Steffi und Friedel 2021 – Werkeln statt Wandern!

Viele bemängeln ja, dass während der Corona-Pandemie nichts passiere und ihr Leben irgendwie still stehe … nun, das können wir nicht behaupten! 🙂

Mitten in der Pandemie, Ende April, sind wir nach Süd-Niedersachsen gefahren, um uns ein Häuschen anzusehen. Verrückt, aber wir haben es sofort gekauft! Friedel ist sogar schon umgezogen, ich aber muss noch bis Ende August im Stuttgarter Raum „aushalten“ – ab September jedoch heißt es auch für mich nur noch „Moin Moin!“ statt „Grüß Gott“! 🙂

Natürlich müssen wir euch die ganze Geschichte erzählen. Und da dies ja ein Wanderblog ist, werde ich euch auch erklären, was die ganze Aktion mit „Wandern“ zu tun hat!

Friedel und ich nähren schon seit Längerem den Gedanken, auf keinen Fall bis 67 weiterarbeiten zu wollen. Zwei Wochen Wandern im Frühling, zwei Wochen im Herbst, das ist uns viel zu wenig!

Ich weiß noch genau, wann und wo wir das erste Mal konkret darüber gesprochen haben, dass wir aus dem klassischen Berufsleben „aussteigen“ wollen – Es war 2017 auf einem Sitzstein auf dem „Kinder Scout“ im Peak District, als wir darüber sinnierten, wie es wohl wäre, jetzt einfach weiterzulaufen. Und weiterzulaufen. Und weiterzulaufen …

Seitdem haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie sich eine längere Auszeit wohl realisieren ließe – ein Sabbatical einschieben, sich selbstständig machen, das Haus verkaufen … jaaaa, das Haus verkaufen!!!!!

Eigentlich hängen wir ja an unserem großen Fachwerkhaus im schönen Schwabenländle. Aber auch andere Regionen haben schöne Wandergebiete und noch dazu kommt, dass die Haus- und Grundstückspreise z.B. in Nordhessen und Süd-Niedersachsen viel niedriger sind als im Stuttgarter Speckgürtel. Vielleicht könnten wir ja ein günstiges Haus im Norden erstehen, unser Haus in Geislingen gewinnbringend verkaufen und von der Differenz ein paar Jahre früher im Rente gehen, so unsere Überlegungen. Und noch dazu näher bei der Familie wohnen!

Okay, bis zur Rente sind es es noch einige Jahre, ein bisschen im Ländle arbeiten müssen wir wohl noch, dachten wir. Und dann schlug der Corona-Effekt zu – wo vorher bei mir NIE UND NIMMER Homeoffice möglich gewesen wäre, da ging das plötzlich doch! Friedel hat schon vor Corona viel zuhause gearbeitet, aber ich bin bisher regelmäßig vier Tage pro Woche täglich 120 Kilometer nach Stuttgart gependelt. Aber bevor ich ganz kündige, hat auch mein Arbeitgeber sich entschieden, mich „remote“ weiterarbeiten zu lassen – Glückes Geschick!

Unsere Kriterien bei der Vorauswahl waren diese: Der Ort muss ordentliches Internet haben, einen Bahnhof, Einkaufsmöglichkeiten und er sollte in einer schönen Landschaft liegen. Neubauten mögen wir nicht (und wollen wir uns auch gar nicht leisten) und so haben wir gezielt nach einem günsigen Fachwerkhaus gesucht, gern auch unrenoviert.

Unser Haus in Seesen am Harz haben wir dann über Ebay gefunden: 145 Quadratmeter, mit Innenhof und Garten, altes Lehm-Fachwerk und gepflegte, wenn auch etwas altmodische Innenausstattung. Baulich nicht versaut (abgesehen von Styropor in den Wänden), mit solidem Dach, ordentlichen Fenstern, nicht zu üblem Isolierzustand und funktionierender Gasheizung. Zum schönen Harz sind es nur zwei Kilometer nach Osten und nach Westen liegt das hügelige Leinebergland. Wir haben gleich zugegriffen, bei der ersten Hausbesichtigung überhaupt!

Im Moment leben wir in Seesen wie auf einem Campingplatz: Gekocht wird in der „Sommerküche“, unser Wohnzimmer ist die Gartenlaube und geschlafen wird in den jeweiligen Zimmern, in denen wir noch nicht die Wände eingerissen haben!

Und ein Wandervormittag im Harz war dann in unserer Urlaubswoche trotz der Renovierung noch drin … 🙂

Im Lautental
An der Tränkebachhütte

Danke für den Wandertipp mit der Tränkebachhütte, Chrissi! Die Tour liegt nahezu direkt vor unserer Haustür! Und: Unser nächster DDLN-Abschnitt startet in Goslar, 20km nordöstlich von hier… 🙂

15 Antworten auf “Steffi und Friedel 2021 – Werkeln statt Wandern!”

  1. Naja, das hat fast zwei Jahre gedauert, bis wir unseren Plan umgesetzt haben. Und ohne Corona hätte es wahrscheinlich länger gedauert. Danke für die guten Wünsche! 😄

    Gefällt mir

  2. Echt ein Abenteuer! Für mich im Moment leider nur am Wochenende, ich wünschte, ich könnte jeden Tag hier werkeln. Im Moment lege ich alte Holzbalken frei. Wandern geht grad nicht – wir müssen voran kommen! 😆

    Gefällt 1 Person

  3. Finde ich echt super! Mein Mann und ich reden beim wandern auch oft über ähnliche Vorhaben. Würde auch so gerne ein Haus in Niedersachsen oder Brandenburg kaufen. Trotz Home Office konnten wir den Schritt aber leider noch nicht machen, da man sich trotzdem ab und zu im Büro blicken lassen muss.
    Auf jeden Fall viel Spaß beim Renovieren!

    Gefällt 1 Person

  4. Das hoffen wir auch, dass wir bald wieder mehr wandern können. Das ist ja auch einer der Gründe für die Haus-Aktion! Und dann bin ich ja mal gespannt, wer eher auf dem Weserberglandweg ist – du oder wir! 😆

    Gefällt 1 Person

  5. Wollte eigentlich auf den Donauberglandweg gehen … Im Moment sieht es eher schlecht aus. Erst waren die Inzidenzen zu hoch, dann war alles ausgebucht. Ende Juli steht bei uns ein Wanderurlaub mit Tagestouren in der Fränkischen Schweiz an.

    Gefällt 1 Person

  6. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich aus der Distanz weiterarbeiten könnte. Aber dann hat es doch geklappt. Die Frage ist nur, wie lange das geht. Aber egal – der Plan ist ja eigentlich, viel weniger zu arbeiten! 😆

    Gefällt 1 Person

Schreiben Sie einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.