Tag 74: Galashiels nach Innerleithen, 25km

Auf dem Southern Upland Way: Von Viehtreibern, Feen, drei Brüdern und ein wenig Kunst

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Heute wird es wieder bergig. 25 Kilometer auf dem Southern Upland Way stehen auf dem Programm, eine Etappe, auf die wir uns schon lange gefreut haben. Irgendwann werden wir den Weg auch komplett laufen. Für dieses Mal gibt es nur einen Vorgeschmack auf den Weg – Und er hat uns sehr gefallen!
Im Vergleich zum Pennine Way ist zumindest diese Etappe des SUW viel grüner – grün im Sinne von waldig, nicht sumpfig! 🙂

Zunächst geht es über Wiesen sanft nach oben. Das Wetter ist wunderbar, auch der Wind der letzten Tage hat nachgelassen. Es weht den ganzen Tag eine sanfte Brise, die einen nicht frieren, aber auch nicht schwitzen lässt.
Unser erstes Ziel sind die drei Brethren, die drei Brüder. Der Weg führt uns zuerst von 110 auf 300 Meter hoch, aber dann wieder runter auf 110 – unser alter Freund River Tweed fließt durch das Tal. Wir passieren den Fluss über eine alte Brücke und verlaufen uns danach erstmal – ein Kilometer matschiger Waldweg hin und zurück ist der Preis.


Danach geht es über schattige Waldwege langsam, aber stetig nach oben. Der Wald hier ist sehr abwechslungsreich – Nadelwald und Laubbäume wechseln sich ab, der Boden ist mit Mooos, Farnen und Blaubeeeren bestanden: Hübsch!

Am Ende tauchen wir aus dem Wald auf und kommen in eine Moorlandschaft mit Heide, aber der Weg ist weiterhin grasig und angenehm zu laufen. Die drei Brüder auf 470 Metern kommen erst in letzter Sekunde in Sicht, plötzlich sind sie da.

Die Brüder sind drei Steincairns aus dem 16. Jahrhundert und bieten einen Rundum-Ausblick. Hier sitzt schon ein einsamer Wanderer mit großem Rucksack, mit dem wir kurz ins Gespräch kommen. Er ist den ganzen Weg vom westlichen Startpunkt des Weges an der Irischen See heraufgelaufen. Auf dem ganzen Weg hat er nur sechs – SECHS- andere Wanderer getroffen! Man merkt ihm an, wie begeistert er vom Weg ist. Er schenkt uns zwei Abzeichen vom SUW, die er unterwegs in einem Cache gefunden hat – Dabei sind wir den Weg doch noch gar nicht gelaufen, aber wir fühlen uns geschmeichelt und nehmen sie dankend entgegen.

Oben geht es berab und bergauf über heidebestandenes Moorland. Es bieten sich weite Ausblicke zu allen Seiten bis zu den Cheviots und damit zum Ende des Pennie Ways. Sogar die Schneefelder auf den Flanken des Plateaus sind gut zu erkennen, auch die drei Buckel der Eildon Hills, durch die wir gestern gelaufen sind. Gestern Nacht hat es etwas geregnet und die Sicht ist viel besser als in den letzten Tagen.


Da heute Samstag ist, treffen wir einige Tageswanderer und am Nachmittag dann jede Menge Mountain-Biker, deren Zahl die der Wanderer weit übersteigt.

Auf dem SUW gibt es auch Kunst! Mitten in der Einöde hüngen an Steinmauern zum Beispiel Tafeln mit Gedichten und Pferdenamen – Der SUW teilt sich ab Mittag den Weg mit der Cross Borders Drove Road, einer uralten Viehreiberroute, die über 800 Jahre alt ist.

An anderer Stelle hat ein Künstler Kreise in das Heidekraut gebrannt, in Anlehnung an die alte Tradition, das Heidekraut für die bessere Moorhuhn-Zucht abzubrennen.

Am Cheese Well, einer alten Quelle am Wegesrand, gluckert ein kleines Wässerchen und auf einem alten Stein neben der Quelle liegen jede Menge Münzen – Der Tradition nach soll man hier ein Opfer für die Feen der Moore ablegen. Wir lassen nichts da – Wir sind nicht abergläubisch, aber geizig – und die Feen lassen’s ja eh liegen! 🙂

Am Ende steigen wir wieder in das Tal des River Tweed hinab und laufen noch zwei Kilometer über Straße nach Innerleithen hinein, unserem heutigen Ziel. Die Stadt ist scheinbar ein Eldorado für Moutainbiker, man begegnet ihnen überall in der Stadt. Ansonsten macht Innerleithen auf uns einen eher langweiligen Eindruck. Genauso ist auch unser Hotel – nix Besonderes, aber okay für eine Nacht. Immerhin gibt es einen Biergarten, in dem wir uns noch schon um 17 Uhr ein Pint genehmigen. Morgen soll es regnen, also carpe diem! 🙂

Tag 73: St Boswells nach Galashiels, 19km

Heute Kaffee statt Kultur! Wege-Potpourri und Zivilisationsschock.

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Woran erkennt man ein gut geführtes Hotel oder B&B? Wir meinen, an der Sorgfalt und den kleinen Gesten. Das hat nichts mit dem Preis des Etablissements zu tun: Wenn die Blumen in den Blumenkästen vertrocknen, wenn der Teppich auf der Treppe arg verschlissen ist, wenn nicht darauf hingewiesen wird, dass man für den Abend lieber einen Tisch reservieren sollte, wenn auf den Restaurant-Toiletten kein Papier mehr vorhanden ist, der Kaffee zu sparsam abgezählt ist, nur ein oder gar kein Biskuit bereit liegt … 🙂

Aber gut, dies nur am Rande … Wir halten uns heute mal an echte Wanderwege – Zuerst ist es der St Cuthbert’s Way, der uns aus St Boswells hinausführt und direkt über die Eildon Hills nach Melrose bringt.

Zwar müssen wir erst ein Stück an einer fiesen Hauptstraße entlang laufen, aber der Weg führt uns bald durch hübsche Waldwege auf den Sattel zwischen dem ¨Mittleren¨ und dem ¨Nördlichen¨ Eildon Hill. Das Gestein der Berge ist rötlich und erinnert uns an Arthur’s Seat in Edinburgh. Tatsächlich handelt es sich um sehr altes vulkanisches Gestein. Einer Sage nach sollen die Berge innen hohl sein, und allerhand illustre Gestalten sollen sich dort aufgehalten haben, natürlich auch King Arthur – wer sonst? 🙂

Die Berge sind dicht mit blühendem Ginster und Farn bestanden, ähnlich wie die Quantock Hills in Somerset, die uns auch sehr gut gefallen haben.

Als wir nach einem relativ gemütlichen Anstieg oben ankommen, haben wir einen – zugegeben heute etwas diesigen – weiten Blick auf die Southern Uplands und auf Melrose.

Der Abstieg ist dann recht knackig und uns kommen einige schnaufende Wanderer entgegen, der Aufstieg muss für sie wohl anstrengender als der aus unserer Richtung sein.

In Melrose nehmen wir erst mal einen Kaffee. Dann traben wir zur Abbey und stellen fest, dass wir beide heute irgendwie keine Lust auf noch ein Kloster haben. Zwar ist Melrose das am besten erhaltene und bekannteste der Region, aber auch das vollste. Auf dem Parkplatz steht Reisebus neben Reisebus, also wollen wir die umgerechnet 15 Euro Eintritt lieber in Kaffee investieren und Friedel fotografiert die Abbey durch den Zaun.

Ab Melrose wechseln wir wieder auf den Border Abbeys Way, der sich den Trail zunächst mit dem Southern Upland Way teilt. So kommen wir an der interessanten Hängebrücke über den River Tweed vorbei, die den Southern Upland Way nach Lauder führen würde. Friedel möchte gern wie üblich in der Mitte der Brücke schaukeln und Gitta ein Filmchen dazu schicken, aber zum Glück entdecken wir noch das Schild, dass das Wippen und Stehenbleiben auf der Brücke mit zwei Pfund Strafe (au ja, ein billiger Spaß!) oder GEFÄNGNIS belegt. Da haben wir ja noch mal Glück gehabt, dass wir das Schild noch gesehen haben ! 🙂

Weiter geht es über den Border Abbeys Way wieder an unserem Freund Tweed entlang. Wie gestern ist der Weg mal flach und grasig, mal führt er uns über wurzelige Stufen durch Wald. Immer wieder mal geht es ein Steilufer hoch, der Weg ist hier sehr bequem mit Holzstufen versehen. Sehr angenehm, der Border Abbeys Way! 🙂

Wir hätten auch auf dem Southern Upland Way laufen können, aber der Flussweg ist viel schöner und bringt uns direkt bis Abbotsford House, dem damaligen Wohnsitz des Dichters Sir Walker Scott.

Ähhh … sogar direkt bis in die Anlage hinein, so dass wir gar nicht am Ticketshop vorbeikommen und wir die Gartenanlagen schon ausgiebig besichtigt und fotografiert haben, bevor wir am Eingang des Schlosses nach Tickets gefragt werden. Aber nein, wir können leider dort keine erstehen, sondern werden den ganzen Weg zurück durch die Anlage zum Besucherzentrum geschickt. Nein, das wollen wir nicht und wir schlagen uns zurück in die Büsche!

Ehrlich gesagt, wir haben keine Ahnung von Sir Walker Scott. Die Anglisten unter euch werden aufschreien, wir aber wissen nur, dass er “Rob Roy” geschrieben hat. So reicht uns der Blick auf das romantische Schlösschen und die schöne Anlage vollkommen aus, die alten Möbel, Ritterrüstungen und dicken Folianten drinnen brauchen wir nicht unbedingt. Wieder Geld gespart! 🙂

(Die abendliche Recherche ergibt: Wir haben unwissentlich 11£ gespart für den Garten, bzw. 22£ für das gesamte Besichtigungsprogramm…)

Der Weg nach Galashiels zu unserem B&B ist dann weniger schön – Erst geht es über eine große Autobrücke, dann über den Campus der Uni und dann über die eher hässliche Highstreet in den Ort hinein. Galashiels ist eine richtige Stadt und wir sind die vielen Menschen, Autos und engen Gehsteige gar nicht mehr gewöhnt und honken mit unseren Rucksäcken ungeschickt umher. “Gala” hat schon bessere Tage gesehen: Jedes dritte Geschäft ist ein Charity-Shop, ein Friseur oder Barbier oder ein …. Café! 🙂

Wir gönnen uns den zweiten Kaffee plus Scones dazu, denn das haben wir uns vom Kulturprogramm abgespart. Heute Abend ist Fish-and-Chips-Tag im Wetherspoon-Pub: Eine Portion plus Getränk für 7,85£. Yeahhhh! 🙂

Tag 72: Kelso nach St Boswells, 23km

Friedel und Steffi auf Abwegen am Rande der Legalität – ein Spaziergang am River Tweed.

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Für heute haben wir einen gemütlichen Spaziergang am River Tweed entlang geplant. Dabei wollen wir am Ende der Tour noch Dryburgh Abbey besichtigen. Wir freuen uns unmäßig auf die Tour, vor allem weil die Sonne lacht!

Deshalb haben wir uns natürlich wieder für das kurzhosige Wanderoutfit entschieden. Aber wie schon in den letzten Tagen weht auch heute eine steife Brise, die einem echt durch Mark und Bein geht. Zu heiß war uns heute also nicht. Der Wind stiehlt den Frühling!

Um möglichst viel vom Fluß mitzunehmen, hat Steffi im Vorfeld eine spezielle Route ausbaldowert: Wir nehmen am Morgen nicht den Border Abbeys Way, denn der führt uns weit entfernt vom Fluss über Landstraßen. Stattdessen wollen wir über das Gelände von Floors Castle laufen, denn a) sehen wir so das Schloss von außen, b) bleiben wir dicht am Fluss, der uns gestern von Weitem schon sehr gefallen hat.

Als wir dann aber vor dem großen Tor des Anwesens stehen, überkommen uns schon die ersten Zweifel, ob wir wirklich durch das weitläufige Gelände wandern dürfen. Wir versuchen sogar, direkt am Fluss zu laufen und damit das Privatgelände des Duke of Roxburgh zu umgehen – keine Chance!

Also rein ins Tor und wacker losgestratzt!

Schließlich gibt es in Schottland das ¨Right to Roam¨, also das Recht, sich frei über privates Gelände zu bewegen, auch wenn es einem Duke gehört!

Als wir auf das erste Schild mit ¨private Road¨ treffen, werden wir ein wenig nervös. Sollen wir hier wirklich durchlaufen? Auf der Karte sehen wir, dass es einen anderen Weg oberhalb des Flusses gibt. Aber auch dort gibt es das gleich Schild. Wat nu? Wir könnten uns auch zum Besucherparkplatz durchschlagen (das Schloss ist zu besichtigen), allerdings führt die Straße von dort auf eine Hauptstraße. Das kommt nicht in Frage! Wir laufen also auf der Privatstraße weiter. So richtig genießen können wir unseren Spaziergang nicht, denn immer wieder kommen uns Pickups beladen mit Anglern oder Jägern entgegen. Sollen wir sie grüßen? Wie begrüßt man den Duke, sollte er uns anpflaumen? Aber niemand spricht uns an, alle grüßen freundlich zurück.

Wir überspielen unsere Klammheit mit blöden Witzen: ¨Wir sind gekommen, unser Erbe anzutreten!¨ oder ¨Ich bin doch die Cousine vierten Grade des Dukes, Stephanie von Hannover! Hat Ihnen mein Onkel nicht Bescheid gesagt?¨

Nach einer Stunde strammen Marsches durch die riesige Parkanlage kommen wir endlich am vermeintlichen Ende des Anwesens an. Kein Zaun, keine Mauer, wir können einfach weiterlaufen!

Der River Tweed ist ein wirklich schöner, naturbelassener Fluss und war scheinbar schon früher einen begehrte Wohnlage der Lordschaft. Es macht uns schon misstrauisch, dass der Weg am Fluss plötzlich ordentlich gemäht ist, wir wandern sozusagen über gepflegen Turf. Kurze Zeit später begegen wir einer Gruppe propperer Angler mit KRAWATTEN! MIT FISCHMUSTERN! Wir befinden uns auf dem Gelände des nächsten Grand Maison, Makerstoun House, einem strahlend weißen Landsitz.

Hier endet unser eingezeichneter Weg im Nichts, die eine Möglichkeit wäre, zum Landschlösschen zurückzulaufen und dort direkt über den Hof zu laufen. Wir entschließen uns hingegen, etwas abseits vom Haus den Hang hochzuklettern und über den Zaun zu steigen :-O

Danach klettern wir noch über ein Gatter, das sich nicht öffen lässt und stehen auf einer Wiese mit Kühen und vielen Kälbern, die alle beunruhigt aufstehen, aber erst mal nur glotzen. Wir machen, dass wir Land gewinnen!

Als wir schließlich den Border Abbeys Way erreichen, sind wir heilfroh. Hier herrscht Rechtssicherheit!

In England ist klar: Eine grüne Linie auf der Karte, ein Footpath-Schild oder eine Plakette bedeuten, dass wir uns auf einem ordentlichen Fußpfad bewegen: In Schottland gibt es diese jedoch nicht, und so ganz sicher sind wir uns nicht mit dem Recht, sich frei zu bewegen!

Auf dem offiziellen Weg läuft es sich auch nicht schlecht. Er liegt etwas höher als unser Flussweg und von Weitem grüßen schon die Eildon Hills, über die wir morgen steigen werden.

Auch der Borders Abbey Weg führt uns wieder zum Fluss hinunter, wo wir unsere Mittagspause auf großen Steinen am Flussufer verbringen. Wir treffen keine anderen Wanderer, nur der eine oder andere Fliegenfischer steht im Fluss und wirft seine Rute aus.

Als wir schließlich Dryburgh Abbey errreichen, sind wir überrascht von der Größe und dem guten Erhaltungszustands des alten Klosters. Das Refektorium ist als Raum noch komplett erhalten und an den Wänden sind noch Reste der Originalbemalung zu sehen. Im ehemaligen Kirchenschiff sind Sir Walter Scott und seine Familie begraben. Der alte Dichter ist uns heute schon mal begegnet: Von Weitem haben wir den Smailholm-Tower gesehen, wo der Dichter seine Kindheit verbracht hat. Morgen werden wir seinen Wohnsitz Abbortsford House besichtigen. Für Friedel ist der Dichter unser Schutzpatron – Sir WALKER Scott! 🙂

Nach der Überquerung einer alten Hängebrücke und einem weiteren schönen Flussabschnitt erreichen wir Saint Boswells und unsere heutige Unterkunft, das Buccleuch Arms. Das Hotel ist gediegen und der Preis hoch, aber das Zimmer ist viel kleiner und weniger luxuriös als andere und günstigere Zimmer, die wir bisher hatten. Ich sage nur: Lage, Lage, Lage! Das Hotel ist fest in der Hand einer Gruppe lärmender Dänen. Auch Deutsch hören wir wieder, das erste Mal seit zwei Wochen. Ein Plus des Ladens ist jedoch das sehr gute Essen!

Soweit zu unserem zweiten Bummeltag. Morgen gibt’s wieder Berge und gleich zwei Top-Sehenswürdigkeiten: Melrose Abbey und Abbotsford House!

Tag 71: Town Yetholm nach Kelso, 17km

Ein Hoch auf die Mittelmäßigkeit!

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Der heutige Tag ist ein absolutes Beispiel der Mittelmäßigkeit: Das Hotelzimmer ist mittelgroß mit mittelgutem Frühstück. Das Wetter ist mäßig, es regnet nicht, aber die Sonne zeigt sich auch nicht. Es ist nicht kalt, aber auch nicht warm und es weht eine Brise, die Briten wohl als mittelstark bezeichnen würden – Wir nennen es einen mäßigen Sturm. Super ist, dass sich unsere Waden und Gesichter vom leichten Sonnenbrand der letzten Tage erholen können! 🙂

Beim Frühstück sind wir immer noch unentschlossen, ob wir heute mit langer oder kurzer Hose gehen sollen. Do like the Natives do: Ein Brite, der mit uns beim Frühstück sitzt und mit dem wir uns kurz und steif unterhalten – er läuft den Saint Cuthbert’s Way – trägt heute kurz, also machen wir das auch. Friedel findet das im Laufe des Tages okay, Steffi ist ‘s zu kalt. 🙂

Der heutige Tag ist ein Brückentag – Den PW haben wir abgeschlossen und morgen geht es auf dem Borders Abbey und dem Southern Upland Way weiter. Wir haben uns für heute eine mittellange Route über sanfte Hügel und Feldwege gesucht, denn wir wollen uns ein wenig von den Strapazen der letzten Tage erholen.

Nur am Anfang des Tages gibt es einen kleinen Anstieg, dafür werden wir jedoch mit einem schönen Blick auf Yetholm und zurück auf die Cheviot Hills belohnt.

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Die weitere Route bietet in der Tat keine Highlights, aber das gleichmäßige Trotten über wenig befahrene Country Roads und die grünen Wiesen und gelben Felder (richtig gelb – rapsgelb!) sind angenehm für’s Auge.

Kelso ist ein mittelgroßes nettes Städtchen am River Tweed mit einer alten Abbey, die noch mittelgut erhalten ist. Diese Touristenattraktion haben wir nach insgesamt 15 Minuten abgehakt und gönnen uns einen Luxus, den wir in den letzten Tagen vermissen mussten: Einen richtigen Kaffee Latte mit Scones! 🙂

Was gar nicht mittelmäßig ist, ist unser Zimmer im von außen eher unscheinbaren Queenshead Hotel: Supergroß, luxuriös und gar nicht so teuer!

Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit dem heutigen Tag: Wir sind schon um 14 Uhr da und haben noch Zeit für Kaffee, Kultur und Abfläzen im Hotel. Ein wenig befremdlich ist allerdings der Blick vom Zimmer auf einen alten Friedhof und schauriges Krähengekrächze! 🙂
Morgen scheint dann wieder die Sonne!

Tag 70: Windy Gyle nach Town Yetholm, 25km

Schneeballschlacht am Cheviot und Einmarsch nach Schottland – so long, Pennine Way!

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Der Abschied vom Forest View Walkers Inn fällt uns am Morgen sehr schwer: Das war echt ein supernette Unterkunft und Joyce und Collin sind die besten Gastgeber der Welt! 🙂

Die beiden würden gern in Rente gehen und man merkt es ihnen an, dass ihnen die viele Arbeit mittlerweile schwer fällt. Collin macht die Zimmer und bewirtet die Gäste, Joyce fährt die Wanderer herum und kocht. Beide sind aber weit über 60. Das Problem ist: Sie finden keinen Käufer! Es ist den beiden wichtig, dass nicht irgendein Hotelier den Laden kauft, der potentielle Nachfolger sollte den Betrieb so weiterführen, dass die Versorgung der Hiker weiterhin gesichert ist. Aber es gibt nicht so viele Interessenten, die 30 Kilometer bis zur nächsten Wäscherei und 60 Kilometer bis zum nächsten gastronomischen Großhändler fahren wollen. Im Winter fällt über einen Meter Schnee und sie müssen sich ihren Weg zur Hauptstraße selbst freischaufeln. Uuuff! Also wenn einer von euch interessiert ist, in einer tollen Gegend ein Hiker-B&B zu führen? Wir jedenfalls haben damit geliebäugelt! 🙂

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Wir laufen nicht gern den gleichen Weg zweimal, also wählen wir, nachdem uns Joyce an der gleichen Farm wie gestern abgesetzt hat, einen anderen Weg nach oben. Damit sparen wir zwei Kilometer und müssen 50 Meter weniger nach oben steigen. Trotzdem sind es 250 Höhenmeter gleich am frühen Morgen, und weitere werden folgen!

Wir laufen durch grünes Farmland und durch WALD! Überall springen die jungen Lämmer herum, beäugen uns neugierig, aber springen dann doch linkisch davon.

Es geht gemäßigt bergauf.

Als wir oben am Grat ankommen, weht wieder ein ordentlicher Wind und trocknet unseren Schweiß im Nu. Das Wetter ist mal wieder bombig! Und hurra, wir sind wieder auf dem PW!

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Heute wandern wir den ganzen Tag an der schottisch-englischen Grenze entlang. Unser Weg verläuft auf der englischen Seite, aber hinter dem Zaun liegt Schottland. Erst am Ende unserer heutigem Etappe werden wir über den Zaun steigen und nach Schottland einlaufen.

Aber vorher gilt es noch, das Cheviot-Plateau zu besteigen. Schon gestern haben wir die Schneefelder gesehen, die an den Flanken des Berges leuchteten, allerdings haben wir nicht gedacht, dass es wirklich Schnee ist. Es war ja geradezu heiß. Aber heute stehen wir fast im Schnee!

Hier oben ist es wesentlich kälter als unten, vor allem sehr windig. Der Wind ist heute das Gemeine! 🙂

Die gesamte Bergkette heißt ja ¨Cheviot Hills¨, also entscheiden sich viele Wanderer noch für den Drei-Kilometer-Umweg zum Gipfel. Der liegt aber nur um wenige Meter höher als das Plateau und soll null Aussicht bieten, also lassen wir’s.

Lieber steigen wir ab zur nächsten Schutzhütte, die Mittagspause lockt. Auf der Karte ist wieder eine solche eingezeichnet, von der wir uns Schatten uns Windschutz erhoffen. Als wir dort ankommen, sieht sie fast genauso aus wie die Hütte gestern, aber es gibt umlaufende Bänke und sie ist viel sauberer und einladender.

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img_0878img_0877In der Pause haben wir jedoch das Gefühl, dass es sich noch mal um einige Grad abkühlt, auch im Windschatten der Hütte. Außerdem bezieht sich der Himmel mit dunklen Wolken, die von Schottland her aufziehen. Wir müssen nach dem Cheviot noch einen weiteren Berg besteigen, dass bedeutet einen Abstieg in ein zwischenliegendes Tal und dann wieder den Aufstieg auf ¨The Shill¨. Die ganze Umgebung wirkt ausgesprochen alpin – oder eher wie wir uns Patagonien vorstellen. Kaum zu glauben, dass die Berge nur 700 bis 800 Meter hoch sind.

Als wir den Zaum nach Schottland übersteigen, ist uns fast ein wenig feierlich zumute: Wir sind von Land’s End bis ans andere Ende von England gelaufen, von nun an ist alles schottisch!

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Vermeintlich schottisch ist auch das Wetter – kurz nach der Überquerung der ¨Grenze¨ fängt es an zu regnen. Da uns in unserer kurzen Hosen und T-Shirts mit Windbreakern eh kalt ist, legen wir einen Zahn zu und entscheiden uns für den Abstieg für die Low-Level-Variante des Pennine Ways. Es wird grüner und grüner, aus der Ferne grüßen die Lowlands.

Als wir ca. zwei Stunden später am Border Hotel in Kirk Yetholm ankommen, hat es jedoch schon wieder aufgehört zu regnen. Nass sind wir trotzdem und kalt ist uns auch, also haben wir gar keine Lust, lange zu feiern, dass wir den Pennine Way beendet haben. Schnell schießen wir die obligatorischen Fotos vor dem ¨Border Hotel¨, dem offiziellen Ende des Pennine Ways.

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Da wir aber nicht in diesem Hotel wohnen, sondern im ¨Plough Hotel¨ in Town Yetholm, geht es für uns noch zwei Kilometer weiter und sofort in die Badewanne. Und danach direkt in die Bar! 🙂

Heute war der einsamste Tag der ganzen Tour, wirklich niemand ist uns begegnet. Glücklicherweise gab es viele Slabs, so dass wir relativ gut voran gekommen sind. Wenn es aber nass und matschig gewesen wäre, hätte der heutige Abschnitt viel länger gedauert. It’s all about terrain and weather! 🙂

Wir verlassen die Pennines mit einem lachenden und einem weinenden Auge – Wir lieben die Weite und die Einsamkeit des Moors, aber schätzen auch trockene Füße und hin und wieder etwas mehr Abwechslung! 🙂

Tag 69: Byrness zum Windy Gyle, 23km

Thank God, it’s dry! Gottseidank, das Moor ist trocken! Und Steffi und Friedel fahren mit einem Auto, MIT EINEM GROSSEN AUTO!

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Wir könnten euch heute die gleichen Bilder wie gestern zeigen – Ihr würdet es nicht merken! 🙂

Die Berge auf der heutigen Etappe sind allerdings ein bisschen höher und es war noch einsamer als gestern. Noch dazu das tolle Wetter – Was wollen wir mehr?

Heute sind wir früh losgekommen: Das Forest View Walkers Inn ist voll auf Wanderer eingestellt. Wir bleiben hier zwei Nächte, denn von Byrness bis Kirk Yetholm (dem Endpunkt des Pennine Ways) gibt es keine Unterkunft. Einige toughe Wanderer reißen die 45 Kilometer an einem Stück runter – aber so hart sind wir nicht. Unser Mitgast Phil ist heute Morgen deshalb früh mit leichtem Gepäck und Jogging-Schuhen gestartet, aber etwas mulmig war ihm schon. Deshalb bietet unsere Unterkunft einen besonderen Service – Sie holen uns heute ungefähr in der Mitte des Weges ab und bringen uns morgen wieder zum Pick-Up-Point, einer alten Farm, zurück.

Normalerweise mögen wir solche Shuttles nicht – aber was sollen wir tun?

Tatsächlich freuen wir uns, die phantastische Gastfreundschaft von Joyce und Collin noch einen Tag länger in Anspruch nehmen zu dürfen. 🙂

Gleich am Morgen führt uns der Weg durch Wald steil bergauf. Schnell verlassen wir den Wald und es geht wieder ins Moor – Es ist gelb! 🙂

Der Blick hinunter nach Byrness und zum Forest View lohnt die Mühen.

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Es ist schon ziemlich heiß und der Schweiß rinnt. Oben allerdings weht eine kühle Brise und die eine oder andere Wolke ist uns sehr willkommen.

Hin und wieder führt uns der Weg auch heute wieder über die Slabs, also die Steinplatten, aber wir sind absolut froh, dass es mehrere Tage nicht geregnet hat. Unter nassen Bedingungen muss der Weg höllisch sein – Links und rechts sehen wir dunklen, glibbernden Torfmatsch und hin und wieder den einen oder anderen tief eingesunkenen Fußabdruck. Wie verzweifelt abgekämpft muss ein Mensch sein, dass er einfach durch den tiefsten Matsch patscht?

Unsere Füße hingegen bleiben heute ausnahmsweise mal relativ trocken. Kurz vor dem Lamb Hill gibt es eine kleine Schutzhütte, die wir für unsere Mittagspause anvisiert haben. Zwar ist die Hütte (wie leider oft bei Bothys und ähnlichen Hütten der Fall) ziemlich schmuddelig und vermüllt, aber sie wirft einen SCHATTEN!

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Nach einigen Aufs und Abs und weiten Aussichten erreichen wir endlich Windy Gyle, wo wir für heute den Pennine Way verlassen.

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Der Abstieg ins Coquet-Tal ist ein echter Kniekracher, aber es wird grüner und grüner und wir haben einen tollen Blick in das beschauliche Tal.

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Um Punkt fünf Uhr landen wir am vereinbarten Treffpunkt an einer verlassenen Farm und fünf Minuten später holt uns Joyce mit ihrem Van ab. Die Fahrt durch das Tal ist lang und abenteuerlich – alle Achtung, dass Joyce diese Strecke fast jeden Tag zweimal fährt – für uns Wanderer!

Am Abend erzählen uns die beiden einige interessante Geschichten aus ihrem Leben als B&B-Gasteltern. Collin zeigt uns auch ein Buch, das eine seiner deutschen Gäste über den Pennine Way geschrieben hat. Es ist das tolle Buch unserer Mitbloggerin Stefanie Röfke, ¨Kopflos auf dem Pennine Way¨. Sie hat es mit einer netten Karte versehen und Collin freut sich sichtlich darüber. Wenn er dann eines Tages sein eigenes Buch herausgibt, bekommt Steffi Röfke auch eine Kopie. Das soll ich dir sagen, Steffi! 🙂

Den Abend lassen wir mit einem Ale im Garten ausklingen. Ein weiterer toller Wandertag liegt hinter uns.

Tag 68: Bellingham nach Byrness, 23km

Gelbes Moor, braunes Moor, grünes Moor und ein Wald, der keiner ist.

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Von der heutigen Passage haben wir schon viel Schlechtes gehört: Erst soll es durch ein furchtbar matschiges Moor gehen, dann auf einen breiten Forstweg durch einen langweiligen Wald. In der Tat geht es durch viel matschiges Moor und kommerziell genutzen Kiefernwald – aber langweilig ist es gar nicht!

Das liegt vor allem an dem unglaublichen Wetter und an den tollen Aussichten auf das umliegende weite Moorland.

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Zuerst geht es über ein gelbes Moor, dann über ein braunes: Das Gelbe kommt vom Moorgras, das Braune vom Heidekraut. Wie muss es erst im August sein, wenn die Heide blüht! Aber uns wäre es definitiv zu heiß im August, vor allem, weil es auf den ersten vierzehn Kilometern überhaupt keinen Schattenplatz gibt.
Ganz kritisch ist das grüne Moor, das von Weitem meistens gelb aussieht – Unter dem Sumpfgras gibt es dann jede Menge squatischiges Torfmmoos, von dem man nicht weiß, wie tief man einsinkt. Auch wenn der Torf freiliegt und nicht hell, sondern dunkel ist, gilt es aufzupassen. Dann ist er meistens nicht trocken, sondern total vollgesogen. Rettung gibt es dann nur, wenn man von Grasbult zu Grasbult springt.

Wir dachten, wir hätten den Dreh ‘raus, aber irgendwann waren die Schuhe dann doch voller Wasser – und sind die Schuh’ erst ruiniert, dann patscht ‘s sich gänzlich ungeniert! 🙂 Unser heutiger geht an die Grasbultköpfe, die geduldig und schmatzend unsere Schuhe ausgehalten haben.

Wir sind ja immer mit Trailrunning-Schuhen und wasserdichten Socken unterwegs. Allerdings waren uns heute die Sealskinz zu warm, also haben wir sie weggelassen. Der Pennine Way ist im Moor allerdings oft gar nicht zu erkennen, weil jeder Wanderer auf eigenes Risiko von Bult zu Bult springt. Slabs und Brücken sind auch rar. So sind die patschnassen Füße dann eine echte Erfrischung und bei der Wärme sind die Socken und Schuhe schon fast wieder trocken, als wir in Byrness ankommen.

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Gefreut haben wir uns schon auf den Wald, der uns im letzten Drittel des Weges erwarten sollte. Allerdings gibt es noch lange keinen Wald, wenn er auf der Karte eingezeichnet ist – Das bedeutet nur, dass da mal Wald WAR! Stattdessen führt der Weg durch eine abgeholzte Matschwüste, wir klettern über Baumstümpfe und umgefallene Bäume und sind froh, dass wir GPS haben, denn einen Weg gibt es gar nicht mehr.

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Als wir schließlich doch im “richtigen” Wald ankommen, ist der Weg ein superbreiter Schotterweg, bei dem die Bäume so weit entfernt stehen, dass sie auch keinen Schatten spenden. Egal, einen Sonnenbrand haben wir eh schon! 🙂

Den ganzen Tag treffen wir nur einen einzigen Wanderer, und das an einen Bank Holiday Sonntag. Den einsamen Rambler treffen wir dann auch prompt in Byrness wieder, natürlich im Forest View Walkers Inn, wo auch sonst? In dem superkleinen Ort gibt es nämlich keine andere Unterkunft, auch wenn auf der OS-Map noch ein Hotel eingezeichnet ist.

Das letzte Stück am River Lynne entlang ging dann noch durch ein schönes Waldstück, dass uns Mitteleuropäer eher wie ein richtiger Wald vorkommt. 🙂

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Das Forest View Walker Inn ist eine ehemalige Jugendherberge, die von den jetzigen Besitzern als B&B geführt wird. Zum Glück gibt es ein leckeres Abendessen und ein echtes Ale, sogar vier Sorten zur Auswahl! Für Friedel ist der Abend also gerettet! 🙂
Anekdote des Tages: Der einsame Wanderer Phil ist heute von Tieren angegriffen worden – Zwei dumme Lämmer wollten von ihm gefüttert werden . Er konnte sich gerade noch über eine Mauer retten! 🙂

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Tag 67: Housesteads nach Bellingham, 22km

Vergangene Hochkultur, barbarische Wege in gleißender Sonne, Walkers welcome, wuff, wuff.

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Der Hadrians Wall Bus hat uns heute Morgen pünktlich zum Ausgang unserer Wanderung gebracht, zum Housesteads Roman Fort und damit zum Hadrians Wall. 2016 haben wir unsere Pennine Way-Wanderung mit dem Besuch des römischen Forts Vindolanda beendet, das nicht weit von unserem heutigen Startpunkt liegt. Wir sind somit zwei Kilometer des Walls nicht gelaufen, aber da sind wir mal großzügig! 🙂

Da beim letzten Mal das Wetter am Wall echt mies war, hatten wir nicht sooo viel Spaß, aber das Museum in Vindolanda war schon sehr beeindruckend: Der Wall ist ja die alte Grenzlinie, mit der das römische Imperium sich vor den Barbaren aus dem Norden schützen wollte. Gebaut hat ihn Kaiser Hadrian ca. 120 nach Christus und der Wall ist vergleichbar mit dem Limes in Süddeutschland, aber viel besser erhalten. Er zieht sich quer durch England, von der Irischen See bis zur Nordsee.

Das Museum und die Ruinen des Forts Housesteads öffnen erst um 10 Uhr, aber wir wollen die Anlage unbedingt besichtigen, denn schließlich ist dies das größte römische Fort in England und der Wall an dieser Stelle besonders eindrucksvoll und gut erhalten.

Das Museum in Housesteads ist wesentlich kleiner als das in Vindolanda, da sind wir schnell durch, denn Vindolanda hat viel mehr und beeeindruckendere Exponate. Wir schlendern noch ein wenig durch die Ruinen und genießen das tolle Wetter an diesem Morgen.

Wir haben uns am Eingang gewundert, dass wir das Gelände betreten konnten, ohne unsere Eintrittskarten vorzuzeigen. Aber dann wird Steffi von einer netten, aber bestimmten Dame in Uniform angesprochen: ¨Darf ich Ihre Tickets sehen?¨ Steffi kramt sie aus der Hosentasche. ¨Haben Sie das Museum besichtigt?¨ Ja natürlich habem wir das. ¨Haben Sie auch den Film gesehen?¨ “Yes, Ma’am!¨ 🙂

Sehr beeindruckend, dass wir auf dem Weg zum Einstieg auf den Pennine Way sogar auf der Mauer laufen können.

Es geht einige Male neben der Mauer auf und ab, dann übersteigen wir den Wall und sind im Land der Barbaren!

Sofort wid es matschig und wir verlaufen uns, als wir versuchen, die erste eingemistete, mit Kühen und Jungkälbern übersähte Wiese zu durchqueren.

Auf der nächsten Wiese wartet gleich ein Riesenbulle mit Ring in der Nase auf uns. Wir umgehen ihn weiträumig und holen uns nasse Füße, weil wir heute bei dem schönen Wetter optimistisch keine wasserdichten Socken angezogen haben. Haha!

Den Rest des Tages geht es größtenteils durch matschige Wälder (jedenfalls waren sie auf der Karte eingezeichnet, aber in Wirklichkeit standen da nur Baumstümpfe) oder über mit Binsen bestandene Matschwiesen.

Der Blick über das weite braune Grasland ist unglaublich, kaum mit der Kamera einzufangen. Wir sind ziemlich froh, dass es schon seit mehreren Tagen nicht wirklich geregnet hat, es ist matschig genug!

An einer Farm begrüßt uns ein freundliches ¨Walkers welcome¨-Schild und der Hinweis, dass im Stall hinter dem Gatter Kaffee, Tee und Erfrischungen auf uns warten. Trail Magic! Wir sind begeistert, vor allem ob der Refreshments, denn mittlerweile ist es ordentlich warm. Doch gerade als wir das Gatter öffnen wollen, springt uns auf der anderen Seite ein SEHR GROSSER bellender schwarzer Hund entgegen. Schnell schließen wir das Gatter wieder und trauen uns nicht!

Kurz vor Bellingham wird es noch mal hügelig und grüner, noch zwei Kilometer an einer dicht befahrenen Straße entlang, den River North Tyne überquert (es gibt eine Brücke!) und schon sind wir in Bellingham.

Im sympathischen Straßendorf erwartet uns ein kühles Bier und das gut geführte Cheviot Hotel mit Empfangsschaf auf dem Bett. Wunderbar!

Alles in allem hatten wir einen landschaftlich wenig spektakulären Tag, der von der Sonne, der Weite und Einsamkeit geprägt war – Da gibt es gaaar nix zu meckern! 🙂

Variante Tag 49: Padfield nach Marsden, 23km

Erster Lückenschluss, noch mehr Steine und Wasser und die Sonne wird warm!

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Als wir heute morgen um 7:18 Uhr aufwachen (Wow, Frühstück gibt’s heute schon ab 7:30 Uhr!) sind wir sehr erstaunt, dass uns gar nichts weh tut: Kein Picken im Knie, kein Muskelkater, nix! Da hat sich unser spezielles Shropshire-Training mit den Spezial-Übungen Stile-Hechten, Grasinsel-Springen und Wiesenhang-Klettern doch ausgezahlt! 🙂

Schwer fällt uns der Abschied von der Windy Harbour Farm. Das Zimmer war zwar recht klein, aber unser Wirt Lee ist so herzerwärmend sympathisch und nett, da wären wir gern noch länger geblieben. Er bietet uns sogar einen kostenfreien Lift zurück zum Pennine Way an, aber wir wollen die vier Kilometer über einen alten Bahntrack lieber laufen. Das ist für uns ja kein Problem, wir mögen Bahntracks 🙂

Der Track ist schön mit alten Bäumen eingewachsen und wir kommen gut voran. Heute haben wir ein Zeitlimit: Wir müssen um 17 Uhr den Zug in Marsden kriegen, der uns (hoffentlich) zurück zum Endpunkt unserer Pennine Way Wanderung 2016 bringen wird, nach Hexham am Hadrians Wall.

Am Crowden Reservoir treffen wir wieder auf den PW und direkt danach führt uns der Weg über Wiesen relativ sanft zum Fuße des Black Hill Moors. Als wir das Moorland erreichen, wird es gleich wieder steinig, aber hallo!

Der Berg liegt im Nebel, doch wir hoffen, dass es aufklart, wenn wir höher steigen.

Der nun folgende Abschnitt führt uns immer am Grat entlang, unter uns fließt ein Bach, der je höher wir steigen, immer dichter neben uns plätschert. Das Gelände wirkt fast alpin, vor allem wegen einiger ¨Kletterstellen¨ und dem Abgrund rechts neben uns. Der Pfad ist ausgewaschen und matschig, sodass man beim Hüpfen der Kante oft gefährlich nahe kommt. Friedel ist leider nicht ganz schwindelfrei und bleibt etwas zurück, während Steffi wie eine Bergziege den Berg hochhüpft. Wenn es steinig und tritt-technisch kompliziert wird, ist sie erst richtig in ihrem Element. 🙂

Oben angekommen, erleben wir eine phantastische Aussicht. Der Blick zurück nach Crowden ist phänomenal!

Erstaunlicherweise sind an diesem Freitagvormittag einige Tageswanderer unterwegs – Wir treffen einige mit leichtem Gepäck, die uns an diesem diesigen Tag überholen oder entgegen kommen.

Unten haben wir noch gedacht, dass wir ganz schön kaputt sind und eigentlich einen Ruhetag benötigen. Aber als wir oben sind, sind wir erstaunt, dass wir die Kletterei doch relativ schnell bewältigt haben.

Bis wir den ¨Gipfel¨ des Plateaus erreicht haben, müssen wir jedoch noch den Bach überqueren. Ist es immer der gleiche? Oder sind es viele? Viermal oder so gibt es Überquerungen von braunen Fließgewässern, jedesmal links und rechts des Ufers von Matschpassagen eingefasst, so dass wir erst mal nach einer guten Stelle zum Rüberspringen suchen müssen. Zwar hat sich der National Trust die Mühe gemacht, schwere Slabs über die Plateaus zu legen, aber eine einfache Brücke ist wohl nicht drin. Vielleicht, weil die eh im nächsten Regenguss wieder weggerissen würde? Also hüpfen wir über Steine und Heidekraut und schaffen es tatsächlich, relativ trockenen Fußes auf die jeweils andere Seite zu kommen.

Oben geht es wieder kilometerlang über die Slabs, links und rechts ist zu sehen, wo der Weg früher verlief, als es noche keine Slabs gab: Uiuiui! Die guten alten Zeiten ohne Slabs wünschen wir uns nicht zurück! 🙂

Wir haben gelesen, dass es bis heute Puristen gibt, die die Slabs ablehnen. Das würde den wahren Geist des Pennine Ways untergraben und jede Menge ¨Touristen¨ ins Moor locken, die nicht hart genug für den Weg sind. Die Wahrheit liegt wohl wie so häufig in der Mitte … 🙂

Relativ schnell versuchen wir wieder nach unten zu kommen, denn dort soll häufig ein Kaffeewagen an der A-Road stehen. Aber welche Enttäuschung: Wie 2016 schon macht er wohl Urlaub!

Den nun folgenden Abschnitt durch das Marsden Moor sind wir schon 2016 gelaufen. Da der Weg von nun an ¨bequem¨ über Schotter läuft, können wir unsere Gamaschen abwerfen. Wir werfen auch unsere Windbreaker ab, denn plötzlich kommt die Sonne raus und er wird RICHTIG WARM!

Schon heute Morgen ist uns aufgefallen, das der Morgen nicht so frisch wie die anderen Tage war. Aber jetzt kommen wir richtig ins Schwitzen. Fast haben wir ein Deja-Vu, denn 2016 war es genauso!

Der Weg an den Reservoirs entlang ist hübsch, aber nicht spektakulär. Wir freuen uns, dass wir Meilen abreißen und sind so pünktlich in Marsden, dass wir noch einkaufen und einen Kaffee trinken können.

Resümee der südlichen zwei Tage des Pennine Ways: Echte Wildnis und anstrengend, aber absolut eines der Highlights des PW. So urwüchsig ist es nur auf der Passage von Malham nach Horton in Ribblesdale und über den Cross Fell. Aber Northumberlands berüchtigte Sümpfe warten ja noch auf uns. Wir sind gespannt!

Kleine Anekdote des Abends: Als wir nach unproblematischer Drei-Stunden Fahrt in Hexham ankommen, genehmigen wir uns wieder unser wohlverdientes Ale in unserer Pub-Unterkunft direkt am Bahnhof und schreiben diesen Blog. Wir sitzen draußen und drinnen tobt die Freitagabend-Party. Als Friedel Ale-Nachschub besorgt, fragt eines der Mädels an der Bar¨Was ist das, was du da trinkst?¨ Die weibliche Bedienung erklärt dem Mädel, dass das Real Ale sei und SIE das nicht trinken könne. Das Mädel darauf zu Friedel: ¨Wow, you must be hardcore!¨ 🙂

Variante Tag 48: Edale über Kinder Scout nach Padfield, 28km

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, Steine über Steine und wie wir es am Ende trotzdem bis nach Padfield geschafft haben!

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Heute die Angststrecke dieses Urlaubs: 28 Kilometer über den berüchtigten Kinder Scout. Angeblich geben schon ein Drittel aller Wanderer am ersten Tag des Pennine Ways auf – huhhhh!

Immerhin ist für heute ein zwar nicht sonniger, aber zumindest trockener Tag angesagt. Dabei verheißt der Wetterbericht, dass es heute ¨breezy¨ sein soll – das kennen wir schon, das heißt auf gut Deutsch, dass der Wind recht ordentlich blasen wird, vor allem auf dem Hochplatau des Kinder Scout.

Aber erst mal geht es gemütlich durch das Edale Valley bis zur Upper Booth Farm.

Die Sonne zeigt sich, die Wiesen sind mit ¨Slabs¨ belegt, das sind große Steinquader, die wie ein Plattenweg den Weg und unsere Füße vor Nässe und Matsch schützen: Gefertigt sind sie aus den Böden abgerissener, ehemaliger Fabriken. Mitunter sind noch die Bohrlöcher der Befestigungen alter Webstühle zu erkennen. Früher haben auf diesen Böden Menschen für einen Hungerlohn geschuftet. Uns erleichtern sie heute unser Freizeitvergnügen. Wie sich die Zeiten doch geändert haben!

Der Blick auf das Tal ist wunderhübsch und der Austieg zum Kinder Scout, die Jacobs Ladder, ist steil, aber bequem. Flugs sind wir oben auf dem Gipfel des Kinder Low, einem der Hauptgipfel des große Plataus. Bis jetzt war der Weg ausgesprochen fußschonend – alles halb so schlimm, denken wir. 🙂

Kurz nach dem Kinder Low treffen wir auf den ersten Pennine Way Wanderer auf dieser Tour, der uns entgegen kommt. Er ist ein typischer Vertreter seiner Sorte: Mittelalt, schwer bepackt, alleine unterwegs und es umweht ihn der Hauch des einsamen Wolfes. Steffi quatscht ihn fröhlich und voller Bewunderung an, ob er den ganzen Weg von Schottland … ?

Als Anwort kommt ein Schwall genuschelter, unverständlicher Worte, aber eins verstehen wir: Er jammert! Er beschwert sich über ¨den verdammten Wind¨!

Auf dem Platau wandern wir immer an der Kante enlang: Interessant geformte Felsformationen und ein großes Durcheinander von großen Steinen, zwischen denen man ständig den Weg verliert.

Als der Weg vom Platau herunter geht, führt der Weg kilometerlang über Slabs – links und rechts von uns gluckert das Moor, pechschwarze Moorhügel türmen sich auf. Keine Chance, eine Pause neben dem Weg zu machen, nach einer Probe mit dem Stock nehmen wir Abstand davon, uns auf die Heidebüschel zu setzen.

Wie sumpfig muss der Weg wohl früher gewesen sein, als die Slabs noch nicht lagen?

Nach der Snake Pass Road wird’s dann richtig unangehm: Der Weg ist ein steiniger Bach! Wir springen von Stein zu Stein und von Heidebüschel zu Heidebüschel und brauchen für jeden Kilometer gefühlt eine Stunde. Rechts geht es steil bergab, als wir endlich den Abstieg zum Torside Reservoir erreichen. Der Abstieg über eine Treppe aus Steinen ist gut gemeint, aber mörderisch steil und sehr abschüssig.

Unsere Einschätzung von 2016 war richtig: Hätten wir damals den Weg über den Kinder Scout gewählt, hätten wir es vermutlich nicht geschafft. Wir waren damals einfach noch nicht reif für die lange, schwierige Etappe. Umso mehr können wir den Weg heute trotz aller Schwierigkeiten genießen.

Die letzten drei Kilometer bis zur Windy Harbour Farm sind dann ein Spaziergang, obwohl wir wie schon so oft querfeldein über einen auf der Karte verzeichneten, aber schon längst verschwundenen ¨local footpath¨ müssen.

Als wir gegen 19 Uhr endlich im Hotel ankommen, haben wir schon fast ein schlechtes Gewissen ob unserer späten Ankunftszeit. Aber wie wir im Laufe des Abends erleben, muss eine andere Gruppe zwei Stunden später vom Torside Reservoir abgeholt werden. Wir wollen mit ihnen die glückliche Ankunft feiern, aber die drei älteren Wanderer sind einfach zu erledigt. Einer von ihnen ist stark sehbehindert. Hut ab, dass er es trotzdem geschafft hat!

Variante Tag 47: Tideswell über Castleton nach Edale, 19km

Der Duft der Pennines, Dales über Dales, die Mongolische Steppe, der Abgang zum Arsch des Teufels und der Gipfel des Perfektionismus …

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Steffi hat ein feines Näschen und könnte sich bei ¨Wetten dass¨ damit bewerben, wenn es das noch gäbe: Erkenne einen englischen Wanderweg an seinem Geruch. Der Southwest Coastpath riecht nach Salz und Farn, der Rob Roy Way nach Harz, die Midlands nach Brennnesseln, die Limestone Dales nach Dung und der Pennine Way hat einen ganz besonderen Duft: Nach torfigem Wasser!

Heute haben wir den Pennine Way schon von Weitem geschnuppert, und zwar schon von Castleton aus!

Aber jetzt der Reihe nach: Die ganze Nacht hat es geregnet und am Morgen sieht es draußen ganz mies aus. Steffi kommt auf die glorreiche Idee, noch vor dem Frühstück einkaufen zu gehen und kommt total durchnässt zurück. Aber ab elf Uhr soll der Regen aufhören.

Wir trotten im strömenden Regen den gleichen Weg zum Limestone Way zurück. Gestern kam er uns länger vor – Wir fürchten ein wenig den Matsch im Peters Dale.

So schlimm isses dann aber gar nicht. Nach dem Peters Dale folgt sofort das Haydale, eins schöner als das andere. Ein grasiger Pfad führt uns durch grüne Täler mit felsigen Wänden und vereinzelten alten Baumgruppen.

Der Ausstieg aus dem Tal ist superwindig, steinig und später auf Asphalt. Aber schon bald erklimmen wir eine steile Wiese, erreichen einen Grat, und vor uns liegt eine Landschaft, die uns an eine Graswüste erinnert – So stellen wir uns die Innere Mongolei vor!

Mittlerweile hat es aufgehört zu regen und siehe da – Die Sonne hat sich besonnen und bescheint uns für den Rest des Tages. 🙂

Trotzdem weht ein eisiger Wind und nur Sonne ohne Wind ist warm!

Kurz vor Castleton führt uns der Weg durch ein weiteres Dale, dieses Mal durch das Cavedale. Der Abstieg durch das Tal ist eine Zumutung: Der Weg zwängt sich teilweise nur zwei Meter breit durch die Felswände und die gesamte Breite nimmt ein steiniger Bach ein. Noch dazu sind die Kalksteine superglitschig. Eine echte Konzentrationsarbeit!

Der Eingang der namensgebenden Höhle ist zwar vergittert, aber ein unheimliches, an einen lauten Generator erinnerndes Brummen dringt aus dem Loch. Spooky!

Im unteren Drittel öffnet sich das Tal in ein felsiges Rund, über dem links die Ruine des Perveril Castle thront – Der Weg dorthin ist uns dann aber doch zu steil und glitschig und wir verzichten auf die Besichtigung.

Viel mehr reizt uns die Aussicht auf einen Kaffee – Castleton ist ein touristischer Hotspot, aber zum Glück nicht Anfang Mai. Wir finden ein nettes Café, das leckere Brownies anbietet, aber leider keine Bakewell Tarts! 🙂

Castleton – übrigens ein sehr hübscher Ort mit vielen Limestone-Häusern – hat eine große Schauhöhle mit einem sehr großen Parkplatz davor. Das große Werbeschild für die Höhle spricht uns so gar nicht an:

Höhlen haben wir schon genug auf der Alb und so sehen wir zu, dass wir vom Hope Dale ins Edale Valley kommen … beide trennt eine beindruckende Bergkette, die wir überwinden müssen. Ein letzter Kraftakt des Tages, der uns gut vom Fuße geht. Interessant ist, dass es auf dem Anstieg fast windstill ist, aber es uns ab dem Grad und talwärts fast aus den Socken weht.

Auf dem Grat – Hollins Cross – angekommen haben wir den Kinder Scout und den alten Aufstieg des Pennine Ways am Grindbrook Clough entlang direkt vor den Augen. Wir hören schon, wie der Pennine Way uns ruft!

Der Kinder Scout ist überhaupt der Grund, warum wir nach den zwei Nachholtagen von Rugeley nach Uttoxeter nicht sofort bis zum Hadrians Wall weiterfahren: 2016 sind wir erst am Wessenden Head auf dem PW eingestiegen. Ehrlich gesagt, wir hatten Schiss vor der langen Etappe von Edale bis nach Torside! Stattdessen haben wir den “Alternative Pennine Way” über Burbage Edge und durch das Dervent Valley genommen. Das war zwar auch ein schöner Weg, aber im Nachhinein hätten wir uns geärgert, wenn wir den Pennine Way nicht komplett gelaufen wären. So ist der Kinder Scout für uns der Gipfel der Perfektion und der Pennine Way ist so oder so unser absoluter Lieblingsweg in Great Britain! So machen wir in Edale unbedingt noch den Umweg zum “Old Nags Head” und damit zum Beginn des Pennine Wegs.

Als unsere Schuhe im ¨Ramblers Inn¨ langsam neben der Heizung trocken, schnuppert Steffi und seufzt zufrieden – Die Lücke wird geschlossen und die Krämerseele hat Ruh! 🙂

Variante Tag 46: Hulme End nach Tideswell, 26km

Mauern statt Hecken, eine englische Karten-Kuriosität, viel Wasser, die perfekte Unterkunft … und endlich ein Wetter!

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Heute erwartet uns ein toller Tag voller Abwechslungen. Am Morgen geht’s weiter am River Manifold entlang, mittags über die satten Wiesen im Kalkstein-Land und am Nachmittag der Abstieg in das Millers Dale und weiter durch das Monks Dale bis nach Tideswell.

Schon als wir am Morgen aufwachen, lacht die Sonne ins Zimmer. Der erste Gang vor die Tür zeigt aber, dass es noch empfindlich kalt ist: Die Wiesen sind grau von Rauhreif und es weht eine kühle Brise. Aber wir wollen ja nicht meckern – Der Wetterbericht verhieß einen bedeckten Tag!

Nach einem guten gehaltvollen englischen Frühstück mit Fried Bred (in Fett gebratetenem Toast), Black Pudding (gebratener Blutwurst) und den üblichen Bohnen, gebratener Tomate, Wurst und Schinken sind wir gerüstet für den Tag. Zwar sind einige Pubs auf dem Weg eingezeichnet, aber ob die geöffnet haben? Vorräte haben wir kaum noch.

Zunächst geht es weiter am River Manifold entlang. Heute allerdings nicht mehr über den Bahnweg, sondern über Country Lanes und durch Marschland. Zum Glück ist es relativ trocken und trotz einiger Fehtritte in den Matsch halten die wasserdichten Socken. Hier unten am Fluss ist es windgeschützt und wir ziehen zum ersten Mal unsere Windbreaker aus, yeahh!

Außerdem sind wir nun in Derbyshire und der Unterschied ist offensichtlich: Obwohl wir nach dem Manifold Trail nur über lokale “public footpaths” laufen, erkennt man: Diese Wege werden BEGANGEN! Wir bedanken uns recht herzlich bei den Bauern in Derbyshire, die die Stiles pflegen, Brücken setzen und Steine auf matschige Stellen legen. So gehört sich das!

Ein besonderes Highlight des Tages sollte die Durchquerung eines großen Kalksteinbruchs sein. Auf der Karte führt ein Weg mittendurch. Abenteuerlich!

Tatsächlich müssen wir vorher erst mal einen ordentlichen Berg über sattgrüne Wiesen und zahlreiche Stiles hochsteigen. Das erste Mal auf dieser Tour geraten wir richtig ins Schwitzen. Je höher wir aber steigen, desto mehr weht wieder der Wind. Also Jacken wieder an, wieder aus, wieder an … 🙂 Oben auf dem Berg erwartet uns der perfekte Blick in die Dales: Mauern, Schafe, Wiesen, spitze Berge und fotogene Wolken. Auf der anderen Seite aber klafft der Abgrund – der Berg ist komplett abgeschnitten und unter uns liegt der größte Steinbruch, den wir je gesehen haben! Als wir aber den Weg durch den Steinbruch suchen, werden wir enttäuscht – Es gibt keinen! Da, wo er laut unserem GPS und Karte beginnen soll, geht es 100 Meter tief steil nach unten, geschützt durch einen Zaun!

Wir stellen uns vor, wie Ordnance Survey die Zähne fletscht: ¨Hier befindet sich ein historisch beurkundeter Fußpfad! MITNICHTEN werden wir diesen auf unseren Karten löschen! Wir sind die königliche Instution, die die Hand auf die Bewahrung solcher Wege hält!¨ Englische Right-of-Way-Intrigen? Tja, aber der Weg ist nun einfach nicht mehr da!

So bleibt uns nicht anderes übrig, als den langen Weg um den Steibruch herum anzutreten. Auf einem gut ausgetretenen Pfad, der nicht auf der Karte eingezeichnet ist, ts ts ts! 😉

Nach diesem Hindernis treffen wir nach der Überquerung einer dichtbefahrenen Bundesstraße (wir hoppeln darüber wie die Hasen!) auf den Limestone Way, der uns bis ins Millers Dale führt. Hier bekommen wir nach einem Kniekracher-Abstieg endlich unseren wohlverdienten Kaffee an der Mühle.

Der Limestone Way hätte uns über die Hochebene am Monks Dale vorbeigeführt. Wie aber haben uns für den etwas längeren Weg durch das Tal entschieden. Uns erwartet ein wundervoller, romantischer Abschnitt mit einem plätschernden Wasserlauf und steilen Wegen links und rechts. Ganz klar das Highlight des Tages!

Wir fragen uns, warum der Limestone Way dieses wunderschöne Tal auslässt … Im oberen Teil des Tals wissen wir es dann: Es geht zwei Kilometer über glitschigste Steine, durch Modder und über einen Knöchelbrecher-Pfad, der eigentlich das Bachbett selber ist. Carla, du wärst gestorben! 🙂

Trotzdem sind wir begeistert von diesem Dale … Die letzten zwei Kilometer entlang einer engen, mauereingefassten Straße bis nach Tideswell sind ein fairer Preis dafür.

Das Horse and Jockey Inn ist ein gemütliches, lebendiges Pub mit tollen Zimmern – und auch nicht teurer als andere, wesentlich schlechtere Unterkünfte, die wir sonst so hatten. Ein Zimmer mit Himmelbett und Sofa, alten Möbeln und dem Charme der Vergangenheit – das mögen wir!

Variante Tag 45: Cauldon Lowe nach Hulme End, 19km

Eine Sonne, die nicht wärmt, ein Fluss, der nicht in seinem Bett ist, ein Pfad, der für einen sorgt – und trockene Füße.

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Heute ist ein halber Ruhetag: Nur 19 Kilometer und kein Matsch!

Aber vor der Freude kommt der Ärger: Das miese Campingplatz-Inn in Cauldon Lowe macht uns kein Frühstück! Auf der “booking.com” Seite haben sie noch damit angegeben, aber weil wir anscheinend die einzigen Gäste sind, bleibt die Küche kalt. Stattdessen verweisen sie uns freundlich an den nächsten Pub “fünf Kilometer in Richtung Ashbourne”.

Aber wir haben ja noch unsere deutsche Notration dabei, Lammsalami, Mini-Babybel und Pema-Brot. Und dank der schönen englischen Tradition, immer einen Wasserkocher, Kaffee und Tee auf den Zimmern zur Verfügung zu stellen, ist unser improvisiertes Frühstück gerettet. Für den heutigen Tag hoffen wir dann auf einen Tearoom unterwegs, der uns vor dem Verhungern bewahrt.

Unsere Klamotten stinken nach altem Bratfett vom Vortag, aber immerhin hatten sie eine schöne altmodische Heizung im Zimmer, so dass wir heute mit trockenen Schuhen und frischgewaschenen Sealskinz-Socken in den Tag starten.

Heute Morgen sind es frische drei Grad draußen, dazu weht eine steife Brise, die uns die Tränen in die Augen treibt. Aber wir werfen schon zarte Schatten …

Zunächst geht es zwei Kilometer an einer vielbefahrenen Straße, einem gigantischen Steinbruch und einem riesigen Zementwerk vorbei, bis wir hinter dem Werk in ein kleines Tal abbiegen können. Und siehe da – wir sind in den Dales! Wenige Meter von der fiesen Straße entfernt erwarten uns grüne Wiesen, sanfte Berge, Steinmäuerchen und knallgelb blühende Ginsterbüsche. Und so geht es eigentlich den ganzen Tag weiter. 🙂

Am Anfang der Dales steht wieder die übliche Navigiererei über Wiesen und Stiles, auch der eine oder andere Umweg und das damit verbundene Klettern über Stacheldrahtzäune ist dabei. Zum Glück sind die Wiesen heute überhaupt nicht matschig.

Bei Waterhouses kommen wir dann auf den Manifold Way, der uns den Rest des Tages tragen wird. Auf den mäandernden Fluss und auf das enge Tal haben wir uns schon den ganzen gestrigen Tag gefreut. Überhaupt ist der Fluss der Grund dafür, dass wir den Weg bis nach Edale zum Beginn des Pennine Way laufen und nicht fahren. Schließlich sind wir die Passage von Uttoxeter bis zum Tal von Edale schon 2016 gelaufen. Aber zapperlot! Kein Wasser im Fluss! Nur trockene, graue Steine und Bärlauch!

Friedel tröstet mich noch damit, dass dies noch gar nicht der River Manifold ist, sondern der River Hamps – aber auch sechs Kilometer weiter beim Zusammenfluss mit dem River Manifold gibt es nur ein zugekrautetes Flussbett und moosige Steine – Hier ist schon länger kein Wasser mehr geflossen!

Egal, der Weg ist trotzdem schön. Links und rechts des Trails Felsen und Höhlen, auf dem schmalen Wiesenstreifen zwischen dem Flussbett(!) und der Felswand springen frischgeborene Lämmer herum. Es gibt jede Menge blühende Büsche und Bluebells. Außerdem Bärlauch in rauhen Mengen. Da wir ja heute Morgen kein Obst hatten, pflücken wir einige Blätter links und rechts des Weges und mampfen die frischen scharfen Blätter. The path will provide! 🙂

Auch der Manifold Trail ist ein alter Bahntrack, so bleiben wir schön trocken an den Füßen und kommen wesentlich schneller voran, als wenn wir von Grasbüschel zu Grasbüschel springen müssten.

Wir haben gar nicht aufgepasst, aber plötzlich führt der Fluss Wasser! Scheinbar versickert der Fluss vorher in dem karstigen Kalkgestein. Von nun an wird es erst richtig hübsch im Tal und … es gibt ein Postkarten-Farmhaus mit einem Tearoom! Wer schon friert, soll wenigstens nicht hungern, haha!

Nach Kaffee, Möhrenkuchen und Chocolate Cake vor malerischer Flusskulisse sieht die Welt doch gleich besser aus, vor allem wenn sich auch die Sonne mal zeigt. Auch wenn sie nur wenig wärmt …

Die letzten vier Kilometer geht es weiter am Fluss entlang, bis sich das Tal weitet und wir schon um 14 Uhr am Manifold Inn ankommen. Das Inn und das Zimmer sind “ebbes recht’s¨, wie der Schwabe sagt: Hübsch gelegen am Fluss, eine Gruppe von alten Steinhäusern und mit solider Einrichtung. So mögen wir’s! Und Früstück scheint’s auch zu geben …

Jetzt sind wir in den Dales, so wird es hoffentlich weiterhin trocken unter den Füßen bleiben. Wir erwarten nur noch torfiges Wasser und kein Matsch mehr in den Schuhen. Wir freuen uns schon darauf!

Variante Tag 44: Uttoxeter nach Cauldon Lowe, 26km

Die 21 Kilometer, die matschige 26 Kilometer werden, verschwundene Pfade und Sabotageverdacht, wildgewordenes Nutzvieh…

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Rurales, flaches Mittelengland. Heute haben wir mit einer lockeren Tour gerechnet – Wenn Staffordshire denn wanderfreundlich wäre!

It really really really is a shame! Nicht nur dass es sich beim Staffordshire Way um den wichtigsten Wanderweg im County handelt – Nein, der Weg ist auch DIE Route, die ¨Land’s End to John o’ Groats¨-Wanderer normalerweise nehmen. Vermutlich sind hier aber schon länger keine solchen mehr durchgekommen, denn der Weg ist kaum zu erkennen! Unser GPS und die OS-App zeigen eindeutig, dass hier der Weg verlaufen sollte. Stattdessen gibt es nur Dickicht und Sumpf. Entweder ist der Weg total verwachsen oder (wir möchten es glatt Sabotage nennen) komplett untergepflügt oder mit Mist eingesaut. Sogar die Stiles!

Der Pfad entlang des River Dove ist abenteuerlich: Auf der einen Seite der Abhang zum Wasser, auf der anderen die untergepflügte Ackerkrume. Nach zwei Stunden sehen wir aus wie Sau: Böse, böse Bauern! Aber immerhin hat es nicht geregnet … 🙂

Besser wird es erst nach Rocester, wo wir auf den Churnet Way wechseln. Den Abschied vom Staffordshire Way bedauern wir nicht!

Der Churnet Way ist ein ehemaliger Bahntrack. Oh welche Wohltat! Wir können sogar nebeneinander gehen!

Hier treffen wir (heute am Sonntag) auf jede Menge Wanderer und Spaziergänger. Auf dem Staffordshire Way ist uns kein einziger begegnet! Wieso nur?

Bis Oakamor können wir sieben Kilometer abreißen. Der Track führt uns größtenteil durch Wald und endlich gibt es jede Menge Bluebells zu bewundern. Außerdem die fettesten Sumpfdotterblumen, die wir je gesehen haben.

Der beste Teil kommt dann! Nach einem wässrigen Automatenkaffee im einzigen Pub des Örtchens geht es dann auf den Staffordshire Moorlands Walk ordentlich nach oben. Der Weg führt uns durch ein schönes Waldstück (der erste nennenswerte Wald auf der Tour) auf einen Höhenzug, von dem wir eine schöne Sicht auf ein Tal haben. Nett ist auch, dass sich endlich mal die Sonne blicken läßt, wenn auch ein eisiger Wind weht.

Steffi will sich wieder als Lammretter beweisen, als wir an einem zappelnden Lamm vorbeikommen. Das arme Ding liegt auf der Seite und sieht so aus, als ob es nicht mehr auf die Füße kommen könnte. Sie stellt es auf die Beine, aber es fällt sofort wieder um und zuckt weiter. Epilepsie? Mit Bedauern ziehen wir weiter. Kein Farmhaus in Sicht, also was sollen wir tun?

Unser Martyrium beginnt auf den vermeintlich letzten drei Kilometern: Wir verlassen den Moorland Walk, um über Public Footpaths in Richtung unseres Inns in Cauldon Lowe zu wandern. Nach der Karte sieht es so aus, als wenn wir nur ein paar Wiesen durchlaufen müssten – aber oh weh! Jeder Pfad (wenn er denn existiert) endet im Sumpf oder gar an einem matschigen Bachlauf ohne Brücke. Wenn da Wege waren, dann war es vor langer, langer Zeit …

Am, Ende, nach Überwindung einiger kurioser Stiles, laufen wir über den Umweg des Umwegs des Umwegs, müssen uns auf einer Wiese über einen Stacheldrahzaun vor Bullen retten und werden fast von einem freudig herangaloppierenden Pferd überrannt.

Friedels Tracker zeigt am Ende statt der geplanten 21 Kilometer 26 an. So kann es gehen im wilden Staffordshire!

Im Camping-Pub in Cauldon Lowe gibt es dann zur Belohnung kein Essen mehr – zum Trost werden uns die schlechtesten Burger unseres Lebens serviert: Zwei Drittel Pommes, einen Brotlappen mit einer Scheibe Tiefkühl-Friko MIT KÄSERASPELN! Nun sind wir PAPPSATT, burps…ein Frühstück müssen wir uns morgen woanders suchen … aber das Bier ist gut! 🙂

Wandern im Staffordshire? Entbehrlich!

Aber morgen kommt der River Manifold und die Limestone-Dales! 🙂

Noch ein Award: Unsere Top 10 der (für uns) besten Inns und Hotels von Land’s End bis zum Hadrian’s Wall!

Winterpause .. aber in Gedanken sind wir trotzdem auf dem Trail!
Mit einer heißen Tasse Tee auf dem Sofa und der Wolldecke um die Füße macht es Spaß, sich an die bisherigen Highlights der Tour zu erinnern. Und im Kopf „Top-10-Listen“ zu entwerfen (Danke, dass du mich an Nick Hornby und „High Fideltity“ erinnert hast, Britta!)
Etwas Besonderes sind auf jeden Fall auch die rustikalen Inns und Hotels, in denen wir auf dem LECW bisher übernachtet haben. Sei es wegen der besonderen Lage, der Architektur und Einrichtung oder dem besonders netten Service. Hier also unsere persönliche Bestenliste der bisher schönsten Inns in auf unserem LECW, die natürlich absolut subjektiv ist!

Platz 10:
Ancient Unicorn Inn in Bowes, Durham, Pennine Way
Der Umweg über Bowes auf dem Pennine Way (Bowes Loop) lohnt sich!
Im Ort ist dies die einzige Übernachtungsmöglichkeit und im (gemütlichen) Pub war es am Freitagabend supervoll und mit zwei Kaminfeuern mollig warm und gemütlich. Das Essen und die Atmosphäre waren super! Dazu hatten wir ein tolles und ruhiges Zimmer in einem Anbau – wohl ehemalige Ställe – des Anwesens. Bei der ganzen Anlage war noch sehr gut erkennbar, dass dies mal eine alte Kutscher-Station war. Sehr gut restauriert und erhalten, mit viel Liebe zum Detail – So lieben wir es! Am Morgen erhielten wir von einigen supercoolen Yorkshire-Jägern als besondere Attraktion eine blutige Präsentation ihrer Beute. Das hatte Lokalkolorit!
ancientunicorn.com

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Platz 9:
Bentley Brook Inn in Fenny Bentley, Derbyshire, Peak-District
Dieser Laden war einfach gut geführt – Schöne Außenanlagen, elegantes Innenleben, tolle große Zimmer, unseres in einem Nebengebäude, seeeehr gutes Essen und das beste Frühstück auf der Etappe. Superfreundlicher und schneller Service. Dies ist kein besonders altes Pub, auch die Location ist nicht sensationell, aber der Aufenthalt hier wird uns trotzdem unvergessen bleiben – weil hier alles stimmte – Preis, Service, Einrichtung, Qualität. Ein einfach edles, aber trotzdem gemütliches Inn.
bentleybrookinn.co.uk

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Platz 8:
Farmyard Inn in Youlgreave, Derbyshire, Peak District
Dies ist ein Fuchsbau: Eng, proppevoll, schlauchartig, aber eine unglaubliche Stimmung. Vielleicht lag es auch daran. dass wir an einem Bank-Holiday, also an einem offiziellen Feiertag, hier übernachtet haben. Die Oma war da, die Enkel und alle Lieben aus dem Ort und von außerhalb. Trotzdem hatte die Wirtin für uns einen besonderen Service: Ein reservierter Tisch für die müden Wanderer, die bevorzugte Behandlung, den persönlichen Taxi-Service am Morgen, als klar war, dass sich der kniegebeutelte Friedel am Tag zuvor durch das unwiderstehliche Dovedale übernommen hatte – Vielen Dank!
An sich eine solide Pub-Unterkunft wie viel andere auch – aber an Freundlichkeit und Aufmerksamkeit kaum zu überbieten!
farmyardinn.co.uk

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Platz 7:
Langdon Beck Hotel in Langdon Beck, Durham, Pennine Way
Wie glücklich und dankbar waren wir, dass wir in diesem einsamen Tal die lange Etappe von Middleton nach Dufton (Pennine Way) unterbrechen konnten! Die Einrichtung des Zimmers war – nun ja – “omamäßig”, aber dafür war unser Zimmer riesig und wir hatten einen tollen Erker mit Sitzecke und einer grandiosen Aussicht. Am Abend sahen wir von dort aus die Sonne untergehen und am Morgen die Nebel über dem Tal wabern. In der Nacht standen wir staunend unter einem unglaublich klaren Sternenhimmel. Und als einzige Übernachtungsgäste erhielten wir zum Dinner im Restaurant einen Ehrenplatz. Ein schlichter, einsamer und schöner Ort für Wanderer.
langdonbeckhotel.com

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Platz 6:
Blue Ball Inn in Triscombe, Somerset
Diesen besonderen Ort hat sich Steffi an ihrem Geburtstag gegönnt. Tief ins Tal geschmiegt liegt hier schattig dieses entzückende Inn mit seinem romantischen, reetgedeckten Dach. Noch so ein Fuchsbau, aber urgemütlich!
Gewohnt haben wir in einem hübschen Außengebäude mit eigener Terrasse. Der Abend im Garten des Inns war himmlisch, denn wir waren ausnahmsweise mal im Juli unterwegs!
Auch die Gegend (Quantock Hills) ist einmalig. Die uralten Bäume, alten Alleen und die Wildpferde auf den farnbewachsenen Hügeln erinnerten uns an Wales. Vielleicht kommen wir noch mal dort hin?
blueball.pub

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Platz 5:
The Riverside in Boscastle, Cornwall, South West Coast Path
Noch so ein perfekt geführter Laden – liebevoll eingerichtete Zimmer, ein schöner Gastraum, tolles Essen und das beste Frühstück auf der dritten Etappe. Noch dazu kommt hier die Lage in einem der schönsten Orte Cornwalls. Leider konnten wir wegen des schlechten Wetters nicht im hübschen, direkt am Bach gelegenen Biergarten sitzen. Und wir mussten nachts das Fenster schließen, weil der Bach so laut war!
Der relativ hohe Preis von 95 Pfund war für diese edle Unterkunft jedoch absolut gerechtfertigt – da haben wir uns mal was Gutes gegönnt und es nicht bereut.
hotelriverside.co.uk

2017-10-01 09.28.38

Platz 4:
Merrymoor Inn in Mawgan Port, Cornwall, South West Coast Path
Als wir hier ankamen, waren wir quittennass und der Herbst war am Tag zuvor eingezogen. Das Inn liegt direkt am kleinen Hafen in einer hübschen Bucht. Ähnlich wie beim Seiners Arms in Perranporth herrschte hier eine ganz besondere Stimmung – der Charme der Nachsaison, als außer uns fast nur noch Surfer unterwegs und wir (fast) die einzigen Gäste beim Frühstück waren. Am Abend war der Laden noch rappelvoll gewesen, am Morgen dann verwaist. Aber in diesem Inn haben sich die Betreiber für uns viel Mühe gegeben – ein kostenloses Upgrade auf ein größeres Zimmer, ein schönes Haus, leckeres Essen, ein freundlicher, zuvorkommender und netter Wirt. Das Zimmer mit Meerblick war natürlich auch nicht schlecht, uns am Morgen schien die Sonne durch das große Fenster!
merrymoorinn.com

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Platz 3:
Hunters Inn im Exmoor (Devon), South West Coast Path
Hier sage ich nur: Lage, Lage Lage!!!
Viele Wanderer auf dem SWCP schimpfen über den fiesen Anstieg aus dem Heddon Valley, nachdem man vorher die beiden Hangmans bezwingen musste. Vor allem, wenn man hier keinen Zwischenstop eingelegt hat und gleich wieder aus dem Tal aufsteigen muss. Dabei ist das Exmoor viel zu schade, um einfach nur an der Küste entlang zu wandern. Und das Heddon Valley ist wirklich einmalig schön. Wie haben wir den kleinen Umweg am Fluss entlang durch das enge, waldige Tal genossen!
Das Hotel wirkt wie eine große Hunting-Lodge und ist altmodisch-stilvoll eingerichtet. Nach eine langen Wandertag hatten wir unser wohlverdientes Ale im prächtigen Garten verdient. Auf unser Dinner im edlen Restaurant haben wir gerne verzichtet, viel gemütlicher war’s in der Bar. Die 100 Pfund pro Nacht waren absolut gerechtfertigt und wir werden das Hunters Inn nie vergessen!
thehuntersinnexmoor.co.uk

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Übrigens: Direkt neben dem Hotel gibt es ein tolles Bothy vom National Trust:
nationaltrust.org.uk/holidays/heddon-orchard-bothy-devon

Platz 2:
Hartland Quay Hotel, Devon, South West Coast Path
Es gibt viele spektakuläre Orte und Hotels/Inns am nördlichen SWCP. Aber dieser hier ist wirklich der coolste. Die Klippen und Gesteinsformationen an diesem Abschnitt der Küste sind wirklich phänomenal, besonders bei rauhem Wetter. Und dieses Hotel ist so abenteuerlich nah an die Klippen gebaut, dass einem an einem windigen Tag glatt die Gischt ins Bierglas spritzt!
In einem anderen Land hätte man an so einen tollen Ort ein total schnöseliges Luxushotel hingesetzt, aber in England gibt es in soooo einer tollen Location ein gemütliches Pub mit netten Zimmern, erschwinglichen Preisen und rustikalem Flair. Wir konnten uns an den Wellen nicht satt sehen und liebten das Heulen des Windes um das Haus herum, als wir nach einem langen und harten Wandertag gemütlich im Bett lagen. Wir finden: Ein Muss auf dem SWCP!
hartlandquayhotel.co.uk

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Platz 1:
Und wenn ihr uns schlagt: Es ist noch immer die
Keld Lodge in den Yorkshire Dales, North Yorkshire, Pennine Way
Ein Ort von Wanderern für Wanderer!
Keine Ahnung, warum uns die Lodge so ans Herz gewachsen ist. Vielleicht, weil wir schon zweimal dort waren, einmal auf dem Coast-to-Coast-Walk und einmal auf dem Pennine Way. Jedes Mal hat es wie Hulle geregnet und wir sind tropfnass und verschlammt zur Rezeption gewankt. Jedes Mal hat man uns extrem liebenswürdig begrüßt und persönlich zu unseren Zimmern gebracht. Beide Male profitierten wir vom phantastischen Trockenraum, der unsere Sachen im Nullkommanix trocknete. Die Keld Lodge ist einfach ein Paradies für Wanderer.
Ich möchte glatt sagen: Wie immer haben wir wunderbar vor den riesigen Bay-Windows gespeist und dabei die Dämmerung über dem Tal genossen. Die Yorkshire Dales gehören überhaupt zu den schönsten Orten der Welt und von der erhobenen Lage der Lodge hat man einen wunderbaren Blick auf das kleine Dorf mit den typischen Steinhäusern und moosbewachsenen Mauern. Und die Wiesen sind wohl nur in Irland noch grüner. Und der Sternenhimmel ist nur in Langdon Beck so schön wie hier. Und .. und .. und …
Wie schon bei unserem letzten Besuch haben wir beim Frühstück mit einem der Wirte (hieß er Matt?) über das Wandern an sich und insbesondere dieses Mal über den Vergleich zwischen dem Pennine Way und dem Coast-to-Coast-Walk geplaudert. Auch diese liebenswürdigen Plaudereien scheinen hier Programm zu sein!
Unter Tränen haben wir uns erneut von diesem wunderbaren Wandererparadies verabschiedet und noch lange vom gegenüberliegenden Hügel zurückgeblickt. Zwar laufen die meisten durch bis zum legendären Tan Hill Inn – Aber schöner als in der Keld Lodge kann es gar nicht sein!
keldlodge.com

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Nun ist es ein bisschen ungerecht, dass viele andere gute Inns keine “Preise” gewonnen haben, obwohl sie sich sehr bemüht haben. Trostpreise gehen deshalb an:
– das Old Success Inn in Sennen Cove, SWCP (gut geführter Laden direkt an einem phänomenalen Strand, aber eher unpersönlich)
– das North Inn in Pendeen, SWCP (hübsche Zimmer mit Gartenterrasse in einem Anbau, nette Bedienung)
– das Seiners Arms in Perranporth, SWCP (einmaliger Charme der Nachsaison, mit windgepeitschten Palmen)
– das Tintagel Arms Hotel in Tintagel, SWCP (rittersaal-ähnlicher Restaurantbereich, wir waren die einzigen Gäste und dementsprechend gut betreut. Aber wo nur waren die anderen?)
das New Inn in Kilkhampton, etwas abseits am SWCP (wow, was für ein Badezimmer!)
– das New Inn in Clovelly, SWCP (am Abend war das Pub wie ausgestorben, aber das Zimmer war toll- mit süßem Erker mit Sitzbank und so altmodisch, wie wir es lieben!)
– das Hunter’s Moon Inn in Lllangattock Lingoed am Offa’s Dyke Path (der Ortsname ist kein Witz! Gemütliches Pub in hübscher Lage)
– das Dog and Partridge Inn in Flouch im Peak District (eigentlich würde es wohlverdient auf die obere Liste gehören, wenn es nicht an so einer fiieeesen Straße liegen würde!)
– das Listers Arms in Malham, Pennine Way (schön, gemütlich, nett, aber irgendwie nicht so schillernd wie die anderen ..)

… außerdem haben wir noch in einigen wirklich unvergesslich schönen B&Bs/Pensionen übernachtet oder auch an Orten, die aus anderen Gründen unvergesslich waren. Aber die gibt’s ein anderes Mal auf einer neuen Liste!

blogger recognition award…

…”was isch’n dees?” – so war unsere erste, etwas für uns untypisch schwäbische Reaktion. “Socializing, wir als facebook-Vermeider!? Nee, nix für uns…”, so ging es weiter…

Noch einmal überdacht…”Oder vielleicht doch!?”

Jo, es macht schließlich Sinn, unsere kleine Community mal zu benennen und uns zu bedanken für das Interesse, das Feedback, die Impulse und die treue Begleitung! 🙂

Da sind also unsere eMail-Getreuen: Gise, Gitta, Johanna, Ivanor und Sue,
unsere “offiziellen” Begleiter: simple Ula – simple UlaSteffi Röfke – Berlin goes Northern England, imtobeek – imtoobeekhikingincornwall2017 – Hiking in Cornwall 2017, TaLüWalks – TaLüWalks, viafrancigena2017blog – viafrancigena2017blog.wordpress.com, kitara – Weniger ist Meer
und natürlich Britta wandert – Britta wandert, die uns schliesslich hier nominiert hat,

sowie die Teilnehmer, die zumindest abschnittsweise dabei waren, prettylittleliars – Pretty Little Liarsbinmalkuerzweg – BinMalKürzWeg, Lady Evil – ladyevil.de, ivientdecktdieweltblogspot – Ivi entdeckt die WeltFeine Arbeiten – Feine Arbeiten, woidwuid – woidwuid, georgous – Winzersekt.wordpress.com und David P – Perspektiven und Blickwinkel.

Es gab auch noch Andere, die irgendwo in den Tiefen von WP verschollen sind oder sich anderswo eingeklinkt haben, z.B. die Reiseberichterstatterin (verschollen) und  RobRoyCountry auf Twitter…

Vielen Dank euch allen – besonders Dir, Britta 🙂 – jeder von Euch hat sich hier eingebracht und damit unseren Blog mit ausgeprägt!

Ursprünglich war der Blog als Ablösung für unsere Fotobücher und mündlichen Reiseberichte gedacht – praktisch und universell für Familie, Kollegium und Freundeskreis! Und dann kam die Eigendynamik: Das Beobachten der Statistiken, das Austüfteln der technischen Möglichkeiten, endlich mal richtig Platz für die vielen Bilder und für ausführlichere Erlebnisberichte … sowie Eure Reaktionen – Rückfragen, Feedback, Kritik, Kommentare und -dialoge, Hinweise…und daraus die unzähligen Impulse und Ideen, die unseren Blog und unser Bloggen beleben und anfeuern. Seitdem ist für uns klar: Dranbleiben, auch wenn’s oft eng wird mit der Zeit!

Dieser Logik folgend unsere Empfehlung an “neue Blogger”: Öffnet eure Blogs für Kommentare und erlaubt die Likes und das Folgen!

Wir nominieren hiermit, höchstoffiziell und feierlich, alle oben genannten Blogs und BloggerINNen für den Blogger Recognition Award, und nehmen dabei keine Rücksicht darauf, ob ihr bereits nominiert seid – doppelt hilft doppelt! 🙂

Die Regeln für die “Teilnahme” an diesem Award sind überschaubar:

1. Bedanke dich bei demjenigen, der dich nominiert hat und verlinke ihn.
2. Schreibe einen Beitrag, um deinen Award zu präsentieren.
3. Erzähle kurz, wie du mit dem Bloggen angefangen hast.
4. Gib zwei Ratschläge für neue Blogger.
5. Nominiere 15 andere Blogger für diesen Award.
6. Kommentiere auf den nominierten Blogs, lass die jeweiligen Personen wissen, dass du sie nominiert hast, und verlinke deinen Beitrag zum Award.

Britta, zu Deinen Fragen (hier):
Steffi plant die Touren und schreibt darüber, ich begleite sie auf den Touren und mache die Fotos dazu — das alles natürlich interaktiv, und Ausnahmen bestätigen die Regel! 🙂

“Stolz wie Bolle” – nein, das würden wir nie zugeben! Aber Danke, dass Du es für möglich hälst… 😛