Tag 67: Housesteads nach Bellingham, 22km

Vergangene Hochkultur, barbarische Wege in gleißender Sonne, Walkers welcome, wuff, wuff.

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Der Hadrians Wall Bus hat uns heute Morgen pünktlich zum Ausgang unserer Wanderung gebracht, zum Housesteads Roman Fort und damit zum Hadrians Wall. 2016 haben wir unsere Pennine Way-Wanderung mit dem Besuch des römischen Forts Vindolanda beendet, das nicht weit von unserem heutigen Startpunkt liegt. Wir sind somit zwei Kilometer des Walls nicht gelaufen, aber da sind wir mal großzügig! 🙂

Da beim letzten Mal das Wetter am Wall echt mies war, hatten wir nicht sooo viel Spaß, aber das Museum in Vindolanda war schon sehr beeindruckend: Der Wall ist ja die alte Grenzlinie, mit der das römische Imperium sich vor den Barbaren aus dem Norden schützen wollte. Gebaut hat ihn Kaiser Hadrian ca. 120 nach Christus und der Wall ist vergleichbar mit dem Limes in Süddeutschland, aber viel besser erhalten. Er zieht sich quer durch England, von der Irischen See bis zur Nordsee.

Das Museum und die Ruinen des Forts Housesteads öffnen erst um 10 Uhr, aber wir wollen die Anlage unbedingt besichtigen, denn schließlich ist dies das größte römische Fort in England und der Wall an dieser Stelle besonders eindrucksvoll und gut erhalten.

Das Museum in Housesteads ist wesentlich kleiner als das in Vindolanda, da sind wir schnell durch, denn Vindolanda hat viel mehr und beeeindruckendere Exponate. Wir schlendern noch ein wenig durch die Ruinen und genießen das tolle Wetter an diesem Morgen.

Wir haben uns am Eingang gewundert, dass wir das Gelände betreten konnten, ohne unsere Eintrittskarten vorzuzeigen. Aber dann wird Steffi von einer netten, aber bestimmten Dame in Uniform angesprochen: ¨Darf ich Ihre Tickets sehen?¨ Steffi kramt sie aus der Hosentasche. ¨Haben Sie das Museum besichtigt?¨ Ja natürlich habem wir das. ¨Haben Sie auch den Film gesehen?¨ „Yes, Ma’am!¨ 🙂

Sehr beeindruckend, dass wir auf dem Weg zum Einstieg auf den Pennine Way sogar auf der Mauer laufen können.

Es geht einige Male neben der Mauer auf und ab, dann übersteigen wir den Wall und sind im Land der Barbaren!

Sofort wid es matschig und wir verlaufen uns, als wir versuchen, die erste eingemistete, mit Kühen und Jungkälbern übersähte Wiese zu durchqueren.

Auf der nächsten Wiese wartet gleich ein Riesenbulle mit Ring in der Nase auf uns. Wir umgehen ihn weiträumig und holen uns nasse Füße, weil wir heute bei dem schönen Wetter optimistisch keine wasserdichten Socken angezogen haben. Haha!

Den Rest des Tages geht es größtenteils durch matschige Wälder (jedenfalls waren sie auf der Karte eingezeichnet, aber in Wirklichkeit standen da nur Baumstümpfe) oder über mit Binsen bestandene Matschwiesen.

Der Blick über das weite braune Grasland ist unglaublich, kaum mit der Kamera einzufangen. Wir sind ziemlich froh, dass es schon seit mehreren Tagen nicht wirklich geregnet hat, es ist matschig genug!

An einer Farm begrüßt uns ein freundliches ¨Walkers welcome¨-Schild und der Hinweis, dass im Stall hinter dem Gatter Kaffee, Tee und Erfrischungen auf uns warten. Trail Magic! Wir sind begeistert, vor allem ob der Refreshments, denn mittlerweile ist es ordentlich warm. Doch gerade als wir das Gatter öffnen wollen, springt uns auf der anderen Seite ein SEHR GROSSER bellender schwarzer Hund entgegen. Schnell schließen wir das Gatter wieder und trauen uns nicht!

Kurz vor Bellingham wird es noch mal hügelig und grüner, noch zwei Kilometer an einer dicht befahrenen Straße entlang, den River North Tyne überquert (es gibt eine Brücke!) und schon sind wir in Bellingham.

Im sympathischen Straßendorf erwartet uns ein kühles Bier und das gut geführte Cheviot Hotel mit Empfangsschaf auf dem Bett. Wunderbar!

Alles in allem hatten wir einen landschaftlich wenig spektakulären Tag, der von der Sonne, der Weite und Einsamkeit geprägt war – Da gibt es gaaar nix zu meckern! 🙂

4 Antworten auf “Tag 67: Housesteads nach Bellingham, 22km”

  1. Das haben wie uns auch gefragt- Wir wissen es nicht, aber vermuten es. An einer Stelle war am Wall aber sogar noch ein Stück Torbogen zu sehen. Da war er wohl nicht höher. Richtung Norden ist ein tiefer Abhang hinter der Mauer, da musste die Mauer nicht höher sein. Außerdem standen ja in jeweiligen einer Meile Abstand die Mile Castles – der Wall war also bewacht. Auf jeden Fall ist die Mauer an vielen Stellen noch sehr gut erhalten.

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