Tag 41: Penkridge nach Little Haywood

Heute Morgen pickt es Friedel im Knie. Wir messen dem aber noch keine besondere Bedeutung bei. Im Nachhinein können wir uns auch nicht erinnern, dass seine Knieprobleme den Tag groß beeinträchtigt hätten. Aber hat sich das Unglück hier schon angekündigt?

Heute erwartet uns ein „Hubbel“ im Flachland. Cannock Case ist eine „Area of Outstanding Beauty“ und erhebt sich auf 242 Meter (Umgebung: Ca. 100 Meter)!

Zunächst führt uns der Staffordshire Way schnell aus Penkridge heraus und damit in die Wiesen und Felder der Umgebung. Zunächst geht es ein kleines Stück am Staffordshire and Worcestershire Canal entlang. Das ist mal wieder so ein richtig hübscher Kanal mit Bäumen und Hecken links und rechts und alten Hausbooten darauf. Leider müssen wir den Kanal relativ bald wieder verlassen, denn der Weg führt uns über braune Felder nach Bednall. Hin und wieder gibt es einen alten Baum zu bestaunen und dazu scheint die Sonne, also haben nichts zu meckern.

Nach Bednall überqueren wir eine A-Road und danach gehr es schon hinauf in den Cannock Chase. Wenig haben wir vorher darüber gelesen und wenig erwartet. Aber der Chase entpuppt sich als echte Schönheit – Ein Birkenwald mit Farnen und Heidekraut, hin und wieder wird der Wald unterbrochen von mit Ginster und Wacholder bestandenen Heideflächen.

Der Staffordshire Way folgt einem hübschen Längstal durch den Chase, das teilweise durch eine wüstenartige Heidelandschaft führt, aber dann auch wieder in den Wald, entlang eines hübschen, von Birken eingerahmten Baches. Zwar wird es im Chase plötzlich wieder empfindlich kalt und es beginnt sogar ein Schneeregen (Mützen raus!) aber wir genießen die fünf Kilometer durch diese wunderschöne Landschaft sehr und werden im Verlauf unserer späteren Wanderung immer wieder Gebiete mit dem Chase vergleichen: „Oh, hier sieht es aus wie im Cannock Chase!“

Die schönsten Abschnitte findet man immer dort, wo man sie am wenigsten erwartet …

Anschließend führt der Weg durch den großen Park von Shugborough Hall. Der trutzige graue Bau mit seiner riesigen Parkanlage gehört heute dem National Trust und wurde zu einer Art Vergnügungspark umgebaut. Neben dem Schloss kann man allerlei Einrichtungen besuchen, die auch mit einem Busverkehr verbunden sind: Eine Windmühle, eine Farm, eine Käserei ..

Zum Glück sind heute an diesem Mittwoch nicht viele Leute unterwegs. Nach der wilden Schönheit des Chase können wir Shugborough Park jedoch nicht viel abgewinnen und lassen den Park schnell hinter uns.

Nun treffen wir auf den River Trent und auf eine wunderschöne historische Bogenbrücke aus dem 16. Jahrhundert. Mit seine vierzehn Bögen ist die Essex Bridge die längste noch erhaltene Lastpferdebrücke in England. Sie überspannt den Trent und hatte im Original sogar vierzig Bögen. Wir machen eine Pause am grasigen Ufer des Flusses, mit Blick auf die Brücke. Da mittlerweile auch wieder die Sonne scheint, können wir uns hier richtig gut entspannen. Es ist erst 14 Uhr und bis zu unserem Ziel sind es nur noch zwei Kilometer.

Direkt neben dem River Trent verläuft auch der Trent and Mersey Canal, dem wir nun bis Little Haywood folgen. Die letzten Kilometer sind wieder allerbestes Kanal-Wandern. Der Kanal ist an dieser Stelle sehr hübsch und zahlreiche Boote fahren vorbei und die Insassen winken freundlich. Im Hintergrund des Kanals stehen die baumbestandenen Hügel vom Cannock Chase.

Unsere Unterkunft in Little Haywood ist etwas skurriler Art: Wir wohnen im Dorfladen. Beim Eintritt in den Laden klingelt eine alte Glocke und die Besitzerin führt uns in den hinteren Teil des Ladens und durch eine Tür in ein kleines Nebengebäude. Voilá – hier ist unser kleines Ferienapartment mit Küche und Wohnzimmerchen im Erdgeschoss. Das Schlafzimmer und das Badezimmer sind über eine steile Treppe zu erreichen. Das alles ist ausgesprochen hübsch renoviert und geschmackvoll dekoriert. Es gibt sogar eine Fußbodenheizung!

Wir genießen unseren „freien Nachmittag“, baden ausgiebig und lesen auf dem Sofa. Am Abend wollen wir zum Essen in den lokalen Pub. Das erweist sich aber als schwierig, weil gerade am heutigen Abend die Küche geschlossen ist. Die Gäste im Pub nennen uns aber noch einen anderen Pub etwas außerhalb des Ortes, in dem wir noch etwas zu Essen bekommen – wir können  nur zwischen zwei Gerichten wählen, aber das ist uns egal – Hauptsache etwas zwischen die Kiemen!

Zurück pickt es Friedel ganz ordentlich in den Knien. Wir schaffen es aber noch bis zum Village Store und zücken unseren Schlüssel, um quer durch den dunklen Laden zu laufen und unsere Apartment zu erreichen. Unterwegs sacken wir noch eine Packung Pringles und eine Flasche Bier ein. Really handy!

Ein Schelm, wer böses dabei denkt – natürlich bezahlen wir das am nächsten Morgen!

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