam zurückzieht.

Am Ende dauert es uns aber doch zu lange und wir nehmen die „Fähre“ auf die Insel, also eine Art Fischerboot mit ca. zwölf Plätzen für Passagiere. Das erweist sich als gute Entscheidung, denn als wir auf der Insel ankommen, sind wir fast allein!

Nach einer ausführlichen Fototour im Hafen und im kleinen Dorf setzen wir uns in das Café auf die Terrasse am Strand und bestellen: Milchkaffee und Scones mit Blick auf’s Meer. Was dem Friedel sein Ale, sind der Steffi ihre Scones!

Kaum haben wir die Dinger verputzt, ist der Causeway (Damm) auch schon frei und die Menschenmassen strömen auf die Insel! Wir sehen zu, dass wir wieder (Fest)land gewinnen, denn wir haben ja heute noch einiges vor. Land’s End ruft!

Gestern Abend haben wir ja nur wenig von Penzance gesehen, also fahren wir mit dem Bus flugs dorthin zurück. Da der Bus nach Sennen Cove, unserer nächsten Übernachtung, erst in eineinhalb Stunden fährt, haben wir noch etwas Zeit, uns die Stadt anzusehen. Aber … was soll ich sagen … Penzance ist laut! Voll! Heiß! Eng!

Also sind wir eine Stunde später froh, den wuseligen Ort hinter uns zu lassen. Die Einsamkeit weiter Strände ruft!

Der Bus fährt uns direkt bis nach Sennen Cove, und der Ort ist schon eher nach unserem Geschmack: Er besteht zwar nur aus ein paar Fischerbooten, B&Bs, Fish-and-Chips-Buden und einem Sommerkram-Kiosk, aber zumindest ist es hier nicht so voll. Unsere Unterkunft, das Old Success Inn, sah schon im Internet sehr vielversprechend aus.

Also checken wir schnell ein (Zimmer mit Blick nach links auf’s Meer), das Zimmer ist nicht groß, aber gemütlich. Wir beeilen uns, denn a) haben wir Hunger und b) wollen wir nach Land’s End! Wir ziehen uns also an besagter Bude jeder eine Portion Fish and Chips rein und schleppen uns dann mit vollem Bauch die steinigen zwei Kilometer an der Küste entlang bis zum Land’s End.

Land’s End: Dies ist der südlichste Zipfel Großbritanniens, okay, aber muss man dort dann gleich einen VERGNÜGUNGSPARK daraus machen? Dieser verströmt im September den Charme der Nachsaison, das heißt, diverse Karussells, Geisterbahnen und ähnliches sind geschlossen. Aber immerhin gibt es eine Kaffeebude, die geöffnet ist. Was auch zu besichtigen ist, ist eine Art Land’s-End-to-John-o’-Groats-Museum, in dem alle möglichen Fakten und Rekorde diverser Spielarten dieser 1500km-Herausforderung zu bestaunen sind. Recht interessant! (Die ca. 1500km sind Straßenkilometer – gelaufen sind es je nach Route deutlich mehr!)

Aber jetzt kommt das Unverschämteste: Am legendären Land’s End Signpost, also dem in Metall gegossenen Wegweiser nach John o’Groats, an dem sich alle Helden des Weges am ersten Tag ihrer langen Tour fotografieren lassen, soll man bezahlen, wenn man sich dort hinstellen will! Nein, das wollen wir dann doch nicht, schon aus Prinzip nicht *hmpf!*. Also macht Friedel ein Foto von mir, bei dem der Wegweiser nur weit im Hintergrund zu sehen ist. Das muss reichen. Aber nach unserem Kaffee hatte der Kassierer am Signpost wohl keine Lust mehr länger zu bleiben, das Fotomotiv ist nun frei!

Später Nachmittag: Da kann man ja noch ein wenig weiter laufen, zumal der Küstenabschnitt nach Land’s End in Richtung Gwennap Head auch noch einige interessante Fotomotive zu bieten hat: Felsen, Höhlen und die beiden kleinen Inseln Armed Knight und Enys Dodnan mit dem markanten Bogen. So laufen wir also noch weiter bis zur Mill Bay und dann im Sonnenuntergang zurück nach Sennen Cove.

Unser Abendessen nehmen wir glücklich und zufrieden draußen auf der Terrasse unseres Inns ein: Zwar sind wir die einzigen Gäste, die draußen sitzen, aber wir genießen den kühlen Abend mit dem Blick auf das Meer. Zu unserer großen Tour zählen heute nur zwei Kilometer von Land’s End zurück nach Sennen Cove. Doch waren wir heute nicht untätig und sind alles in allem doch 18 km gelaufen.

Tag 3: Pendeen nach St Ives

Mein englischer Reiseführer (Cicerone) hatte mich gewarnt: Dies sei eine der anstrengendsten Strecken auf dem SWCP. Wir hätten die Strecke in Zennor unterbrechen können, denn dort gibt es einen Pub mit Übernachtungsmöglichkeit. Da wir aber nur acht Wandertage zur Verfügung haben, laufen wir heute die 23 Kilometer bis St Ives in einem Rutsch durch. Nur 23 Kilometer, das schaffen wir!

Zunächst laufen wir von Pendeen aus den Weg zurück zum Leuchtturm und steigen dort wieder auf den Pfad ein. Der Weg, anfangs noch ein Fahrweg, verwandelt sich schnell in einen Trampelpfad, der 75 Meter über dem Meer an den steilen Klippen entlang führt. Unter uns liegt die einsame Portheras Cove, eine wunderschöne Bucht mit Sandstrand, in die wir fast bis auf Meeresniveau absteigen.

Anschließend geht es einen steinigen Weg wieder rauf auf einhundert Meter, und dann wieder runter in die nächste Cove, und dann wieder rauf … and so on. Morgens um zehn Uhr ist es noch dazu schon knallwarm: Aber wir beschweren uns nicht – kältere Tage werden kommen!

Nicht jede dieser Buchten, auf die wir hinuntersehen, hat einen Sandstrand – aber vielleicht hat die Flut den Sand auch verschluckt. Auf jeden Fall sehen wir auf fast weiße Felsen im Wasser, zwischen denen sich türkisgrün das Wasser bewegt. Man könnte stundenlang auf die Wellen schauen, aber wir müssen weiter!

Der Weg windet sich immer an den Klippen entlang, hoch über dem Meer. Links von uns liegen die Felsen und die Brandung, rechts von uns Farne, Farne, Farne. Weiter im Inland gibt es Weiden mit Kühen, Pferden oder Schafen, langweiliges Farmland. Wie schön, dass wir am Meer entlang laufen, und nicht wie andere LEJOG-Wanderer die kürzere Inland-Route nehmen.

Immer wieder haben sich tiefe Täler in die Klippen geschnitten, wenn ein Bach vom Inland zum Meer fließt. Hier geht es jedesmal einen steinigen Pfad hinunter (einige Male muss man gar die Hände zur Hilfe nehmen), aber natürlich auf der anderen Seite wieder hoch. Dies geht einige Male so.

Diese Täler bieten auch einiges an Abwechslung: Nur hier, in den geschützten Bachtälern, wachsen Bäume, Blumen, mediterrane Pflanzen. In einem dieser Täler gibt es auch ein schattiges Plätzchen für unsere Mittagspause – inklusive riesiger Brombeeren!

Ansonsten gibt es heute kein Café auf dem Weg, dafür aber so viel tolle Pausenplätze mit Blick auf das Meer.

Ab Wicca Pool halten wir Ausschau nach Seehunden, die hier oft zu sehen sein sollen – aber heute nicht. Auf dem letzten Stück nach St Ives gibt es zum Glück keine großen Auf und Abs mehr. Die 23 Kilometer anstrengenden Geländes sitzen uns in den Knochen.

In St Ives machen wir uns gleich auf den Weg zu unserem B&B. Normalerweise versuche ich B&Bs zu vermeiden, aber St Ives ist ein teures Pflaster: Entweder man mietet sich in ein teures Hotel ein oder halt in eins der vielen B&Bs. Gemütliche Pubs mit Gästezimmern gibt es kaum.

Unser B&B, Tregony Guest House, ist sauber und ruhig, das Zimmer aber wie in den meisten B&Bs eng und plüschig. Den beiden jungen Besitzern scheint das Lächeln im Gesicht eingefroren zu sein. Wir duschen und machen uns bald auf den Weg, um noch etwas von St Ives zu sehen und ein Ale zu trinken.

Nachdem wir die engen Gassen voller Craft-Shops rauf und runter gelaufen sind, landen wir relativ schnell am Hafen im Lifeboat Inn – und können sogar noch einem Platz auf der Terrasse ergattern!

St Ives ist ein nettes Örtchen, der Ort brummt – aber viel zu viele Touristen für unseren Geschmack. Außerdem ist auch noch Freitag. Das Essen im Lifeboat Inn ist okay, aber nichts Besonderes. Typisches Pub Food halt, aber wie immer gut essbar. Wir sind einfach nur froh, dass wir in diesem Touri-Ort ein nettes Plätzchen gefunden haben.

Als Friedel noch einmal in den Pub geht, um Bier-Nachschub zu holen, kommt und kommt er nicht wieder: Er hat an der Bar das englische Pärchen wiedergetroffen und sich recht lange mit ihnen unterhalten. Wie sich herausstellt, werden wir uns morgen früh beim Frühstück treffen: Sie sind im gleichen B&B wie wir!

Zum B&B müssen wir ein letztes Mal vom Hafen den Berg rauf – um dann todmüde im Bett zu landen. 23 tolle Kilometer, die es aber in sich hatten.

Abschnitt 1: South West Coast Path: Land’s End to Tintagel

Dies ist der erste Abschnitt unserer langen Reise, aber eigentlich ist es bereits unser Dritter: Im Herbst 2014 sind wir schon fünf Tage auf dem Offa’s Dyke von Monmouth nach Knighton gelaufen, und im Frühling 2015 haben wir die Somerset Levels und Bristol durchquert und den ersten Abschnitt des Offa’s Dyke in Wales bis Monmouth nachgeholt. Warum wir die Etappen nicht der Reihe nach angegangen sind, erfahrt ihr später im Kapitel „Der Weg und die Planung“.

Nun aber zu Cornwall: Nach einer ewig langen Zugfahrt von London nach Penzance kommen wir am Abend des 29. Septembers gegen 21 Uhr in Penzance an. Ich habe uns direkt gegenüber vom Bahnhof im Longboat Inn angemeldet: So kommt Friedel noch zu seinem sehnlichst erwarteten Ale und wir müssen auch nicht mehr lange in Penzance herumlaufen.

Nun, das Longboat Inn ist nicht die erste Sahne (das Zimmer ist ein wenig schmuddelig und „riecht“), aber das Frühstück am nächsten Morgen ist gut!

Friedel und ich haben uns ja vorgenommen, nicht straight durchzulaufen, sondern auch das eine oder andere Highlight links und rechts am Wege mitzunehmen: Also, wie kann man nach Penzance fahren, ohne den St Michael’s Mount mitnehmen? Deshalb sind wir extra einen Tag früher angereist.

Tag 23: Von Washford nach Triscombe

Am Vorabend sind wir relativ spät mit dem Zug in Taunton angekommen. Bis mittags haben wir noch gearbeitet und dann einen Nachmittags-Flug nach Heathrow genommen. Von Paddington aus dauert es nur ca. zwei Stunden nach Taunton. Trotzdem war es fast 22:00 Uhr, als wir im Premier Inn in Taunton ankamen.

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Die Hotels der Premier Inn-Kette sind nicht der Gipfel der Gemütlichkeit, aber man findet sie überall in England und sie gefallen uns besser als andere Hotelketten. Das Frühstücksbuffet ist auch recht gut, also übernachten wir immer wieder mal in den Premier Inns, wenn es denn nichts anderes gibt. Dieses Premier Inn ist keine Ausnahme. Vor allem können wir früh frühstücken und nehmen bereits um neun Uhr einen Bus nach Washford, dem Beginn unserer großen Reise zu Fuß.

In Washford lässt uns der Bus direkt im „Zentrum“ raus und wir müssen erst mal eine vielbefahrene, enge Straße herunterlaufen. Natürlich ist die Straße wie so viele in England links und rechts mit dichten Hecken und anderem Grünzeug bewachsen, so dass man höllisch aufpassen muss, dass man nicht umgefahren wird. Am Morgen hat es während der Busfahrt noch ein wenig geregnet und es ist bewölkt, doch klart der Himmel zusehends auf.

Bereits nach 500 Metern erwartet uns sofort die erste Sehenswürdigkeit: Cleeve Abbey liegt direkt am Wegesrand. Die Bude, an der man den Eintritt bezahlt, ist jedoch noch nicht besetzt, wir sind zu früh. Also machen wir ein paar Fotos von der durchaus ansehnlichen Abbey und verschwinden wieder. Schließlich haben wir heute noch 23 Kilometer vor uns, was für den ersten Tag nicht sooo wenig ist.

Im Gegensatz zu anderen Abschnitten gibt es in Somerset nicht „den“ Wanderweg, dem wir folgen, sondern ich habe für unsere Tour eine Kombination verschiedener Wege herausgesucht. Ein wichtiger Weg in diesem Urlaub ist jedoch der Macmillan Way West, den wir circa einen Kilometer nach Washford erreichen sollten – aber wir finden ihn nicht!

In diesem Urlaub haben wir noch keine Navigation per Handy und keine OS-App, wir wandern noch ganz klassisch nach Karte. Noch vor der Cider-Farm soll es links abgehen, aber wo? Wir rennen hin und her, finden auch keinen klassischen „Public Footpath“-Wegweiser. Schließlich entdecken wir hinter einem Schuttabladeplatz einen halb von Brombeeren zugewachsenen Stile, und wenn es auch keinen Hinweis auf den Macmillan Way gibt: Egal, hier muss es sein! Tatsächlich sind wir richtig, wie wir nach einiger Zeit feststellen, denn immer wieder werden wir im Verlauf des Tages auf vereinzelte Wegplaketten treffen. Der Weg bis Williston führt über Feldwege und teilweise auch quer über Felder und Wiesen, mitunter laufen wir durch brusthohen Mais oder Weizen. Eine unglaubliche Wegführung, die man so wohl in Deutschland nicht treffen würde!

Schwierig ist es zuweilen, die Stiles zu finden, die den Weg von Feld zu Feld führen, und schwierig ist auch die Überwindung derselben, denn viel sind mit Brennnesseln und Dornen überwuchert. Sollten wir nochmal im Hochsommer selten begangene Wege laufen, nehmen wir eine Heckenschere mit! In Williton laufen wir extra durch den Ort, in der Hoffnung, ein Café zu finden, aber es gibt wohl keins. Mittlerweile ist es ordentlich heiß und schwül geworden, wenn es auch bedeckt bleibt. Kurz vor Bicknoller überqueren wir die Trasse der historischen West Somerset Railway. Tatsächlich fährt sogar gerade eine alte Dampflokomotive vorbei!

Kurz nach Bicknoller geht es hinauf in die wunderschönen Quantock Hills. Obwohl sie nur ca. 300 Meter hoch sind, finden wir hier wieder eine „Moor“-Landschaft wie aus dem Bilderbuch. In Deutschland hätte man hier schon lange eine Landwirtschafts-Wüste angelegt. Das ist eine der Dinge, die wir an England so lieben: Zwar ist auch die Insel dicht bevölkert, aber es gibt so viele landschaftlich geschützte Gebiete, dass das Wandern nie langweilig wird.

Zunächst geht es ein waldiges, enges Tal hoch. Der Wald weicht schon bald riesigen Farnflächen, durchbrochen von einzelnen Ginsterbüschen und windzerzausten Schlehen- und Weißdornbüschen. Beim Aufstieg sehen wir eine Horde Rehe, die in aller Ruhe auf dem Hügel vor uns weiden. Der Blick ins Tal zurück zeigt uns, woher wir gekommen sind: Eine liebliche Hügellandschaft mit Feldern, Wiesen, Wäldern und vielen Hecken und kleinen Wegrainen. Welch ein Unterschied zu den riesigen Feldflächen in Deutschland!

Oben angekommen folgt der Macmillan Way einer alten „Drove-Road“. Diese uralten Wege wurden früher benutzt, um das Vieh über lange Überlandstrecken zu den Märkten in den Städten zu treiben. Es handelt sich meistens um rinnenartige Wege, die links und rechts von dichten Bäumen eingefasst sind. Dieser von mächtigen, uralten Buchen umschlossene Weg ist ein besonders prächtiges Beispiel dafür. Jetzt am Abend fällt das Licht besonders schön durch die Bäume.

Friedel fotografiert ausgiebig und sogar Steffi zückt ihr Handy. Dementsprechend spät kommen wir gegen 19:00 Uhr nach einem ordentlichen Kniekracher-Abstieg im Blue Ball Inn in Triscombe an.

Steffi, was hast du da wieder für ein Kleinod gebucht! Der kleine Pub mit umliegenden Wirtschaftsgebäuden liegt reetdachgeschmückt ins enge Tal geschmiegt, entzückend! Unser Zimmer befindet sich in einem der Nebengebäude und hat sogar eine kleine Terrasse. Also werden wir hier ungestört schlafen. Aber zunächst gilt es, noch schnell an etwas Essbares zu kommen, denn es ist schon spät. Wir genießen den Abend im schönen Garten des Pubs und lassen dort den Tag gemütlich ausklingen. Welch ein wunderbarer Beginn unserer Tour!

Tag 24: Triscombe nach Bridgwater

Heute Morgen müssen wir erst mal wieder zurück und den Macmillan Way finden. Wir wollen nicht den gleichen steilen Weg wie gestern hochsteigen und entscheiden uns für eine „Abkürzung“ schräg am Hang entlang. Der Weg ist jedoch nicht besonders viel begangen und wirklich so schräg, so dass wir aufpassen müssen, dass wir nicht herunterpurzeln!

Der Macmillan Way führt uns wieder durch eine farn- und heidebewachsene Landschaft. Heute ist die Luft etwas klarer, so dass wir bis zum Meer sehen können. Beim Aufstieg auf den Cothestone-Hill kommen wir ordentlich ins Schwitzen – mittlerweile ist es knallheiß geworden. Dort oben treffen wir auf wilde Ponys, wie in Wales! Wir freuen uns, denn damit haben wir gar nicht gerechnet. Im Gegensatz zu Wales sind die Pferde hier aber kaum scheu und lassen sich durch uns gar nicht stören. So gelingen uns wesentlich bessere Nahaufnahmen als in Wales 🙂

Der folgende Weg führt uns wieder über schattige Hohlwege bis zur Ivyton-Farm, wo wir uns ordentlich verlaufen. Wie so häufig haben wir wieder mal viel Respekt vor den kläffenden Hunden der Farm, als wir den Hof überqueren. Folglich sind wir abgelenkt und entscheiden uns zu früh für einen der Wege, statt mal in Ruhe auf die Karte zu gucken. So landen wir am Ende auf dem West Deane Way und in Kingston St Mary statt in Broomfield. Den Weg nach Broomfield laufen wir eine olle Straße entlang, aber es ist Samstag und so arg befahren ist sie zum Glück nicht. Für den restlichen Kilometer des Rückwegs nach Broomfield wählen wir einen in die Karte eingezeichneten Fußweg, der sich jedoch als dunkle, zugewachsene Rinne entpuppt. Wir schlagen uns durch Brennnesseln und anderes Geflecht und kommen verschwitzt und schmutzig in Broomfield an.

Dort gibt es einen hübschen Garten (Fyne Court), aber leider haben wir keine Zeit dafür, denn es ist schon 16 Uhr. Der Umweg hat uns satte drei Kilometer gekostet.

Auf dem folgenden Wegabschnitt des Macmillan Ways gibt es aber auch einige schöne Wegabschnitte, die an Parkanlagen erinnern. Wir machen Rast an einem schönen kleinen See nach Broomfield Common, der wie angelegt wirkt. Vielleicht ist er das auch? Überhaupt ist die Strecke nach North Petherton wieder mal ein Beweis dafür, dass eine Karte einem gar nicht immer verraten kann, wie schön ein Weg ist. Keine Informationen über die schönen Hohlwege und die farnbewachsenen Wegränder, die uns erwarten!

In North Petherton machen wir unsere letzte Pause für heute, auf einer Bank im Kirchhof der alten, imposanten Dorfkirche aus dem 15. Jahrhundert. Ab nun geht es durch die Somerset Levels, eine ehemalige Sumpflandschaft, die wir am folgenden Tag komplett durchqueren werden.

Der Weg von North Petherton bis nach Triscombe ist jedoch eher langweilig: Wir verlassen den Macmillan Way und laufen über verkrautete Felder und Wiesen nach Bridgwater. Ab und zu gibt es mal einen Wassergraben, das ist alles, was von den Sümpfen hier übrig geblieben ist. Auch hier werden die öffentlichen Wege scheinbar wenig begangen, denn wir verlieren den Weg zweimal und schlagen uns über Stacheldraht und durch Hecken, bis wir endlich Südende des Ortes bei der Willstock Farm ankommen. Auf dem Feldweg dorthin treffen wir zwei kleine Kläffer (die Besitzerinnen folgten erst 200 Meter weiter), von denen einer Steffi in die Wade zwickt. Es blutet leicht, doch wir machen keinen Aufstand: Teebaumöl drauf und weiter!

In Bridgwater übernachten wir direkt im Ort im Old Vicarage Hotel. Das Hotel erinnert eher an ein B&B, aber sie haben einen (ungepflegten) Biergarten hinter dem Haus und servieren auch Abendessen. Das Hotel ist so, wie wir es mögen: Ein historisches Gemäuer, altmodische Einrichtung, leicht heruntergekommen, aber nicht zu sehr. Der Hotelmanager ist ein Deutscher aus Bayern! Da er uns aber zu viel von seinem abenteuerlichen Leben erzählt, gehen wir lieber auf Abstand.

Nach dem Abendessen (Drei-Gänge-Menü, hehe!) können wir noch durch Bridgwater schlendern, der Vorteil der langen Abendstunden. Der Ort hat abgesehen von einer großen Kirche und seiner Lage am River Parrett wirklich nicht besonders viel zu bieten, Trotzdem laufen wir nun am Abend noch zusätzliche drei Kilometer am Fluss entlang und zum Yachthafen. Der Abend ist so schön!