Oktober 2022 – ein Sommermärchen!

Auf dem Hexenstieg über Elend-Schierke-Königshütte-Elend: 21 Kilometer und 5 Stempel
Gelaufen am 29. Oktober 2022

Der Herbst und insbesondere der „Goldene Oktober“ ist doch die beste Jahreszeit zum Wandern – Ich sag’s ja schon immer!
Jedoch können wir uns nicht erinnern, dass wir Ende Oktober schon mal im T-Shirt unterwegs waren und trotzdem ins Schwitzen gekommen sind. Unglaublich, aber wahr!

Unsere heutige Tour beginnt in Elend – ja Elend! Wir finden keine Informationen darüber, wie Elend zu seinem unrühmlichen Namen kam. Her sieht es jedoch nicht schlechter aus als in vielen anderen Harzorten und rund um den Ort gibt es grüne und intakte Wälder – eigentlich ist es ganz hübsch hier!

Von Elend aus wandern wir über die „Alte Rodelbahn“ in Richtung Schierke. Da waren wir schon mal, konnten aber nur die Stempelstellen westlich von Schierke anlaufen. Eine auf der östlichen Seite des Tals blieb beim letzten Mal übrig – die „Helenenruh“. Die Felsformation mit Aussicht sieht heute, mit dem vielen herbstlich gefärbten Bäumen und Gräsern, geradezu unwirklich schön aus!

In den Ort Schierke steigen wir nicht ab, aber der Weg führt uns am höhergelegenen Bahnhof vorbei. Schon zuhause haben wir gehofft, dass wir heute die Brockenbahn mal aus der Nähe sehen können. Unsere Erwartungen werden noch übertroffen, denn in Schierke begegnen sich heute Morgen gleich zwei der nostalgischen Bahnen!

Die Gegend um Schierke ist leider besonders stark vom Baumsterben im Harz betroffen. Einen großen Vorteil hat die Sache aber – Man kann die vielen Felsen und Findlinge um den Ort herum viel besser erkennen, als wenn alles von Wald umgeben wäre!

Die Feuerstein-Klippen bei Schierke finden wir mindestens genauso interessant wie die Felsen am Ahrensklint. An letzteren sind aber viel mehr Leute. Vielleicht liegt es daran, dass die Ahrensklinter Felsen am Hexenstieg liegen, einem vielfrequentierten Wanderweg. Außerdem befindet sich hier eine Stempelstelle und man kann die Klippen besteigen. An diesem schönen Herbsttag sind hier sehr viele Wanderer unterwegs, sodass wir uns in eine Schlange einreihen müssen, um die Felsen zu erklimmen.

Wir machen es trotzdem. Der Blick von oben zurück auf das Schierker Tal lohnt das Gedränge!

Am Trudenstein haben wir dann aber genug von Felsen. Den Stempel nehmen wir hier mit, aber die Klippe lassen wir rechts liegen. Nochmal in eine Schlange einreihen wollen wir uns nicht!

Hier in Niedersachsen ist am Montag ein Feiertag und somit haben die Niedersachsener ein langes Wochenende. Dementsprechend viele Menschen sind heute unterwegs. Das nächste Mal, so nehmen wir uns vor, suchen wir so an solch geschäftigen Tagen einen einsameren Harzabschnitt aus. Mittlerweile kennen wir uns hier ja auch schon ganz gut aus. 🙂

Wir freuen uns, dass kurz vor dem Hohnehof gerade eine Picknickbank frei wird. Alle anderen davor waren bereits besetzt.

Als wir gerade unsere Brote mümmeln, kommt ein schwerbepackter älterer Wanderer direkt auf uns zu. Ojeeee! Friedel und ich sind ja unterwegs nicht gerade kontaktfreudig und mussten im Schwäbischen immer befürchten, Pausenbänke mit anderen teilen zu müssen. Die Schwaben sind da nämlich hemmungslos – die setzen sich einfach dazu!

Der ältere Herr will sich jedoch nur seine Jacke ausziehen, bevor er sich an den Aufstieg zur Zeterklippe macht. Dort, so erzählt er uns, habe er einen Stammplatz, um „wild“zu übernachten. Es gäbe dort sogar eine Felsplatte, um am Abend ein romantisches Feuer zu entfachen. „Echt?“ fragen wir und sind gleich fasziniert „Ist das im Nationalpark nicht strengstens verboten?“
Natürlich sei es nicht erlaubt, erzählt er uns. Man dürfe sich halt nicht erwischen lassen und der Blick auf den Brocken im Abendlicht sei von dort aus einfach phänomenal.

„Ey wow!“ denken wir. Wäre das nicht ein tolle Aktion, um seinen letzten Stempel vor dem Wanderkaiser zu erwerben? Noch haben wir ja noch einige Stempelstellen zu erwandern, aber wir stellen uns vor, dass solch eine Aktion doch ein toller Abschluss wäre. Vielleicht schaffen wir das ja 2023?

Die vierte Stempelstelle heute ist der Hohnehof. Das Natur-Erlebnis-Zentrum versteht sich als Bindeglied zwischen Kulturlandschaft und Wildnis. Schön, aber im Café und auf der Terrasse ist es dort einfach nur voll!

Noch voller ist es am Parkplatz „Drei Annen Hohne“, wo die Biker in Scharen für „Kukkis Erbsensuppe“ anstehen. Erst zuhause haben wir gelesen, dass „Kukkis“ überregional bekannt ist für seine Suppe und mittlerweile wohl Millionen damit verdient hat. Nun, vielleicht probieren wir die Suppe beim nächsten Mal …

Wir schlagen uns gleich nach dem großen Parkplatz in die Büsche und freuen uns, dem Gewimmel entkommen zu sein. Und im Steinbachtal wird es noch mal richtig schön!

Hier kommen wir eigentlich nur durch, um die Stempelstelle „Königshütter Wasserfall“ zu erreichen. Wie schon so oft erkennen wir, dass uns die Abschnitte zwischen den Stempelstellen oft viel besser gefallen als die Stempelstellen selbst. Wenn wir nur den jeweils nächsten Parkplatz anfahren würden und direkt zu den Kästen eilen würden, hätten wir all die schönen Plätze vorher und nachher nie gesehen. Die Stempelstellen selbst sind jedoch nicht immer nach unserem Geschmack. Den künstlich angelegte Königshütter Wasserfall, auch noch direkt an der Straße gelegen, finden wir jedenfalls eher blöd.

Viel besser ist der Weg zurück nach Elend, an der Mandelholztalsperre entlang. Die Talsperre ist im Vergleich zu vielen anderen im Harz eher klein und führt noch dazu momentan nur wenig Wasser. Trotzdem finden wir den Wegabschnitt an der Talsperre entlang sehr schön. Der Pfad ist schmal und wurzelig und führt durch Nadelwald mit schönem Unterbewuchs. Auch das wasserlose Bett der Talsperre hat einen spröden, aber irgendwie besonderen Charme.

Der Stausee wird von der „Kalten Bode“ gespeist, an deren Ufer wir bis zu unserem Parkplatz zurück nach Elend laufen. Hier gibt es zwar keine Stempel mehr zu holen, aber das romantische Flusstal bildet einen sehr schönen Abschluss unseres Wandertags.

Mal wieder sind wir begeistert davon, wie vielfältig der Harz ist und wie viele unterschiedliche Landschaften man an nur einem Wandertag erleben kann. Wir gut, dass wir noch 80 Stempelstellen vor uns haben!

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