Tag 5: Portreath nach Perranporth

Am Morgen hat uns Andrea ein fürstliches Frühstück zubereitet: Außergewöhnlich gut! Gewöhnungsbedürftig ist jedoch die Frühstückskonversation, die uns erwartet: Andrea nimmt lebhaft Anteil an Deutschlands Flüchtlingsproblematik und hält mit ihrem – nun ja, nennen wir es konservativem – Gedankengut nicht hinter’m Berg. Das wird uns bei unserer Englandtour noch mehrmals begegnen: Total nette und herzliche Leute, die allerdings sehr negativ gegenüber „Fremden“ eingestellt sind und von ihrer eigenen Regierung verlangen, dass diese sich doch erst mal um die „eigenen Leute“ kümmern sollte – ein Vorgeschmack auf den Brexit. Gott sei Dank zählen wir wohl nicht zu den „Fremden“? 🙂

Nach einer lebhaften Zwei-Stunden-Diskussion machen wir uns endlich auf den (verspäteten) Weg. Gern wären wir noch länger in Andreas schönem Dachgeschoss geblieben, aber hätten wir so eine Diskussion jeden Morgen ausgehalten?

Der Vormittag heute zeigt sich bedeckt und kühl, aber immerhin regnet es nicht. Wir wandern erneut durch eine Minenlandschaft, wieder durch eine Unesco-Weltkulturerbestätte. Die Wheal Coates Minen sind besonders pittoresk: Friedel kann gar nicht aufhören zu fotografieren. Allerdings kann ich ihn mit der Aussicht auf einen Kaffee vorantreiben, denn heute haben wir endlich mal einen Zwischenstopp mit Einkehrmöglichkeit: Das kleine Hafendorf Porthowan.

Der Ort liegt hübsch in die Bucht geschmiegt, mit einem ordentlichen Sandstrand. Obwohl heute Sonntag ist, hält sich die Besucherzahl des Cafés am Strand in Grenzen: Der Charme der Nachsaison, der uns ab jetzt begleiten wird. Der Kaffee war gut!

Eigentlich laufen wir heute den ganzen Tag durch ehemaliges Minengebiet. Es gibt viel zu sehen: Steinhügel in den unterschiedlichsten Farben, scharfe Abbruchkanten, kraterähnliche Wasserlöcher, alte Schienen und Schächte, ein endloser Abenteuerspielplatz – hätten wir mehr Zeit, könnte man hier unendlich fotografieren. Hinter jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken.

Das kühle Wetter heute stört uns nicht wirklich. Ein Tag ohne groß zu schwitzen ist doch auch mal nicht schlecht, zumal es auch heute wieder ordentlich auf und ab geht. Außerdem passt das Wetter zu der rauhen Küstenlandschaft.

Schon kilometerweit vor unserem heutigen Etappenziel Parranporth sehen wir nicht nur den Ort, sondern auch den dazugehörigen riesigen Sandstrand. Aber vorher gilt es noch einige Abraumhalden zu umrunden, einige Abbruchkanten zu umtänzeln und einige eingeschnittene Schotterwege zu durcheilen.

Relativ früh kommen wir im Seiner’s Arms an. Das kühle Wetter hat dazu geführt, dass wir einen Schritt schneller gegangen sind.

Das Seiner’s Arms liegt direkt am Strand und wir haben einen direkten Blick auf den weiten Strand. Wir sehen: Windgepeitschte Palmen auf der Terrasse unseres Hotels, im Hintergrund eine verlassene Strandbar und ein paar wenige Menschen, die in Parka eingemummelt dem Wind trotzen. Unglaublich, dass es gestern noch so warm war!

Es gibt jedoch auch welche, für die beginnt sie Saison jetzt erst richtig: Die Surfer!

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